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Dienstag den 19. August
1890
Amtliches.
Bekanntmachungen Königl. Landrathsamts.
Zur Anlage einer Pumpstation behufs Errichtung einer Wasserversorgungsanstalt für die Frankfurt-Bebraer Eisenbahn ist der Erwerb des Grundstücks Karte Q. Nr. 351/23 = 4,34 Ar, Garten im Steinheimer Grund der Gemarkung Hanau, dem Lorenz Philipp Wilhelm Horst zu Hanau gehörig, erforderlich.
Da eine gütliche Einigung über den Kostcnprcis nicht hat erzielt werden können, ist auf Grund des Enteignungsgesetzes vom 11. Juni 1874 das Enteignungsverfahren eingeleitet.
Zur Feststellung der Entschädigung habe ich als Kommissar des Königlichen Regierungs-Präsidiums Termin atif den 23. d. Mts., Dormitags 10 Uhr, in mein Büreau anberaumt, wozu alle, welche an dem fraglichen Grundstücke ein Interesse zu haben vermeinen, hiermit eingeladen werden, unter der Verwarnung, daß beim Ausbleiben ohne deren Zuthun die Entschädigung festgestcllt und wegen Auszahlung oder Hinterlegung der letzteren wird verfügt werden.
Hanau am 8. August 1890.
Der Königliche Landrath
v. Oertzen.
Dienst-Nachrichten aus dem Kreise.
Gefunden: Ein weißes Tischtuch vor einigen Tagen. Eine 'weiße Knabenmütze. Eine dreizinkige Heugabel.
Hanau am 19. August 1890.
Tagesschau.
Berkin, 18. Aug. Ihre Majestät die Kaiserin Friedrich wird sicherem Vernehmen der „K. Z." nach, bis Ende September in Griechenland verbleiben. Die Nachricht, daß die Kaiserin wegen der bevorstehenden Wahlen in Griechenland ihren dortigen Aufenthalt habe abkürzen wollen, ist selbstverständlich aus der Luft gegriffen. Bezüglich der Wahlen werden übrigens die Aussichten für das jetzige Ministerium durch die neue Parteibildung als günstiger angesehen. Die Wahlen finden Ende Oktober statt und werden sich allem Anschein nach ohne besondere Erregung vollziehen.
Berlin, 17. Augnst. Die Regierungspräsidenten sind angewiesen worden, überall da, wo die Maul und Klauenseuche festgestellt ist, strengere Maßregeln zur Unterdrückung derselben zu verfügen, als dies bisher zu geschehen pflegte. Insbesondere sollen bis zum völlen Erlöschen der Seuche keine Viehmärkte in den betreffenden Kreisen stattfinden, wogegen die Abhaltung von Pferdemärkten ausnahmsweise unter Beobachtung verschärfter Vorschriften gestattet wird. (K. Z.)
Berlin, 17. August. S. M. Kanonenboot Wolf, Kommandant Korvetten-Kapitän Credner, ist vorgestern in Fusan auf Korea cingetroffen und beabsichtigt am 24. nach Nagasaki wieder in See zu gehen. S. M. Kanonenboot Iltis, Kommandant Korvetten-Kapitän Ascher, ist gestern in Wladiwostok eingetroffen und beabsichtigt am 28. ds. die Reise nach Port Hamilton fortzusetzen.
Berlin, 18. Aug. Aus Kolonialkreisen wird der „Post" geschrieben: Aus Anlaß der Frage nach der Höhe der Entschädigung, welche der Sultan von Zanzibar billigerweise beanspruchen kann, hatte die fortschrittliche Presse bereits ihrer Freude darüber Ausdruck gegeben, daß sich eine Gelegenheit bieten werde, diese Frage im Reichstage zu behandeln, wenn die Vorlage eingebracht werden würde. Wir glauben nicht, daß eine Nothwendigkeit dafür besteht für den Fall, daß die Deutsch-Ostafrikanische Gesellschaft mit der ratenweisen Abzahlung dieser Summe betraut wird, welche sich aus den höheren Zolleinnahmen ergeben wmde. In der Denk- schnft ist bereits hingewiesen worden, daß die Deutsch-Ostafrikanische Gesellschaft befähigt weiden solle, die Geldmittel zu er wirthschaften, welche Rlichszuschüsse entbehrlich machen, und es wird beabsichtigt, hinsichtlich der Zahlung der Entschädigssumme einen Modus zu sindeu, welcher das Reich nicht direkt engagirt.
Berlin, 18. Aua. Gestern Moi gen, einen Tag nach der Rückkehr ron einem vier-wöchentlichen Urlaub, verstarb hierselbst der Vorsteher der
Kaiserlichen Ober-Postdirektion in Berlin, Geheime Ober-Postrath Friedrich Julius Hubert Schiffmann am Herzschlage.
Kiel, 18. Aug. Die Manöverflotte ist heute nach Sonderburg in See gegaugen.
