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M. Die Untersuchung ist eingeleitet. Viele Honved-Soldaten sind bereits v rhaftet worden.

Rom, 13. August. Es bestätigt sich, daß der ^raf von Turm den Prinzen Heinrich von Orleans gefordert hat. Derselbe ist g st rn Nachmittag 2 Uw in Begleitung zweier Adjutanten und des Marchese Ginori nach Paris ab­gereist. Das Duell dürfte bereits morgen staltfinden.

Witterungsbericht.

Voraussichtliche Witterung: Warmes Wetter mit fort­gesetzter Neigung zu Strichregen und einzelnen Gewittern. Die Wetterlage bleibt unsicher.

Aus Stadt- und Landkreis Hanau.

* Sonderzüge. Im Jnserateniheile der heutigen Num­mer werden die Sonder züge, welche aus Anlaß der Kaiser­parade am 4. September o. J. verkehren, bekannt gegeben.

8 Lehrergehaltsregulirung. In der im verflösse neu Monat zu Cassel abgehalt-nen Konferenz zwecks endgülti­ger Regelung der Gehallsverhâlrnisse der Volksschullehrrr der Provinz Hessen-Nassau wurden für den Regierungsbe­zirk Cassil nachfolgende 4 Gehaltsklassen gebildet: 1. Klasse: Grundgehalt 1000 Mk., Alterszulage 110 Mk.; 2. Klasse: Grundgehalt 1100 Mk., Alterszulage 130 Mk.; 3. Klasse: Grundgehalt 1200 Mk., Alcei szulage 140 Mk. und 4. Klasse: Grundgehalt 1400 Mk., Alterszulage 160 Mk. Mr den Landkreis Hanau soll die 3. Klasse in Be­tracht kommen. Jntnß werden nur die größten Orte ein Grundg halt von 1200 Mk. und eine Alterszulage von 140 Mk. zu zahlen haben; für die übrigen Orte ist nachfolgende Abstufung in AussiHr genommen: Grundgehalt 1150 Mk., Alterszulage 130 Mk.; Grundgehalt 1150 Mk., Alterszu­lage 140 Mk.

* Uebungsmannschaften» Von der angeblich bevor siebenen Einberusung von weiteren Uebungsmannschaften zu en Kaisermanövern ist an zuständiger Stelle nichts be­kannt.

Cd. Findigkeit der Post. Zu diesem interessanten Kapitel können wir folgenden Beitrag liefern. Herr Lehrer Ziegler in Eichen zeigte uns dieser Tage drei Briefum­schläge, die trotz völlig falscher Adresse richtig in seine Hand gelangt waren. Die Adresse des einen lautet: Herrn Lehrer Eichler in Ziegen bei Hanau; die des zweiten: Herrn Lehrer Eichler in Hanau. In beiden Fällen hatte ihn das Hanauer Postamt als richtigen Adressaten eruirt. Die Aufschrift des dritten lautet: Herrn Lehrer Ziegler in Hilchenbach i. W. Das Postamt in Hilchenbach sandte ihn schon am folgenden Tage mit der richtigen Adresse an den Empfänger. Ferner theilte uns derselbe noch mit, daß er dieBad. Schulztg." jahrelang unter der Adresse: Lehrer Z. in Eichenkops-Heldenbergen erhalten habe.

* Generalprobe. Einer Einladung des Gesangver­einsMainzer Liedertranz" zum 60jâhrigen Jubiläum des­selben Folge leistend, wird der GesangvereinEin­trachts-Hanau bei dem morgen stattfindenden Festkonzert, wobei der Mozartverein von Darmstadt, der Neeb'jche Männer chor von Fianksu't a. M., der Liederkran; von Karlsruhe, der Mainzer Mannergesangverein, der Männergesangverein von Wiesbaden, der Sängerbund von Solingen Mitwirken, den ChorRocnn Adair" zum Vortrag bringen. Gestern Abend hielt der GesangvereinEintracht" imDeutschen Haus" eine Generalprobe ab, der auch eine große Anzahl hiesiger Kunstfreunde anwohnten. Mit Genumhung sonnte konstatirt werden, daß d-r Dirigent ei sich hatte angelegen sein lassen, den prächtigen und schwierigen Chor gut einzu-

II JH I |l|| um» Hill! miIIFIiKtWgWBWWM förderte. In seinen Studien schwankte er zuerst hin und her, bis er endlich entschieden in das Fahrwasser der dentschen Sprache nnd Litteraturwissenschaft gerieth, der er sich nun mit großem Eifer, herzlicher Lebe un> unermüdlichem Fleiße widmete. In der Demagogenz 'it war seines Bleibens in feinem Vaterland nicht; in München aber fand er Anstellung als Umoerntätsprofessor und gleichzeitig wirkte er als Turn­lehrer am Kadettenkorps, an öffentlichen Turnanstalten, sogar bei den königlichen Prinzen. Der Vor pru: g.

