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Nr. 167.

Montag den 21. Juli

1890

Amtliches.

Bekanntmachungen Königl. LandraèhsamLs.

Der Termin zur Erörterung der Einwendungen gegen die Erweite­rung der Hammerschlag'schen Seifenfabrik in Fechenheimer Gemarkung wird auf

den 23. d. Mts., Vormittags 10 Uhr, verlegt, wovon die Betheiligten hierdurch in Kenntniß gesetzt werden.

Hanau am 17. Juli 1890.

Der Vorsitzende des Kreis-Ausschusses Königliche Landrath

A. 1164 v. Oertzen.

Dienst-Nachrichten aus dem Kreise.

Gefunden: Eine Hundemarke Nr. 288/90. Ein Packet schwarze Baumwolle.

Verloren: Ein Granatarmband.

Hanäu am 21. Juli 1890.

Tagesschau.

Berlin, 19. Juli. Der Reichsanzeiger theilt den Juhalt der zwischen dem deutschen Reich und fünf auswärtigen Staaten unter Vorbehalt einjähriger Kündigung abgeschlossenen Uebereinkommen wegen gegenseitiger Unterstützung hülfsbedürftiger Seeleute mit. Sämmtliche Verträge treten am

1. Juli in Kraft. Die Staaten sind: England, Frankreich, Schweden- Norwegen, Dänemark und Oesterreich Ungarn.

Berlin, 19. Juli. Der Bundesrath hat in seiner Sitzung vom 3. d. M. beschlossen, neue Vorschriften, betreffend die Aenderung und Er­gänzung des Regulativs für Gewerbsanstalten, in denen unter steuerlicher Kontrole stehender Branntwein gereinigt werden darf, mit der Maßgabe zu genehmigen, daß nach näherer Bestimmung der Direktivbehörde für die seit der Geltung des Regulativs in den Reinigungsanstalten stattgehabten Be­standsaufnahmen nachträglich eine Umrechnung des Schwundes nach Pro­zenten der verarbeiteten Menge reinen Alkohols erfolgen und der glaubhaft nach- gewiesene Schwundverlust bis zur Höhe von 2'/s Proz. außer Steueran­spruch gelassen, in denjenigen Fällen aber, in welchen eine Umrechnung des Schwundes nach Prozenten der verarbeiteten Menge reinen Alkohols nicht mehr thunlich ist, eine entsprechende Schwundvergütung bis zur"Höhe von 2',2 Proz. der jeweilig neu angeschriebenen Branntweinmeugen durch die oberste Landes-Finanzbehörde bewilligt werden darf. Weiter hat der Bun­desrath in derselben Sitzung beschlossen: Die obersten Landes-Finanzbehör­den werden ermächtigt, die fünfjährige Lagerfrist für Weintheilungslager (§. 2 Abs. 1 und §. 10 des Weinlagerregulativs, §. 10 Abs. 2 des Pri- vatlagerregnlativs) nach Maßgabe des Bedürfnisses zu verlängern.

Berlin, 19. Juli. S. M. Kanonenboot Iltis, Kommandant Korvettenkapitän Ascher, wird am 19. ds. von Yokohama nach Hakodate in See gehen.

In Bezug auf de Stimmung unter der Bevölkerung Helgolands über die Abtretung der Insel an Deutschland versichert ein ansässiger Helgoländer der National-Zeitung, daß nur ein kleiner Bruchtheil, welcher hauptsächlich befürchtet durch mögliche Neuerungen wirthschaftlich erheblich geschädigt zu werden, gegen die Abtretung der Insel ist. Als Beweis fügt er hinzu, daß Ende voriger Woche im Saale des Köiiigin-Victoria-Hotels eine Versammlung der ersten und angesehensten Helgoländer stattfand, welche einen WssMß wählte mit dem Auftrage,eine Dankes- und Ergebenheits- Adresse an den deutschen Kaiser abzufassen und geeignete Schritte vorzu­bereiten, damit die Verwaltung des Seebades, falls das Reich oder der preußische Staat nicht vorzieht diese selbst in die Hand zu nehmen, den Helgoländern übertragen werden, welche die zeitgemäßen Neubauten (Bade- haus, Strandpavillon, Konversationshaus) unter Wahrung der wirthschaft- 'lidjen Existenz der Einwohner auszuführen gern bereit sind". (K. Z.)

Kiel, 18. Juli. Briefsendungen für die Manoverflotte Schiffe Baden, Baiern, Oldenburg, Würtenberg, Kaiser, Deutschland, Preußen, Friedrich der Große, Irene, Zieten, Pfeil sowie für die Torpedoflottille sind bis auf weiteres nach Wilhelmshaven zu richten.

Lüdenscheid, 19. Juli. Bei dem westfälischen Kriegerfest explo-

dirte heute Mittag ein Geschütz; 2 Mann wurden getödtet und 3 schwer verwundet.

