W-MMÄ--
Prris:
JKHrÜch 9 X Ocfl+4^ 504 W-Ehr8ch I X® 4.
Mr eetoärirge Mhiwicwtm mit Dem fatagenbat Poftaufschlag. Die «iszelvi Mmmer 10 4.
HanauerAmeiaer.
Zugleich
Amtliches ^vgcm für KtcröL- und Lcmökveis Kcmau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonu- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Jvsertiors- Prcis:
Die lipaluge ®armoisb;eiie oder deren Raum 10 ä, die l‘/*jp. Zeile 15 4, die 2fpalL Zeile 20 4, die Zspalr. Zeile 30 4, imReklameuchril die Ifiwlt. Zeile 20 4 netto.
Kr 144.
Dienstag den 2,3. 4uni
1896.
DieOnachrichlen aus dem Kreise.
Zugeflogen: Ein Kanarienvogel. Ein Kanarienvogel, dunkel gescheckt.
Gefunden: Ein vergoldetes 2-Pf.-Stück. Ein goldner Ring. Baares Geld. Ein gelber Ring mit Stein. Eine Sturmlaterne. Ein Veloziped Nummer 1745.
Entlaufen: Ein schwarzer Hühnerhund m. Geschl.
Hanau am 23. Juni 1896.
Tagesschau.
Dem Hamburgischen Korrespondenten wird aus Berlin gemeldet: Die sensationellen Uebertreibungen, mit denen sich die kongostaatliche Presse neuerdings wieder bezüglich der deutschen Reklamationen wegen der Ausplünderung einer Araber-Karawane durch Truppen des Kongostaates gefällt, beginnen nachgerade, Aufsehen zu erregen. Es gewinnt den Anschein, als bemühe sich die Kongoregieruvg, auf diesem Wege bei den übrigen Unterzeichnern der Kongoakte die Meinung hervorzurufen, als stânden die Schritte des deutschen Gesandten mit der Kongoakte in Widerspruch und bedeuteten eine Bedrohung des Kongostaates. Die Meldung von einer deutschen Protestnote ist im vorliegenden Falle um so grund- loser, als die Kongoregierung die Beschwerde des deutschen Gesandten bereits als berechtigt anerkannt hat.
Der Delegirtentag der uationalliberalen Partei ist nunmehr endgiltig aus den 3. und 4. Oktober anberaumt. Er findet bekanntlich in Berlin statt.
Zwischen den Engländern und dem arabischen Bevölkerungselement Zanzibars ist es am Sonnabend zu einem bewaffneten Konflikt gekommen. Ein Reuter-Telegramm stellt die Sache so dar, daß Hilal Bin Omar, welcher wegen Umtriebe mit den Muskat-Rebellen zur Deportation verurtheilt worden war, sich der Wegführung aus seinem Hause widersetzte. Die Truppen des Sultans drangen alsdann mit Gewalt in das Haus ein; ihnen folgten der Bruder Hilals und andere Araber mit gezückten Schwertern, welche sich gegen General Raikes, den Befehlshaber der Truppen des Sultans, wandten. Der Ministerpräsident General Mathews schoß darauf aus seimm Revolver und verwundete 4 Personen aus dem Volkshaufen, der sich darauf zerstreute. Hilal wurde nach Aden an Bord des britischen Kriegsschiffes „Philomel" gebracht.
Die Transvaal-Regierung hat gegen die Johannesburger Verschwörer die weitgehendste Milde walten lassen, sie hat gegen England das größte Entgegenkommen bewiesen und dafür wenig Dank geerntet, ^zetzt verlangt sie endlich entschieden, daß auch Großbritannien seine Pstichl erfülle. Die Noten des Staatssekretärs von Transvaal, Dr. Leyds, an Chamberlain, worin die gerichtliche Verfolgung von Cecil Rhodes, Veit und Harris — den größten „Machern" der Chartered Company — gefordert wird, und die Aufforderung, die Reichsregierung möge die gesammte Militär- und Ziviloerwaltung der Südafrikanischen Gesellschaft übernehmen, haben in London wie eine Bombe gewirkt. Der gewohnte hochmuthlge und verletzende Ton gegen Transvaal wird wieder angeschlagen und die Verdächtigungen gegen Deutschland gehen damit Hand in Hand.
Arts Stadt, Provinz and Umgegend Hessischer Forstverein.
' Cassel, 22. Juni.
Aus allen Gauen unseres engeren Vaterlandes sind die Angehörigen des Forstfaches zur diesjährigen Versammlung des Hessischen Forstwesens noch hier geeilt. Nachdem am gestrigen Abend ,m „Evangelischen Vere,ns- haus" der Empfang der Theilnehmer stattgesunden, wurde am heutigen Morgen um 'M Uhr die Hauptversammlung durch den Präsidenten des Vereins, ^errn Oberforstmeister Schwarz-Cassel, eröffnet. Derselbe gab in der Bearüßungsansprache seiner Freude Ausdruck über den zahlreichen Besuch der Versammlung, alle Erschienenen Herzlech willkommen beißend. Weiter begrüßte der ^err Präsident die erschienenen Ehrengäste, wie ee. Exzellenz den J^nn Oberpräsidenten Magdeburg, Geh. Ober- Regierungs
rath v. Pawel und Bürgermeister Jochwus, betreiben für ihr Erscheinen den herzlichsten Dank des Vereins aussprechend.
