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S. M. KanonenbootIltis", Kommandant Kapitän-Lieutenant Hofmeier, hat am 27. Juli cr. von Malta die Heimreise fortgesetzt.

Köln, 28. Juli. DieKölnische Volkszeitung" meldet die amtliche Notifizierung der Ernennung des Direktors des Gymnasiums zu Montigny bei Metz, Dr. Scheuffgen, als Dompropst in Trier.

Kiel, 27. Juli. Briefsendungen für S. M. Kreuzercorvette Luise sind zu richten: bis zum 10. Angust nach Cowes (Insel Wight, England), vom 10. bis 22. August nach Gravesend (England), vom 22. August bis 4. September nach Edinburg (Schottland), vom 4. Sep­tember bis auf weiteres nach Wilhelmshaven.

Kissin g en, 28. Juli. Der chinesische Marquis Tseng ist, um dem Fürsten Bismarck einen Besuch abzustatten, hier ein­getroffen und im Curhaus Hotel abgestiegen.

Stuttgart, 28. Juli. (K. Z) Dr. Geßler, von 1870 bis 1885 Cultusminister, ist gestern in Urach gestorben.

Bad G äst ein, 28. Juli. Der Kaiser setzte gestern Nach­mittag wegen Gewitterregens die übliche Spazierfahrt aus. Heute sind die Berge bis tief herunter mit frischem Schnee bedeckt.

Madrid, 28. Juli. Die Kammer beschloß die vollständige Jnfreiheitsetzung der noch in Abhängigkeit von ihren früheren Herren stehenden 26,000 Neger auf Cuba.

London, 27. Juli. Wie dasReuter'sche Bureau" erfährt, hätte Lord Rosebery, nachdem nunmehr die Antworten sämmtlicher austra­lischen Regierungen bezüglich der Vorschläge Frankreichs in Betreff der Neuen Hebriden eingegangen seien, den Botschafter Waddington davon ver­ständigt, daß die australischen Kolonien den von dem Botschafter vorge­schlagenen Arrangements entschieden abgeneigt seien. Die englische Regie­rung könne daher nicht in irgendwelche Abweichung von dem englisch- französischen Abkommen willigen, nach welchem die Unabhängigkeit der Neuen Hebriden von beiden Theilen zu respektiren sei.

Nach Berichten aus St. John (Neufundland) herrscht entsetz­licher Nothstand unter den Fischern und Indianern an der Küste von Labrador und im Norden von Neufundland. Zwischen dem Cap Chud- leigh und der Insel allein sind, wie man weiß, 80 Personen Hungers gestorben und in einigen anderen Distrikten ist die halbe Bevölkerung unterlegen. Im ganzen sollen nicht weniger als 1500 Personen umge- kommen sein. Diese gräßlichen Zustände sind hauptsächlich der beispiellos heftigen Kälte und dem dürftigen Ertrage des Fischfanges zuzuschreiben. Die canadische Regierung beabsichtigt von Quebeck einen Dampfer mit Lebensmitteln nach dem Schauplatze der Hungersnoth zu entsenden. (Rh K.)

Die Chinesen scheinen auf die russischen Anschläge gegen Port Lazerow vollständig vorbereitet zu fein. Der Prinz Tschun, welcher mit der Reorganisation der Marine und der Küstenvertheidigung betraut ist, fuhr mit fünf Kriegsschiffen unter den Admiralen Ting und Lang nach dem Hafen Tschifu und von dort vermuthlich nach Wladiwostock. In dem Berichte wird besonders hervorgehoben, daß das chinesische Nordge­schwader, welches aus Panzerschiffen, die in Stettin gebaut sind, besteht, //große Zufriedenheit verursachte und wunderbar manövrirte."

Hamburg, 27. Juli. Der PostdampferBavaria" der Hamburg - Amerikanischen Packetfahrts - Aktiengesellschaft ist heute in Vera- Cruz eingetroffen.

Aus Stadt, Provinz und Umgegend.

Hanau, den 29. Juli 1886.

