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Nr. 262.
Montag den 10. November
1890
Dienst-Nachrichten aus dem Kreise.
Gefunden: Auf der Straße von Niederdorfelden bis Gronau eine wasserdichte Pferdedecke; Empfangnahme bei dem Beigeordneten Schott zu Niederdorfelden. 5 Loose über kunstgewerbliche Erzeugnisse in Frankfurt a/M. (Ziehung 5./11. 1890). Eine Peilsche. Ein Regenschirm. Eine Serviette. Ein Geldstück.
Hanau am 10. November 1890.
Tagesschau.
Berlin, 8. No». Die „Köln. Ztg." schreibt: Sicherem Vernehmen nach wird der Finanzminister Miguel im Abgeordnetenhause Anlaß nehmen, die Einbringung der Steuerreformgesetze mit einer großangelegten erläuternden Ansprache zu begleiten. Dagegen werden die Landgemeindeordnung und das Volksschulgesetz nur auf schriftlichem Wege an das Haus gelangen und wahrscheinlich schon am Mittwoch, dem Tage der Eröffnung des Landtages, vertheilt werden. Es gilt fast als zweifellos, daß die Wiederwahl des vorjährigen Präsidiums durch Zuruf erfolgen wird. Einigt man sich in den für Dienstag und Mittwoch anstehenden Fraktionssitzungen in diesem Sinne, so dürfte die ministerielle Eröffnung über die Steuerreform bereits am Donnerstag zu erwarten sein. Mit Rücksicht auf den Wiederbeginn der Reichstagsverhandlungen wünscht man die ersten Lesungen, welche in den Fraktionen vorbereitet werden, sobald wie möglich abhalten zu können. Auch dem Herrenhause werden sofort Gesetzentwürfe vorgelegt, doch dürfte nach Wahl des Präsidiums und einer Verständigung über die geschäftliche Behandlung des Arbeitsstoffes alsbald eine Vertagung des Hauses eintreten.
Berlin, 9. Novbr. Mr. Jl.) An der heutigen Sitzung der vereinigten Jnnungsverbäi de nahmen die Vertreter von 22 Verbänden theil. Es wurde beschlosfen, eine Petition an den Reichstag um Annahme der Novelle zum Krankenversicherungsgesetze, betreffend die Einverleibung der Vcrbandskrankenkassen zu richten; ferner wurde der Zentralausschuß beauftragt, die gegen die Gefängnißarbeit gerichtete Petition an den preußischen Landtag, sowie die Petition über die Einschränkung des Hausirhandels an den Reichstag zu erneuern.
Berlin, 8. Novbr. Die der Stadt Berlin und anderen Städten der Monarchie ertheilte Erlaubniß zur Einfuhr von lebenden Schweinen aus den Mastanstalten Bielitz-Biala und Steinbruch ist auch auf die Stadt Celle ausgedehnt worden.
Berlin, 8. Nov. Die „Nordd. Allg. Ztg." bemerkt bei Wiedergabe russischer Blätterstimmen über den Niedergang der russischen Landwirthschaft: Die deutsche Handelspolitik schaffe jedem Arbeilszweige gleich- werthigen Schutz, Rußlands Wirthschaftspolitik diene jedoch einseitig dem industriellen Interesse, während doch in der Gesammtheit der russischen Interessen die agraren schwerer wiegen als die gewerblichen.
Hamburg, 7. Novbr. Der heutige Orkan im Kanal richtete, wie die „Nat.-Ztg." mittheilt, furchtbaren Schaden an Eigenthum an. Mehrere Schiffe sanken, darunter daS eines schottischen Edelmanns mit Besitzer und Mannschaft. Bei Galveston verbrannte ein Dampfer, her nach Bremen bestimmt war.
Bremen, 8. Nov. Das auf der Werft der Aktiengesellschaft „Weser" für die kaiserliche Marine neuerbaute Panzerschiff „P" ist heute glücklich vom Stapel gelaufen. Admiral Köster hielt die Rede und taufte das Schiff auf Befehl des Kaisers „Beowulf".
Dresden, 9. Novbr Dr. Karl Peters und seine Begleiter, Borchert und Kapitän-Lieutenant Rust, wurden, nach dem „Fr. Jl.", heute Mittag vom König im Schlosse empfangen; die Audienz, in welcher Peters über seine Expedition berichtete, währte eine halbe Stunde. Beim Abschied gab der König den besten Wünschen für die weiteren Unternehmungen von Dr. Peters Ausdruck.
Karlsruhe, 8. Nov. Infolge falscher Weichcnstellung fuhr auf der hiesigen Station am Mühlburger Thor der von Mannheim kommende Personenzug auf einen stehenden Güterzug. Einige Passagiere und Personen des Dienstpersonals wurden unerheblich verletzt. (Fr. N.)
