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Amtliches Organ für Hiaöi- unö Lanökreis Hanau.

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Nr. 186.

Amtliches.

Dicnstnnchrichtcn aus dem Kreise

Mittwoch den 11. August

Solche Betrachtungen sind bei dem heutigen Stand unserer Flotte so naheliegend, daß sie nicht erst näher erörtert zu werden brauchen. Der Ausbau der chilenischen Flotte läßt aber zwei Seiten der Marinefrage besonders scharf hervor­treten : wie sehr Chile mit seiner Flotte allen andern Staaten Kautschuckstempel mit Futteral. Ein Knabenstrohhut. Südamerikas überlegen ist, und wie seine Bündnißfähigkeit Zugelaufen: Ein gelber Wolfshund, m. Geschl. dadurch wächst. Brasilien wird schon übermüthig, weil es mit Ein weißer Foxterrier mit schwarzen Abzeichen, w. Geschl. dem seestarken Chile sich in bester Freundschaft befindet. Die

Gesunden: Eine Herrn-Photogrophie. Eine halb­

seidene blaue lange Schleife mit weißen Blümchen. Ein

Zugelaufen:

Entlausen: Ein weißer Foxterrier mit schwarzen

Abzeichen.

Hanau den 11. August 1897.

^MaöUxrcw ^janau. Belamtmachungeu des Oberbürgermeisteramtes. Der Hevetermin der Steuern und des Schulgeldes pro II. Vierteljahr 1897 98 findet vom 2. bis 14. August d. Js. statt

siehe Steuerzettel

nach Ablauf

Nutzanwendung ergibt sich von selbst.

Tagesschau.

Von der Marine. Laut telegraphischer Meldung an das Ober-Kommando der Marine ist S. M. S.Seeadler", Kommandant Korvetten-Kapilän Kindt, am 8. August aus den SeyÄ'llen onzekommen.

Fürst Bismarck hat zum Großherzog von Sachsen- Weimar bei dessen neulichem Besuch in Friedrichsruh wört­lich folgende Aeußerung gethan:Eure Königliche Hoheit dürfen überzeugt sein, daß ich bis zum letzten Tage des

dieses Termins wird mit Mahnung und Lebens mit meinem Rathe zur Verfügung stehe, wenn er Zwangsvollstreckung begonnen werden. i-âg, ob« durch u- V-chaltniss- bedingt wird, als g-- «nicrfâ kwnellerer Slbtertiauna bei W««er Diener des KaistrS und der mit ihm verbündeten

Zweas ,cyneuerer r>v, erregn ng «<,»» als Neuer Sohn des deutschen Vaterlandes, als

Zahlungen wird ersucht, das Geld abge- ftetcr grcuI1b unseres B-lk-s !"

1897.

«M«»**^^'1111 .........

den Erlaß eines Reichsgesetzes anzustreben. Das Gesetz hätte nach ihrem Wunsche folgende Punkte zu berücksichtigen: 1. Anzeigepflicht sämmtlicher Fabriken für Herstellung hand­bereiter Heilmittel, 2. Duldung staatlicher Kontrole, 3. Ver­pflichtung zur Abänderung im Betriebe auf Anordnung höherer Verwaltungsbehörden, 4. Markenzwang für alle Produkte derartiger Institute, 5. Verantwortlichkeit für rich­tige Signatur ihrer Produkte, 6. Etikettenzwang der Aerzte, Apotheker und Droguisten für alle im Auslande bezogenen handfertigen Heilmittel, endlich 7. Strafbestimmungen.

