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Sanauer Spaziergäuge.

XVII.

Hanau, 13. August.

Das Unglück hat wieder ein Rachbardorf fürchterlich heimgesucht. Schillers Glocke ist erschütternd illustrirt worden und am erschütterndsten tönt uns jenes Wort entgegen:Leergebrannt ist die Stätte". Ein ver­worrenes Chaos von Steinen, Schutt und Kohlen gähnt uns entgegen, hie und da steigt noch leiser Rauch auf, hin und wieder prasselt und knistert noch die Flamme. Wenn schon ein solcher Anblick genügend ist, Grausen zu erregen, so sind es noch vielmehr die Resultate des Brandes selbst. Die wenigsten Leute sind versichert und haben das Nothwendigste verloren; barfuß gingen sie aufs Feld und als sie zurückkamen, war ihr bischen Hab ein Raub der Flammen. Die bitterste Noth herrscht unter den Abgebrannten. Mitbürger, es ist an der Zeit zu helfen, was küm­mern uns die Abgebrannten anderer Ortschaften, wo das Unglück so nahe bei uns geschah. Alles ist willkommene Gabe: Kleider, Schuhe, Lebens­mittel, Geld. Wo das Unglück so furchtbar ist, da hört jede Form auf, Hilfe, schleunige Hilfe thut noth. Wenn jeder der Tausende die dort waren, nur ein kleines Scherflein auf den Altar gelegt hätte, so wäre schon die erste Noth gelindert. Wer gibt dem armen Mann, der nichts mehr hat als seine Familie, wer gibt ihm zu leben? Also laßt die Nothschreie der Armen nicht ungehört im Winde verhallen!!

Doch wenden wir den Blick wieder unserer Stadt zu, dort herrscht keine Noth, wohl aber eine kleine Verstimmung über einen Mißstand, dem unseres Erachtens abzuhelfen wäre; las ist die üble Ausdünstung der Eintauchen. Ob das an einer Störung der Kanalisirung oder sonst wo liegt, können wir nicht beurtheilen, jedenfalls sind solche Eintauchen bei einer Hitze wie in den vergangenen Tagen der Heerd aller möglicher Krankheiten und es wäre an der Zeit dagegen einzuschreiten. Wenn man auch kein Eau de Cologne hineinschütten kann, um den Geruch zu dämpfen, so kann doch anderweit Abhülfe geschafft werden.

Wir hoffen alles' noch zu Verbessernde von der Amtsthätigkeit unseres neuen Herrn Oberbürgermeisters, z. B. Pflaster, Grimmdenkmal und dergleichen mehr.

Zugleich verfehlen wir nicht, Befugte darauf aufmerksam zu machen, daß das Mainufer an der Philippsruher Allee von unbeaufsichtigten Kindern jeden Alters als Tummelplatz besucht wird; es ist dies an sich schon ein gefährlicher Platz, auch eine eventuelle Rettung durch die Weiden sehr erschwert. Es sollten doch die betr. Eltern ihre Kinder auf Spazier- gängen an ihrer Seite behalten, und nicht leiden, daß sie sich aus Ufer stellen und sogenannte Wafferweibchen machen, überhaupt das allein spazieren gehen auf so gefährlichen Wegen ganz verbieten. Das Wasser fordert Opfer genug und es ist nicht nöthig, daß man durch Unvorsichtig­keit die Gefahr erhöht.

Auf Grund des § 1 des Gesetzes vom 2. Juli 1875, die Anlegung und Veränderung von Straßen und Plätzen in Städten und ländlichen Ortschaften betreffend, ist ein Baufluchtlinienplan für eine Verbindungsstraße von der Leipziger­straße längs der s. g. Landwehr bis auf den Lehrhöferweg festgestellt worden. Dieser Plan wird, nachdem er die Zustimmung der Orts­polizeibehörde erhalten hat, gemäß § 7 des an­geführten Gesetzes zu Jedermanns Einsicht auf dem Rathhause aufgelegt. Etwaige Einwendungen gegen denselben müssen binnen vier Wochen prä- clusivischer Frist vom 13. d. Mts. ab, also spätestens zum 10. September l. J. bei dem

Inserate.

Mahr & Roediger garantirt S Rhein-,Pfdlzer-, Mosel 7601 ii. Bordeaux-Weine.

