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Amtliches Organ für SiaSt- unö Lanö Kreis Hanau.
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Nr. 85.
Samstag den 10. April
1897.
ne
Amtliches.
Stadtkreis ^anau.
Nachstehendes Ausschreiben wird hiermit veröffentlicht. Hanau am 7. April 1897.
Königliche Polizeidirektion.
P. 3409 I. A.: Herrfahrdt, Reg.-Assessor.
Ausschreiben.
Der am 5. August 1878 zu Homburg v. d. H. geborene Kaufmann Heinrich Lanz wird seit gestern Vormittag, wo er sich bis gegen 10 Uhr in Oberursel aufgehalten und dort ein Brief zur Post gegeben hat, vermißt.
Derselbe ist von schlanker Gestalt, zirka 1,70 Mir. groß, hat blondes Haar, Anflug von blondem Schnurrbart, längliches, etwas blasses Gesicht, gesunde Zähne, und war bekleidet mit schwarzem, oben eingedrücktem Schützenhütchen, kaffeebraunem langem Ueberzieher und dunklem Anzug. Seine Wäschestücke sind sämmtlich „H L" gezeichnet.
Um eingehende Recherchen über den Verbleib des Vermißten, der event, im Walde umherirren dürfte, und sofortige telegraphische Nachricht hierher wird ersucht.
Homburg v. d. H. den 6. April 1897.
Polizeiverwaltung.
Wegen Neulegung von Gasleitungen ist der sog. Mühl- thorweg (vom Mühlthor an und längs der Landkrankenhaus- Neubauten) für den Fuhrwerksverkehr bis aus Weiteres gesperrt.
Hanau am 9. April 1897.
Königliche Polizeidirektion.
P. 3477 I. A.: Herrfahrdt, Reg.-Assessor.
^arvökreis ^anau.
Bekanntmachungen des Königlichen Landrathsumtes.
Die Herren Minister des Innern und der Justiz haben im Einverständnisse mit dem Reichsamt des Innern und
dem Neichèjustizamt durch Erlaß vom 5. März d. Js. —
M. d. J. I A 2057 . , . .
■ Z. M. I 1052---Wettet, bau
1. die Vorschrift des § 82 des Personenstandsgesetzes vom
6. Februar 1875 auf den Formularen zu Bescheinigungen über das angeordnete Aufgebot (§ 13 der Ausführungsverordnung des Bundesraths vom 22. Juni 1875), über die Eheschließung (§ 54 des Gesetzes) und zum Zwecke der Taufe (Gebührentarif, Ziffer I) durch Abdruck ihres Wortlautes am Fußende der Formulare in
Erinnerung zu bringen ist,
2. die Standesbeamten bei Aufnahme der Verhandlungen über Aufgebote, Eheschließungen und Geburten die Be
Kleines Feuilleton.
Ein „Selfmademan“, der in Deutschland so leicht nicht seines Gleichen haben dürfte, ist dieser Tage zu Hagenau (Elsaß) in der Person des Rechtsanwalts Albert gestorben. Die „Straßb. Post" schreibt über ihn: „Herr Albert hatte nach bestandenem Abiturienten-Examen eine Zeit lang die Rechte studirt, sich dann aber dem Subalternbeamten- dienste gewidmet, in welchem er es bis zum Eisenbahn-Sekretär brachre. Dann nahm er seine Studien wieder auf, brachte sie zum Abschluß, bestand die Prüfung zum Referendar und legte schließlich die große Staatsprüfung ab — das alles, während er fortgesetzt seine Stellung als Eisenbahn- Sekretär zur Zufriedenheit seiner Vorgesetzten ausfüllte. Hernach ließ er sich in Hagenau als Rechtsanwalt nieder und wußte sich auch dort allgemeine Werthschätzung zu verschaffen."
Ein sinniger Todtenbrauch herrscht unter den Sinike-Jndianern. Ist bei ihnen ein junges Mädchen gestorben, so wird ein junger Vogel so lange eingesperrt, bis er zu singen anfängt. Dann wird er von der Familie oder von dem trauernden Liebhaber der Verstorbenen mit Küssen und Liebkosungen überhäuft und am Grabe der Todten frei- gelassen. Man glaubt, daß er dann geradewegs ins Geisterreich fliege, um den Abgeschiedenen die Liebkosungen und Grüße ihrer Hinterbliebenen zu bringen. Ost zeugen dreißig und mehr Vögel, die zu gleicher Zeit auf einem Grabe freigelassen werden, davon, mit welcher Treue viele Ueberlebende der Gestorbenen gedenken.