Die Orientwirren. Das interessanteste Tagesereig- niß aus dem Orient ist wohl zur Stunde das plötzliche Auftauchen des Fürsten Ferdinand von Bulgarien in Kon­stantinopel, das in dessen bekannten bisherigen Reifeplänen nicht vorgesehen war. Es wird mit Ferdinands Absicht, sich zu seinem zehnjährigen Dienstjubiläum am 14. August die Erhöhung Bulgariens zum Königreich und womöglich die Unabhängigkeitserklärung herauszuschlagen, in Verbindung gebracht. Dieser Wunsch soll, namentlich auch von der für ihn besonders maßgebenden russischen Seite, keine Förderung finden. In Bukarest hat man ihn wohl darauf verwiesen, daß er sich vor Allem an seinen Oberlehnsherrn in Konstan­tinopel zu wenden habe, woraus sich die plötzliche Reise dort-

zählt zur Kasse zu bringen. Hanau ben 30. Juli 1897.

Stäbtische Steuerkasse Markt Nr. 16,

10781

Zimmer Nr. 56 zu ebener Erbe.

hin erklären würde. Ein Telegramm des Wiener Korre­spondenz Bureaus meldet unterm 10. d. Mts. aus Konstan­tinopel: Der Besuch des bulgarischen Fürstenpaares ist auf u i vuii eine Einladung des Sultans gelegentlich der Anwesenheit

Tagebl." ausallerzuverlässigster Quelle" die Nachricht, daß ^eS Fürsten Ferdinand in der türkischen Hauptstadt zurückzu- a - führen. Der Besuch war bereits für dieses Frühjahr ge­

plant, mußte jedoch infolge des Ausbruchs des griechisch- rürkischen Krieges verschoben werden. Bei dem Empfange des Fürsten im Dildiz-Palast küßte sowohl der Fürst als

3«m Programm des Herrn von Podbielski.

Im Anschluß an d e Notiz über die Unterredung eines Be­

richterstatters mit Herrn von Podbielski erhält dasBerl.

die ganzeUnterredung" nur auf eine Anfrage des Bericht­erstatters betreffend den Telephonverkehr bi r Berliner Presse namentlich inwieweit dieser Verkehr während der Mit­tagsstunden erleichtert werten könnte zurückzuführen sei.

Unsere Flotte

In allen Welttheilen treten Ereignisse ein, welche deutlich Hingegen ist das Blatt selbst in der Lage, auf einige Neuer- zeiaen, daß die deutsche Marine nach keiner Richtung den ungen hinzuweisen, die unter den erhofften Reformen m bescheidensten Anforderungen entspricht, welche die Interessen wrbeifter Reihe stehen dürsten. Aus dem, was darüber des des deutschen Volkes nach außen und die einfachsten Bedürf- Längeren ausgefuhrt wird, ist hervorzuheben, daß die Richt- nisse des Reichls stellen. Aus bestimmten Vorgängen er- schnür der neuen Postverwaltur^g prinzipiell dahin gehen soll, sieht man, daß nicht nur in den europäischen Großstaaten die vor Allem das Publikum selbst zur Beschleunigung und Er- Nothweudiakeit des Ausbaues einer angemessen starken Marine leichterung des Verkehrs beranzuziehcn. Dabei würde die ru Kriegs- und Friedinszwecken ins Volksbewußtsein einge- j Verwaltung nach amerikanischem Muster verfahren. So solle drungen ist, sondern auch die kleinen außereuropäischen Länder z. B. für das Publ.kum in den Schalterräumen eine Waage anfangen, ihre Kriegsflotten zu vergrößern. Im April -r- zur Benutzung aufgestellt

schien ein aus durchweg neuen Schiffen bestehendes chilenisches Zweifel bezüglich des Briefgewichls selber erledigen kann. Geschwader vor Rio de Janeiro und fand beim brasi.ianischen Telegramme bis zu 10 Worten sollen m Zukunft einfach Volke eine zu begeisterte? Kundgebungen führende Aufnahme, mit Fünfzigpienniz-Marken beklebt werden. Die Einführung Das Geschwader bestand aus folgenden Schiffen: Panzer-! von Kartenbriefen werde bei der neuen Verwaltung auf kceuzer 1. KlasseEèmeralda", KreuzerM'nistto Zenteno", f kemen Widerstand stoßen Die Dl?phongebuhr solleauf TerpedokreuzerAlmirante Simpson" und den vier Torpedo- ^"'"^"'l ....... ^°'"^......

