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Revidiren seiner Strecke neben dem rechten Fahrgeleise von hier nach Messinghausen der Scherfede- ArnSberger Bahn vier mit Selbst­zündern versehene Dynamitpatronen neben den Schienen liegen. Die Nachforschungen nach dem Urheber des Frevels, denn ein solcher scheint vorzuliegen, sind eingeleitet. Die gefundenen Patronen sind gefähr­lichster Art, die schon zum Explodiren gebracht werden, wenn Jemand daraus tritt. Bemerkt möge noch sein, daß Dynamit in den benachbar- ten Eisensteingruben vielfach Verwendung findet. (Mgd. Z.)

Dessau, 12. Juni. Nach den nunmehr beendeten Einzugs- feierlichkeiten hat der Herzogliche Hof heute seine Residenz wieder nach Wörlitz verlegt. DaS hohe Erbprinzliche Paar nimmt zwar ebenfalls dortselbst Aufenthalt, derMagd. Ztg." zufolge jedoch nur für wenige Tage. Der Geburtstag der jungen Gattin des Erbprinzen, der 13. d. Mts., wird in Wörlitz gefeiert. Die Bewohner dieses Städtchens be­reiten dem jungen Paare ebenfalls einen festlichen Empfang. Nach die­ser Zeit kehrt dasselbe jedoch wieder hierher zurück zu dauerndem Aufent­halt im Georgium, welches der hohen Frau nach den getroffenen neuen Einrichtungen ausnehmend gefallen soll.

Wörlitz, 14. Juni. Der Erbgroßherzog und die Erbgroß- Herzogin von Mecklenburg - Strelitz sind heute mit ihren Kindern, den Prinzessinnen Marie und Jutta, sowie dem Gefolge nach Reu-Strelitz abgereist.

Wien, 17. Juni. Das Bezirksgericht der inneren Stadt ver- urtheilte im Prozesse des Brandes des Stadttheaters den Direktor Bu- ionicS zu einer Geldstrafe von 150 fl, eventuell zu einer dreißigtägigen Arreststrafe. Die übrigen Angeklagten, bis auf zwei, welche freige- sprochen wurden, wurden zu Arreststrasen von 3 Tagen bis 3 Wochen verurcheilt

Wien, 17. Juni. Ein Artikel desWiener Fremdenblatts" bespricht in warmen Worten die friedlichen Bestrebungen Deutschlands in der Kolonialfrage und bemerkt: aus dem Eingreifen des Fürsten von Bismarck in die Postdampfervorlage gehe hervor, daß die Ziele der deut- schen Regierung auf die Wohlfahrt der Nation gerichtet seien. Der Reichskanzler, der erste Mitarbeiter an der Macht und Größe Deutsch­lands, erfasse die Mission Deutschlands in ihrer vollen Bedeutung. Mit Sympathie verfolge auch Oesterreich das Streben des deutschen Bundes- genossen nach Ausdehnung seines Einflusses und Verkehrs.

Triest, 17. Juni. Heute Mittag stürzte ein Neubau ein, wo­durch, soweit constatirt, drei Personen schwer verletzt wurden.

Paris, 17. Juni. Republique franyaise und Journal des Debats Protestiren entschieden gegen eine Zinsreduktion bei der unifi- cirten egyptischen Staatsschuld, deren Zinsen bereits reducirt seien, und hoffen, daß Frankreich und die übrigen interesstrten Staaten in keine weitere Reduktion einwilligen werden.

Paris, 17. Juni. Die Kammer nahm das Rekrutirungsge- setz bis Artikel 38 an. Die Interpellation Delafosse, betreffend Egyplen, wird bis Montag vertagt.

Paris, 17. Juni. Fürst von Hohenlohe besuchte Ferry.

St. Petersburg, 17. Juni. DerRegierungs- Anzeiger" veröffentlicht die Ernennung des Kanonikus Ruschkewitsch, sowie der Prälaten Liubowidzsky, Baronowsky, Polner und des Probstes Kassowsky zu Suffragan-Bischöfen der römisch katholischen Eparchien von Warschau, beziehungsweise Lutz Schitomir, Telsch, Kalisch und Plotzk.

Rew-U ork, 16. Juni. Der DampferEngland" von der Rational - Dampfschiffs«Compagnie (C. Messingsche Linie) ist hier ein* getroffen.

