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Die Upaltige Garmond^eil« oder deren R^n«

10 Ä, die 1'-»sp Zeit«

die 2fpa(t Zell« 20 4, die Zspalt. Seife 30

imReki amentheil die Ispalt Zeil« 20 <) netto.

Nr. 4.

Montag den 6. Januar

1896.

^and&rei# ^anau.

Bekanntmachungen des Königlichen Landrathsamtes.

Nach Mittheilung des Königlichen Landratbsamts Gelnhausen ist in Niedergründau die Rothlaufseuche ausgebrochen und demzufolge die Ge­höftssperre angeordnet.

Hanau am 2. Januar 1896.

Der Königliche Landrath

v. Schenck.

Nach Mittheilung des Kreisamts Friedberg ist in Okarben und Ilbenstadt die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen.

Hanau am 4. Januar 1896.

Der Königliche Landrath

v. Schenck.

Dienstiiachrichtcil aus dem Kreise. i

Verloren: Ein goldnes Armband. Ein Taschenmesser mit 2 ; Klingen.

Gefunden: Ein goldner Ring mit Stein. Ein Portemonnaie mit Geld. Ein grauer Herrenhandschuh (rechter).

Entflogen: Eine blau- und schwarzgescheckte Brieftaube, eine i schwarze s. g. Jndianertaube; dem Wiederbringer eine Belohnung.

Entlaufen: Ein schwarzer Pudel m. Geschl.

Zugelaufen: Eine junge schwarz und weiße Katze.

Hanau am 6. Januar 1896.

^taötUrei^ ^anau.

Bekanntmachungen des Oberbürgermeisteramtes. Bekanntmachung.

Bei dem eingetretenen Thauwetter mache ich wiederholt darauf auf­merksam, daß Eis und CchNL^im Stadtbezirk nur an folgenden Stellen abgelagert werden dürfen: ..........

1. am Main (auf dem städtischen Kiesausladeplatz),

2. in der Ausschachtung hinter dem großen Viadukt der Frankfurt- Bebraer Eisenbahn,

3. an dem Kinzig- und Fallbachufer jenseits der Fallbachbrücke.

Sofern das Abladen von Eis und Schnee an anderen Stellen und Wegen stattfindet, wird derselbe nach Maßgabe der Polizeiverordnung vom 6-/5. 1780, 4./7. 1804 und 7./1. 1839 mit 315 Mark bestraft.

Hanau am 30. Dezember 1895.

Der Oberbürgermeister

Dr. Gebeschus.

Ani Montag den 6. d. Mts., nachmittags von 5 Uhr ab, findet im oberen Sitzungssaale des Neustädter Rathhauses, Zimnier Nr. 9, öffentliche Sitzung des Gewcrbegcrichts statt, in welcher Partheien etwaige Streitigkeiten, Klagen 2c. zur Schlichtung anbringen können.

Hanau am 4. Januar 1896.

Der Vorsitzende des Gewerbegerichts Dr. Gebeschus.

Die gewerblichen und landwirthschaftlichen Arbeitgeber

»erden von der sozialdemokratischen und der christlich-sozialen Presse als ,Ausbeuter der Arbeiter" hingestellt, es wird ihnen Hartherzigkeit gegen oie Angistellten vorgeworfen und nur die eigene Bereicherung als Lebens­zweck zugeftandkn. Die beste Antwort auf solche Anschuldigungen gibt die jährlich erscheinende Nachweisung der Rechnungsergebnisse der Berufsge- ; nossenschaften. Die Arbeitgeber Deutschlands leisten ja an Fürsorge für ! die Arbeiterschaft weit mehr als in dieser Nachweisung zur Erscheinung kommt. Man braucht dabei nicht blos an Kranken- sowie Jnvaliditâts und Altersversicheirng zu denken, die private Ttâtigkcit auf diesem Gebiete ist eine weit größere, als n on im Allgemeinen auch nur ahnt. Jedoch

