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Erstes Blatt.

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Nummer 10 A

Amtliches Givgan für Stcröt- unö Landkreis Kancru.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

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Die lipaltige Gr.rn!oud;ei!e oder deren Reum 10 Ä, die l*/»ip. Zeile 15 die 2fpalL Zeile 20 ^, die 3spalt. Zeile 30 X imReklamentheil die Ispalt. Zeile 20 ^ netto.

Nr. 88.

Mittwoch den 15. April

1896.

Amtliches.

^arvöftr<no ^anau.

Bekanntmachungen des Königlichen Landrathsamtes.

Das Königs. Landrathsamt zu Gelnhausen hat mich um Veröffent­lichung der fo'gen^en, von ihm aus Anlaß des Auftretens der Maul- und Klauenseuche unter einem Rindviehbestand zu Neuses erlassenen Anordnung ersucht.

Hanau am 13. April 1896.

Der Königliche Landrath

V. 3307 v. Schenck.

Nachdem die Maul- und Klauenseuche unter dem Rindvieh des Land­wirths Karl Bachmann zu Neuses aiisgebrochen ist, werden folgende polizeiliche Sicherheitsmaßregeln angeordnet:

1) Die Abhaltung von Biehmârkten im Kreise,

2) das Verladen von Rindvieh, Schweinen und Schafen auf den Eisen­bahnstationen Gelnhausen und Meerholz ist verboten.

^ür die Orte der AmtsgLrichtsbezirke Gelnhausen und Meerholz:

3) Das Treiben von Rindvieh, Schweinen und Schafen außerhalb der Feldmarkgrenzen ist verboten. Denjenigen Landwirthen, welche Grundstücke in einer benachbarten Gemarkung haben, kann zum Zwecke der Bestellung derselben die Verwendung von Rindvieh von dem Bürgermeister gestattet werden.

4) Das Weggeben von Milch aus einem Geuchengehöst an Molkereien ist verboten.

In allen anderen Fällen darf Milch nur nach erfolgter Ab­kochung aus Seuchengehöften weggegeben werden.

5) Die Ausführung von Wiederkäuern und Schweinen aus dem Sperr­gebiet zum Zwecke sofortiger Abschlachtung darf nur gestattet werden, wenn die unmittelbar vorausgehende thierârztliche Untersuchung er­gibt, daß kein Tbier des betreffenden Transportes von der Maul- und Klauenseuche befallen ist. Mit dieser Maßgabe ist sie unter der Bedingung zu genehmigen, daß die Thiere zu Wagen oder auf Wegen transportirt werden müssen, die von Wiederkäuern oder Schweinen ans seuchefreien Gehöften nicht betreten werden,

nach benachbarten Orten;

nach in der Nähe befindlichen Eisenbahnstationen, behufs der Weiterbeförderung nach solchen Schlachtviehhöfen oder öffentlichen Schlachthäusern, welche unter geregelter veterinärpolizeilicher Aufsicht stehen, vorausgesetzt:

a) daß die Polizeibehörde des Schlachtortes sich mit der Zu­führung der Thiere vorher einverstanden erklärt hat;

b) daß die Thiere diesen Anstalten direkt mittelst der Eisenbahn oder doch von der Abladestation aus mittelst Wagen zugeführt werden. Durch vorgängige Vereinbarung mit der Eisenbahn- verwaltung oder durch unmittelbare polizeiliche Begleitung ist dafür Sorge zu tragen, daß eine Berührung mit anderen Wiederkäuern oder Schweinen auf dem Transporte nicht statt­finden kann.

Gelnhausen den 8. April 1896.

Der Königliche Landrath von Baumbach.

~ Dicnstmchrichtcn aus dem Kreise.

Vom Wasenmeister am 14. d. Mts. eingefangen : Ein schwarzer 'Dchmierpudel m. Geschl.

Gefunden: Eine Schlagfalle zum Vogelfängen. Ein Sparkassen­buch, auf den NamenFischer" ausgestellt. Ein weißes Konfirmanden­laschentuch.

Hanau am 15. April 1896.

KE Dis heutig NrrMMsr «mfatzè atttzer dem U«Lertzalt«KgshLaLt

^taOtHreis ^anau.