(Nachruf.) In derHess. Mrgztg." widmet Herr Major v. Stamford unserem verstorbenen Landsmann Herrn Dr. Duncker einen schwungvollen Nachruf, der mit folgenden Worten schließt:

Nicht mehr wird er in der schönen Landesbibliothek, welche ihm so viele Verbesserungen verdankt, deren Besucher in freundlich liebenswürdiger Weise unverdrossen führen, nicht mehr den seinen Beistand Suchenden reiche Unterstützung gewähren, verstummt ist sein beredter Mund, für immer ruht seine gewandte Feder. An der Bahre des so früh Heimge­gangenen weinen die aus dem Glücke einer seither durch nichts getrübten Ehe in tiefsten Jammer gestürzte treue Gattin, und sechs sehr jugendliche Kinder. Wer vermag ihnen Trost zu geben!

Man darf wohl auf ihn selbst die Worte anwenden, mit welchen er in seiner Festschrift zur 50jährigen Feier des hessischen Geschichtsvereins den Lebensabriß Landau's schließtIst der Vergleich gestattet, so darf man wohl sagen: Wie ein Feldherr auf dem Schlachtfelde, starb Albert Duncker, der treueste Sohn seiner Heimath, umschwebt von den Erinne­rungen an das hessische Vaterland und die glorreichen Tage seiner Ver­gangenheit. Ehre seinem Andenken!"

(Gefechtsschießen.) Im Interesse der Sicherheit empfehlen wir die Beherzigung der landräthlichen Bekanntmachung bezüglich des Schießens mit scharfer Munition in heutiger Nummer unseres Blattes.

(Pfarrstelle.) Die Pfarrstelle zu Altenhasungen, Classe Wolfhagen, ist erledigt. Geeignete Bewerber um dieselbe haben ihre Mel­dungsgesuche binnen 4 Wochen, vom 13. Juli ab gerechnet, an Königl. Consistorium zu Cassel einzureichen.

(Landwirthschaftliche Zölle.) Aus den landwirthschaft-

lichen Zöllen des Etatsjahres 1885/86 werden dem Stadtkreis Hanau Mk. 3100 und dem Lankreis Hanau Mk. 6467 überwiesen.

(Extrazug.) Am Sonntag, den 8. August cr., Abends 6 Uhr 37 Min. wird ab Sachsenhausen ein Extrazug nach Berlin (Potsdamer Bahnhof) via Bebra-Nordhausen-Belzig abgelassen, zu welchem, außer in Sachsenhausen, Hanau, Elm und Fulda Billets 1., 2. und 3. Klaffe für Hin- und Rückfahrt mit einer Preisermäßigung von 50 p Ct. und 45tägiger Gültigkeitsdauer ausgegeben werden. Abgang von Hanau (Ostbahnhof) 8 Uhr 39 Min. Abends. Ankunft in Berlin (Potsdamer Bahnhof) 9 Uhr 35 Min. Morgens am 9. August. Kinder unter 10 Jahren werden zum halben Fahrpreise befördert. Freigepäck außer Hand­gepäck wird nicht gewährt.

(Viehmärkte in Hanau.) Ueberall, wo Viehmärkte einge­führt sind, sei es an großen, mittleren oder kleinen Orten, hat sich zum Wohle der Geschäftsleute und somit zum Wohle des Orts, der Verkehr! merklich gehoben. In unserem Hanau dürfte dies angesichts des zur > Zeit herrschenden sehr flauen Gangs unserer Hauptgeschäfte ebenfalls' angenehm empfunden werden, wenn die demnächst in's Leben tretenden Viehmärkte, deren erster bereits am 2 4. des nächsten Monats stattfinden soll, einen regeren Verkehr im Gefolge haben. Der erste Vieh­markt muß zeigen, ob was wir bei den getroffenen, für Käufer und Verkäufer gleich guten Vorbereitungen und bei der günstigen Lage unseres Platzes nicht bezweifeln Hanau sich als Ort für Abhaltung derarti­ger Märkte eignet. Mit dem ersten Markt soll zugleich eine Prämiirung 1 der schönsten eingebrachten Thiere verbunden sein, und obgleich die Mittel hierzu noch nicht beschafft sind, so glaubt sich das Markt-Comite hierüber kein Kopfzerreißens machen zu sollen: die zahlreichen Freunde für Hebung des Verkehrs in unserer Stadt werden zu diesem Zwecke gewiß ihre Geldbörse öffnen. Auch glauben wir sicher, daß die früher hier und da an den Tag gelegte Voreingenommen­heit für Errichtung von Viehmärkten an hiesigem Platze, bei den zur Zeit herrschenden gedrückten Geschäftsverhältnissen, geschwunden ist.