boot-ZerstörernTeniente Zerrano",Muner Gamero", Guarda marina Riqaehue" undKaptain Orella". Die Bemannung belief sich aus 1050 Köpfe. Sämmtliche sieben Schiffe sind erst im Jahre 1896 vom Stapel gelaufen, also modernster Konstruktion und mit den neuesten und vollkom-

die MögliLkeit einer Herabsetzung eingehend geprüft werden". Dagegen scheint eine Erhöhung der Telegraphengebühr in Aussicht zu stehen. Dieser gebe in seiner jetzigen Gestalt

keine Überschüsse; es sei eine Thatsache, daß unter den 50 Mill onen Deutschen nur etwa 1012 Millionen von dem Telegraphendraht Gebrauch machen.

Ueber den Amtsstil. Im Amtsblatte des Reichs­postamts hat der Staatssekretär v. Podbielski eine aner- kenmnswerthe Verfügung über den Amtsstil erlassen, der wir folgendes entnehmen: Die Schreibweise der Beamten soll knapp und klar sein, ihrer Stellung zu einander und zum Publikum auch in der Form entsprechen und sich der allge­mein üblichen Sprache des Verkehrs anschließen. Entbehr­liche Fremdwörter, veraltete Kanzleiausdrücke (Curialien) sind zu vermeiden. Um der Verkehrssitte Rechnung zu tragen, werden die hergebrachten Höflichkeitsausdrücke (Curialren) einstweilen noch nicht ganz entbehrt werden können, doch sind sie aus ein möglichst knappes Maß zu beschränken. Häuf­ungen und Steigerungen, wie z. B.beehre ich mich er- gebenst, sehr geneigtest, ganz ergebenst", Kanzleibildungen, wieHochdieselben, Deroseits, Hochderoseitâ", sind zu ver­meiden; desgleichen die häufigen AnredenEw. Hochwohl­geboren, Hochgeboren, Exzellenz u. s. w.", die im übrigen durch die einfachen Fürwörter zu ersetzen sind. Die Anrede Ew. Wohlgeboren" ist überhaupt nicht mehr anzuwenden. Im Verkehr zwischen gleichgestellten Post- und Telegraphen- behörden sind Höflichkeitswendungen wegzulassen. Ebenso find in Berichten an vorgesetzte Behörden Wörter, welche das Nachgeordnete Verhältniß andeuten, wiegehorsamst, ehr­erbietigst," ferner nicht anzuwenden. Wird hiernach die Amtssprache von entbehrlichem Beiwerk befreit,, so ist um so mehr darauf zu halten, daß sie es an der gebührenden Höf­lichkeit und Rücksicht nicht fehlen läßt und jede Schroffheit

mensten Waffen ausgerüstet.

Die nach vielen Tausenden zählenden Deutschen m Brasi­lien werden mit Beschämung und Neid einen Vergleich mit den zuletzt dort erschienenen deutschen Kriegsschiffen gezogen haben. Es waren dies die drei ganz veralteten Kreuzer­korvettenAlexandrine",2li cona" undMarie", Schiffe, deren Gefechtswerth mit dem erwähnten chilenischen Geschwader verglichen, sich fast aus Null keläuft. Diese Schiffe mußten 1894 dte brasilianische Küste verlassen, weil sie aus dem ost­asiatischen Kriegsschauplätze noch nothwendiger waren * und der Marine-Verwaltung andere Schiffe nicht zur Verfügung standen, wern man nicht die heimischen Kräfte in übermäßiger Weise schwächen wollte. Seitdem haben die Deutschen in Brasilien unsere Kriegsflagge nicht mehr gesehen.