Unterzeichneten angebracht werden.

Hanau, 11. August 1887.

Der Oberbürgermeister.

I. V.: Heraeus.

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Im hiesigen Landkrankenhause ist eine Wärterstelle zu besetzen.

7603 Der Dirigent: Sanitätsrath Dr. Noil.

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Eine ganz neue Collektion ist wieder eingetroffeen bei J. Kreis,

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Desgleichen wäre zu wünschen, daß Pferdeställe nicht zu öffentlichen Lokalen gemacht werden, wo fast ausgewachsene Fohlen aus- und ein­gehen und durch die Salzgaffe über den Marktplatz bis an das Stein- heimerthor Abends Spazierläufe machen und den friedlich fürbaß ziehen­den Wanderer in Schrecken setzen. Wenn die Thiere der Hafer sticht wollen wir nicht unsere Knochen zu Markte tragen.

Ein gutes Geschäft empfehlen wir starken Aepfelweintrinkern. Anstatt daß sie jetzt Geld zusetzen bei 25 pCt. Aufschlag, können Isis bei starkem Verbrauche noch ein recht hübsches Sümmchen pro Tag erübrigen. Das geschieht nämlich auf folgende Weise, wenn sie das Aepfelweintrinken auf­stecken und statt dessen Bier trinken, macht auf 10 Glas pro Tag schon 50 Pf., pro Woche 3 50 Mark pro Jahr 182 Mark. Für Mehrtrinker steigert sich der Gewinn natürlich entsprechend. Doch schon ein recht hübsches Geschäft für boßes Bier trinken Geld zu verdienen.

Zum Schluß machen wir auf die am nächsten Freitag stattsindende Sonnenfinsterniß aufmerksam. Daß ja Niemand verfehlt, sich das groß­artige Schauspiel anzusehen, denn es wird vielleicht Wenigen vergönnt sein ein derartiges nochmals zu erleben. Es sei denn, daß er unsere tägliche Sonnenfinsterniß einer Observation unterwirft: Wenn man näm­lich spät Nachts durch die Marktstraße geht, kann man jedesmal eine Ver» finsterung derSonne" wahrnehmen.

Picolo.

Briefkasten.

Donnerstagsgesellschaft im Goldenen Löwen. Die Fasanerie hat in ihrer größten Länge 800 m, in ihrer größten Breite 450 m. Zur Berechnung wollen wir annehmen, sie habe die Form zweier Dreiecke, die mit der Grundlinie an­einanderliegen und da der Flächeninhalt eines Dreiecks gleich dem halben Pro- duct aus Höhe und Grundlinie ist, so hätten wir folgende Berechnung: Die Höhe des einen Dreiecks beträgt 550 m, die . Grundlinie für beide 450 folglich ist der Flächeninhalt des einen Dreiecks gleich 123750 □m. Die Höhe des zweiten be­trägt etwa 270 m folglich der Flächeninhalt 60750<n, folglich die ganze Aus­dehnung 184500 Dm. Die Neustadt hat die Form eines unregelmäßigen Sechs­ecks, bestehend aus sechs Dreiecken, die folgende Größenzahlen haben: Dreieck I 120 000; II 45 000; III 60 000; IV 70 000; V 45 000; VI 40 000, folglich der gesammte Flächeninhalt der Neustadt Hanau 380 000 L_m. Sie sehen also wie be­deutend die Fasanerie kleiner ist.

M. R. Wir können in der Sache nichts thun, denn sie liegt uns zu fern. Wenden Sie sich an ein diesbezügliches Institut.

Mehrere Wettende, lieber das Glockenläuten Abends 10 Uhr, Montags und Freitags Vormittags, sowie Montags und Donnerstags Nachmittags wenden Sie sich an den Chronisten des Geschichtsvereins, der Ihnen jedenfalls gerne Auskunft geben wird.

(Anfragen beliebe man zu richten andie Redaktion des Hauaner-Anzeiger Briestskasten.")

13.

Thermometerstand.

12. August. Mittags 2 Uhr + 15°, Abends 7 Uhr + 13^°; August. Morgens 7 Uhr + 8^°, Vormittags 10 Uhr + 14'

Mainwas? erwärme heute Vormittag 11 Uhr 141 /a® K

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