Petersburg, 10. Juni. Der Nordischen Tklegraphenagentur zufolge sind nach den letzten ofsizüllen telegraphischen Berichten die Ernteaussichten im allgemeinen gut. Vorzugsweise der Kaukasus, einige Gouvernements Mittelrußlands, die Gebiete von Nischni-Nowgorod und Kasan versprechen Ueberfluß. Südrußland bietet wenig günstige Aussichten. Die gesammte Saatenfläche übersteigt die vorjährige um 25 Prozent.
Bremen, 9. Juni. Der Dampfer des Norddeutschen Lloyd „Karlsruhe" ist gestern in Baltimore und der Dampfer „Elbe" vorgestern in Ncw-Nork eingetroffen.
New - Port, io. Juni. Der Dampfer „Helvetia" von der National-Dampfschiffs-Kompagnie (C. Messing'schen Linie) ist gestern hier eingetroffen.
Depeschen-Bureau „Herold".
10. Juni, abends 8 Uhr:
Berlin, 10. Juni. Der „Nordd. Allg." zufolge steht die Reise des Königs von Rumänien nach Potsdam unmittelbar bevor.
Berlin, 10. Juni. Der Hofbericht meldet, daß der König von Schweden Montag Abend um 8 Uhr in Berlin eintrifft.
Berlin, 10. Juni. Die „Nationalztg." schreibt: Die gestrige Verbandssitzung der schlesischen Industriellen beschâftipte sich nicht mit der Preisfrage des Walzeisens. Die Verbandspreise in Oberschlesien sind bisher nicht ermäßigt und bleiben auf demselben Stand, anders im Westen, wo die Verbandspreise bei Abschlüssen um 5 M. unterschritten und deshalb um den gleichen Betrag erhöht wurden. Gestern wurde die Erhöhung der Feinblechpreise um 5 M. beschlossen.
München, 10. Juni. Der Universitätsprofessor v. Plank wurde zum Mitgliede des Kapitels des Maximiliansordens für Wissenschaft und Kunst an Stelle des verstorbenen Gregorovius ernannt. — Die an den Urlaub des Flügeladjutanten Oberst v. Zoller von auswärtigen Zeitungen geknüpften Betrachtungen sind grundlos, v. Zoller kehrt Ende Juni zurück, um sofort die Geschäfte der Geheimkanzlei des Prinzregenten wieder zu übernehmen.
Augsburg, 10. Juni. Der allgemeine Konditorentag erblickt in dem Gesetz über die Sonntagsruhe eine schwere Schädigung der Geschäftsinteressen und beschloß eine diesbezügliche Vorstellung bei dem Ministerium, sowie dieses um Einführung von Lehrprüfungszeugnissen zu ersuchen.
Bayreuth, 10. Juni. Ein Gewitter mit wolkenbruchähnlichem Regen und Hagelschauern zündete das Heumagazin des Chevauxleger- regiments an, welches mit allen Vorräthen abbrannte. Der Schaden ist sehr bedeutend.
Würzburg, 10. Juni. Der Professor der Chemie Fischer wird, wie verlautet, den erhaltenen Ruf nach Berlin annehmen. Derselbe reiste nach Berlin, um die Verhandlungen zu Ende zu führen.
Stuttgart, 10. Juni. Schauspieler Possart erhielt die goldene Medaille für Kunst und Wissenschast.
Karlsruhe, 10. Juni. Der Schriftsteller v. Vacano ist gestern hier gestorben.
Pest, 10. Juni. Der Kaiser reist heute Abend ab. Vorher findet eine Serenade und Fackelzug statt. — Im Abgeordnetenhaus erklärte der Finanzminister, die Personentarife hätten sich bewährt und müßten daher nebst dem Zonensystem aufrechterhal en werden, desgleichen im wesentlichen die Reform des Frachtentarifs.
Paris, 10. Juni. Die Rechte im Parlament verfaßt eine Kundgebung an den Papst, worin bezüglich der Anerkennung der Republik der Gehorsam verweigert wird.
London, 10. Juni. Die „Times" meldet aus Buenos Ayres, daß heute alle politischen Gefangenen in Freiheit gesetzt werden. Alem und Liliedal weigern sich, von der Freiheit Gebrauch zu machen, so lange der Belagerungszustand fortbesteht.
Minneapolis, 10. Juni. Bei der Abstimmung über die Wahlprüfung erlitten die Anhänger Blaines eine Niederlage.
11. Juni, vormittags 7 Uhr:
Stuttgart, 11. Juni. Das Ergebniß der Preisbewerbung für die König Karl-Halle im Landesgewerbemuseum war folgendes; a) Bilderziklus: 1. Preis Mk. 3000, Professor Keller-Karlsruhe; 2. Preis Mk. 1500, Professor Häberlin-Stuttgart; 3. Preis Mk. 500, Delug-München. b) Figurengruppen für die mittleren Treppenabsätze: 1. Preis Mk. 2000, Prof. Eberlein-Berlin; 2. Preis 1000, Netzner-München; 3. Preis Mk. 500, Bernauer München. Für die oberen Treppenabsätze; 1. Preis Mk. 1000, Hundrieser-Berlin; 2. Preis Eberlein-Berlin.
Pest, 11. Juni. Das „Amtsblatt" wird heute ein königliches Dekret veröffentlichen, welches der Hauptstadt gestattet, den Namen Ungarische Haupt- und Residenzstadt zu führen. Der „Pester Lloyd" erblickt hierin den prägnantesten Ausdruck der staatsrechtlichen Selbstständigkeit Ungarns.
