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kräftigen Beihülfe des Bayernkönigs Ludwig I. und dann des Norddeut­schen Bunds, wie später des Reichs, seiner Fürsten, des Volks nach mancherlei Schwierigkeiten hervorgegangenen und nun so hoch entwickelten Anstalt schilderte der Vorlrag, natürlich nur in großen Umrissen, die Fülle alles dessen, was dieselbe unter dem angegebenen Gesichtspunkt nach jeder Richtung dem Wissen und der Forschung bietet. Der Gefahr, durch eine ledigliche Nomenklatur zu ermüden, wußte der Redner glücklich zu begegnen, indem er seine Darstellung mit übersichtlichen Ausblicken auf die einzelnen Stadien der Kulturentwickelung durchsetzte.

-i- Viertes Kammermustk-Coueert. Das vierte und letzte Kammermusik-Concert, welches gestern Abend int Saalbau zum Riesen stattfand, bot wiederum des Schönen so viel, daß die zahlreich erschienenen Zuhörer mit besonderer Befriediedigung den Concertsaal verlasien konnten.

Der instrumentale Theil ließ, wie gewöhnlich, an Präcision, feinem künstlerischen Vortrage nichts zu wünschen übrig. Ganz besondere Aner­kennung verdient die Aufführung des Mendelswhn'schen D-moll-£rio§. In demselben, sowie in den später zum Vortrag gebrachten Solostücken für Geige lernten wir in Herrn Concertmeister Schnitzler eine neue künst­lerische Kraft kennen. Ausgestattet mit den Eigenschaften eines vorzüg­lichen Violinspielers, brächte er die beiden Piscen: Legende von Wie- niawsky und Habanera von P. de Sarasate sehr gut zu Gehör des aufmerksam lauschenden Publikums, das den Vortragenden mit reichlichem Applaus belohnte.

Auch hatten wir Gelegenheit, Herrn Kapellmeister Wallenstein als Solist auf dem Claviere zu hören. Wenn wir uns von dessen meister­haftem Spiele schon längst das günstigste Urtheil gebildet haben, so be­stätigte der pikante Vortrag der beiden Stücke: Nocturne von Chopin und Don Juan-Fantasie von S. Thalberg dieses um so mehr.

Das gestrige Auftreten der Concerlsängerin Fräul. Olga Jslaer aus Frankfurt, welche im zweiten Kammermusik-Concert bereits mit Erfolg auftrat, ließ den gesanglichen Theil wieder einmal zu Ehren kommen. Sämmtliche Verträge bekundeten auch diesmal ihre bekannten stimmlichen Vorzüge. Allerliebst klang die Schmrck>Arie ausMargaretha" von Ch. Gounod. Zu den beiden kleineren Liedern vonSchumann" mußte sie noch in Folge stürmischen Beifalls eindrittes" zugeben.

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Mit diesem Concert schließt bekanntlich für diese Winter-Saison der Cyclus der Kammermusik-Concerte. Möchte der Sinn für classische Musik immer mehr Boden gewinnen, das Streben, vollendete musikalische Aufführungen zu hören, ein allgemeineres werden, damit den nächstjährigen Concerten um so mehr Freunde edler Musik zugeführt werden können.

Endlich. Heute wurde mit dem Abbruch der Mauer am Ein­gang des Altstädter Schlosses begonnen und wird damit der letzte Rest der Wachthäuser fallen. Ob auch der gehoffte Straßenbeitrag gefallen ist, haben mir nicht erfahren können.

Wiedereinführung der Meisterprüfungen. Das preußi­sche Handelsministerium hat die Königlichen Regierungen veranlaßt, sich gutachtlich darüber zu äußern, ob und in welchem Maße der Zustand des Baugewerbes Mißstände erkennen läßt, welche die Wiedereinführung der Meisterprüfungen für das Baugewerbe wünschenswerth erscheinen lassen. Sollten die Königlichen Regierungen sich für eine Wiedereinführung des Befähigungsnachweises erklären, so wird eine Aeußerung darüber erfordert, wie der Kreis derjenigen Baugewerbetreibenden, für welche ein Befähigungsnachweis zu fordern sein würde, nach den Zweigen des Bau­gewerbes abzugrenzen sein möchte.

Lnndeskreditkaffe. Die Einlösung der am 1. März d. I. fällig werdenden Zinsabschnitle der Landeskreditkasse wird bei derselben vom 24. d. M. an, sowie außerdem in bisheriger Weise bei allem königl. 'Steuerlasten des Regierungsbezirks Cassel erfolgen.

Preisausschreiben der iUuftmten ZeitschriftUni­versum". Das Preisausschreiben für Erlangung mustergültiger No­vellen zum Abdruck in der rühmlichst bekannten illustrirten Zeitschrift Universum" hat eine enorme Betheiligung zur Folge gehabt, da nicht weniger als 409 Manuskripte zu dem festgesetzten Termine eingelaufen sind. Neben 332 Arbeiten aus Deutschland entfallen noch weitere 49 auf Oesterreich Ungarn und 28 auf die Schweiz, England, Frankreich, Portugal, Rußland, Bosnien, Schweden und Amerika. Mit ber, Ver- theilung der drei Preise in Gesammthöhe von 7000 Mark beabsichtigt iie Verlagshandlung noch weitere Erwerbung zu verbinden, sosaß die Abonnenten desUniversum" gewiß bald eine Unterhaltungslektüre von

apartem Werth zu erwarten haben werden.

