jährigen Priesterjubiläums desselben gratulirt auf das wärmste, gedenkt der Verdienste für das religiöse und sittliche Wohl der Bevölkerung, sowie der treuen Anhänglichkeit an das königliche Haus und wünscht, der Himmel möge den Jubilar noch lange seinem segensreichen Berufe und seinem friedlichen Wirken erhalten.
München, 25. August. Der Kaiser von Oesterreich ist heute früh hier eingetroffen und von der Prinzessin Leopold und der österreichischen Gesandtschaft am Bahnhof empfangen worden. Se. Majestät begibt sich morgen nach Kreuth.
Nürnberg, 25. August. Der König von Portugal ist mit seinem Gefolge heute Vormittag hier eingetroffen und hat im „Bayerischen Hof" Wohnung genommen.
Stuttgart, 26. August, 3.22 N. Generalfeldmarschall Blumenthal ist soeben hier eingetroffen. Er wurde nach der „Fr. Z." empfangen vom Gouverneur General v. Lupin und Platzmajor v. Gcaevenitz. Eine große, vor dem Bahnhof versammelte Menschenmenge begrüßte den Feld- marschall durch lebhafte Hochrufe.
Die Festung Friberieia, an die sich so manche trübe Erinnerung für Schleswig-Holstein knüpft, soll aufgehoben und die südjütische Halb- Brigade nach Roskilde verlegt werden. Ein Korrespondent der „Voss. Ztg." in Kopenhagen bemerkt dazu: „Das ist der Anfang von dem längst beabsichtigten Schritte, die dänischen Festlandsprovinzen Jütland und Fünen zu räumen und das dänische Heerwesen auf Seeland zu konzentriren. Die beabsichtigte Dislokation zeigt, daß Herr Bahnson mit der Befestigung Kopenhagens so ziemlich fertig ist. Seit 100 Jahren ist die militärische Grundlage des Landes bisher die gewesen, daß sich in jedem Landestheil die Kadres befanden, die zu ihm gehörten, so daß die Konzentration des Heeres in Kriegszeiten an der einen oder anderen Stelle geschehen konnte. Indem Herr Bahnson sich anschickt, diese natürliche Eintheilung zu vernichten, entblößt er das ganze Land, um die famose Festung zu decken.
Wien, 25. August. Crispi traf in Eger 10 Uhr 15 Min. ein; Kalnoky erwartete ihn am Bahnhof. Die beiden Staatsmänner schüttelten sich herzlich die Hände; Kalnoky begleitete Crispi zu Fuß in das nahe Hotel Welzel, wo sechs Zimmer bereit standen und wo um 3 Uhr die gemeinschaftliche Mahlzeit eingenommen ward. Crispi führt zwei Secretäre mit sich; seine Gattin dürste ihm morgen von Karlsbad folgen und mit ihm über den Gotthardt heimkehren.
Zur Befreiung Emin Pafcha's hat sich, wie schon früher erwähnt, in Deutschland ein provisorisches Comitâ gebildet, dessen „streng vertraulich" versandtes Zirkular von der „Freisinnigen Zeitung" trotzdem an die Oeffentlichkeit gebracht worden ist. Das Zirkular stellt es einmal als nationale Pflicht hin, Emin Pascha, dec ein Angehöriger der deutschen Nation ist, aus seiner Lage zu befreien, und hält es ferner für eine handelèpolische Frage von beionverer Bedeutung, sich durch eine derartige Expedition den Handel Mittelasrikas zu erschließen. Im Anschluß an die Expedition wird in Aussicht genommen, im Falle der Erreichung des Anschlusses mit Emin Pascha eine Handelsstraße von den oberen Seeländern nach dem Osten gestützt aus neu zu errichtenden Stationen herzustellen und dauernd festzuhalten. Zu diesem Zweck sei die Begründung einer deutschostafrikanischen Seengesellschaft als das letzte Ziel der Expedition von vornherein ins Auge gefaßt. Zur Durchführung dieses Planes hat sich ein provisorisches Comitö gebildet, welches eine aus sieben Personen bestehende