Halle, 18. August. Die heutige zahlreich besuchte Hauptversammlung des Vereins deutscher Ingenieure wurde nach der Eröffnungsrede durch den Vorsitzenden Bechler-Barmen, Namens der Regierung durch den Berghauptmann Heyden-Rynsch, Namens der Stadt durch den Oberbürgermeister Staude und Namens der Universität durch den Rektor Professor Bernstein begrüßt. Der Verein ist nach dem Jahresbericht auf 6900 Mitglieder gewachsen. Abends gibt die Stadt Halle ein Fest auf der Nachtigalleninsel.
München, 18. Aug. Das Festkomitee für die Sedanfeier hat sich mit Rücksicht auf die bei der zwanzigjährigen Wiederkehr des Tages zu veranstaltende großartigere Feier um mehrere Mitglieder verstärkt. Außer einer Ovation beim Kriegerdenkmal und einem großen Feuerwerk am Abend ist ein Festzug durch die Stadt in Aussicht genommen, an welchem sich alle Veteranen-, Krieger-, Gesang-, Schützen- und Turnvereine betheiligen können.
Kissingen, 18. August. Gestern Mittag stattete Fürst Bismarck dem Herzog von Edinburgh einen Besuch ab. Am Abend wurde dem ehemaligen Reichskanzler dann ein Fackelzug dargebracht, wobei Bürgermeister Fuchs eine Ansprache hielt und den Wunsch aussprach, es möge dem Fürsten Bismarck vergönnt sein, noch oftmals wiederzukehren. Der Gefeierte dankte und schloß mit einem Hoch auf Kissingen. (Rh. K.)
Karlsruhe, 18. August. Der Großherzog traf gestern in Weinheim zum Abgeordnetentage des badischen Militärvereinsverbandes ein und nahm an der Verhandlung Theil. Bei der Enthüllungsfeier des Kriegerdenkmals wendete er sich in einer Ansprache an die Krieger, er ermahnte sie, festzuhalten an der Treue für Kaiser und Reich, die Vergangenheit nicht zu vergessen, um für die Zukunft stark zu sein. „Wir müssen auf Vorposten sein" schloß der Großherzag seine Ansprache. Abends verließ er unter brausenden Hochrufen des Publikums Weinheim. (Fr. N.)
Madrid, 18. August. Die Regierung empfing ein Telegramm des Gesandten in Marokko, welches meldet, daß die Verhandlungen über Melilla und sonstige Angelegenheiten befriedigend verliefen. Der Sultan beklage die Vorfälle und verspreche den Salut der spanischen Flagge, die Bestrafung der Schuldigen und Schadenersatz nach Feststellung der Thatsachen. Maurische Truppen wurden nach der Umgegend von Melilla und anderen spanischen Festungen zur Aufrechterhaltung der Ordnung beordert. (F. N.)
London, 18 Aug. (K. 3 ) Das Parlament ist heute Abend vertagt worden. Die dabei gehaltene Thronrede bezeichnet die Beziehungen Englands zu allen auswärtigen Mächten als friedliche und freundschaftliche und erwähnt die mit Deutschland und Frankreich getroffenen Abkommen sowie die Annahme der Akte der Konferenz über den Sklavenhandel, welche von allen Mächten mit Ausnahme Hollands angenommen worden seien. Die Regelung der Differenzen wegen Neufundlands liege der Regierung am Herzen und beschäftige deren Aufmerksamkeit im vollsten Maße. Zum Schluß werden die in der zu Ende gegangenen Session erledigten gesetzgeberischen Arbeiten aufgezählt.
Statlva, 18. August. Kaiser Wilhelm ist gestern Abend 8Vs Uhr h"r cingetroffen. Er trug die Uniform seines Wyborg'schen Regiments mit dem Bande des Andreasordens. Am Bahnhöfe waren Kaiser Alexander, der Großfürst-Thronfolger und die anderen Großfürsten, Graf Schuwaloff, das Personal der deutsche« und der österreichischen Botschaft, der Gesandte von Baiern, viele Fürstlichkeiten und die Generalität zur Begrüßung anwesend. Der Zar trug die Uniform des preußischen Alexander-Regiments und das Band des Schwarzen Adlerordens. Nach gegenseitigen Vorstellungen fuhren die Majestäten mit dem Gefolge nach der Polewzew'schen Villa, wo die russische Kaiserin ihren Gast auf das herzlichste bewillkommnete. Auf dem ganzen Wege wurden die Majestäten, sowie der Reichskanzler v. Caprivi jubelnd begrüßt. Alsbald nach der Ankunft fand ein Diner und sodann ein neuermeif am Wasserfall statt.
Narwa, 18. August. Kaiser Wilhelm sandte heute anläßlich des Geburtstages des Kaisers Franz Joseph telegraphische Glückwünsche nach Wien. — Der Reichskanzler v. Capiivi, der deutsche Botschafter General o. Schweibitz und Geh. Lcgationsrats Raschdau gehen Donnerstag nach