Bonn, 19. Juli. Prinz Adolf von Schaumburg-Lippe, der zu­künftige Schwager des Kaisers, ist gestern aus England hierher zurückge- kehrt. Dem Vernehmen nach beabsichtigt der Prinz nach seiner Verhei- rathung mit der Prinzessin Viktoria von Preußen, die wahrscheinlich im November d. I. erfolgen wird, in Bonn sich niederzulassen. Das Ein­treffen des hohen Paares am hiesigen Orte dürfte zum nächsten Frühjahre zu erwarten sein.

Lanterberg, 19. Juli. Major v. Wißmann beauftragte den Frhrn. v. Gravenreuth, für die anläßlich seiner Krankheit aus aller Herren Länder bei ihm eingegangenen Beweise der Theilnahme durch die Presse seinen Dank zu übermitteln, da es ihm auf anderen, Wege unmöglich sei.

Rostock, 20. Juli. Die hiesigen Zimmerer- und Maurergesellen haben beschlossen, den seit Anfang Mai d. J. geführten Streik als erfolg­los einzustellen. (Fr. I.)

Dresden, 20. Juli. (Fr. Z.) Längere Unterhandlungen mit der sächsischen Regierung veranlaßten die Gewährung von Konzessionsbedingun­gen an den Zivilingenieur Röbbeln in Dresden zur Führung eines elektri­schen Kabelnetzes zwecks Kraftübertragung und Beleuchtung direkt von den Kohlengruben des Plauen'schen Grundes nach Dresden und durch insge­sammt 168 mehr oder minder industrielle Ortschaften der Dresdener Um­gebung. Es wird beabsichtigt, das Königreich Sachsen durch 5 dergleichen Netze mit Elektrizität zn versorgen.

München, 19. Juli. Fürst Albert von Thurn und Taxis hat aus Anlaß seiner Vermählung mit der Erzherzogin Margarete den Regens­burger Stiftungen im ganzen 120 000 Mark überwiesen.

München, 19. Juli. Staats minister a. D. Frh. V. Lutz begab ' sich heute nach dem Starnberger See, um dort seine völlige Wiederherstel­lung abzuwarten.

München, 19. Juli. Das von dem deutschen Industrie - Verein im März d. I. hier gegründete bayerische Waarenhaus für Offiziere und Beamte hat sich heute aufgelöst.

München, 19. Juli. Wolkenbrüche verwüsteten die Tölzer und Reichenhaller Gebirgsgegend.

Stuttgart, 19. Juli. Gustav Psttzer, der letzte der Dichterge­nossen Uhland's, ist, nach denFr. N.", heute nach kurzer Krankheit ge­storben.

Wien, 19. Juli. Bankier von Kendler, der frühere schwedische Generalkonsul in Wien, ist wegen Veruntreuung und Betrugs zu sieben Jahren schweren Kerkers verurtheilt worden.

Athen, 19. Juli. Ihre Königliche Hoheit die Kronprinzessin So­phie ist heule Morgen 9 Uhr, früher als man erwartet hatte, von einem Prinzen glücklich entbunden worden, ehe noch ein Mitglied der Königlichen Familie angekommen war. Die Stadt ist festlich mit Flaggen geschmückt.

Söholt, 19. Juli. DerHohenzollern" ist mit dem Kaiser gestern Abend um 9Vä Uhr nach einer prachtvollen Fahrt durch den Stortfjord bei anhaltend gutem Wetter vor Geiranger zu Anker gegangen.

Brüstet, 19. Juli. (K. Z ) Der deutsche Konsul in Ostende ist vom Befehlshaber der kaiserlichen Yacht Hohenzollern brieflich um Auskunft über den Eingang, die Wassertiefe und sonstige Einzelheiten hinsichtlich des i Hafens ersucht worden. Man gibt sich deshalb in Ostende der Vermutung hin, daß der Kaiser gelegentlich seines Besuches in England auch den König ' von Belgien zu begrüßen gedenke.

Paris, 20. Juli. D^rMatin" veröffentlicht einen Brief des Professors Lefoct, worin derselbe erklärt, die französischen Aerzte dürften sich von bem internationalen medizischen Kongreß in Berlin schon aus Dankbarkeit für die im Feldzuge von 1870/71 den französischen Verwun­deten von deutscher Seite zu Theil gewordene sorgfältige Pflege nicht aus­schließen. l Fr. I.)

Paris. Der Unfall des KreuzersMilam" erweist sich ernster als zuerst angegeben wurde. Das Schiff kam in sinkendem Zustand in Brest an, begleitet von vier der Vorsicht halber mitgegebenen Kriegsschiffen, i Das Wasser hatte bereits zum Theil die Kisselfeuer gelöscht. Ter Unfall ; war deshalb so gefährlich, weil der Leck sich grade zwischen zwei wasser­dichten Abtheilungen befand, die sich nun beide schnell mit Wasser füllten.