Einzelbild herunterladen
 

WÄetMteneeWt®- »cd«: e:«* * Kett l.«t.60»fe.

«KttiHMU» Statt 14 »fg. fit eulleärtige

leimenten mit km betreffen, tan $eftaufW*g. ieetagelne Wum­mer io Vf».

Hanauer Anzeiger.

Dugleich ArntticHes Kvgan Mv KLa-t- und Landkreis Kanan.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

MU^irLIAUM »r«U: »e iflwlttge atmenbgeik * beten Kaum

10 Wi.

Die ifxit Seile io Wg.

DielfiHiltigeSeile «Vs

Rr. 290

Freitag oen 12. Dezember

löt)U

âkanntma qungen Königl. LandrathsamtS.

In Seligenstadt, Kreis Offenbach, ist die Maul- und Klauenseuche erloschen.

Hanau am 8. Dezember 1890.

Der Königliche Landrath

V. 8952 v. Oertzen.

In der Gemeinde Birstein des Kreises Gelnhausen ist die Maul- und Klauenseuche erloschen.

Hanau am 8. Dezember 1890.

Der Königliche Landrath.

V. 8951________________I. V.: Baabe._______________________

Dienst-Nachrichten aus dem Kreise.

Zugelaufen: Ein Neufundländer, weiß mit brauner Platte; Empfangnahme bei Jakob Stock zu Langendiebach.

Bei dem letzten Hochwasser angetrieben: ein 20 Meter langer Eichenstamm; Meldung beim Förster Mohn zu Langendiebach.

Entlaufen: Ein brauner Pinscher mit gelben Beinen und Schnauze. Ein braun und weiß gescheckter Jagdhund mit Halsband.

Gefunden: Ein Hundemaulkorb. Fünf Schulbücher mit der AufschriftJoseph Diehl". Ein Geldstück. Eine Korallenbroche. Ein leeres Portemonnaie. Zwei Regenschirme.

Hanau am 12. Dezember 1890.

Tagesscharr.

Berlin, 11. Dezbr. Se. Majestät der Kaiser und König hatten heute von 10 Uhr ab mit dem Reichskanzler eine Besprechung, hörten von ll1/* Uhr ab den Vortrag des Kriegsministers und von 11?/* Uhr ab dmsenigen des Chefs des Militärkabinets.

Berlin, 10. Dez. Die heutige (38.) Plenarsitzung des Reichs­tags wurde vom Präsiventen v. Levetzow um 1 Uhr 20 Min. eröffnet. Der Abg. Helldorff ist neu in das Haus eingetreten. Auf der Tages­ordnung steht zunächst die Gesammtabstimmung über den Gesetzentwurf, betr. die Vereinigung Helgolands mit dem Reiche. Derselbe wurde auf Grund der Beschlüsse dritter Lesung mit großer Mehrheit angenommen. Bei Fortsetzung der ersten Berathung des Etats für 1891/92 erhielt heute zuerst als Redner der Reichspartei Abg. Graf Behr-Behrenhoff das Wort. Er tritt zunächst den gestrigen Ausführungen des Abg. Richter namentlich bezüglich des Alters- und Jnvalidengesetzes entgegen, hebt aus dem ordentlichen Etat einige Punkte hervor, in denen eine Einigung wohl zulässig sei, betont aber besonders, daß im Extraordinarium Absetzungen nöthig sein würden. Die Einnahmen aus den Zöllen seien mit Vorsicht veranschlagt, aber man müsse auch bedenken, daß dieselben in gleicher Höhe wie bisher nicht steigen würden. Wenn überall die wünschenswerthe Spar­samkeit obwalte, dann würden wir ohne Bedrückung in der Lage sein, die Ausgaben aufzubringen, die zur Wahrung der Sicherheit des Reiches nach außen und zur Durchführung der sozialen Gesetzgebung erforderlich seien. Abg. Dr. W i n d t h o r st bekämpft zunächst besonders den §. 7 des Etats­gesetzes, wonach die Franckenstein'sche Klausel dahin abgeändert werden soll, daß statt 130 000 000 M. für das Etatsjahr 1890/91 der Reichskasse ' von dem Ertrage der Zölle 140 242 500 M. verbleiben sollen. Er erkennt in dieser Erhöhung eine Verletzung des föderativen Prinzips und wundert sich, daß die Mehrheit des Bundesraths diesem §. 7 zugestimmt habe. Was unser bestehendes Zollsystem betreffe, so sei daffelbe als ein Ganzes zu betrachten, und er könne es nicht für richtig halten, gerade jetzt eine Aenderung vorzunehmen, um so weniger, als in der nächsten Zeit ja eine Revision unserer internationalen Handelsbeziehungen eintreten werde und mit Oesterreich bereits Verhandlungen eingeleitet seien. Den gestrigen Be­merkungen des Abg. Bebel gegenüber weist er darauf hin, daß in Preußen gegenwärtig eine gerechtere direkte Besteuerung erstrebt werde. Derselbe Abgeordnete habe gesagt, seine Partei erstrebe nichts mit Gewalt; das sei höchst erfreulich. Aber Derselbe habe hinzugefügt, die deutsche Militärmacht sei noch stark genug, um jede Bewegung zu unterdrücken. Das beweise aber am besten, wie sehr unsere Militärmacht am Platze sei. So sehr er (Redner) ein Gegner des Altersversorgungsgesetzes gewesen, so anerkenne er doch, daß, nachdem dasselbe einmal Gesetz geworden, es auch ausgeführt werden müsse. Abg. Bebel habe gestern gesagt, daß die Sozialdemokraten