bie verutsgenossenichastlichkn ReLnungscr^ebnisse lassen auf Heller und Pfennig die Leistungen der Arbeitgeber für die Arbeilerfürsorge auf einem Felde erkennen und sind also hauptsächlich dadurch, daß an ihnen kein Deuteln und Rütteln möglich ist, als Beweismittel zu brauchen. Wie nun aus den letzten Ergebniffen ersichtlich ist, haben die Arbeitgeber allein für die Unfallversiche-ung ihrer Arbeiter im Jahre 1894 nicht weniger als 60 Millionen ausgegeben. Davon sind 40/s Millionen den Arbeitern und deren Angehörigen direkt zugeflossen, über 1312 Millionen haben den zur Sicherung der Auszahlung der Renten angelegten Reservefonds zuge­führt werden muffen, der Rest ist auf die Verwaltung entfallen. Also die direkte Unterstützung der Arbeiterschaft bei der Unfallversicherung seitens der Arbeitgeber hatte für 1894 bereits die Summe von 40 Millionen über­schritten. Sie ist für 1895 wiederum bedeutend gestiegen und wird noch Jahre lang weiter steigen, ehe das Beharrungsstadium erreicht ist. Und bei solcher Fürsorge sollen die Arbeitgeberhartherzig",Ausbeuter der Arbeiter" und nur für ihre eigene Tasche besorgt sein? Die Sozialdemo­kratie und der christliche Sozialismus sollten ähnliche Ergebnisse ihrer Thätigkeit aufzeigen! Dann wird man ihnen eine Berechtigung zum Mit­reden auf dem Gebiete der Arbeitersürforge zngestehen, früher nicht. Bis­her aber hat es die Sozialdemokratie nur verstanden, den Arbeitern recht beträchtliche Beträge aus der Tasche zu locken, um die Partei zu stärken und die Besoldungen für die Führer zu bestreiten. Während die Sozial­demokratie also den Arbeitern Millionen nimmt, geben die Arbeitgeber für ihre Angestellten und deren Familien Millionen hin. Und dazu kommt, daß nach der Arbeiterversicherungsaesetzgcbung den Arbeitern jetzt ein Recht auf die Rente nach Eintritt eines Unfalles zusteht. Gewiß haben die meisten Arbeitgeber auch schon vor Einführung des Unfallversicherungsge­setzes durch Abschlüsse von Verträgen mit Privatversicherungsgesellschaften ihre Arbeiter gegen die materielle, aus Unfällen entspringende Roth sicher gestellt. Diese Fürsorge hatte jedoch noch den Charakter von Almosen an sich. Heute steht dem Arbeiter bei seinem Ansprüche auf die Rente keine Einzelperson, sondern die Berufsgenossenschaft gegenüber. Von dieser for­dert und erhält er seine Rente. Er hat ein Recht darauf und dieses wird ihm bei Erfüllung der vorgeschriebenen Bedingungen gewährt. Man sollte meinen, daß solche Leistungen der Arbeitgeber dieselben endlich einmal vor den Verleumdungen der Sozialdemokratie und ähnlicher politischen Rich­tungen sicher stellen sollten. Die Arbeiter sind heute im Allgemeinen besser daran als der Mittelstand. Das ist ein weit verbreitetes Gefühl. Und wenn sie besser daran sind, so haben sie es der Opferfreudigkeit der Ar­beitgeber zu danken, welche die Lasten der Arbeiterversicherung übernommen haben, obschon dadurch der Wettbewerb mit dem Auslande auf dem Welt­märkte stark geschwächt ist.

Tagesschau.

Berlin, 4. Jan. Kaiser Wilhelm kam gegen 2 Uhr nach Berlin und begab sich in das Palais des Prinzen Alexander, verblieb dort einige Stunden am Krankenbett und wird im Schlosse übernachten. Die Aerzte befürchten das Schlimmste für den Prinzen Alexander.

Berlin, 4. Jan. Prinz Alexander von Preußen ist abends gegen 10^/4 Uhr gestorben. Der Kaiser und die Kaiserin weilten an dem Sterbelager. (Fr. N.)

Berlin, 4. Jan. Se. Maj. der Kaiser empfing heute Vormittag den Hauptmann v. Hanneken zum Berichte über das Verhalten der chine­sischen Flotte im chinesisch-japanischen Kriege.

Berlin, 4. Jan. DieNat.-Ztg." schreibt:Gerüchte, deren Be­gründung sich nicht feftfießen ließ, sprechen von einer Auseinandersetzung zwischen dem Kaiser und dem Primen Friedrich Leopold anläßlich des Un­falls, den die Prinzessin hatte, als sic ohne männliche Begleitung Schlitt­schuh lief und auf dem Eise einbrach. Die Angaben über Folgep, welche bie Auseinandersetzung für den Prinzen Friedrich Leopold gehabt haben soll, sind noch zu wenig verbürgt, als daß wir sie miedergeben sollten."

Berlin, 4. Jan. Wie verlautet, wird Prinz Heinrich von Preußen im Laufe dieses Monats dem König Humbert in Neapel einen Besuch ab­statten, allerdings im strengsten Inkognito.