Abonnements
Breis:
Jährlich S Mav^. Haibj. 4M. 50Pfg. vierteljährlich
S Mark 25 Pfg. Für auswärtige Äbonnenten mit dem betreffenden Pvitaus^chlag. Tie einzelne Nummer 10 Pfg.
HanmerAmeiaer.
Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.
Erschein: täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage,
PrriS:
Die ifpaltige «armondzeik ob. bereu Raum io Psg-
Sie Hpalt. Seile 20 Psg.
EieSfpaltigeScile 30 Psg
9fr. 169.
Dienstag den 22. Juli
1884.
Amtliches.
In den in der Extrabeilage der Nr. 16 des diesjährigen Amtsblatts abgedruckten Statuten-Entwürfen für eine Ortskrankenkasse und eine Betriebs- (Fabrik-) Krankenkasse sind folgende Berichtigungen vor- zunehmen:
A. In dem Entwurf eines Statuts für Ortskrankenkassen muß es heißen:
li in §. 7 Ziffer 1 statt „§. 2 unter 2" — §. 2 Nr. 1 und 2.
B. In dem Entwurf eines Statuts für Betriebs- (Fabrik-) Krankenkassen:
1) in dem letzten Satz des §. 11 A sind die Worte „des §. 7" zu streichen ;
2) in dem ersten Satz des §. 24 sind die Worte: „der Mitglieder" zu streichen; an Stelle des Allegats „§. 18" ist zu citiren „§. 17".
Kassel am 14. Juli 1884.
Königliche Regierung, __Abtheilung des Innern.__________________
KekaUntmachNUgeR KömgL. HmdrathsLWts-
Durch Verfügung der Königlichen Regierung ist der mit der Hülfs- seelsorge in der Pfarrei Großauheim betraute Pfarrer Weis Müller für die Dauer dieses Amtsverhältnisses mit der Lokalschulinspektion in Großauheim beauftragt worden.
Hanau am 17. Juli 1884.
Der Königliche Landrath
V. 6640 Freiherr v. Broich.
Tagesschau.
— Berlin, 21. Juli. Se. Majestät der König haben Allergnä- digst geruht Sr. Königlichen Hoheit dem Prinzen Friedrich Heinrich von Preußen, ältesten Sohn Sr. Königlichen Hoheit des Prinzen Albrecht von Preußen, den Schwarzen Adler-Orden zu verleihen.
— Berlin, 21. Juli. Se. Kaiserliche und Königliche Hoheit der Kronprinz ist heute früh um 9*/< Uhr von dem festlich geschmückten Stettiner Bahnhof in Begleitung des Prinzen Heinrich, des Oberpräst- denten Achenbach, des Regierungspräsidenten Neefe, des Major Rabe und des Hauptmann Kessel mit dem Courierzuge nach Freienwalde zur Beiwohnung des zweihundertjährigen Brunnenfestes abgereist. Der Kronprinz wurde vom Publikum lebhaft begrüßt.
— Gast ein, 21. Juli. Se. Maj. der Kaiser besuchte gestern Nachmittag die Gräfin Grünne und machte heute nach dem Bade eine Promenade. Zur Tafel sind heute der englische Botschafter in Wien, Sir Paget, und Feldmarschalllieutenant Graf Palffy geladen.
— Coblenz, 21. Juli. I. Maj. die Kaiserin ist Abends um 6 Uhr 40 Minuten nach der Insel Mainau abgereist.
— Berlin, 20. Juli. Der „R. u. St.-A." veröffentlicht die zur Ausführung des Gesetzes betreffend die Anfertigung und Verzollung von Zündhölzern, auf Grund des § 120 Absatz 3 der Gewerbeordnung vom Bundesrath erlassenen Vorschriften über die in Anlagen, welche zur Anfertigung von Zündhölzern unter Verwendung von weißem Phosphor dienen, zu treffenden Einrichtungen.
— Metz, 20. Juli. Durch Beschluß des Reichsgerichts vom 16. ds. ist die gegen den Reichstagsabgeordneten Antoine eingeleitete Untersuchung wegen Landesverrathes niedergeschlagen und derselbe außer Verfolgung gesetzt worden.
— Leipzig, 21. Juli. DaS gestrige Festbanket anläßlich des achten deutschen Bundesschießens wurde vom Bürgermeister Trentlin mit einem BewiLkommnungsgruß an die Festgäste eröffnet, wobei Redner hervorhob, daß das deutsche Bundesschießen zwar ein nationales, patriotisches, aber kein politisches Fest sei. Der Vorsitzende des Schützenbun- des, Justizrath Sterzel aus Gotha, brächte ein Hoch auf den Kaiser und den König von Sachsen aus, welches enthusiastisch aufgenomen wurde. Hierauf fand die Verlesung der eingegangenen Telegramme statt, worunter ein Telegramm des Herzogs von Coburg-Gotha. Oberbürgermeister Georgi ließ im Namen der Stadt Leipzig den deutschen Schützenbund, Gerichtsrath Weber aus München die Stadt Leipzig leben. Bürgermeister Brix aus Wien trank auf die Freundschaft Deutschlands und Oesterreichs, Apotheker Hoher aus Metz toastete im Namen der Schützen
aus den Reichslanden auf die Einigkeit Deutschlands. Um 6 Uhr erschien der König auf dem Festplatze, von dem Centralausschuß des Bun- desschießens, dem Vorstände des Schützenbundes empfangen und von einer zahlreichen Volksmenge enthusiastisch begrüßt. Der König blieb etwa l1^ Stunden auf dem Festplatze, besuchte die Schießstände und nahm die Festhalle in Augenschein. Abends wohnte der König der Festvorstellung im Theater bei, wo der „Trompeter von Säckingen" aufgeführt wurde.
