Hbernteine« rt* Stets:
-thrltch 9 Mark tz«lbj.4M. 50$fe.
«iertrljährlich 9 Mark 25 Psg. Für auswärtige Bdonnenlen mit dem betreffen, »en Hostausschlag. Die einzelne Nummer 10 Psg.
Hnmm Artiger.
Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn» und Feiertage, mit belletristischer Beilage, und Samstags mit der Berliner Provinzial Correipondenz.
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Nr. 69. Freitag den
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Abonnements-Einladung.
Mit dem 1. April 1884 beginnt ein neues Abonnement auf den „Hanauer Anzeiger", amtliches Organ für den Kreis und StaM Hanau, mit Provinzial-Correspondenz.
Derselbe bringt täglich die neuesten Telegramme, amtliche Bekanntmachungen, die wichtigsten politischen u. Tagesereignisse, Cours- u. Marktberichte, kirchliche, lokale und provinzielle Nachrichten, Geschäfts- und Privat Anzeigen. Das Unterhaltungsblatt enthält neben spannenden Erzählungen reiches Mannichfaltige.
Zur Veröffentlichung von Inseraten jeder Art eignet sich der „Hanauer Anzeiger" seiner starken Verbreitung halber ganz besonders und kostet die ispaltige Zeile nur 10 Ps.
Der Abonnementspreis beträgt M. 2.25 pro Quartal und nehmen sowohl die Expedition (Waisenhaus) als auch sämmtliche Postanstalten Bestellungen entgegen.
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Reu zutretende Abonnenten erhalten den Anzeiger vom Tage der Bestellung ab bis Anfang des Quartals unentgeldlich. _________Die Expedition des „Hanauer Anzeiger“.
Bekanntmachunaen Königl. ^andrathsamts.
Ämortisations-Erklärung.
Der auf den Namen des Zinngießers Ludwig Lossa von Fechen- Heim unter'm 27. Januar d. J. unter Nr. 4205 ertheilte Wandergewerbeschein für das Jahr 1884, wodurch derselbe ermächtigt ist, im Umherziehen das Gewerbe als Zinngießer zu betreiben, Kupser- und Blechwaaren zu verzinnen und Zinnwaaren zu verkaufen, ist angeblich verloren gegangen. Dieser Schein wird hierdurch mit dem Bemerken für ungültig erklärt, daß dem Ludwig Lossa eine Duplicat-Ausfertigung ertheilt worden ist.
Königliche Regierung,
Abtheilung für direkte Steuern, Domainen und Forsten.
Wird veröffentlicht.
Hanau am 18. März 1884.
Der Königliche Landrath
Freiherr v. Broich.
Georg Puth und Tobias Martin Becker zu Fechenheim sind als Ortstaxatoren dieser Gemeinde bestellt und verpflichtet worden.
Hanau am 14. März 1884.
Der Königliche Landrath ________________________Freiherr v. Broich._____________________
t Erhaltet Euch eine leistungsfähige Landwirthschaft!
Bor etwa anderthalb Jahren lies eine Notiz durch die Zeitungen, nach welcher die Bevölkerung der großen, von mehr als 20,000 Menschen bewohnten Städte Frankreichs binnen 45 bezw. 50 Jahren von 32/4 Millionen auf 6 bis 7 Millionen, diejenigen der kleineren Städte von 33/4 Millionen auf 5 bis 6 Millionen angewachsen war, während die ländliche Bevölkerung statt der früheren 253/i Millionen nur noch 24^4 Millionen betrug Was es mit dieser Veränderung auf sich hat, ist durch die neuesten Erhebungen über die wirthschaftliche Lage Frankreichs in höchst lehrreicher Weise klar gestellt worden. Seit dem Jahre 1878 sind für 10,143 Millionen Francs Nahrungsmittel nach Frankreich eingeführt, dagegen für wenig mehr als 5000 Millionen Francs französische Nahrungsmittel ausgeführt worden. Für die Ernährung des Landes sind nährend dieses Zeitraumes mithin mehr als fünf Milliarden (genau 5117 Millionen, also mehr als die be- rühmte Contribution von 1871 betrug) in das Umland geflossen!
So lange dieser Ueberschuß der Einfuhr über die Ausfuhr von Nahrungsmitteln bind) eine Mehrausfuhr von Industrie Erzeugnissen gedeckt werden konnte, ließ sich das allenfalls ertragen. Seit es auch damit ein Ende hat, und seit die Aussuhr französischer Fabrikate der hohen Preise wegen stockt, die Einfuhr wohlfeilerer deutscher, österreichischer, englischer u. s. w. gewerblicher Erzeugnisse nach Frankreich dage. gen zunimmt — ist die wirthschaftliche Lage des reichsten und frucht«
21. März 1884.
barsten aller festländischer Länder von Jahr zu Jahr schwieriger geworden.