Bekanntmachungen des Oberbürgermeisteramtes. Bekanntmachung.

Am Samstag den 18. ds. Mis. kommen in der Kanalthor­mühle, um 3 Uhr beginnend am Mainkanal und an der Kinzigbiücke, mehrere Partien Stammholz re, zum öffentlichen Verkauf.

Verkaussbedingungen werden an Ort und Stelle bekannt gegeben.

Hanau am 14. April 1896.

Der Oberbürgermeister Dr. Geb eschus.

Handelskammer zu Hanau.

Am 26. d. Mts. wird die Handelskammer auf eine füvfttttd- zwanzigjährige Thätigkeit zurückblicken.

Zur Feier dieses Jubiläums wird am

Montag den 27. April 1896

1. Nachmittags 3 Vs Uhr im unteren Laale des Rathhauses hierselbst eine Plenarversammlung mit der Tagesordnung anberaumt werden:

Vortrag des Vorsitzenden über die industrielle Entwickelung Hanaus und die Thätigkeit der Handelskammer in den fünfund­zwanzig Jahren ihres Bestehens.

2. Nachmittags 4H, Uhr im Hotel zum Riesen hierselbst ein Festmahl (Gedeck zu 3 Mk.) stattfinden.

Die verehrlichen Handels- und Gewerbetreibenden in Stadt- und Landkreis Hanau beehren wir uns zur Theilnahme an diesen Veranstaltungen hiermit ergebenft einzuladen.

Eine Liste zur Einzeichnung für diejenigen Herren, welche an dem Festmahle theilzunehmen wünschen, liegt im Hotel zum Riesen auf.

Hanau den 14. April 1896.

Die Hanvelskammer. 5153

C a ntha l. F u e s.

Der deutsche Kaiser in Wien.

Es liegt etwas Symbolisches darin, daß der deutsche Kaiser unmittel­bar nach den Tagen von Venedig, nach der Zusammenkunft mit dem italienischen Herrscher in Wien weilt, um die enge Freundschaft, die ihn mit dem österreichischen Kaiserhause verknüpft, zu erneuern. Es liegt in dieser Thatsache der erneute Beweis dafür, daß Deutschland der Mittel­punkt des Dreibundes bildet, daß es das verbindende Glied zwischen der österreichisch-ungarischen Monarchie und Italien darstellt, denn nur die Freundschaft Deutschlands mit Oesterreich und Italien bildet die Brücke der Verständigung und der Freundschaft zwischen diesen beiden Staaten. Daß diese Brücke aber reckt fest gebaut ist, das beweisen von Neuem die Zusammenkünfte von Venedig und Wien, die darthun, daß der Dreibund sich auch durch traurige Zufälligkeiten, wie es der Tag von Akua war, nicht erfchüttern läßt. Und darin liegt nicht zum kleinsten Theile die hohe Bedeutung des Besuches des deutschen Kaisers in der alten Donaustadt.

Dieser Besuch gewinnt aber auch durck einen anderen Umstand ein erhöhtes Interesse, wir möchten fast sagen: einen pikanten Reiz. Er trifft nämlich zeitlich zufällig gerade mit dem Besuche des Fürsten Ferdinand von Bulgarien in St. Petersburg und der Anwesenheit des jugendlichen Herrschers von Serbien in Athen zusammen. Diese Besuche können in Wien wenig Freude erwecken. Die Anwesenheit des Fürsten Ferdinand in der Residenz an der Newa, die hohen Ehren, die ihm erwiesen werden und die weit über die Bedeuiuug hinausgehen, die der Machtsullung seines Landes zukommen wie weit sie über die Bedeutung hinausgehen, die seiner Persönlickkeit zukommen, läßt sich weder in Worten, noch in Zahlen ausdrücken all' das beweist, daß Rußland, das Jahre lang eine passive Zuschauerrolle gegenüber den Ereignissen in Bulgarien gespielt hat, nun­mehr gewillt ist, eine aktive Rolle in dem Balkanlande zu spielen; daß es aber diese Rolle nicht zur Freude Oesterreichs spielen wird, liegt auf der

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