Die Brasilianer fühlen sich in Freundschaft mit der ersten südamerikanischen Seemacht stark genug, selbst gegen europäische Mächte Front zu machen. Eine einflußreiche Zeitung inRro de Janeiro gab diesem Gedanken kürzlich in folgender Weise Ausdruck: Brasilien habe lange genug unter dem Einflüsse und der Bevormundung Europas gestanden; es sei jetzt Zeit, daß es sich ausschließlich als südamerikanische Macht fühlen lerne. Bei dem leicht erregbaren Charakler der Südamerikaner müßten politische Verwicklungen Deutschlands mit den dortigen Staaten in den Bereich der Möglichkeit gezogen werden, zu­mal bei den vielseitigen Beziehungen des deutschen Handels und der Industrie dorthin. Dann könnte Deutschland in handelspolitischer Beziehung schwer geschädigt, viele Deutsche SÄÄ» ÄÄÄÄ D"Ä^fS ÄÄÄ ÄÄb* ^' °"âE°"'â WS L b^

Heilmittelfabrikation. Um eine strenge Beaussich-

auch sein Gefolge dem Sultan die Hand.

Politische und unpolitische Nachrichten.

(Depeschen-Bur eauHerold.")

Berlin, 10. August. DerReichsanzeiger" veröffent­licht die Ernennung des bisherigen Botschafters Freiherrn von Thielmann zum Staatssekretär des Reichsschatzamts unter Verleihung des Charakters als wirklicher Geheimer Rath.

Berlin, 10. August. Der engere Ausschuß des Komitees für die Ueberschwemmten hat heute beschlossen, 30 000 Mark dem Komitee für Württemberg, 30 000 Mark der sächsischen Gesandtschaft hierselbst für die Ueberschwemmten im Königreich Sachsen, 30 000 Mark dem Oberpräsidenten von Schlesien für die schlesischen Ueberschwemmten und 5000 Mark für die Lausitz für Guben und Forst sofort zu überweisen.

Oldenburg, 10. August. Heute am Geburtstage der Erbgroßherzogin wurde ein Thronfolger geboren.

Wien, 10. August. Die hiesige spanische Gesandtschaft erklärte die kürzlich von derTimes" gebrachte Meldung über allerhand Grausamkeiten, welche die in den Kerkern Spaniens befindlichen Anarchisten zu erleiden hätten, für vollständig unwahr.

Budapest, 10. August. Die Regierung beabsichtigt, die Börsensteuer-Vorlage noch im Laufe dieses Jahres dem Abgeordnetenhause vorzulegen.

Rom, 10. August. Vorgestern wurde hrer der Schneidermeister Moroni verhaftet, da bei einigen Anar­chisten in Ancona beschlagnahmte Briefe ihn der Betheili­gung an der Verschwörung Acciarito's verdächtig erscheinen lassen.

Brüssel, 10. August. DerSoir" erhält eine Korre­spondenz aus London, wonach bezüglich der Ermordung Ca­novas mehrere englische Anarchisten erklärten, der angebliche Mörder Golli sei wahrscheinlich der italienische Advokat Gorr, der sich in den letzten Jahren in Frankreich und England aufgehalten hat und bereits früher verdächtigt wurde, Caserro zu dem Attentat auf Carnot angehalten zu habem.

Brüssel, 10. August. In der gestrigen Sitzung der internationalen Schiedskonferenz wurde eine Resolution des englischen Delegirten Cremoe angenommen, wodurch der Prä­sident Mac Kinley ersucht wird, den amerikanischen Kongreß zur Annahme des englisch-amerikanischen Schiedsgerichts-Ver-

'Madrid, ^ August. Die Identität des Mörders Canovas ist noch nicht endgültig festgestellt. In jeder Stadt trat Golli unter einem anderen Namen aus. Nunmehr ver­weigert der Mörder jede weitere Auskunft. Die Polizei trifft umfassende Sicherheitsmaßregeln für die königliche Familie. In San Sebastian wurden mehrere Verhaftungen vorge-

Konstantinopel, 10. August. . Der neueste Einfall von mehreren tausend Armeniern in türkisches Gebiet ist ein