Mittel gegen Maul und Klauenseuche? Aus Schwiebus erfährt die ,,Eentral-Fleischer-Zeiturg": In Schmarse, einem Dorfe, welches «^wa 15 Kilometer von hier liegt, war in den Dominialställcn die Maul- und Klauen
Die heutige Nummer umfaßt außer
theiligten auf ihre kirchlichen Verpflichlungen hinzuweisen haben.
Die Herren Standesbeamten setze ich zur Nachachtung von Vorstehendem in Kenntniß.
Hanau am 5. April 1897.
Der Königliche Landrath
A. 1099 v. Schenck.
Nimstnaikriiiitm aus dem Kreise.
Gefunden: Eine kleine Hemmschraube; Empfangnahme beim Herrn Bürgermeister zu Niederdorfelden. Ein Porzellanschildchen mit der Aufschrift „Schlömer".
Hanau am 10. April 1897.
Stadtkreis ^anau.
Bekanntmachungen des Oberbürgermeisteramtes.
Bekanntmachung.
Die zum Ausbau der Lamboystraße erforderlichen Steine, wie Rand-, Pflaster- und Chausseesteine, sollen zur Anlieferung vergeben werden.
Besondere Bedingungen, sowie Massenverzeichniß liegen auf dem Stadtbauamt II (Stadtschloß) in den Vormittagsstunden von 10 bis 12^2 Uhr zur Einsicht offen, woselbst auch Angebotsformulare kostenlos erhältlich sind.
Unternehmungslustige werden eingeladen ihre Angebote bis zum 20 ds. Mts., morgens 11 Uhr, bei obengenannter Dienststelle, mit entsprechender Ausschrift versehen, versiegelt abzugeben. Zu genannter Stunde erfolgt die Eröffnung der Angebote in Gegenwart etwa erschienener Bieter.
Hanau am 7. April 1897.
Der Oberbürgermeister
Dr. Gebeschus. 5342
Das Stadttheater soll an das Straßensiel angeschlossen und die Arbeiten im Submissionsweg vergeben werden.
Plan, Arbeitsauszug und Bedingungen liegen von heute an im Stadtbauamt I, Zimmer Nr. 23 (Rathhaus), für Bewerber zur Einsicht aus und ist der Arbeitsauszug gegen 0,50 Mk. Kopialien daselbst erhältlich.
Angebote mit der Aufschrift „Entwässerung Paradeplatz 16" sind längstens bis zum Eröffnungstermin Samstag den 17. April d. I., vormittags 11 Uhr, im Zimmer Nr. 24 einzureichen.
Etwa erschienene Bieter können der Eröffnung beiwohnen. Hanau am 9. April 1897.
Der Oberbürgermeister
Dr. Gebeschus. 5353
seuche eingetreten. Da eine Absperrung des von der Seuche noch nicht befallenen Rindviehs von dem kranken nicht möglich, glaubte man, daß alle Thiere von drm Uebel heimgesucht werden würden. Dies trat aber nicht ein, nachdem man den gesunden einen Trank von einer Erika-Abkochung eingegeben hatte. Auch als man Maul und Nase gesunder Thiere mit dem Schleim einer kranken infizirte, wurden erstere nicht krank. Man glaubt nun, in dieser besonderen Erika-Abkochung ein Mittel gegen Maul- und Klauenseuche von unfehlbarer Wirksamkeit gefunden zu haben und hofft, der Landwirthschaft und Viehzucht einen großen Nutzen dadurch verschaffen zu können.
Ersatz des Hundes durch den Esel als Zugthier bezweckt eine vom Berliner Thierschutzverrin eingeleitete Bewegung. In einer Versammlung des Vereins legte der zum Referenten bestellte Gymnasiallehrer Neunzig klar: Ein Ver bot, Hunde zum Ziehen zu benutzen, bestehe in Deutschland nur in Stuttgart, sonst noch in England. In Amerika ist eine derartige Verwendung des Hundes nicht üblich. Der Esel hingegen sei vorzüglich zum Fortbewegen von Gefährten geeignet. Es lasse sich ja nicht leugnen, daß der Esel etwas theurer komme als der Hund, aber er sei auch ganz erheblich leistungsfähiger. In London halten sich blutarme Leute Esel. Ueberhaupt muß man sich wundern, wie viel vierfüßige Esel in London herumlaufen. (Der Redner brauchte der Genauigkeit wegen immer den Ausdruck „vierfüßige" Esel.) Freund Langohr bewährt sich glänzend. Da wäre es auch für uns richtig, wenn man der Quälerei der Hunde durch Vorspannen ein Ende machte und die Eselwirthschaft einführte. Es wird sich empfehlen, statt englische Esel bei uns einzuführen, bei uns Zuchtversuche anzustellen, damit sich die Thiere besser unseren klimatischen und sonstigen Verhältnissen anpassen. Der Thierschutzverein will anfangen und den Leuten zeigen, wie die Esel viel geeigneter sind zum
dem Uuterhaltuugsdlatt 14 Seiten.
