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Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.
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Die ispaltige Garmondreile ob« bereu 3üuim
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Nr. 22 Mittwoch den 27. Januar 1886.
GetarKtmachungen KöNigL. ^KNdrathsamts.
Gefunden: Ein Paar blaue Handschuhe. Ein Häckelzeug. Eine lederne Handtasche mit diversen Gegenständen. Eine Stahlfeder mit Mechanik. Ein Maskeradehäubchen.
Zugeflogen: Ein Kanarienvogel.
Vom Wasenmeister ein gefangen: ein grauer Pinscher.
Hanau am 27. Januar 1886.
Aus Königl. Landrathsamt.
Tagesschau.
— B erlin, 26. Januar. Se. Majestät der Kaiser haben im Namen des Reichs den bisherigen Vize-Konsul in Jassy, Becker, zum Konsul in Kiew zu ernennen geruht.
— Berlin, 26. Januar. Se. Majestät der Kaiser und König nahmen heute den Vortrag des Polizeipräsidenten Freiherrn v. Richthofen entgegen, empfingen Se. Hoheit den Herzog von Sachsen - Coburg - Gotha und ließen Sich nach Empfang militärischer Meldungen von den Chefs des Militärkabinets und der Admiralität Vortrag halten. Nach einer Spazierfahrt konferirten Se. Majestät der Kaiser und König mit dem Reichskanzler Fürsten v. Bismarck.
— Berlin, 25. Jan. Die Nordostseekanal-Commission genehmigte den entscheidenden Paragraph 1 der Vorlage (Herstellung des Canals) einstimmig unverändert.
— Berlin, 26. Jan. (K. Z.) Die Berathung des Branntweinmonopols in den Ausschüssen des Bundesraths wird noch verzögert, da dem Vernehmen nach die süddeutschen Finanzminister hierherkommen sollen. Berathung wird voraussichtlich in etwa 8 Tagen beginnen. — Die Commission für den Nordostseekanal hat §. 2 (Aufbringung der Mittel für den Canalbau durch Anleihe) genehmigt und die weitere Barathung des §. 3 (von Handelsschiffen zu entrichtende Abgabe) schließlich auf Mittwoch vertagt.
— B erlin, 26. Jan. Die polnische Fraktion des Abgeordnetenhauses brächte den Antrag ein, über die von den Konservativen, Freikonservativen und Nationalliberalen vorgeschlagene Resolution, betreffend die Förderung der deutschen Bevölkerung in den Ostprovinzen, zur Tagesordnung Überzugehen. In den Motiven hebt sie unter anderen hervor, daß die Interessen der deutschen Bevölkerung nicht gefährdet seien, und daß die Förderung deutscher Niederlassungen eine Rechtsungleichheit schaffen und die Eintracht der Nationalitäten gefährden würde. (Fr. N.)
— S. M. Kreuzer-Korvette „Marie", Kommandant Kapitän z. S. Krokisius, ist am 24. Januar cr. in Gibraltar eingetroffen und beabsichtigt, am 27. die Heimreise fortzusetzen.
— Heute (am 27. Januar) sind hundert Jahre verflossen, daß einer der berühmtesten Heerführer der preußischen Armee, der General der Kavallerie Hans Joachim von Zieten, einstiger Chef des Brandenburgischen Husaren-Regiments Nr. 3, welches noch jetzt nach ihm seine Bezeichnung „Zieten'sche Husaren" führt, Ritter des Schwarzen Adlerordens, Erb-Lehns- und Gerichtsherr zu Wustrau, sein thatenreiches Leben beschloß. Am Sonntag den 14. Mai 1699 zu Wustrau als drittes Kind des Landwirthes Joachim Matthias von Steten geboren, zog sich der in Ehren ergraute Soldat wieder nach der Stelle zurück, wo seine Wiege gestanden, um sich in den letzten Tagen seines Lebens ganz dem Wirthschaftsb etriebe zu widmen. Aber trotzdem zog er den Rock des Königs nicht anders aus, als wenn er erkrankt war, und trug auch selbst im Zimmer den Generalsdreimaster auf dem Kopfe. (Rh. K.)
— Die „Badische Landeszeitung" erhielt eine Zuschrift aus Mannheim, die sich mit einem Punkte des Berichts der dortigen Handelskammer befaßt. In derselben heißt es: Gleich bei Beginn der allgemeinen Uebersicht wird darauf hingewiesen, daß in Folge der Zollerhöhung auf Getreide und des günstigen Ernteergebnisses im Jnlande die Einfuhr von ausländischem Getreide bedeutend nachgelassen habe, während im inländischen Weizen ein mäßiger Verkehr stattfand, was früher nie oder doch sehr selten der Fall war. Wenn man in Betracht zieht, daß unsere süddeutschen Getreidepflanzer in den letzten Jahren nicht blos über die schlechten Preise, sondern noch vielmehr über den mangelnden Absatz Klage führ
ten, so darf man im Interesse der nothleidenden Landwirthe mit dieser Wirkung der Getreidezölle wohl zufrieden sein, zumal da eine Preiserhöhung nicht stattfand.