Hierhin, nachBier-Athen", richtete Heine seinen bösen Spott über den Führer der Deutschthümler. Und wahr war es, daß Maßmann in Manchem dem Spotte Blößen gab. Er ging in jed-rdeutschen Tracht", die die Burschenschaften sozusagen zu ihrer Uniform gemacht hatten, oder in der ge­wollt einfachen Tnrntracht, in der sich dieser schlichte Mann aus dem Volke er war Bauernenkel und Uhrmacherssohn persönlich sicherlich wohl und heimisch fühlte. Er sah in einer gewissen Anknüpfung an alte deutsche Art und Sitte in allen seinen Volksgenossen sein-freien deutschen Brüder" und stellte sich zu ihnen in ein pttriarchalisch-bied-res Ver­hältniß, das die Heiterkeit der eleganten Welt wie des modern denkenden Jungdeutschlands gleichermaßen erregte. Er führte einen steten Kampf gegen die F>emdwörter<i und Fcanzöselei. Heine und die Seinen segelten auf einem so ganz anderen Strome des Zeitgeistes, daß sie für die Verdienste Maßmanns so wenig Verständniß haben konnten, wie er für ihre Eigen­art. Heute aber erkennen wir dankbar, was er für unsere Sprache gethan bat; wir erinnern uns, daß es mit einem schallenden Gelächter begrüßt wurde, als dieDeutschthüwl r" dre demoisellejbur^Fräulein" ersetzten, daß eine gewisse Kernigkeit des Sttles gegen den französirenden Feuilletonis­mus ein gesundes Gegengewicht bildete. In einer Zeit trüben Stillstandes und allgemeiner Versumpfung ging von Maß­mann und den Seinen ein kräftiger Hauch von Männlich­keit und ^-reiheitsliebe aus, wie wir ihn noch heut deutlich in feinen Liedern spüren;einen edlen, reinen, aufs Ideale und

14 August

Kür heute. Schwanengartrn zu Kesselstadt: Abends 6 Uhr: Militärkonzert, ausgeführt von der Kapelle (es 3, ' BatMous 2. Thürinz. Infanterie - Regts. Nr. 32. TurlMmeinde: Abends von 7^29 Uhr; Kürturnen und Borturnersttmdr. Ecang. Männer und Jünglingsverein r Abends 81 /j Uhr: Unterricht im Schreibenund Rechnen i (Ältst. Mthhans). Christlicher Arbeiterverein: Eben­falls abends SV» Uhr: Gemüthliche Zusammenkunft im Ver- âslokalBrauerei WeismantÄ". Abends 9 Uh r: KLmoEintracht" (VeremÄokalGoldene Gerste") ; Vereins- aberrd; Dramatisch - lttterarifcher VereinMelpomene" (Restauration ^wiebug*): Lesung;Faust" : Hexenküche (Fortsetzung). VereinEinigèrit" : Vereinsabendzur großen Krone";- FußballklubViktoria": Abends von 910 Uhr: VereinsÄbend imDeutschen Ha^s". Athle­tenklubGermans; Ebenfâ abe^s von 910 U^r T Vereinsamend (KoHH Bierkeller).

SütC Morgens Erster Hanauer Außballkttb1893":^ Nachmittags 2 Cs U^; Uebungâfpiel.

MainWchfferWäVMe gestern MittAg 17 Grs's.

Hanauer Anzxrger

studiren, sodaß die Wiedergabe desselben auf die geladenen Zuhörer einen trefflichen Eindruck machte.

* Kuustnotiz. Wir machen auch an dieser Stelle auf die morg'N beginnende Gemälde-Ausstellung aufmerksam nnd wüsten dem Borstande des Kunstvereins sowshl für die Reich­haltigkeit wie auch für das Arrangement der diesmaligen Aus­stellung unser Kompliment machen.

