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Nr. 27. Samstag den 1. Februar 1896.
Amtliches, ^anö&rcto c^anau.
Bekanntmachungen des Königlichen Landrathsamtes.
Unter dem Viehbestand der Milchkuranstalt Sachsenhausen ist die Maul- und Klauenseuche abgebrochen uno demzufolge die Gehöftssperre angeordnet.
Hanau am 30. Januar 1896.
Der Königliche Landrath
v. Schenck.
Dicnstnachrichten aus dem Kreise.
Gefunden: Eine gestreifte Schürze.
Entlaufen: Ein weiß und gelb gescheckter Bernhardinerhund m. Geschl.
Zugelaufen: Ein grauer großer Pinscherhund m. Geschl., mit Maulkorb und Halsband.
Hanau am 1. Februar 1896.
Depeschen-Bureau „Herold".
31. Januar, abends 9 Uhr:
Rom, 81. Januar. General Baratie: i konzentrirt seine ganze Streitmacht, bestehend aus 27000 Mann und 54 Geschützen, zwischen Debra-Tabor und Aduma: Der Feind kann seine Stellung in zwei Tage- mâischen erreichen.
Paris, 31. Januar. Die Direktionen der Werften dreier Kriegs Häfen haben durch Rundschreiben mitgetheilt, daß die im Budget für Arbeiten des laufenden Jah, es vorgesehenen Gelder ungenügend seien und daß, wenn keine außerordentlichen Kredite gewährt werden sollten, man innerhalb einiger Monate eine große Zahl von Ai beilern entlassen müßte. Das Rundschreiben hat unter den Arbeitern große Erregung hervorgerufen.
Sofia, 31. Januar. Das Ministerium hat bisher noch keine offizielle Nachricht über den Ausgaug der Romreise des Fürsten Ferdinand erhalten. Der Fürst begibt sich direkt nach hier. Nach seinem Eintreffen wird die endgültige Entscheidung fallen.
1. Februar, vormittags 10 Uhr:
Berlin, 1. Februar. Dem bisherigen Unterstaatssekretär im Reichs- amt des Innern, Dr. v. Rottenburg, ist unter Ernennung zum Wirkt. Geheimrath mit dem Titel Excellenz der nachgesuchte Abschied bewilligt. Zum Nachfolger dürste der Direktor im Reichsamt des Innern, Rothe, ausersehen sein.
Berlin, 1. Februar. Gestern Abend fand hier ein konservativer Parteitag statt, an dem sich etwa 400 Personen und mehrere Abgeordnete betheiligten. Nach Vo,trägen der Abgg. v. Puttkamer-Plamh undJacobs- kötter gelangte eine Resolution zur Annahme, worin erklärt wird, daß man ft ft zur deutsch-kcuservativen Fraktion des Reichs- und Landtags stehen werde. Eine Aussprache zwischen den Konservativen und Christlich-Sozialen hatte man allgemein erwartet, fand aber nicht statt.
Berlin, 1. Februar. Nach Beschluß des Magistratskollegiums soll am 9. Februar ein Städtetog nach Berlin berufen werden, um mit Vertretern einiger 60 größeren Städten Preußens gemeinsam eine Petition gegen das Leh: erbesoldungsgesetz an den Landtag zu berathen.
Rotterdam, l. Februar. Der Hamburger OstasrikaDampfer „Kanzler" saß 10 Stunden auf dcm Strand bei Kastricum fest und lief nachmittags 1 Uhr wohlbc halten im hiesigen Hafen ein.
Rom, 1. Februar. Menelik hielt einige italienische Offiziere als Geißeln zurück.
Rom, 1. Februar. In vatikanischen Kreisen wird das Gerücht von der bevorstehenden Abdankring des Fürsten Ferdinand von Bulgarien für unbegründet erklärt.
Rom, 1. Februar. Hier laufen Gerüchte über ein in Eritrea statt
gehabtes Gefecht mit glücklichem Ausgange um. i Hiermit ist die Tagesordnung erschöpft. Es erfolgen noch verschie-
Belgrad, 1. Februar. Das Kabinet wird morgen bei der Budget- : dene Anregungen. Herr Fritz fragt an: 1) ob sich für unser Theater berathung im Plenum die Vertrauensfrage stillen. Man hofft auf An- eine bessere Ventilation nicht ermöglichen lasse und 2) ob in der Fort- tnahme des Budgets. " ’ bringung des Kehricht eine Regelung eintreten könne, vielleicht derart, daß
KM- Die heutige Stummer umfaßt außer dem Unterhattungsdlatt 18 leiten.
-ras Ktast, Prsvnt? mhö ^«»avgend.
Oeffentliche Sitzung des Gemeinde - Ausschusses
am 31. Januar 1896.
