ÄktottttttWtl* Preis:
' -âhrlich 9 Mark. »«Idi-«M. 50$fg.
i «terteljahrlich • Mark 25 Pfg.
84t auswärtige rdonnenten
eil dem betreffen.
*ea Pvstaufjchlag. Dteeinjeinc Num
mer 10 P fg.
Hanauer Anzeiger.
Zugleich Amtttches Krgan für StcröL- unö LanöKrkeis Kcrnau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Anserii»«»- Prei»:
Die ispaltt-» Garmondzeile *. deren Kaun 10 Pf,.
Die »»alt. -eil« 10 Pf».
LieSspaIti,eL«U« SO Pfg.
Samstag den 18. Oktober
Sèr. 244.
Amtliches.
Bekanntmachungen Königl. Landrathsamts.
Die Herren Bürgermeister und Gutsvorsteher werden unter Hinweis aus die Publikation vom 15. v. Mts. in Nr. 221 d. Bl. aus Zweckmäßigkeitsgründen veranlaßt, die Formulare zur Volkszählung hier in Empfang zu nehmen oder durch sicheren Boten abholen zu lassen.
Hanau am 14. Oktober 1890.
Der Königliche Landrath
V. 7167 v. Oertzen.
Wegen der im Kreise Gelnhausen herrschenden Maul- und Klauenseuche findet der auf den 21. d. Mts. für Gelnhausen angesetzte Viehmarkt nicht statt.
Hanau am 16. Oktober 1890.
Der Königliche Landrath
V. 7311 v. Oertzen.
t Für Aufhebung des Jesuiteugesehes
ist namentlich am Rhein eine lebhafte Bewegung im Gange. Ein großer Petitionssturm an den Reichstag soll in Szene gesetzt werden. Die „Frkf. Ztg." rechnet bereits aus, daß ein Antrag des Zentrums auf Aufhebung des Jesuitengesetzes im Reichstag mit etwa 250 gegen 150 Stimmen Annahme finden würde. Gegen den Antrag würden die Kartellparteien stimmen, insgesammt etwa 130 Abgeordnete, für den Antrag das Zentrum mit Polen, Welfen und Elsässern, die Sozialdemokraten, deren Parteiorgan dies bereits in bestimmtester Form erklärt hat, und die Volks- "partei. Die Freisinnigen würden ihnen fast einstimmig beitreten.
Das Reichsgesetz vom 4. Juli 1872 schließt den Orden der Gesellschaft Jesu und die ihm verwandten Orden und ordensähnlichen Kongregationen vom Gebiet des Deutschen Reiches aus, untersagt die Errichtung von Niederlassungen und befiehlt, die damals bestehenden Niederlassungen binnen sechs Monaten aufzulösen. Die Angehörigen des Ordens und der ordensähnlichen Kongregationen können, wenn sie Ausländer sind, schon als solche aus dem Bundesgebiet ausgewiesen werden; wenn sie Inländer sind, kann ihnen der Aufenthalt in bestimmten Bezirken oder Orten versagt oder- angewiesen werden. — Auf der Katholikenversammlung in Koblenz hatte der Abgeordnete Dr. Windthorst gesagt, es werde ungeheuer schwer sein, die Rückberufung der Jesuiten zu erlangen. Ziemlich allgemein glaubt man denn auch, daß im Bundesrath keine Neigung zu einem solchen Schritte vorhanden sei.
Tagesschau.
Berlin, 17. Oktbr. Se. Majestät der Kaiser und König arbeiteten heute Morgen von 8 Uhr ab allein und empfingen um 1 Uhr 10 Minuten Mittags den spanischen Botschafter Grafen Rascon in feierlicher Abschieds-Audienz.
Berlin, 17. Oktbr. Zwischen der Kaiserlichen Regierung und dem Sultan von Zanzibar ist ein Einverständniß dahin erzielt worden, daß der Letztere sich verpflichtet hat, seine Hoheitsrechte über den der Ostasrikani- schen Gesellschaft verpachteten Küstenstrich gegen eine Entschädigung von 4 Millionen Mark abzutreten. (Reichsanz.)
Berlin, 17. Oktober. Betreffs des von den Zeitungen wiederge- gebenen Artikels der „Schlesischen Cchnlzeitnng" über eine Audienz und Unterredung der Zentrnmsabgeordueten Schorlemer und Huene mit dem Untetrichtsminister sagt der „Reichsanz.": Dieser Artikel enthält von Anfang bté' Ende nur Unrichtigkeiten; die behauptete Unterredung hat nie- vials stattgefunden.
Berlin, 17. Oktober. Der Minister der öffentlichen Arbeiten hat der National-Zeitung zufolge mittels besondern Erlasses bekannt gegeben, daß er aus "dem von der königlichen Eisenbahn - Direktion zu Berlin erstatteten Bericht über die Leistungen der Eisenbahnverwaltung bei Gelegenheit der vom 11. bis 20. September d. J. in Schlesien stattgehalten Manöver des 5. und 6. Armeekorps mit Befriedigung ersehen habe, daß die zur Bewältigung des außerordentlichen Verkehrs getroffenen Maßnahmen
1890
sich bewährt haben und die Beförderung der zahlreichen Sonderzüge mit erwünschter Regelmäßigkeit und Sicherheit erfolgt ist. Der Minister hat demgemäß allen betheiligten Dienststellen und Beamten seine besondere Anerkennung ausgesprochen.