Neuerdings hat ein französischer Volkswirth darauf hingewiesen, daß es nur ein Rettungsmittel gibt. Da der Rückgang der französischen Landwirthschaft und Lebensmittelpruduktion vornehmlich von dem Mangel an Arbeitskräften herrühre und die gewerbliche Ueberproduktion so zugenommen habe, daß die städtischen Arbeiter aus Mangel an Beschäf« tigung Roth litten, erscheine dringend geboten, daß die Arbeitskraft der Bevölkerung sich wieder in erhöhtem Maße den ländlichen Produktionszweigen zuwende. Leider sei das nur sehr schwer zu erreichen, da die einmal in die Städte gewanderten Arbeiter sich nur sehr schwer zur Rückkehr auf das flache Land entschlössen.
Diese Thatsachen predigen auch anderen Leuten als den Franzosen eine ernste Lehre. Sie beweisen, daß ein Land, gegen wirthschaftliche Rückschläge und sogenannte Krisen nur so lange gesichert ist, als es seine Nahrungsbedürfnisse durch die eigene landwirthschaftliche Produktion zu bestreiten vermag.
Die Erfahrungen Frankreichs rufen uns Deutschen mit lauter Stimme zu: Erhaltet Euch eine leistungsfähige Landwirthschaft!
Tagesschau.
— Der „R. u. St.-A." veröffentlicht: Gefetz, betreffend die Stimmzettel für öffentliche Wahlen, vom 12. März 1884.
— Berlin, 20. März. Se. Majestät der Kaiser und König nahmen heute Vormittag die Vorträge des Kriegsministers und des Chefs des Militärkabinets entgegen und begaben Sich Nachmittags 2 Uhr nach dem Schlosse um daselbst Se. Königliche Hoheit den Prinzen Friedrich Carl zu Höchstseinem«Geburtstage zu beglückwünschen.
— Berlin, 20. März. (Reichstag 9. Sitzung) In heutiger Sitzung wurde vorerst die Wahl Levetzow's für gültig erklärt, hierauf die erste Berathung der Denkschriften über die Ausführung des Sozia- listengesetzes in Berlin und Hamburg erledigt und dann in die erste Berathung über die Verlängerung der Dauer des Sozialistengesetzes eingetreten.
— Dortmund, 20. März. Bei der Landtagsersatzwahl im fünften Wahlkreise des Regierungsbezirks Arnsberg wurde Landrichter Schmieding (Dortmund) nationalliberal, mit 1078 Stimmen gewählt gegen Rechtsanwalt Lenzmann (Lüdenscheid) Fortschritt, welcher 27 Stimmen erhielt. Centrum und Fortschrittspartei enthielten sich der Abstimmung.
— Glatz, 20. März. Bei der heutigen Wahl eines Landtagsabgeordneten wurde Rechtsanwalt Porsch-Breslau (Centrum) mit 430 Stimmen gewählt. Der liberale Gegenkandidat Sack (Liegnitz) erhielt 16 Stimmen.
— Dresden, 20 März. Die erste Kammer lehnte die von der zweiten Kammer beschlossene Errichtung eines Gesundheitsmuseums zur Zeit ab, beschloß aber, einen diesbezüglichen Antrag der Regierung zur Erwägung zu überweisen. Ferner genehmigte die Kammer bei nochmaliger Berathung den Bahnbau Geithain-Lausigk-Leipzig.
— München, 20. März. Die Kammer der Reichsräthe erle. digte den Cullusetat, stellte einige für die Würzburger und hiesige Universität gestrichene Postulate wieder her und lehnte mit Hedeuteuder Majorität die Kammerbeschlüsse betreffs Ertheilung des konfessionellen Geschichtsunterrichts an den Gymnasien, sowie Gestattung der Separatvor- bereitung für Präparandenschüler ab.
— Chrisiiania, 20. März. Das Reichsgericht verurtheilte den Staatsrath Vogt, nach denselben Gesetz bestimmungen wie den Minister Seltner, sein Amt als Minister verwirkt zu haben.
— Rom, 20. März Der König konferirte mit Teechw und Coppino Rassegra. Fanfulla, J alie und Opinione glauben, Depreffs werde mit der Rekonstruirung 'des Cabinets betraut werden. Dwitto verzeichnet das Gerücht, daß, da Depretls ablehnt, Mancini mit der Cabinetbildung betraut werden würde.
— Rom, 20. März. (Kanmer) Ministerpräsident Depretis theilt mit, daß Angesichts der parlamentarischen Lage das Ministerium dem Könige die Demission überreicht habe und der König sich die Entscheidung vorbehalten habe. Das Ministerium werde "inzwischen am Platze bleiben und die gewöhnlichen Angelegenheiten erledigen.