2. diejenigen Personen, welche in andern als des im §. 1 deS Gesetzes bom 15. Juni 1883 bezeichneten Transportgewerben beschäftigt werden (1. c. §, 2 Nr. 3);
3. die in der Land- und Forstwirthschaft beschäftigten Arbeiter (1. c. §. 2 Nr 6).
. Bar* Schema zu den Verzeichnissen sind in der Waisenhausbuchhandlung vorräthig.
— (Stadttheat er.) Moser's „Salontiroler" ist dazu bestimmt, morgen unsere Bühne zu eröffnen; das lustige Werk wird auch bei unserem Publikum seine Wirkung nicht verfehlen. Auf dem Theater- zettel begegnen wir vielen neuen Namen, aber auch manchem alten, uns liebgewordenen und wird eS sich das Publikum nicht nehmen lassen seine Lieblinge zu begrüßen. In der kleineren Rolle der „Vroni" wird sich auch unsere neue Soubrette Fräul. Hugot präsentsten, welche im 3. Akt eine Einlage singt.
— (Abgefaßt.) Vorgestern Abend wurden dahier etliche 50 Pfund aus dem Bayerischen eingebrachtes Fleisch, weil der best. Ein- bringer vergessen hatte die städtische Steuer dafür zu entrichten, confis- cirt. Daß der Verkäufer an diesen Lenden, oder was es sonst für Stücke waren, nicht viel verdient hat, ist nach Lage der Sache sehr begreiflich.
— (Verein Creditreform.) Der Verein hat seine Liste Nr. 16 und damit verbunden eine Zusammenstellung aller bis jetzt erschienenen Listen herausgegeben. Die Gesammtliste enthält ca. 600 Namen, sowie ein Verzeichniß der dem Verband angehörigen 47 Städte. Mit welchem Erfolg der Verband arbeitet, läßt sich am besten mit Zahlen beweisen. Nach Bericht von 39 Vereinen (von den übrigen 8 jungen Vereinen fehlt noch die Statistik) haben dieselben seit ihrem Bestehen die Summe von Mk. 1 100 439 — Eine Million, hunderttausend 439 Mark beigebracht. Die Dauer der Thätigkeit der einzelnen Vereine beträgt durchschnittlich ungefähr l1/* Jahr.
— (Kostspielig.) Ein Ravolzhäuser Ortsbürger hatte gestern entschieden Pech. Sein mit Kühen bespannter Wagen stand vor dem Koch'schen Eisenwaarengeschäst in der Hammergasse. Ob die beiden Gehörnten nun die geschmackvollen Auslagen im Sp onsel'schen Ladenerker sich genauer ansehen wollten, oder ob sie ein anderer Grund hierzu bewog: sie rannten eben nach dem Sponsel'schen Geschäfte zu und zertrümmerten durch die Wagendeichsel eine der theuren Erkerscheiben. Der Besitzer des Fuhrwerks scheint die gewiß ärgerliche Angelegenheit gleich geordnet zu haben.
— (Cichorien.) Seit vergangenen Freitag bis heute sind auf hiesiger Sladtwages.155 Wagen Cichorien, für die Offenbacher Fabrik bestimmt, vermögen worden.
— (Zwetschen.) Heute Morgen wurden nicht weniger als 195 Mahnen Zwetschen zu Markt gebracht, mehr als vorigen Samstag; trotzdem war der heutige Preis (30 Pf. das Hundert) ein höherer.
— (Iag d unglück.) Einen Bock hat schon mancher geschossen, weit seltener dürfte es jedoch vorkommen, daß eine Kuh der Jagdkunst zum Opfer fällt. In der Nähe des Forsthauses hatte, nach der „Han. Ztg", vorgestern Nachmittag der Knecht eines Försters einige Stück Vieh auf eine Wiese im Walde zur Weide getrieben. Plötzlich fiel auS dem Walde ein Schuß, der eine der weidenden Kühe traf. Die Kugel war dem armen Thiere nahe der Hüfte in die Weichtheile gedrungen. Wie die Sache näher zusammen hängt, haben wir nicht erfahren können. Bersteigerungs- und Verpachtung^- rc. Kalender für Montag den 29. September.