Mailand, 8. Nov. (K. Z.) Der deutsche Reichskanzler sprach sich dem Bürgermeister gegenüber wegen des freundlichen Empfanges, der chin überall bei seinem Erscheinen seitens der Bevölkerung zu Theil würde,
sehr herzlich und dankbar aus. Heute Vormittag empfing er eine Abordnung der hiesigen deutschen Kolonie, welcher er seine Freude über ihr Gedeihen bekundete. Bei dieser Gelegenheit gab er auch seiner Befriedigung über die gegenwärtig so günstige politische Lage Ausdruck. Die Mitglieder der deutschen Kolonie beabsichtigen, dem Reichskanzler bei seiner Abreise morgen Vormittag 93 4 Uhr über den Gotthard eine Ovation am Bahnhöfe zu bereiten.
Mailand, 8. Novbr. (Reichsanz.) Der deutsche Reichskanzler v. Caprivi besichtigte heute Vormittag auf einem Spazierwege die Via Manzoni, die Piazza della Scala, die Galerie Viktor Emanuel, den Dom, den Korso Viktor Emanuel, den Senat, das Staatsarchiv und die Statue Na- poleon's lli. Um 11 Uhr kehrte der Reichskanzler ins Hotel zurück, kon- ferirte daselbst 3/t Stunden mit dem Ministerpräsidenten Crispi und begab sich dann gemeinschaftlich mit demselben zum Dejeuner in den Speisesaal.
Mailand, 9. Novbr. Der Reichskanzler General v. Caprivi hat heute Vormittag IO1/» Uhr mit dem Zuge der Gotthardbahn die Rückreise nach Berlin angetreten. Der Reichskanzler und Ministerpräsident Crispi hatten sich gegen 10 Uhr vom Hotel Cavour in einem Wagen-gemeinsam nach dem Bahnhof begeben. Beide Staatsmänner verabschiedeten sich dort von einander in überaus herzlicher Weise mit wiederholtem Händedruck. Die auf dem Bahnhof versammelte zahlreiche Menge, unter der sich auch die Mitglieder der hiesigen deutschen Kolonie befanden, begrüßte den Reichskanzler mit wiederhollen lebhaften Hochrufen. Dem Ministerpräsidenten Crispi, der sich heute Abend nach Rom und -von da nach Palermo begibt, wurden, als er den Bahnhof verließ, ebenfalls Hochrufe dargebracht.
Paris, 8. Nov. Die Kammer beendete die Berathung des Kriegsbudgets und nahm, nach den „Fr. 'JL", unverändert sämmtliche Kapitel, betreffend die ordentlichen und außerordentlichen Ausgaben, an. Montfort (Rechte) hatte beantragt, anstatt der für Fortifikationsarbeiten in den befestigten Plätzen beantragten Summen im voraus einen Kredit von einer Million zu genehmigen, um die Uebuugsplätze zu vermehren. Der Kriegsminister bekämpfte den Antrag, da die Befestigungsarbeiten dringend nothwendig seien.
London, 7. Novbr. Gestern Nacht und heute wüthete an den britischen Küsten ein heftiger Nordwesisturm, welcher einen furchtbaren Seegang verursachte. An der Westküste kamen verschiedene Schiffbrüche, theilweise auch mit Menschenveilust, vor. Die Telegraphenverbindung im Lande ist vielfach gestört.
New-Uork, 8. Nov. Behufs Abhaltung einer Gedächtnißfeier der Hinrichtung der Chicagoer Anarchisten hatte eine Anzahl Anarchisten in Newark (New Jersey) einen Saal gemiethet. Als der Eigenthümer des Saales erfuhr, zu welchem Zweck derselbe benutzt werden sollte, verweigerte er den Einlaß. Die Anarchisten sammelten sich außerhalb des Gebäudes an und einer versuchte eine Rede zu halten; als der Polizeihauptmann dies zu verhindern suchte, wurde er durch einen Schlag über den Kopf betäubt. Die Menge nahm eine drohende Haltung an, bis Polizeiverstärkung eintraf, welche die Ruhestörer mit Stockschlägen auseinandertrieb und mehrere Personen verhaftete. Most, welcher anwesend war, entkam. (K. Z.)
China. Nach einer Meldung des „Standard" aus Shanghai griffen die Chinesen nach Schluß des jüngsten Buddhistenfestes die christlichen Kolonien Probing und Szechuen an, mordeten, plünderten und steckten die Kolonien in Biand. Zwanzig Christen wurden getödtet; ihre Leichen wurden in den Fluß geworfen. Die Opfer sind zum Christenthum bekehrte Chinesen.
Bremen, 8. November. Der Dampfer des Norddeutschen Lloyd „Saale" ist heute in New Aork eingetroffen.
Reichsgerichts-Entscheidungen.
Für den Fall mehrerer real konkurrirender Zollvergehen und mehrerer Geldstrafen ist, nach einem Urtheil des Reichsgerichts, II i. Strafsenats, vom 3. Juli 1890, bei Abmessung derjenigen Freiheitsstrafe, welche im Falle der Uneinziehbarkeit der Geldstrafen an die Stelle der letzteren treten soll, §. 78 des Slr.-G.-B. maßgebend, wonach der Höchstbetrag dieser Freiheitsstrafe 2 Jahre Gefängniß beträgt. Durch §. 162, 1 V.- Zollges. („Im Falle die Geldstrafe nicht beigetrieben werden kaun, tritt statt derselben verhältnißmäßige Freiheitsstrafe ein, welche im ersten Falle