geschäslsführende Kommission gebildet hat. In dieser Kommission sitzen der freikonservative Abgeordnete Dr. Otto Arendt, der frühere elfa§ lothringische Staatssekretär v. Hofmann, der Direktor der deutsch -ostafri- kanischen Gesellschaft, Lucas, Herr Dr. Peters, der Direktor im Reichspostamt, Sachse, ein Rittergutsbesitzer Schröder in Berlin und der bekannte Afrikareisende Lieutenant Wißmann. Schatzmeister ist der Bankier Herr Carl v. v. Heyot in Elberfeld. Außerdem nehmen Beiträge an die deursch-ostafrikanische Gesellschaft und die deutsch ostafrikanische Plantagengesellschaft. Wie die „Nat Ztg." mittheilt, gehört zu der geschäftsführenden Kommission außer den aufgezählten Herren auch Professor Dr. Schwei, furth. Zu dem erweiterten Comit6 gehören noch eine Anzahl Parlamentarier. So Rudolph v. Bennigsen, Graf v. Mirbach Sorquitlen, Herr v. Kardorff, Freiherr v. Minnigerode u. A. Das Comitch dessen provisorischen Vorsitz Dr. Peters führt, wird sich am 11. September d. J. in Wiesbaden endgültig konstituiren. Außer dem Kaiser hat auch Fürst v. Bismarck der geschäftsführenden Kommission seine besten Wünsche für das Gelingen der nationalen Sache ausgesprochen.
Paris, 25. August. (K. Z.) Gestern Abend gegen 9 Uhr explo- dirte am Opernplatz?, an der Ecke des Boulevard des Capucines und der Rue du Quartre Septembre, eine Bombe. Menschen wurden nicht verletzt. . Zu derselben Zeit platzte in der Avenue du Clichy eine Bombe; ein Kaufmann wurde schwer verwundet.
Toulon, 24. August. Die Schiffe des Reservegeschwaders, welche mobilisirt worden sind, haben die Reede zu einer zehntägigen Uebung verlassen.
Dem Vernehmen nach ist Frankreich die einzige Zucker produ- zirende Macht, welche der Unterzeichnung des Vertrages für die Abschaffung der Zuckerprämien Hindernisse bereitet. Sollte am nächsten Dienstag, wenn die Zuckerprämien-Konferenz wieder zusammentritt, die
französische Regierung fortgesetzt eine unabhängige Haltung beobachten, so werden die Delegirten aller übrigen Länder den Vertrag unterzeichne« und es Frankreich überlassen, nach eigenem Gutdünken zu handeln.
Petersburg, 25. August Nach dem „Russischen Invaliden" findet im Gouvernement Cherson ein großes sechstägiges Manöver statt, welchem auch der Kaiser beiwohnen soll. An demselben werden auch eine Division Infanterie, bestehend aus 4 Reservekadre-Bataillonen, und eine ebenfalls mobilisirte Reserve-Artillerie-Brigade (4 Batterieen zu 8 Geschützen) theilnehmen. Die Truppenbeförderung wird per Eisenbahn laut dem Kriegsreglement geschehen. Die Feldpost und der Feldtelegraph werden funktioniren.
Bremen, 24 August. Der Dampfer des Norddeutschen LloÄ „Main" ist vorgestern in Baltimore eingetroffen.
Spe zial-Telegramme des „Deutschen Montags-Blatt." '
Rom, 26. August Die „Riforma" sagt, die Begegnung Crièpij und Kalnokys in Eger habe festgestellt, daß die Regierungen von Oesterreich- Ungarn und Italien in ihrer Auffassung der verschiedenen Fragen, welch Europa beschäftigen, übereinstimmen. Aus den Begegnungen in Friedrichè- ruh und in Eger werde nichts hervorgehen, worüber Europa sich beklagen könnte.
Nürnberg, 26. August. Der König von Portugal ist heute mit seinem Gefolge nach Reinhardsbrunn abgereist.
Brüssel, 25. August. Der Deputirte für Termonde, Debruy«, ist zum Minister des Ackerbaues und der öffentlichen Arbeiten ernannt worden.
AW- Fortsetzung der Tagesschau in der Beilage. *H^
Aus Stadt, Provinz und Umgegend.