* Gaftwirthe-Verein. In der am Dienstag abge- baltenen außerordentlichen Generalversammlung beschloß der Verein der Gastwirthe und Restaurateure vom Stadt- und Landkreis Hanau, aus dem Rhein-Main-Verband (Sitz Darm­stadt) auszutreten und sich dem Mitteldeutschen Verband (sitz Cassel) anzuschließen.

* Allgemeine Rssen«, Blumen- und PftcrnZeu- Ausftellung 1897. Bei der am 12 August staltgefunde neu Prämiirung erhielten u. a. Preise: Für ein Sortiment Coleus: Thomas Holzschuh in Hanau 1 bronsene Medaille. Für neuere Pefergonium zonale: T h. Holz- schuh in Hanau 1 brorcene Medaille.

* Wohlthäligkeitskonzevti. Die Nachfrage nach Karten für das am Montag Abend in der Ventralhalle stuttsindende Konzert Jugel-Salewski ist eine rege Alle diejenige^ die dem interefl santen Konzertabend b-izuwohnen beabsichtigen und noch nicht im Be­sitz einer Karte sind, seien darauf aufmerksam gemacht, daß solche im; Vorverkauf in der Buchhandlung von Alberti, sowie abends an der Kasse zu haben sind. Das Programm lautet wie folgt: 1 Quartette für Klavier, Harmonium, Cello und Violine, Adagio^ religioso, C. Rundnagel; Andante, Mozart-Gounod) 2 Aufschwung,. Rob. Schu­mann; Notturno, Chopin; La Zingara, Chaminade (Her^ Salewski).

3. Der Eichwald (Lenau), Reinhold BsKer; Der Engel, Rich. Wag­ner; Der Glückliche (Keil), E. Otto; Rothhaarig ist mein Schätze­lein (Wolff), Hans Sommer (Herr Paul Jugel). L Romanze, Heinr. Appunu; Mazurka, David Popper (Herr H. ApMnn). 5. O laß dich halten goldne Stunde (Roquette), Ad. Jensen«; Wiegen­lied für das Püppchen (v. AndrejanoffC H. Hermann; Herzens- frühling, Fr. v. Wickede; Schwäbisches Volksliedchen, A. Vollmer (Frau Marie Jugel). 6. Scherzo b-moll) Chopin. 7. Stet Duette für Sopran und Baß, Wenn ich ein Vöglein wär (VdlkMrd), Le­walter; Frühling im Winter (Röder), Gerlach; Im Volkston (Bren­tano), Gerlach (Frau Marie und Herr Paul Jugel). Pause. 8. Zwei Quartette für Klavier, Harmonium, Violine und Cellv; Largo, Händel; Meditation, Bach-Gonnod. 9; Impromptu, Schubert; Walzer as-dur, F. Chopin; Ungarischer Tanz, Joh. Brahms (Herr Salewski). 10. Der Spielmann (Stieler), Th. Gerlach; Es blasen die blauen Husaren (Heine), Wöber; Und hab ich gestern zu viel ge­trunken (Wolff), Sommer; Schon einmal (Heine), Jbener (Herr Paul Jugel). 11. Ein Blick ins Frauenhrrz (Netzke);. Arff seine Frage, Gerlach; Rezept, Gerlach; Unter Freundinnen,. Gerlach; Spinn, spinn, meine liebe Tochter, v. Holländer. 12. Duette für Sopran und Baß (auf Wunsch), Nun bist- du worden mein eigen (Gildach), E. Hildach; Altdeutscher Liebesreim (Wernher von Teg- rinsee), E Hildach; Im blühenden Garten (Reimt), Est HÄdach, (Paul und Marie Jugel).

* Verein ehemal. Unteroffiziere. Wie bereits an dieser Stille erwähnt, feiert morgen Nachmittag von« 4 Nhr ab der Verein ehemaliger Unteroffiziere imRestaurant;Kaiser­hof" sein Stiftungsfest, verbunden mit Gartenfest. Aw unter- Haltmdeu Da'bietunqen sind vorgesehen Konzert der Kapelle des 3. Bataillons Inf. Regts. Nr. 94. KinderbelustiAtttgen, Feuerwerk rc. Interesse wirb es erregen, zu erfahren, daß auch das Hanauer Kunstradfahrer Quartett, welches in- Bre men lei Gelegenheit der Tagung des deutschen Radfahrer- bundes den 2. Preis errang, bei dem Feste auftreten wird. Somit steht ein recht genußreicher Nachmittag in Aussicht.