Anwesend die Herren: Nickel, Vorsitzender; Bier, Bode, Dr. Eisenach, Föll, Fritz, Halm, Henrich, Alex. Jung, Heinrich Jung, Kehr, Koch, Korff, Kreuter, Rumpf, Schroeter, Voltz, Waltz, Weber, Wörner und Zeh, sowie Herr Oberbürgermeister Dr. Gebeschus.
Die Kosten für ein erstattetes Gutachten, bett. das Projekt der Kleinbahn Hanau-Hüttengesäß Langenselbold, im Betrage von 250 Mk. werden genehmigt.
Beschlossen wird den § 22 b der technischen Bedingungen für Hausentwässerung wie folgt abzuândern: „Bei Durchmesser unter 50 mm und dort, wo die Führung in gußeisern, n Röhren Schwierigkeiten bereitet auch bei 50 mm Durchmesser sind für Nebenleitungen der Falliöhren und für Luftröhren, Bleiröhren von vorgeschriebencm Gewicht und Beschaffenheit zu verwenden.
Es liegt ein stadtrâthlicher Antrag vor, für Errichtung einer Pumpstation an der Kanalthormühle Mk. 175 000 zu bewilligen. Der Ueber- schlag ist in einen ersten und zweiten Schritt getheilt. Dcr erste Schritt erfordert Mk. 120 000, der zweite Mk. 55 000. Der Finanzausschuß beantragt eine Modifikation, daß der zweite Schritt (maschinelle Ausführung, Oberbau) nicht vor Erledigung der Frage, ob ein städt. Elektrizitätswerk zur Errichtung komme, in Angriff genommen wird. Der Gemeinde - Ausschuß stimmt zu.
Wegen der Höhe der von dem Obe: Präsidium unserer Provinz für die Stadt Hanau, festgesetzten Polizeikostenbeiiräge ist bei dem Oberver- waltungsgericht Klage angestrengt worden. Eine Erinnerung siitens des Gemeinde Auèschuffcs findet nicht statt.
Das Brauereikonsortium wird an Verbrauchsabgabe für Bier und Aepfelwein pro 1896/97 die Summe von 31 000 Mk. zahlen. 1895/96 betrug diese Summe 29 000, 1894/95 30 000, 1893/94 26 000 Mk. Die Erhöhung der Summe für das beginnende Etatsjahr erklärt sich aus dem erhöhten Konsum von Dier unb Aepfelwein.
Der Nebertraaung des Pachtverhältnisses des Grundstücks Lit. Z Z Nr. 31 b an einen anderen Pächter, sowie der Weiterverwilligung von 2(0 Mk. an Obstbaumlehrer Rath pro 1896/97 wird zugestimmt; desgleichen werden die Mehrkosten des Siels in der Vorstadt (9650 Mk.) bewilligt.
Die Belassung des Sielbaubureaus auf ein weiteres Jahr bis 1. Januar 1897 wird, da noch viele Arbeiten der Ausführung harren, genehmigt, ebenso wird der Regelung der Bezüge der Schuldiener zugestimmt und der hierfür erforderliche Betrag von 429 Mk. genehmigt.
Die bisher an die früheren Nachtwächter gezahlten Unterstützungen werden für das beginnende Etalèjahr weiter verwilligt.
Etats: Armenverwaltung: Einnahme 36 600 Mk., Ausgabe 80 200 Mk., Bedürfnißzuschuß 43 600 Mk. — Althanauer Hospital: Einnahme und Ausgabe 21 200 Mk. — Begrâbnißanstalt : Einnahme und Ausgabe 34 800 Mk. — Stadtschloß: Einnahme 13 400 Mk., Ausgabe 10 700 Mk. — Sparkasse: Einnahme und Ausgabe 1 020 000 Mk. — Herr Bode interpellirt Herrn Oberbürgermeister Dr. Gebeschus, ob das von der Regierung geplante Spaikaffengesetz für unser Institut event. einschneidende Veränderungen zur Folge habe. Der Herr Oberbürgermeister erwidert, daß nach den Grundzügen des Sparkaffengesetzes unsere Sparkasse keine besonderen Veränderungen vorzunehmen habe. Z. B. sei in den Grundzügen die Bestimmung enthalten, daß 10 pCt. ter Einlegergut - haben in preußischer oder deutscher Staatsanleihe anzule,;en seien; die hiesige Sparkasse habe aber fitzt schon etwa 52 pEt. der Einlegergutbaben in den bett. Papieren angelegt. — Gaswerk: Einnahme und Ausgabe 423 600 i Mk. (Reingewinn 100 000 Mk. gegen 90 000 Mk. in 1895/96). — Wasserwerk: Einnahme und Ausgabe 80 875 Mk. Badeanstalt: Einnahme 6065, Ausgabe 7455 Mk., Bedürfnißzuschuß 1390 Mk.