— München, 19. Juli Die Gründung einer ausgesprochenen nationalliberalen Partei in München ist im Gange. An der Spitze dieser Bewegung stehen Bankdirektor Dr. v. Schauß und Commerzien« rath Hänle.
— B ayreuth, 21. Juli. Die erste der diesjährigen Parsifal- aufführungen fand bei vollständig besetztem Hause unter Levi's vorzüg- licher Leitung begeisterte Ausnahme Seitens des Publikums. Unter den Darstellern traten besonders Frau Materna, Winkelmann, Scaria, Fuchs und Reichmann hervor. Unter den Besuchern befanden sich: Die Königin von Griechenland, die Herzogin Wera von Württemberg, Prinz Alexander von Hessen, Fürst Hohenlohe-Langenburg, Minister Puttkamer und viele andere Notabilitäten, sowie zahlreiche Künstler und Schriftsteller.
— Wien, 21. Juli. Die Montagsrevue theilt auf Grund direkt bei Professor Dräsche eingeholter Informationen mit, daß bis zur Siunde in Wien nicht ein einziger Fall von Cholera nostras beobachtet worden sei. Die angeblichen Cholera-Todesfälle, von denen einige Blätter meldeten, hätten sich nach der Sektion der Verstorbenen als Todesfälle in Folge von Hitzschlag oder Sonnenstich herausgestellt. Gerade der diesjährige Sommer bilde in Bezug auf Choleraerkrankungen eine erfreuliche Ausnahme gegen frühere Jahre.
— Haag, 21. Juli. Die Regierung übertrug die neue 60- Millionen - Anleihe dem Confortium Niederländische Handelsgesellschaft, Banque de Paris, Banque de Pays - Bas und der Amsterdamer Bank zum Course von 100,51 pCt. netto.
— Haag, 21. Juli. Die Generalstaaten sind zur Berathung des Regentschaftsgesstzentwurfs auf den 29. Juli einberufen.
— Paris. Auf Grund des von her Acadömie de m^decine abgegebenen Gutachtens hat der Polizeipräfekt seinen Erlaß, betr. die Ausräucherung der aus Toulon und Marseille kommenden Personen und Gepäckstücke, zurückgezogen. Dieselbe unterbleibt nunmehr.
— Paris, 21. Juli. Von gestern Abend bis heute Vormittag 10 Uhr sind in Toulon 28 und in Marseille 35 Personen an der Cholera gestorben.
— Paris, 21. Juli. Der National schreibt, die Verhandlungen Frankreichs mit Marokko wegen Regulirung der Grenzen seien suspen- dirt, die Regierung werde die Verhandlungen wieder aufnehmen, sobald sie mit den Mächten, welche gegen die Grenzregulirung Einwendungen erhoben hätten, zu einem Einvernehmen gelangt sei.
— Paris, 21. Juli. Die Kammer berieth den Fünfmillionen. Credit für Madagascar. Perin sprach dagegen, Freppel und Lamssau dafür. Delafosse wies auf die feindlichen Umtriebe der englischen Me- thodisten hin, wodurch die Howas ausgereizt würden. Der Marineminister erklärte, Admiral Miot werde außer Tamatave und Majunga auch andere Punkte besetzen, deren Besetzung nothwendig erscheine. Ferry bemerkte, das werde nicht hindern, in der Madagascar-Angelegenheit sehr behutsam vorzugehen, die Regierung werde ihre neue und entschlossene Politik gegenüber Madagascar mit derjenigen Klugheit zu vereinigen wissen, welche durch die augenblicklichen Umstände geboten erscheine. Die Kammer bewilligte den verlangten Credit mit 372 gegen 83 Stimmen.
— London, 21. Juli. Die „Times" meldet aus Shanghai von heute, die der chinesischen Regierung zur Beantwortung der französischen Rote gesetzte achttägige Frist sei um fünf Tage verlängert worden, in der Erwartung, daß der Abschluß der Verhandlungen zwischen dem Vizekönig Nanking und dem französischen Gesandten Patenötre inzwischen erfolgen werde.
— St. Pst ersburg, 20. Juli. Nach einer Meldung des „Re- gierungsanzeigers" ist der Stand des Getreides in Nordrußland ein mittelmäßiger, in Livland und Kurland ein befriedigender, in Litthauen und Polen ein günstiger, in Centralrußland ein mittelmäßiger (in Ore! und Tula ein ungünstiger), in den Provinzen des Wolgagebietes ein