Morgens 9 Uhr wird in Königl. Pulverfabrik ein überzähliges Dienstpserv gegen Baarzahlung versteigert. — Nachm. 2 Uhr versteigert Herr Auktionar C. Meerbott Kölnische Gasse 4, zwei Stiegen hoch, gegen Baarzahlung: Stuben- und Küchenmöbel, Bilder und sonstige Haushaltungsgegenstände.
— Für heute. Gesangkränzchen Tonblüthe: Stiftungsfest in den Sälen zur „großen Krone". — Spar- und Spielkasse zur „großen Krone": Abends 6 Uhr Rechnungsablage und Theilung. — Verein Einigkeit: Abends 9 Uhr Generalversammlung.
— Für morgen. Kirchenchor der Marienkirche: Nach dem Vormittagsgottesdienste Probe. — Turnverein: Nachmittags 3 Uhr Abtur- nen; Abends von 8 Uhr an Familienabend auf Beck's Felsenkeller. — Kath. Casino zur Eintracht: Vortrag.
— (Sehenswürdigkeiten.) „Museum der Wetterauischen Gesellschaft" (Altstädter Schloß, eine Stiege hoch): Geöffnet Sonntag Bormittags von 11 bis 12 Uhr. (Kindern allein ist der Zutritt nicht gestattet).
— (Vacante Stellen für Militäranwärter im Bereiche des 11. Armee-Corps.) Battenberg, Communalständische Wegebauverwaltung, Wegemeister, 1200 M. Gehalt und 180 M. Wohnungsgeldzuschuß jährlich. Ems, Curatorium des Real-Progymnasiums, Schulpedell, 360 M. Gehalt und freie Wohnung im Schulgebäude. Frankfurt a. M., Postamt 1, Postschaffner, 800 M. Gehalt und 240 M. Wohnungsgeldzuschuß jährlich, steigend; daselbst, Telegraphenamt, Briefträger, 800 M. Gehalt und 240 M. Wohnungsgeldzuschuß jährlich, steigend. Gotha, Postamt, Postschaffner, 800 M. Gehalt und 144 M. Wohnungsgeldzuschuß jährlich. Lüdenscheid, Magistrat, Vollziehungsbeamter der Stadtkasse, in den letzten 3 Jahren mindestens 900 M. jähr
lich. Mainz, Postamt, Stadlpostbote, 750 M.UGehalt und 180 M. Wohnungsgeldzuschuß jährlich. Wiesbaden, Postamt, Postschaffner, 800 M. Gehalt und 180 M. Wohnungsgeldzuschuß jährlich, steigend.
— Kassel, 25. Septbr. Einen für alle Geschäftstreibende beach- tenswerthen Beschluß hat vor Kurzem die sächsische Handelskammer in Leipzig gefaßt, nämlich dafür zu wirken, daß an Stelle des bisher üblichen „Herrn" die Worte „An die Firma" bei Adressirung von Postsendungen angewendet werden. Im Interesse des geschäftlichen Verkehrs ist dieser Vorschlag sehr zu empfehlen. Denn sehr oft bereitet gerade die Adressirung Verlegenheiten und Umstände; es ließen sich dafür genug Beispiele anführen. Wir können daher unseren Kaufleuten die Accep- tation dieses Vorschlages nur empfehlen; am Leichtesten würde sich die Neuerung durchsühren lassen, wenn die betreffenden Firmen ihre Cou- verte zu diesem Zwecke gleich mit obiger Adresse bedrucken ließen. (H. M.)
— Marburg, 22. Sept. Eine amtliche Mittheilung deS Herrn Landrath Schreiber besagt Folgendes: „Nachdem das gegen die Hessen- Nassauische Vieh - Versicherungsgesellschaft eröffnete Verfahren auf Concessionsentziehung zeitweise sistirt war, um der Gesellschaft Zeit zur Ordnung ihrer Verhältnisse zu geben, jetzt nach fruchtlosem Ablauf dieser Frist wieder ausgenommen, ist der Gesellschaft die weitere Annahme von neuen Versicherungen und Verlängerung der bestehenden Versicherungen untersagt."