Mögen sich, zum Wohle der Stadt, unsere Viehmärkte recht kräftig entwickeln.

(Feuer.) In einem Ladengeschäft der Nürnbergerstraße entstand heute Morgen Feuer, welchem, trotzdem dasselbe durch die Hausbewohner sehr bald gelöscht war, doch eine Anzahl Waaren zum Opfer fielen. Das Feuer entstand auf folgende Weise: In den durch den Laden führenden Schornstein gehen die Rohre zweier Heerde. Durch eines der Heerd- Rohre flogen Funken in den Schornstein, fielen nach unten und entzünde­ten den Ruß im Ofenrohre des Ladens, wodurch die nebenan liegenden, Waaren in Brand geriethen.

(Waldfest.) Auch der GesangvereinEintracht" beabsichtigt« nächsten Sonntag im Lamboywalde ein Waldfest abzuhalten, wozu Freunde und Gönner des Vereins willkommen sind.

(Humoristischer Herrenabend.) Wir machen wiederholt auf den nächsten Samstag Abend stattsindenden, von dem beliebten Komiker unserer Bühne Herrn Meyer veranstalteten humoristischen Herrenabend, welcher bei Bier und Wein in derCentralhalle" abgehalten wird, auf­merksam. Bekanntlich versteht es Herr Meyer aus dem ff die Lachmus- keln der Besucher seiner Veranstaltungen in Bewegung zu setzen und hat derselbe, wie wir hören, für nächsten Samstag wieder einige humoristische Neuheiten erworben, die gewiß Beifall finden. Selbstverständlich ist auch für andere gute Unterhaltung zum Ausfüllen der Pausen Sorge getragen.,

(Hundstage) Tief in den Hundstagen sitzen und heute Morgen halb 6 Uhr nur kaum + 9° R. beobachten, wie reimt sich das zusammen? Da nimmt es nicht Wunder, wenn die leichte Sommer­kleidung wieder von der Bildfläche verschwindet und, wie es vorgekommen, der Kohlenkroppen in die Wohnstube geschleppt wird, um wenigstens die Zimmertemperatur auf + 16 bis 18° R. zu bringen. Daß unter solchen Umständen die Landleute, am meisten aber die Winzer von der Witterung nicht entzückt sind, ist leicht begreiflich.

(Für Briefs chreiber.) Im Jahre 1884 ist, nach demTh. H.", im deutschen Reichsgebiete eine Viertelmillion unanbringliche Briefe und Postkarten durch Feuer vernichtet worden. Es läßt sich schwer in Worte fassen, welche Summe von Enttäuschungen, materiellem Schaden 2C. dadurch erwachsen ist, und im Laufe eines jeden Jahres von Neuem ver-, ursacht wird. Aber diesem Uebelstande ist sofort abgeholfen, wenn jeder' Briefschreiber auf die Rückseite des Couverts seine Adresse schreibt! I

PA. (XVI. Mittelrheinisches Turnfest in Worms.) Die alte Nibelungen- und Kaiserstadt Worms rüstet sich, um in bekannter > großartiger Weise ein Fest zu feiern, auf welches Tausende erwartungs­voll blicken, ist es doch ein Fest, an welchem wir ein gutes Theil unserer thatkräftigen Jugend in edlem Wettstreit die Kräfte messen sehen. Aus allen Gauen werden die Turner des nahezu 10 000 Mitglieder zählenden Mittelrhein-Kreises zusammenströmen, um Zeugniß abzulegen, daß die Sache der Turnerei sich frisch, fromm, fröhlich, frei immer weiter Bahn bricht, zu Nutz und Frommen ihrer Anhänger, zum Heil unseres Vater­landes. Wer zöge auch nicht gern in die alte Kaiserstadt, die so manche Erinnerung weckt an längst entschwundene Zeiten, deren Bewohner von jeher den Ruf genießen, als liebenswürdige Fest- und Gastgeber. Auch