Die Militärpflichtigen hiesiger Stadt werden hierdurch aufgefordert, ihre Loo sungsscheine binnen 8 Tagen auf dem hiesigen Meldeamte vor dem Kanalthor 1 in den Bureauftunden: vormittags von 10—l^/s und nachmittags von 3—5 Uhr abzuholen.
Hanau am 7. April 1897.
Der Oberbürgermeister
Dr. Gebeschus. 5189
StiM gewerbl. Fortbildungsschule.
Ausstellung von Schülcrarbeitcn.
Die Ausstellung der im Jahre 1896/97 angefertigten Schülerarbeiten wird Palmsonntag den 11. ds. Mts., vormittags 11 Uhr, eröffnet und dauert bis Montag den 19. April, täglich von 10 bis 4 Uhr.
Die Lehrherren, Eltern und Angehörigen der Schüler, sowie sonstige Interessenten ladet hiermit zum Besuche der Ausstellung ergebenst ein
der Dirigent Thormählen. 5258 Hanau, April 1897.
Bekanntmachung.
Städtische Kleinkinderschule.
Anträge um Aufnahme von Kindern sind bei der ersten Lehrerin Dräulein Heller Montag, Dienstag und Mittwoch jeder Woche zu stellen.
Hanau am 26. März 1897.
Der Oberbürgermeister
Dr. Gebeschus. 4871
Zu den Koufirmationsfeiern.
Die bedeutungsvollen Feiern, die in den Wochen der Passionszeit in unseren Kirchen sich vollziehen, verdienen wohl, daß wir auch an dieser Stelle ihnen unsere Aufmerksamkeit zuwenden. Für die christlichen Gemeinden wie für die Christenhäuser sind die Konfirmationsfeiern gleich erhebend und gleich wichtig. Mit Freude und Dank gegen den Herrn, der seiner Kirche immer aufs neue Geist und Leben schenkt, nimmt die christliche Gemeinde die Schaaren der Heranwachsenden Jugend in ihrer Mitte auf, die in Gottes Wort unterwiesen und mit dem kostbarsten geistigen Besitz versehen, den ein Geschlecht der Christenheit dem andern überliefert,
Ziehen als der Hund. Der Verein wird demnächst etliche Esel besorgen und ein Reklame-Eselfuhrwerk einrichten, das durch die Straßen von Berlin fahren soll. Die Besprechung war zusttmmeud. Sie hatte theilweise einen starken Stich ins Spaßhafte. Ein älteres Fräulein trat z. B. in warmherzigster Weise für die Berliner Katzenfchaft ein, unter der jetzt sehr schlimme Zustände herrschen sollen. Einen herz- zerreißerder Anblick hätte einmal eine Katze geboten, die halb verhungert war. In den Häusern werden jetzt meist eiserne Müllkästen verwendet, die gut verschlossen sind, so daß die armen Thierchen nichts mehr daraus fressen können. Und Vogel sind auch keine Nahrung für sie; denn erstens ist es ihnen verboten, zweitens können sie meist gar keine erwischen. Das Fräulein wurde in ihrer Ansprache von dem Vorsitzenden mit dem sanften Hinweis darauf unterbrochen, daß sich ja die Versammlung augenblicklich nicht mit Katzen, sondern mit Eseln zu beschäftigen habe.
Albumblätter.
Schamhafte Demuth ist des Reizes Krone, Denn ein Verborgenes ist sich das Schöne, Und es erschrickt vor seiner eig'nen Macht.
Schiller.
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Wer sich nicht zu viel dünkt, ist viel mehr als er denkt.
Goethe.
Wer unruhvollen, hellen Geist hak, scharfen Blick
Und auch viel Glück,
Entdeckt;
Doch wer um Mitternacht, vom Genius geweckt, Urkraft, Verhalt und Schönheit tief ergründet,
Der nur e r f i n d e t. K l o p st o ck.