Herr Ober- Regierungsratb v. Pawel ergriff hierauf das Wort in Abwesenheit des beurlaubten Regierungspräsidenten namens der hiesigen Bezirksregierung, um die Versammlung auf das herzlichste willkommen zu heißen und freundlichst zu begrüßen. Bei der Ausdehnung des Forstwesens im hiesigen Regierungsbezirk nehme die Verwaltung desselben bei hiesiger Regierung eine hervorragende Stelle ein, zähle man hier doch 12 Forstinspektionsbezirke mit 80 Oberförstereien. Er (Redner) freue sich daher besonders, daß zu der heutigen Versammlung so viele der Herren Forstmänner erschienen seien, die durch ihr Erscheinen ihr hohes Interesse an der Pflege der hessischen Wälder an den Tag legten. Herr Ober-Regie- rungsrath v. Pawel schloß mit dem Wunsche, daß der Hessische Forstverein auch in Zukunft blühen und gedeihen möge. Der Herr Vorsitzende dankte dem Herrn Regierungsvertreter für die herzlichen Begrüßungsmorte, welchen Dank die Versammlung durch Erheben von den Sitzen bethäligte.
Herr Bürgermeister Jochmus ergriff hiernach das Wort, um die Grüße der Stadt Cassel zu überbringen.
Hierauf widmete der Herr Vorsitzende den im abgelaufenen Geschäftsjahre verstorbenen Vereinsmitgliedern einen ehrenden Nachruf. Zum Andenken derselben erhoben sich die Anwesenden von den Sitzen. Zu dem geschäftlichen Theil übergehend, wurde zunächst die Neuwahl des Vereinsvorstandes vorgenommen. Gewählt wurden durch Zuruf als erster Präsident Herr Oberforstmeister Schwarz, als Vizepräsident Herr Oberforstmeister Hintz, als Schatzmeister Herr Regierungs- und Forstrath Söllig, sowie als Schriftführer die Herren Oberförster Sorge und Forstassessor Dörr. Die Gewählten nahmen die Wahl dankend an. Aus dem vom Schatzmeister Herrn Forstrath Söllig erstatteten Geschäftsbericht sei hervorgehoben, daß der Verein zur Zeit 200 Mitglieder zählt, die Einnahmen betrugen im abgelaufenen Geschäftsjahre 1699 M. 73 Pfg., die Ausgaben 1477 M. 80 Pfg., so daß ein Bestand von 221 M. 93 Pfg. verbleibt. Das Vereinsvermögen beträgt zur Zeit 960 M. 91 Pfg. Dem Schatzmeister wurde Entlastung ertheilt und ihm gleichzeitig der Dank für seine Mühewaltung ausgesprochen. Im Anschluß an diesen Bericht sprach Herr Oberforstmeister v. Bornstedt-Wiesbaden die Bitte aus, im nächsten Jahre wiederum mit dem Nassauischen Forstoerein gemeinsam zu tagen. Der Einladung soll entsprochen werden.
Der folgende Punkt der Tagesordnung betraf einen Portrag des Herrn Regierungs- und Forstraths Graf von der Schulenburg Cafsel über „die Anbaumethode der Fichte im Vereins gebiete". Der Herr Vortragende betonte Eingangs seines einstüudigen mit vielem Beifall begleiteten Vortrages die Nothwendigkeit von weiteren Fichtenanpflanzungen, da Deutschland noch viel zu wenig Fichtenholz erziehe, als es verbrauche, die Furcht vor einer Ueberproduktion sei daher hinfällig. Redner kam dann auf verschiedene Anbaumethoden, sowie die hier gemachten Beobachtungen zu sprechen und behandelte speziell dabei diejenigen Anbaumethoden, die für das Gebiet des Vereins in Betracht kommen. Redner besprach weiter die Vortheile, aber auch die Schwierigkeiten der verschiedenen Fichtenkulturen, insbesondere die Fichtenpflanzung von verschulten und unverschulten Pflanzen von älteren, 3- und 4jährigen, sowie von 2jährigen Pflanzen auf Schmal- und Schirmschlägen. Weiter erwähnte derselbe die Art und Weise der Kulturausführung, die verschiedenen Kulturarten, die Kosten und empfahl besonders die Vortheile und die Billigkeit der Hohlspatenpflanzung mit unverschulten Pflanzen ohne Ballen.
Der über diesen Punkt bestellte Mit-Berichterstatter Oberförster Dr. May-Rengshausen hatte ein ausführliches Referat ein gereimt. Von einer Verlesung desselben wurde Abstand genommen, dagegen beschlossen, beide Referate dem in Druck erscheinenden Verhandlungsbenchte beizufügen. In der Diskussion äußerten noch die Herren Forstmeister Dr. Mailin-Weil- burg, Regierungs- und Forstrath Brinkmann-Cassel und Regierungs- und Forstrath Söllig Cassel ihre Ansichten über den Fichtenanbau. Nach einer einstündigen Frühstückspause beschäftigte sich die Versammlung mit einem Antrag des Herrn Landforstmeister v. Baumbach zu Nentershausen, den Vorstand zu beauftragen, mit dem Vorstaude der Landwirlhschastskammer für den Regierungsbezirk Casfel in Unterhandlung zu treten zwecks Heraus-