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Nr. 230.

Freitag den 1. Oktober

1886.

Bekanntmachungen Königl. Landrathsamts.

Zugelaufen: Am 25. v. Mts.: Ein schwarzer Doggenhund mit braunen Streifen, geschnittenen Ohren m. Geschlechts, trug Maulkorb von gelben Draht; Empfangnahme bei Philipp Schmidt 6r in Mittel­buchen.

Hanau am 1. Oktober 1886.

______________________Aus Königl. Landrathsamt.______________________

Bekanntmachung.

Wir machen darauf aufmerksam," daß an unserer Gerichtstafel, an der zu öffentlichen Bekanntmachungen bestimmten Stelle der .Gemeinde Ostheim und in dem Anzeiger des Amtsblatts der Königlichen Regierung zu Cassel Behufs Grundbuchregulirung in der Gemarkung Ostheim ein Aufgebot von uns erlassen ist.

Windecken, den 26. September 1886.

Königliches Amtsgericht.

Dr. Hartmann.

Bekanntmachung.

Wir machen darauf aufmerksam, daß an unserer Gerichtstafel, an der zu öffentlichen Bekanntmachungen bestimmten Stelle der Gemeinde Niederdorfelden und in dem Anzeiger des Amtsblattes der Königlichen Regierung zu Cassel Behufs Grundbuchregulirung in der Gemarkung Niederdorfelden ein Aufgebot von uns erlassen ist.

Windecken, den 26. September 1886.

Königliches Amtsgericht.

Dr. Hartmann.

Grundstücksverkauf.

Zum öffentlichen Verkäufe des in der Gemarkung von Kilian- städten belegenen Domanialgrundstücks:

Karte Lit. H Nr. 369 = 8 a 03 qm Garten in der Schindkaute, ist Termin auf

Mittwoch, den 6. Oktober d. Js.,

Vormittags 11 Uhr, in das Gemeinde-Rathhaus in Kilianstädten anberaumt.

Kauireflektanten werden hierzu mit dem Bemerken eingeladen, daß auf angemessenes Gebot der Kauszuschlag alsbald erfolgen wird.

Hanau, am 29. September 1886.

Der Königliche Domainen-Rentmeister

9111 Bell.

Tagesschau.

Berlin, 30. Sept. Se. Majestät der Kaiser haben Allergnä- digst geruht dem Staatssekretär des Reichs-Schatzamts, Wirklichen Gehei­men Rath v. Burchard, die nachgesuchte Dienstentlassung zu ertheilen.

Berlin, 30. Septbr. Se. Majestät der Kaiser und König empsigen, wie derR. u. St.-A." aus Baden-Baden meldet, gestern Vor­mittag den Besuch Sr. Majestät des Königs der Belgier sowie Sr. Kö­niglichen Hoheit des Großherzogs von Sachsen, welche dort eingetroffen sind, erwiderten diese Besuche am Nachmittage und machten sodann eine kurze Spazierfahrt. An dem Diner, welches bei Ihren Königlichen Ho­heiten den Großherzoglich badischen Herrschaften im Schlosse stattfand, nahmen sämmtliche in Baden-Baden anwesenden Fürstlichkeiten mit ihrem Gefolge Theil. Am Abend war Familienthee bei Ihrer Majestät der Kaiserin und Königin.

Berlin, 30. Sept. Zu Ehren des Geburtstages der Kaiserin haben alle öffentlichen und viele Privat-Gebäude Flaggenschmuck angelegt, rn den Wohlthätigkeitsanstalten fanden festliche Speisungen statt. Im Theater werden die Vorstellungen mit Prologen eingeleitet.

Berlin, 30. Sept. Der General-Intendant der Königlichen Schauspiele, Herr v. Hülsen, ist heute früh gestorben.

Berlin, 30. Sept. Die beiden königlichen Theater sind heute wegen Ablebens des General-Intendanten von Hülsen auf Befehl des Königs geschlossen und sollen auch am Beisetzungstage geschlossen werden, ! n ~ Berlin, 30. Sept. Die Vorarbeiten zum Bau des Nord- ! ^stsee-Canals sind in vollem Gange. Regierungsrath Löwe, Mitglied

der Reichs-Canalbaubehörde, hat sich von hier bereits nach Kiel begeben, wo sich der Baurath Fälscher befindet.