— Marburg, 26. Septbr. Daß die bevorstehende Schwurgerichtsperiode diesmal sehr interessant wird, hatten wir schon mitgetheilt. Denn außer dem Hedderich'schen Fall, für welchen schon Berichterstatter auswärtiger Zeitungen angemeldet sind, kommt noch der hiesige Einwohner Kuhl wegen versuchten Mordes vor die Assisen. Ferner wird auch, wie das „M. T." hört, der Besitzer der Walkmühle bei Riederwetter, welche vor einigen Jahren abbrannte, sich vor den Geschworenen zu ver. antworten haben wegen Brandstiftung (oder Verleitung dazu, die- Wissen wir nicht genau); denn bekanntlich wurde nach jenem Brande ein Müllerbursche wegen Inbrandsetzung der Mühle zu mehreren Jahren Zuchthaus verurtheilt.
— Bebra, 23. Sept. Heute sand dahier eine Versammlung konservativer Männer aus dem Wahlkreise Rotenburg-Hersfeld-Hünfeld statt, in welcher Herr F. Seyfarth in Friedrichshütte bei Jba als Kandidat für die bevorstehende Reichstagswahl aufgestellt wurde.
— Eschwege, 24. Sept. Heute Morgen ist hier ein allgemein beliebter Mann und verdienter Beamter aus dem Leben geschieden, der Postdirektor a. D. Herr Karl Humburg. Die vielen Freunde des Heimgegangenen wird diese Nachricht mit aufrichtiger Trauer und Theilnahme erfüllen.
— (Feuer.) Wie uns von Marktleuten mitgetheilt wurde, wüthet seit gestern in Dudenhofen (Kreis Offenbach) ein großes Schadenfeuer, welches bis zur Stunde noch nicht gelöscht sein soll.
— Wiesbaden, 26. Sept. Auf Veranlassung deS Herrn Reichskanzlers ist durch Ministerialbeschluß, aus Vorschlag der Königl. Regierung, von den Medizinalbeamten der Provinz der praktische Arzt und Abtheilungsvorsteher beim Lebensmittel-UntersuchungSamt hier: Herr Dr. Aug. Pfeiffer nach Berlin berufen worden, um an den im Reichsgesundheitsamte stattfindenden Erörterungen über die (Cholera theilzu- nehmen und dem Vernehmen nach bereits heute dahin abgereist. (Rh. K.)
— Frankfurt a. M., 26. September. Den Tod im Main suchte gestern Morgen kurz nach 5 Uhr eine junge Dame. Zwei Schiffer vereitelten jedoch ihr Vorhaben, entrissen die Lebensmüde dem nassen Element und verbrachten sie auf das nächste Polizeirevier. Das junge Mädchen ist dem Vernehmen nach eine Norddeutsche. — Der nächste deutsche Rudertag wird im März kommenden Jahres dahier tagen. Auf ihm wird auch bie Frage, wo in Zukunft um die Meisterschaft gerudert werden soll, zum AuStrage gebracht werden. Wahrscheinlich wird der Rhein gewählt werden, obgleich Hamburg die Ehre für Norddeutschland reklamirt. (Fr. I.)
— Gestern Abend sprang auf der Bockenheimerstraße ein Herr von der Trambahn so ungeschickt ab, daß er hinstürzte und ein Bein brach. — Nach einer neuen Verfügung des Chefs deS Verkehrs-Amts sollen die Metzger, welche auswärts Vieh kausen und hier schlachten, ein Zeugniß vom Ortsschultheißen beibringen über den Ursprung und die Thatsache des Kaufes, sonst darf das Vieh nicht in das Schlachthaus. Abgesehen davon, daß der Metzger das Standgeld bezahlen muß, ist man jetzt einen Schritt weiter gegangen und verlangt von den Metzgern, daß sie auch den Einkaufspreis angeben und bescheinigt beibringen (die ländlichen Bürgermeister lassen sich für ihre Beglaubigung 30 Pf. bezahlen). Die Metzger sind nun nicht gewillt, dieser Weisung Folge zu leisten und werden es auf den richterlichen Entscheid sankommen lassen.
(G.-A.)
— Frankfurt a. M., 27. September. Ein Viehhändler beauftragte seinen Burschen, bei verschiedenen Metzgern die Beträge für verkaufte Schweine u. s. w. einzukassiren. Der Bursche that das auch, ging aber, nachdem er eine Summe von ca. 600 SWart erhoben, mit dem Gelde durch. — Zwei hiesige Hotels sind dieser Tage von Fremden geprellt worden. Der eine Fremde, ein 65 Jahre alter Franzose, gab sich für den Reisenden eines Wein-Großhandlungshauses in Bordeaux aus. Als er nicht zahlte und verschiedene schwindelhafte Ausflüchte