* Städt. Bibliothek. Zur kostenlosen Vâchmrg und Benutzung der Bücher geöffnet Sonntags, Mittwochs und Samstags von 13 bis 1 Uhr (Bangertstraße 2, eine Treppe hoch, im sogen,alten Stadtbaus").

* Sehenswürdigkeiten.Museum der WZttrraui- schen Gesellschaft" (Altstädter Schloß, eine Stiegg hoch): Geöffnet an Sonn- und Feiertagen vormittags von. 11 bis l/sl Uhr. Kindern ohne Begleitung Erwachsener ist der Eintritt nicht gestattet.

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Ewige gerichtet n Sinn" rühmt igm Karl Bartsch mit vollem Rechte nach. Und zu all' diesen Verdiensten tritt Maßmann' â winenschaftliche Thätigkeit. Hat doch unser grosser Jakob Grimm ihm neben Anderen einen Band seines Deutschen Wörterbuchs gewidmet! Die Ulsilas-Fortsetzung^ verdanke ihm viel, von unseren mittelalterlichen D-nkmalen hat er wichtige zuerst herausgegebm, andere in ihrem Texte gereinigt und ver­bessert, auch die deutsche Kulturgeschichte an mehreren Stellen gründlich durchforscht.

Es kam die Zeit, wo ihn sein Heimathlarrd zurückcief.. An Friedr ch Wilhelm IV. schrieb Humboldt, er habe von ihmeinen herrlichen Eindruck von Gediegenheit, Klarheit der J:een, begeisterter Kraft in Wirkung euch die Jugend"' empfangen, und rach diesem Urtheile war es nur natürlich daß ihn der neue König, als er die Acht, die bisher in Preußen über das Turnen verhängt war, aufhob, 1842 Maßmann zur allgemeinen Organisation des Turnunterrichts nach Berlin berief, wo er später auch eine Professur erhielt. Mit Begeisterung ging Maßmann an seine Aufgabe. Cm rief die Jugend zu sich heran; am 1000. Gedächtnißtage des Vertrags von Verdun 11. August 1843 veranstaltete er ein Spielfest, an dem etwa 2000 Knaben theilnahmen. Welch ein hoffnungsreicher Anfang! Aber an den nächsten Sonntagen sank die Zahl der Theilnehmer aui 800, 300, ja noch weniger. Und auch, als 1844 der noch heute bestehende Turnplatz auf der Hasenhaide feierlich eröffnet war, zeigten sich bald zahlreiche Mängel und es wollte nicht so recht stecken. Der Grund hierfür war, daß der Maßmann von 1842 noch ganz der Maßniann von 1812 war. Damals, in einer Sturmzeit, hatte man Mittel von fast gewaltsamer Kraft an- wenben und ganz besonders eine große Freiheit im Turnver­kehr walten lassen müssen, um die jungen Leute zu Mark und Halt zu erziehen. Jetzt aber war es Frieden und die Befreiungskriege lagen ein Menschenalter zurück. Nichts desto weniger verkehrte Maßmanrr auch in dieser Zeit gleichmäßiger bürgerlicher Ordnung mit allen seinen Schülern mit dem un-