Lutherfestspiel. Es ist die irrige Meinung vertreten, als ob die beiden ersten Aufführungen schon ausverkauft wären, dem ist aber nicht so. Da die Erfahrung gemacht ist, daß der Zudrang zu den Luther- festspielen dem Ende zu, mehr und mehr zunimmt und den Anforderungen dann nicht mehr entsprochen werden kann, rathen wir Jedermann sich von Beginn an einen Platz zu sichern.
Lutherfestspiel. Es ist vielfach die irrige Meinung vertreten daß das Lutherfestspiel sich durch sämmtliche 8 Vorstellungen fortspimip, d. h. der Anfang desselben am 29. August sei und das Ende desselben am 9. September. Dem ist aber nicht so, sondern an jedem 38 ov* stellungs-Abend kommt das ganze Lutherfestspiel zur Darstellung. l
Lutherfestspiel. Auf mehrfache Anfragen sei, trotzdem auf bew großen Plakaten alles enthalten ist, auch an dieser Stelle bemerktt das . an den Vorstellungstagen die Kasse Morgens von 11 bis 12 llhr/ und eine halbe Stunde vor Beginn der Vorstellung ge-, öffnet ist. Mit Beginn des Spiels wird das Theatergebäuve geflossen.*'
Zur Sedanfeier. Für die diesjährige Sedanfeier ist die vor-'' zügliche Militärkapelle des 18. bayerischen Infanterie-Regiments, Garnison Landau, gewonnen worden, welche in einer Stärke von 43 Mann in Uniform am Festvorabend dahier eintreffen wird.
Dienstbotentreue. Am 27. August 1848 war es als Barbar« Di egeler aus Melsungen in den Dienst des Herrn Rentner Joh. Heim. Deibel, Altstädter Hospitalstraße Nr. 21 hier, getreten und während der Dauer eines Menschenalters, bezw. eines Zeitraums von 40 Jahren in treuester Pflichterfüllung Freud und Leid mit der Familie Deibel getheilt hat. Es darf dies als ein sehr erfreuliches Zeichen gelten, daß es noch hochehrenwerthe sich ihrer Pflicht stets bewußte Dienstboten gibt. Wir gratuliren der Jubilarin herzlich zu ihrem heutigen Ehrentage unt wünschen, daß das gute Verhältniß, welches hier zwischen Herrschaft und Dienstboten herrscht, noch recht lange in der seitherigen Weise erhalten bleiben möge.
Der Jubilarin wurde ein künstlerisch ausgestattetes Diplom, welcher die Unterschrift ihres Dienstherrn und sämmtlicher Damen der Familie trägt, überreicht. Außerdem erhielt sie als Geschenke: eine prächtige golden! Kette, von Damen der Familie Deibel gestiftet; ihr Dienstherr beschenkt! die Jubilarin mit goldener Uhr und Kette; Schwester und Schwägerin des Herrn Deibel verehrten ihr goldene Brache mit Initialen. AM- dem erhöhten zahlreiche Gratulationen und sehr zahlreicher Blumenschmuck, die Festfreude des treuen Dienstboten.
Militärisches. v. Goetz u. Schwanenflieb, Port.-Fähm. vom 5. Thüring. Inf. ° Regt. Nr. 94 (Großherzog von Sachsen), ist i« das 3. Hess. Inf. - Regt. Nr. 83 versetzt. Otto, Sek. - Lieut. von dir. Res. des 2. Hess. Hus. - Regis. Nr. 14, ist zum Prem. - Lieut. befördert-' Frhr. v. Wangenheim, Vize-Feldwebel vom Landw.-Bat. Bez. Goth»- ist zum Sek. - Lieut. der Res. des Hess. Jäger -Bats. Nr. 11 befördert- Heydenreich, Vize-Feldwebel vom Landw.-Bat. Bez. II Cassel, ist zu« Sek.-Lieut. der Res. des Hess. Feldart.-Regts. Nr. 11 befördert. G es cke- Sek.-Lieut. von der Inf. 1. Aufgebots des Landw. - Bat. Bez. I Casstl ist der Abschied bewilligt.
Erledigte Stellen im Bezirk des 11. Armee-Corps