Lokales, Provinzielles und Umgegend.

Hanau, den 18. Juni 1884.

(Bestellung) An Stelle der aus dem Königlichen Vor­steheramte des hiesigen Waisenhauses ausgeschiedenen Herrn Bijouterie- Fabrikanten Gustav Korff ist Herr Ludwig Limbert von Königl. Regierung als Mitglied bestellt worden.

[ ] (Hohe Durchreisende.) Ihre Königl. Hoheit die Frau Erbgroßherzogin von Sachsen Weimar mit hohem Gesolge und Diener­schaft kamen gestern Abend von Stuttgart 8 Uhr 9 Min. auf dem hie- sigen Ostbahnhofe an, nahmen in der Restauration daselbst das Souper ein und reisten mit dem Schnellzuge 8 Uhr 24 Minuten der Frankfurt- Bebraer Bahn nach Weimar weiter.

(Viehmärkte.) Wie aus dem amtlichen Theile unseres Heu- tigen Blattes ersichtlich, wird auf Veranlassung des Herrn Landrath ein von uns schon mehrfach imHan. Anz." ausgesprochener, be- gründeter, und von Anderen unterstützter Wunsch: die Errich­tung von Viehmärkten in unserer Stadt im Interesse der Hebung des Verkehrs anzustreben, in der am 5. nächsten Monats stattfindenden Ge- neralversammlung des landwirthschaftlichen Kreisvereins dahrer eingehende Besprechung finden. Möchte diese Kundgebung zu recht günstigem Er­folge führen.

(Concert) Wie bereits erwähnt und auch durch Jnseriren bekannt gemacht, wird der Professor der Kgl. Akademie der Künste und Kammermusiker unseres Kaisers, Herr Heinrich d e Ahna, Violin­virtuose ersten Ranges, unter Mitwirkung der Concertsängerin Fräulein Therese Zerbst und der mit dem 1. Preise des Pariser Conservato-

riums gekrönten Pianistin Mlle. Laontine Pane aus PariS morgen über 8 Tagen im Rieseisiaale dahier auf der Durchreise concertiren. Die Einzeichnungsliste zu diesem gewiß einen großen Kunstgenuß bietenden Concert ist in Umlauf gesetzt und wird hoffentlich ein gutes Resultat erzielt werden.

(Fehlen.) Seit Montag fehlt ein verheiratheter Haus­bursche eines hiesigen großen Fabrikgeschäftes. Dieser Umstand gibt der Vermuthung Raum, daß sich derselbe ein Leid angethan haben könnte.

(Mainthal Sänger fest.) Für das Feuerwerk, welches am Abend des 29. Juni im Schlosser'schen Garten zu Offenbach gele­gentlich des 9. Mainthalsängerfestes abgebrannt wird, ist folgendes Pro- gramm aufgestellt worden: Erste Abtheilung: 1) Drei Kanonen- schläge, 2) Raketen (12 Stück) mit verschiedenen Sternen, 3) zwei Doppel-Cometenschweife (Brillamsatz) mit blauen Sternen, 4) zwei vene- tianische Sonnen mit Lichterkranz, 5) zwei chromotropische Riesenringe, 6) Lyra mit Brillant - Glorie und Verwandlung, 7) Raketen (6) mit Serpentosen, 8) 6 Kaiser-Raketen in einer Girandole mit Kornblumen­kranz, 9) bengalische Beleuchtung der Brückenköpfe, womöglich durch Courire. Die zweite Abtheilung bringt die Beschießung eines feindlichen Panzerschiffs mit einen Torpedoangriff als Schluß. Die Be­schießung findet statt durch Bombenrohre (12), Pots-a-feu mit Leucht­kugeln in allen Farben (12), Peleton- und Kanonenfeuer (500 Schläge), kleine und große Granaten (500), Bomben in allen Farben (12), Ra­keten (12). Die Torpedos erscheinen ficht- und hörbar durch Wasser­schwärmer , Schnarcher, Enten, Taucher, Läufer und Fontänen; zum Schluß Explosion des Schiffes. Dadurch, daß das ganze Feuerwerk auf einem Floße mindestens 5060 Schritte vom Ufer aus abgebrannt wird, ist es einerseits möglich, dasselbe von allen Theilen deS Gartens gleich gut zu sehen, anderseits ist aber auch hierdurch für ängstliche Ge­müther jeder Grund einer Beunruhigung ausgeschlossen, dennweit davon ist gut vom Schuß." (O. Mz.)