Berlin, 17. Oktober. Der „Reichsanzeiger" gibt die Meldung der „Börsen-Zeilung" wieder, der Kaiser habe betreffs der jüngst in Kottbus durch einen Militärposten erschossenen Person dem Kriegsministerium sein lebhaftes Bedauern ausgesprochen und den dringenden Wunsch ausgedrückt, daß derlei peinliche Zwischenfälle künftig vermieden würden. Der „Reichsanzeiger" bemerkt dazu: „Wir sind ermächtigt, die Nachricht von einer derartigen Aeußerung Sr. Majestät als völlig grundlos zu erklären."
Berlin, 17. Oktober. Prinz und Prinzessin Heinrich trafen gestern Nachmittag in Berlin ein, statteten der Kaiserin Friedrich einen Besuch ab und fuhren dann nach dem Wildpark, um im Neuen Palais Wohnung zu nehmen. — Der Großherzog und die Großherzogin von Baden trafen von Karlsruhe kommend heute Vormittag in Berlin ein. In Potsdam waren dieselben bei der Durchreise auf dem Bahnhöfe von der Kaiserin Auguste Viktoria begrüßt worden. — Der Prinz Adolf von Schaumburg- Lippe traf gestern Abend in Berlin ein und nahm im Palais der Kaiserin Friedrich Wohnung. Heute Nachmittag begab derselbe sich zum Besuch der kaiserlichen Majestäten nach dem Neuen Palais bei Potsdam. — Der Herzog Ernst Günther zu Schleswig-Holstein« ist heute Vormittag wieder in Potsdam eingetroffen. jK. Z.)
Berlin, 17. Oktbr. Der Bundesrath faßte in der gestern unter dem Vorsitze des Vizepräsidenten des Staats-Ministeriums, Staatssekretärs des Innern Dr. v. Boetticher abgehaltenen Plenarsitzung über Eingaben von otubirenben der Zahuheilknude, betreffend die Ausführung des §. 4 Abs. 1 der Prüfungsordnung für Zahnärzte, sowie über die Wiedererrichtung eines Reben-Zollamts II. Klasse zu Lützel Beschluß. Der Entwurf einer Verordnung über die Konsulargerichtsbarkeit in Samoa sowie der Entwurf von Vorschriften über die Einziehung der von den Rhedern für die Invalidität--- und Altersversicherung der Seeleute zu entrichtenden Beiträge wurden den zuständigen Ausschüssen zur Vorberathung überwiesen.
Berlin, 17. Oktbr. Dem mit der Vertretung des beurlaubten Vize Konsuls bei dem Kaiserlichen Konsulat in Zanzibar beauftragten Bot- schafts-Dragomau Freiherrn v. Redwitz ist auf Grund des §. 1 des Gesetzes vom 4. Mai 1870 in Verbindung mit §. 85 des Gesetzes vom 6. Februar 1875 für den Amtsbezirk des Konsulats die Ermächtigung ertheilt worden, bürgerlich gültige Eheschließungen von Reichsaugehörigen und Schutzgenossen vorzunehmen und die Geburten, Heiratheu und Sterbefülle dersel- ben zu beurkunden.
Bert itt, 16. Oktober. Amtlicher Nachweisung zufolge sind in dem Jahre von Anfang Oktober 1889 bis Ende September 1890 im deutschen Reiche an Branntwein hergestellt worden: 2 997 039 hl reinen Alkohols, wovon nach Entrichtung der Verbrauchsabgabe 2 251 314 hl in den freien Verkehr übergeführt sind. Am Schluß des Rechnungsjahres verblieb in den Lagern und Reinigungsanstal! eu unter steuerlicher Kontrole ein Bestand von 235 490 hi.
Berlin, 17. Oktober. Der „Reichsanz." publizirt eine Verfügung des Reichskanzlers, betreffend die Errichtung des Kolonialrathes, wonach die sachverständigen Mitglieder vom Reichskanzler ernannt werden. Die mit Schutzbrief ausgestatteten oder in den Schutzgebieten thätigen bedeutenden Kolouialgesellschaften werden aufgefordert werden, Mitglieder vorzuschlagen. Die Mitgliedschakt ist ein Ehrenamt. Der Kolouialrath gibt Gutachten über alle ihm überwiesenen Angelegenheiten der Kolonialabtheilung ab und ist befugt, über selbstständige Anträge der Mitglieder zu beschließen. Die Sitzungsperiode ist einjährig. Ein ständiger Dreierausschuß kann auch außerhalb der Sitzungen über Eiuzelfragen befragt werden.
Berlin, 17. Oktober. Wie aus zuverlässiger Quelle verlautet, wird Reichskommissar Major v. Wißmann mit seinem Adjutanten Bamiller am 25. b. M. die Rückreise nach Ostafrika an treten. sRH. K.)
Räuden, 16. Oktober. (K. Z.) Der Statthalter Fürst Hohenlohe, welchem vor fünfzig Jahren der Titel eines Prinzen von Ratibor und und Corvey verliehen worden, erhielt einen schriftlichen Glückwunsch des Kaisers hierzu aus Hubertusstock. Der Kaiser wiederholt hierbei feine Anerkennung für die ausgezeichneten Dienste, welche der Statthalter in