DieNeue Preußische Zeitung" bemerkt in ihrem wirth- schaftlichen Wochenbericht:

. . . Der große Umschwung, der sich in Beziehung auf die Behand­lung der wirthschaftlichen Fragen vollzieht und schon vollzogen hat, trat greifbar in der Versammlung des Vereins für Sozialpolitik zu Frank­furt a. M., der am 24. September die Wohnungsnoth erörterte, hervor. Selbst der Vertreter des engsten Interesses auf diesem Boden gab die Nothwendigkeit staatlichen Einschreitens zu; er bekämpfte eigentlich nur das Hereinziehen der Aktiengesellschaften, die allerdings auch zwei Vertre­ter aufwiesen. . . .

Der DampferRonta", mit der abgelösten Besatzung S. M. Kreuzer-FregatteBismarck" und S. M. KreuzerNautilus", ist am 29. September cr. in Wilhelmshaven eingetroffen.

DieBerliner Börsen-Zeitung" theilt ein Rundschreiben des Grubenvorstandes der ZecheConsolidation" bei Schalke über das auf einem der dortigen Schachte vorgekommene Grubenunglück mit, in welchem Schreiben es u. A. heißt: . . . . Eine ausreichende Unterstützung der Hinterbliebenen der Verunglückten und hülfreicher Beistand werden durch die segensreichen und humanen Bestimmungen des Unfall-Versiche- rungsgesetzes gewährleistet.

Der Reichs - PostdampferSbet" ist auf der Heimreise von Ostasien nach Bremerhaven in Port-Said bereits am 28. September ein­getroffen, anstatt am 2. Oktober, wie fahrplanmäßig festgesetzt war. Die von derOder" überbrachte Post ist von Port-Said am 28. September um 4 Uhr Nachmittags auf dem PostdampferAdler" nach Brindisi abgegangen.

Bonn, 29. Sept. Gestern erfolgte hier durch den Notar Schüler der öffentliche Verkauf der zahlungsunfähig gewordenenRheini­schen Jute-Spinnerei und Weberei in Beuel". Das Ganze war zuvor durch einen Sachverständigen auf 751,308 Mark geschätzt worden und mußte schließlich bei dem gestrigen Verkauf einem Meistgebot von 51,000 Mark zugeschlagen werden, welches letztere von dem Bevollmächtigten der Hauptgläubigerin der Fabrik, der Mitteldeutschen Creditbank zu Frank­furt a. M., abgegeben worden war. Zu dem Verkaufe hatte sich ein großes Publikum, besonders auch hiesige Rechtsanwälte eingefunden, von welchen Justizrath Rath das Meistgebot für die bezeichneten Bank abge­geben hatte. (K. Z.)

Aus Baden-Baden kommen gute Berichte. Der Kaiser erfreut sich des besten Wohlseins und auch das Befinden der Kaiserin ist ein sehr gutes. Die Erschöpfung, welche den Kaiser in Folge seines Aufenthaltes in Straßburg ergriffen hatte, ist wieder vollständig beseitigt, der Kaiser arbeitet wieder tagtäglich mit seinen Civil- und Militärbeamten und genießt das schöne Herbstwetter in vollen Zügen. Man glaubt, da der Aufenthalt in Baden-Baden dem Kaiser sehr gut bekommt, auch nicht, daß der Kaiser vor Ende Oetober nach Berlin zurückkehren werde. Die Kaiserin dagegen gedenkt sich, ehe sie in Berlin wieder eintrifft, noch einmal nach Coblenz zu begeben. (Dfz.)

Erzbischof Dr. Roos von Freiburg i. Br. hat einen Hirten­brief erlassen. Derselbe betont die heilige Pflicht des gläubigen Gehor­sams, unter Citirung des Apostelwortes: Gehorchet eueren Vorstehern 2c. Der Brief schließt mit der Ermahnung zur Treue und Verehrung gegen den Kaiser und den Großherzog.

München, 30. Sept. Der Historienmaler Franz Adam ist in der vergangenen Nacht gestorben. (F. N.)

Pest, 30. Sept. Abgeordnetenhaus. Auf die Interpellationen betreffs der bulgarischen Frage erklärte Ministerpräsident v. Tisza: Mit Rußland sei keinerlei Abkommen betreffs der Balkanländer getroffen. Die Bündnißbeziehungen zu den fremden Mächten seien unverändert. Oester­reich werde im Verein mit Deutschland die bisherige Grundlage ohne Gefährdung des Friedens wahren können. Die Regierung betrachte den Berliner Vertrag als unverändert fortbestehend. Abgesehen von der Türkei, sei Niemand zu einem bewaffneten Einschreiten oder Protectorat berechtigt. Jede Aenderung in den Machtverhältnissen der Balkanländer bedürfe des Einvernehmens der Signatarmächte. Dieses Ziel werde die Regierung sehr entschieden verfolgen. (F. N.)