* HancdÄ, 14. August. (LebenSmitteLpreise.) HÄlsenfrüchte: Bohnen M35 Pfg., Erbsen 3035 Pfg., Linsen 404s Pfg. das Doppelliter; Geflügel: Tauben, daÄ Pärchen 7090 Pfg.; ein junger Hahn 80' Pfg. bis l',40 Mk.; ein Huhn 1,201,60 Mk.;: eine Ente junge 2^2,40Mk.; eins Gans (junge) 2;803,60 Mk.; Fische; gewöhnliche Sorte1 2539 Pfg., bsffere Sorten 3540 Pfg^ Aal 1-1,10 Mk., Hecht 1,10 -1,20 Mk., Bresem 60 70 Pfg., Barben 6070 Pfg., Barsch 50 70 Vsg. = Cs kg; Gemüse: Merretttg, die Stange 1525' Pfg.; BlunlMkoht das Stück 4050 Pfg.; Kopffalar, das Stück 810 Pfg.; Endivien, das- Stück 6'10 f^g.; Rettig, das Stück 5 8 Pfg.; Ober -Kohlrabi, das Stück 46- Pfg.; Wirsing, das Stück 152s- P^g.; Wüßkraut, das Stück 20-M Pfg.; Rothkraut, das-Stück 25-30 Pfg.; Selle­rie, daâ Stück 1015 Psg; Gurken, das Stück 3-6 Pfg.; Gurken, zum Einmachen das Hundert 80 Pfg. bis 1,50 ML.; gelbe Rüben das Bund 810- Pfg.; neue Erb­sen, dis- Portion 2530 Pfg.;. neue Bahnen, die Portion 20 ^^>; Spinat, die Portion W- Pfg. ; Kartoffs! (neue), 1215' Pfg. das Doppelliter; Obst: Jânnisirauben 20 Pfg. und Trauben 6070 Pfg. das C, kg; Heidelbeeren 810 Pfg. das C, Liter; Aepfel, das Pfund 15 30 Pfg.; Birnen, das Pfund 10^-20 Pfz^; Pflaumen, das Pfund 10iS Pfg.; Pfirsische, das Stück 1012 Pfg.;, Zitro­nen, daS Stück 810 Pfg.; Paradiesäpfel, das ^tucf 5 6 Pfg.; .Verschiedenes: Butter' das Pfund 35,15S,30 Mk.; Käse, dLâ Stück 45 Pfg^ ; Eisr, das Stück 7S Pfg.; Zwiebel-, das Doppelliter 20M' Pfg.; Welschkom, das Doppâer 2224 Pfg.,; Radieschen, daS Bündel 23 Pfg.; Kastanien, das C» kg 13^20 Pfg.; Weizenmehl, 1. Sorte 20 Pfg., 2. Sorte 18 Pfg., 3. Sorte 16 Pfg., 4. Sorts 14 Pfg. 1/8 kg.: Stroh (neues- 22,30 Mk. und Heu (ueues) 2-M-3.30 Mk. 50 kg-; Buchen­holz, der Meter 9,50 Mk.

Für die LeberschwtMllcll.

Für die durch das HschwMer GeichâdiAten sind wüter eingegMgev:

Von Ungenannt 20 Mk.

Weitere Gaben zur WLterbrförderunz nimmt gerne ent­gegen

Die NsDaktrsn des-âtt. Anz.".

geweblichenDu" und ließ ihnen bei den Uebungen und Spielen eine fast schrankenlose Freiheit. Aber bieëDu" verstanden die jungen Leute falsch, rmd sie erlaubten sich Ueb^rgriffe gegen den Lehrer. Und während die lockere Zucht es Maßmann unmöglich mochte, die Massen zu leiten, artete die Freiheit bei bera Kampfspielen zuwellen in arge Rohheit au&. Kurz mit Maßmann ging auch in biefem wichtigen Zeitpunkte das Prinzips das alte, unverfälschte Jahn'sche Prinzip, an denn er treu festhielt, durch und verhinderte ihn zu sehen, daß anders die Zeit und die Bkenschm damals waren, als in seiner Jugend. So wurde es unvermeidlich, daß er nach einigen Jahren von der Leitung des Lltrnunter- richts zurücktreten mußte. Fortab widmete er sich ganz der germanistischen Wissenschaft und trieb daneben mit Eifer die Handfertigkeiten Drechseln, Holzschneiden, Papparbsiteu u. f. w., die seine besondere Liebhaberei bildeten. Er. er­lebte ein hohes Alter: erst am 3. August 1874 ereilte ihn der Tod, als er bei einem Sohne zu Muskan in der Lausitz weilte.

Gewiß ist es kein voll harmonisches Leben, das wir hier verfolgt haben. Sonderbarkeiten und Schwäche hafteten ihm an, die sich zum Unglück gerade in wichtigen Momenten wiederholt geltend machten. Aber seien wir uns klar:eben in einem solchen Lebenslaufe spiegelt sich ein gutes Stück der inneren Geschichte unseres Volkes im 19. Jahrhundert. In der Epoche der Freiheitskriege ein kräftiger Anlauf, ein starker Drang zum Vollmenschenthum und zur fre en Eigen­art. Aber der gährende Most vermag nicht zu einem reinen Wein zu reifen: zu unglücklich und eng sind unsere vater­ländischen Verhältnisse gewesen. Bei bestem Wollen und treuestem Charakter bleibt ein trüber Bodensatz, etwas Unaus- gegohrenes; die freie Eigenart streift an die Wunderlichkeit. Unverloren aber bleibe der Nachwelt auch hier das Echte in all diesen Bestrebungen, und so benft heute auch des Werkes von Hans Ferdinand Maßmann die Wissenschaft, die Turn­kunst und jeder Freund unserer Muttersprache mit ehrlicher Dankbarkeit.