— Budapest, 26. Jan. Auf die Interpellation des Abg. Olay bezüglich der Demonstration bei Darbringung des Kranzes mit ungarischen Farben auf dem Dresdener Turnfest erklärte Tisza: Da die Veranstalter des Turnfestes sofort die nothwendige Genugthuung leisteten und den Kranz im Archive niederlegten, könne die Handlung Einzelner nicht zu einer internationalen Frage aufgebauscht werden. Es könne Niemand behaupten, daß die ungarischen Farben, ohne Genugthuung zu erhalten, insultirt worden wären.
— Klausenburg, 26. Jan. In Radna sind nach den „Fr. N." nahezu 90, in Lippa 200 Häuser überschwemmt. Mehrere Joch Felder stehen unter Wasser. In Lippa stürzten circa 50 Gebäude ein. Die Eisstauung in den Gassen bedroht die Stadt mit einer weiteren Katastrophe. Die Rettungsarbeiten sind schwierig. Da die Einwohner sich weigern, ihre Wohnung zu verlassen, erfolgen die Delogirungen theil- weise durch Gensdarmerie.
— Kopenhagen, 26. Jan. Nachdem die Linke des Folkething gestern die Finanzvorlage der Regierung abgelehnt, wurde die Regierung heute durch eine königliche Resolution ermächtigt, die laufenden Ausgaben bis auf weiteres zu leisten.
— Brüssel, 26. Jan. (Köln. Z.) Lieutenant Frangois, der heute hier eingetroffen ist, wurde am Samstag in Berlin vom Reichskanzler empfangen, dem er Bericht über die Verhältnisse in Mittelafrika erstattete.
— Brüs sel, 25. Jan. Die Nationalbank hat den Diskont von SVä auf 3 pCt. herabgesetzt.
— Paris, 25. Jan. Die Torpedoboote 69 und 74 sind, ersteres von Lorient, letzteres von Rochefort bereits nach Toulon abgefahren, wo im Frühjahr große Uebungen vorgenommen werden. Die Torpedoboote von Brest und Cherbourg, die an den Uebungen theilnehmen sollen, werden in den ersten Tagen des Februar zur Abfahrt bereitgestellt.
— Paris, 26. Januar. Ein Telegramm des Gouverneurs der Gebiete am Senegal meldet, daß die Truppenabtheilung des Generals Frey die Truppen des falschen Propheten Samary vollkommen geschlagen und gegen den Niger zurückgeworfen hat.
— London, 26. Jan. Die „Times" hofft, die an Griechenland gerichtete Warnung werde sich als hinreichend erweisen und die Aufrechthaltung des Friedens sichern; wenn nicht, so werde der griechischen Regierung bald begreiflich gemacht werden, daß die Großmächte Europas nicht mit sich scherzen lassen.
— London, 26. Januar. Die griechische Flotte ist nach Kreta abgefahren, die englische ebenfalls. Wahrscheinlich folgt das deutsche Panzerschiff „Friedrich Karl" gleichfalls dorthin.
— Petersb urg, 26. Jan. Das „Journal de St. Petersbourg" meint trotz der ablehnenden Antwort des Ministers Delyannis, die griechische Regierung werde den Forderungen der Leidenschaft widerstehen, welche um so nutzloser seien, als Europa fest entschlossen sei, keinerlei Gebietsveränderung zuzulassen, die als Entfernung von den Bestimmungen des Berliner Vertrages anzusehen wäre.
— Hamburg, 25. Januar. Der Postdampfer „Allemannia" der Hamburg-Amerikanischen Packetfahrts - Aktiengesellschaft ist in Colon eingetroffen.
— Bremen, 25. Januar. Der Dampfer des Norddeutschen Lloyd „Donau" ist in New-Iork eingetroffen.
WW- Fortsetzung der Tagesschau in der Beilage. ^^SS
Aus Stadt, Prsvmz und Umgegend.
Hanau, den 27. Januar 1886.
— (Rei ch sb ankne b enst elle.) Vom 1. Februar d. I. ab wird in Neuwied eine Reichsbanknebenstelle eröffnet. Es werden von der Reichsbank von diesem Zeitpunkte ab Wechsel auf Neuwied zu denselben Bedingungen wie auf die übrigen Bankplätze angekauft.
— (Desertion.) Seit einigen Tagen fehlt ein hier in Garnison