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Kleiner Belagerungszustand. Nach einer Privatdepesche derFrankfurter Zeitung" hat der Bundesrath in seiner gestrigen Sitzung auf Antrag der hessischen Regierung den kleinen Belagerungszu­stand über Offenbach und Umgegend verhängt. Die Maßregel ist erfolgt in Anschluß an die Vorgänge in Frankfurt.

Schiffbrücke. Die Offenbacher Schiffbrücke ist am 10. Februar, Vormittags 10 Uhr, wegen Treibeises bei einem Wasserstand von 1,20 Meter, Offenbacher Pegel, abgefahren worden.

Offenbach, 10. Januar. Der Urlaub, um welchen Herr Karl Ulrich aus Anlaß der schweren Erkrankung seiner Frau nachgesucht hatte, ist für die Dauer von vierzehn Tagen bewilligt worden. Herr U. ist bereits von Zwickau nach Offenbach zurückgekehrt. (O. K.)

Vilbel, 8. Februar. Nach einer Mittheilung des Kreisarztes Dr. Lorenz belief sich Ende Januar die Zahl der Typhus-Erkrankungen dahier auf 158 Fälle. Die Epidemie ist Gottlob jetzt im Abnehmen.

Beim Büchsenmacher Eitel in Spangenberg, der zugleich Kassi- rer der Schützengesellschaft ist, wurde nächtlicherweile eingebrochen und die von ihm in Verwahrung gehabten Mk. 470 sammt der Schatulle, worin sie enthalten, nach demTh. H.", gestohlen.

Frankfurt a. M 11. Februar. Ein Agent, welchem seine Schulden keine ruhige Stunde ließen, beschloß diesem aufgeregten Zustande durch schleunigste Abreise ein Ende zu machen. So sorgfältig ihn auch seine Gläubiger bewachten, wußte er sie doch zu täuschen. Er verließ seine nahe der Katharinenkirche gelegene Wohnung im Costüme einer Frau, erreichte glücklich die Bahn und gelangte in's Ausland. Die zurückgelassene Schuldenlast beträgt 20,000 Mark. Gestern Morgen ging Der Main stark mit Treibeis. Die Floßschleuse wurde deshalb geöffnet, die Nadeln fortgenommen und die eisernen Böcke umgelegt. Wie es heißt, werden hier die militärischen Feldpostwagen in brauchbaren Zustand gesetzt. (F. R.)

DerReichsanzeiger" veröffentlicht die Ernennung des Frhr. von Reinbaben zum Polizeidirector in Wiesbaden mit dem CharaUer Polizeipräsident".

Darmstadt, 10. Febr. (K. Z.) Wir mir heute aus guter Quelle bestätigt wird, ist demnächst die Verlobung des Prinzen Heinrich von Preußen, der zur Zeit in Kiel als Corvettenkapitän und Führer der zweiten Compagnie der ersten Matrosen-Division Dienst thut, mit seiner Cousine, der Prinzessin Irene von Hessen-Darmstadt zu erwarten. Der Prinz ist 24, die Prinzessin 20 Jahre alt. Ihre älteste Schwester ist die Gattin des Prinzen Ludwig Alexander von Battenberg, während ihre zweite Schwester mit dem Großfürsten Sergius von Rußland ver­mählt ist.

DerPf. Beob." veröffentlicht an der Spitze seiner Nr. 34 folgende Bekanntmachung des Großherzoglichen Amtsvorstandes:

Pforzheim, den 9. Februar. Dem Vernehmen nach wird auch im Amtsbezirk Pforzheim die Behauptung verbreitet, das Seplennat habe eine Verlängerung der Dienstzeit zur Folge. Diese Behauptung ist eine grobe Unwahrheit. Die Dienstzeit bei der Fahne ist durch §. 6 des Ge­setzes vom 9. November 1867 auf drei Jahre festgesetzt und dieses Gesetz wird von den Bestimmungen über die Zahl der Offiziere und Mannschaf­ten des Heeres nicht berührt. Demgemäß dauert gegenwärtig die Dienst­zeit, wiewohl das Gesetz vom 5. Mai 1880 über die Größe des Heeres auf sieben Jahre in Geltung getreten ist, doch nur drei Jahre und wird auch ferner nur so lange dauern, wenn das neue Dem Reichstag vorge­legte Gesetz über die Stärke des Heeres auf sieben Jahre erlassen werden wird. Ich mache darauf aufmerksam, daß gegen Diejenigen, welche die obenerwähnte oder ähnliche Entstellungen der Thatsachen gegen besseres Wissen verbreiten, strafend eingeschritten werden kann."

^eillmmn, 9. Febr. Dieser Tage wurde aus dem Schachte des Salzwerks Heilbronn ein Stück Krystallsalz von etwa 40 Zentner zu Tage befördert. Dieser Koloß soll, nachdem er sauber abgehobelt und polirt ist, auf die Ausstellung nach Amsterdam geschickt werden.

gg- Fortsetzung dieser Rubrik in der Beilage

Thermometerstand.

10. Februar. Mittags 2 Uhr + 1°, Abends 7 Uhr 2°;

11. Februar. Morgens 7 Uhr 0°, Vormittags l0 Uhr + ^2°.

Ein selbstständiger Arbeiter auf feine Arm- bänder gesucht. Näh. Exped.____________1361

Ein Kindermädchen wird gesucht.

Zu erfr. in der Exped. 1362

Es wird ein braves fleißiges Hausmädchen gesucht. Näh. in der Exped. 1354