Belgrad, 11. Juni. Von offiziöser Seite wird versichert, infolge Differenzen zwischen der Regentschaft und der Regierung sei eine Ministerkrise ausgebrochen. Der Minister des Innern Milosawljewitsch habe bereits demissionirt.
Minneapolis, 11. Juni. Bei der ersten Abstimmung der repu- |
blikanischen Konvention wurde Harrison mit großer Meb^« , schaftskandidat aufgestellt.
Ans Stadt, Provinz und
Aus dem Jahresbericht der Handelskamm» „ (Fortsetzung.) H
Kohlenhandel.
Die lang andauernde kältere Witterung in den â Berichtsjahres hielt die Preise des letzten Viertels des B,riL?1 Höhe. Die Kohlen zogen sogar gegen Frühjahr hin ganz besonders wurden hiervon die besseren Sorten bei und Stückkohlen betroffen. Die sich immer mehr befestigens^ im Kohlengebiet machten sich nach und nach auch im gan-m â
Gegen Ende des Jahres wirkte der bis dahin â - Winter hemmend auf das Geschäft, und trotz aller BeSrebn».,, - des Kohlengebietes her, find die Kohlen leicht zu haben jA’ treten schon billigere Angebote, wenn auch vorerst aus Weites
Der jetzt im Vordergrund des öffentlichen Interesses £ der Kohlen auf dem Wasserweg wird von der Industrie m konsumenten mit lebhafter Freude begrüßt. Zur Deckung 5 Hausbrandkohlen wird der Händler jedoch vorerst wenigstens IW dem allerdings theueren Bahnbezug bleiben. Dieser gestattet i den einzelnen Wünschen seiner Kundschaft in den verschieden«^ sowohl, als auch in den beliebten Lieferzeiten besser zu genüqen' Korkfabrikatio«.
Der Geschäftsgang in 1891 war während der ersten « Jahres im Allgemeinen befriedigend. Im zweiten Halbjch « dagegen sehr ruhig und trat eine merkliche Abschwächung gegen y ein, die zur Zeit noch anzuhalten scheint.
Die Brauche hegt den lebhaften Wunsch, daß die hiesig«^ ihren Bedarf mehr als bisher am Platze decken möchten.
Fabrikation farbiger Leder.
Nach Mittheilung der berichtenden Firma ist in den M hältnissen der Branche keine Veränderung gegen das Vorjahr me Mälzerei.
Im abgelaufenen Jahre 1891 hatte die Mälzerei, »etyty mit der Herstellung des Dr. Schneider'schen Patentfarbmalzes ft regelmäßigen Betrieb zu verzeichnen. Der Absatz der hier erst ii Betriebsjahre stehenden Branche ist in regelmäßiger EntiviÄq: geschritten. Die produzirte Waare hat sich bereits einen gchm! kreis errungen, mit welchem ein regelmäßiger und stetiger W wird. Der Anklang, den dieses spezielle Fabrikat findet, erstes auf das Ausland, insbesondere sind überseeische Länder tiwi Absatzgebiete. Die hohen Gerstenpreise erschwerten allerdings dir keit, den Preis des Malzes zu reduziren; trotzdem wurde im hat eine Preisherabsetzung vorgenommen, um den Bezug des KW Konsumenten zu erleichtern.
Die Vertheuerung des Gaspreises für gewerbliche Zwecke« 14 Pfg. per Kbm. belastet, bei einem durchschnittlichen Verbrach 1000 Kbm. per Monat, neuerdings den Betrieb nicht unerheblich.
Manufakturwaarenhandel.
Der in zweiter Hälfte des letzten Berichtsjahres begonnen rückgang fast sämmtlicher Erzeugnisse der Textilbranche fand im A seine Fortsetzung. Namentlich waren die Preise der BaummllH stetigem Fallen.
Gleichen Schritt mit dieser ungünstigen Erscheinung M- schäftsbewegung. Seitens der für hiesigen Platz hauptsächlich t kommenden konsumirenden Bevölkerung wird nur das MM gekauft, weil die theueren Lebensmittel bett verringerten Weitste® ganz absorbiren.
Das Gesammtergebniß muß als ein unbefriedigendes bezecht Maschinenbau.
Der Geschäftsgang war im Laufe des Jahres 1891, den Rückgang der Preise für Rohmetalle, Kohlen, Koke rc., red) '
Die ohnehin schon niedrigen Preise für baä fertige F indessen noch erheblich und theilweise unverhältnismäßig ^1«" ^ der Branche mit einem sehr bescheidenen Nutzen gearbeitet wer
Möbelfabrikation. ■
Für das Jahr 1891 ist in der Möbelbranche gegen viel geringerer Umsatz zu verzeichnen. Die greife für besser durch die anhaltend ungünstigen allgemeinen $erba[tni||e drückt, sodaß die Fabrikation dieser Art Möbel wenig h . Steigerung der Holzpreise und die hohen Arbeitslöhne«
Platze gedeckt wurde und einen reichlichen Umsatz erzu Zeit wesentlich zurückgegangen und wird zum große» friedigt. Es ist dies um so mehr zu bedauern, al »q $ geschâfte immer mehr billige, aber aus wenig l I 8 .^ stammende Möbel in den Handel bringen und | empfindlich schädigen.