Bersteigerungs- und Verpachtungs- rc. Kalender für Donnerstag den 19. Juni

Versteigerung der Grasnutzung von den Fürstl. Jsenburg-Birstein- schen Wiesen in der Gemarkung Selbold; Zusammenkunft Morgens 9/s Uhr in der Ruhlwiese (s Nr. 137Han. Anz."). Nachmittags 1 Uhr sollen im Gemeinde-Rathhause zu Roßdorf ca. 120 qm Pflaster - arbeiten an den Wenigstnehmenden vergeben, werden.

Für heute. Beck'sche Steinkohlenkasse: Abends 8 Uhr Be­sprechung bezügl. der Kohlenlieferung. Abends 9 Uhr: Krieger­verein: Monatsversammlung; Tagesordnung: Verbandsfest, Verschiede­nes; Turn- und Fecht Club: Monatsversammlung; Männerab­theilung der Turngemeinde: Turnen; Spritze Nr. 1 imgoldenen Herz"; Steiger-CorSp bei Beck.

(Fi) chzuch t.) Um die Vernichtung der der Fischzucht so ver­derblichen Reiher und Kormorane noch kräftiger als bisher zu fördern, hat der Minister der Landwirthschaft die Bezirksregierungen u. s. w. ermächtigt, in allen Fällen, in welchen die Zerstörung besetzter Horste in der Brutzeit nicht bewirkt werden kann, dagegen das Wegschießen junger Reiher gelungen ist, für jeden "erlegten jungen Reiher ein Schuß­geld von 10 Pf. zu zahlen. Bisher wurden den Forstbeamten Prämien nur für Vernichtung besetzter Horste und' für das Erlegen alter Reiher und Kormorane bewilligt.

(Auskunftsstelle.) EineAuskunftsstelle der königlich preußischen Staatseisenbahnen" wird vom 1. Juli d. J ab in Leipzig errichtet, welche den Zweck hat, dem Publikum unentgeltlich Auskunft über alle Anfragen zu ertheilen, die Reise- und Transportverhältnisse der preußischen Staatsbahnen und der Rachbarbahnen betreffen.

(Wurst v erf äls chung.) In der gestern Vormütag stattge- Habten Strafkammersitzung des königl. Landgerichts zu Wiesbaden er­folgte der Urtheilsspruch gegen die wegen Verfälschung von Wurst mit Kartoffelmehl angeklagten 18 Metzger. Der Staatsanwalt beantragte nach demFr. I " gegen 17 der Angeklagten je 300 Mk. Geldstrafe. Der Gerichtshof erkannte nun 14 der Deliqueuten aus Grund des Le­bensmittelgesetzes für schuldig und verhängte je nach der Vermögenslage derselben Geldstrafen von 20, 40 und 60 Mk. 4 Metzger wurden wegen Mangels an Beweisen freigesprochen.

Bergen, 17. Juni. Ein Metzgerlehrling spielte mit einer Wiege, mit welcher das Wurstfleisch zerkleinert wird. Dabei fiel das schwere und scharfe Instrument vom Klotz herab, traf ihn an den Bei­nen und schnitt von denselben das Fleisch bis auf die Knochen herunter. Schwer verletzt, wurde der Junge vom Platze getragen. (F. N)

Marburg, 17. Juni. Heute früh gegen 4 Uhr verschied der ordentliche öffentliche Professor der Mineralogie und Petrographie an unserer Universität, Herr Dr. Friedrich Klocke, im Alter von 37 Jahren, und hat dadurch unsere Hochschule abermals einen schweren Ver­lust zu verzeichnen. Herr Professor Klocke war geboren zu Breslau. Er begleitete an unserer Universität die Stelle eines Direktors des mine­ralogischen Instituts. Am Sonntag, den 22. d., wird m Kassel eine Zusammenkunft von Dozenten der Universitäten Marburg, Gießen und Göttingen stattfinden. (M. T.)

LM Fortsetzung dieser Rubrik in der Beilage.