dem Gesetz nur deshalb nicht zugestimmt, weil dasselbe nicht genug gewähre. Auf dem Gebiete solcher Mehrforderungen müsse indeß der Reichstag sich hüten, dem Abg. Bebel zu folgen. Sehr befriedigend sei die gestrige Aeuße­rung des Schatzsekretärs, daß die Regierung bei Begebung der 3proz. Reichsanleihe sich in einer Zwangslage befunden habe. Wir seien reichlich solvent; er erwartet vom Schatzsekretär nähere Aufklärung in dieser Be­ziehung, bezüglich der Einzelctats verlangt.er die größte Spaisamkeit uno will namentlich genau wissen, wohin wir mit Ostafrika kommen. Betreffs der neuen Forderungen für Militär und Marine sei jedenfalls sorgfältig zu prüfen, ob dieselten alle unbedingt und in diesem Jahre zu bewilligen seien. Im Schiffsbau sei wohl ein langsameres Tempo einzuhallen. Tie Sparsamkeit sei auch schon deshalb geboten, um auch anderen Zweigen Mittel des Reichs zuwenden zu können. Nach dieser Rede nimmt der Staatssekretär des Reichsschatzamts Frhr. v. Maltzahn das Wort, um zunächst zu betonen, daß der §. 7 des Etatsgesetzes keineswegs bezwecke, in der Abrechnung des Reichs mit den Einzelstaaten eine prinzipielle Aenderung vorzunehmen; derselbe entspreche lediglich einem momentanen praktischen Bedürfnisse und sei der halb auch vom Bundesrath einstimmig genehmigt. Nachdem sich noch die Abgg. Dr. v. Frege, Scipio, Rickert, Reichskanzler Caprivi und Richter an der Debatte belhei- ligt, wird die Sitzung gegen 51/* Uhr geschlossen.

Berlin, 11. Dez. In der heutigen Sitzung wird die Berathung des Etats fortgesetzt. Bebel kündigt an, die Sozialisten würden, gestützt auf die Steuerpolitik der Regierung, demnächst die Agitation bei den länd­lichen Arbeitern beginnen. Die Getreidezölle nützten nur den Großgrund­besitzern. Der sozialistische Staat werde auch Steuern nehmen, dieselben aber in gerechter Weise vertheilen. Windthorst: Die Sozialisten wiegeln die Leute auf, ohne ihnen etwas Besseres zu bieten. Redner zvendet sich dann noch weiter gegen die Sozialdemokraten und erklärt:Die Dis­ziplin des Heeres werden wir unter allen Umständen aufrechterhalten." Baniberger (freis.):Wenn der Handelsvertrag mit Oesterreich Diffe­rentialzölle enthält, so werden wir ihn ablehnen." Reichskanzler von Caprivi wiederholt, daß die Aeußerungen der Freisinnigen für den Fort­gang der deutsch-österreichischen Verhandlungen schädlich seien. Hahn (kons.) bekämpft die Auslassungen Bambergers und Bebels. Mit der Steuerreform sei ein Werk der ausgleichenden Gerechtigkeit unternommen.

v. Kardorff (freikons.) erblickt in Bebels Worten eine für das platte Land berechnete AgitaUonsrede; die großen Fortschritte, welche die Arbeiter in den letzten Dezennien gemacht haben, habe Bebel verschwiegen. Weitere Fortschritte seien nicht durch Gewalt, sondern nur auf friedlichem Wege zu erreichen. Wisser (freis.) verlangt die Aufhebung der lex Huene und spricht sich gegen alle Agrar- und Jndustriezölle aus. Das Haus be­schließt, eine größere Anzahl der Theile des Etats in der Kommission zu berathen, die übrigen aber im Plenum zu erledigen. (Rh. K.)

Berlin, 11. Dez. Dem Reichstage ist der Handelsvertrag zwischen Deutschland und der Türkei zugegangen und zwar in demselben Umfange, wie er dem Bundesrathe vorlag, mit dem Tarif und den Denkschriften. Die Vorlage hat im Bundesrathe keinerlei Veränderung erfahren.

Berlin, 11. Dezember. Die heutige Sitzung der Schulkonferenz eröffnete Minister von Goßler mit der Mittheilung, daß er die Sitzungen der Konferenz nicht über den 17. oder 18. Dezember auszudehnen beabsichtigte. In der fortgesetzten Berathung über die Beibehaltung der bestehenden Schul­arten und des Lehrplans der Realgymnasien sprachen Eitner, Paulsen und Schlee, wovon beide letztere für Beibehaltung der Realgymnasien eintreten, sowie Bertram und Albrecht. Unter Aussetzung der Abstimmung wurde die Frage berathen, ob es sich empfiehlt, a) an Orten, wo nur Gymnasial­oder Realgymnasial-Anfialten sich befinden, in den drei unteren Klassen nach örtlichem Bedarf neben und statt des Latein einen verstärkten deutschen und modern-fremdsprachlichen Unterricht einzuführen, b) an Orten, wo nur latein- ose höhere Schulen sind, die drei untern Klassen nach örtlichem Bedarf rem lateinschen Unterricht anzugliedern, c) alle siebenstufigen Anstalten: Progymnafien, Realprogymnasien und Realschulen auf sechsstufige zurückzu- führen, d) den Lehrplan der Realschulen und höhern Bürgerschulen gleich zu gestalten und so einzurichten, daß, unbeschadet der andersgearteten metho­dischen Behandlung des Lehrstoffes der Abschluß des Bildungsganges und die Fortsetzung desselben aus der Oberrealschule erleichtert wird. Zu a beantragte Kropatscheck die Worte neben und vor statt des Latein zu streichen; Bertram beantragte die Nebensrage, ob es sich empfiehlt, im Fall der Be-