bietet neben vielen ansprechenden Melodien Scenen von packender, dramatischer Wirkung. Die Oper war sehr reich in Scene gesetzt, das Orchester leistete Vorzügliches. Unzweifelhaft wird die Oper den Weg über die bedeutendsten Bühnen machen."
— Baumbach, 28. Novbr. Daß in unseren Wäldern giftige Schlangen nicht selten sind, beweist folgender Fall. Eine arme Frau holte vor einiger Zeit eine Wurzel eines alten Baumes nach Hause, die innen etwas hohl war. Kaum zu Hause angelangt, fühlte sie an ihrem Bein einen eigenthümlichen Druck, dessen Ursache sie sich nicht erklären konnte. Wie groß war aber ihr Schrecken, als sie eine Schlange an ihrem Beine gewahrte, welche nichts weniger als eine Kreuzotter war. Jedoch scheint es dieses ungastliche Geschöpf nicht bös mit der Alten gemeint zu haben, denn ohne daß sie gebissen hatte, wurde die Schlange gelobtet. —-------------------- (H. M.)
Bakante Stellen (nach dem „Amtsbl." Kgl. Reg. zu Kassel).
Die Kreiswundarztstelle zu Fulda; Gesuche sind innerhalb sechs Wochen (vom 22. b. M. ab gerechnet) an Kgl Regierung zu richten. — Die Pfarrstellen zu Verna in der Klasse Homberg, zu Grifte in der Klasse Gudensberg und die zweite lutherische Pfarrstelle zu Obernkirchen in der Klasse gleichen Namens; Meldungsgesuche bei Königl. Konsistorium in Kassel einzureichen. — Die Stelle eines Hausvaters an der städtischen Erziehungsanstalt für verwahrloste Kinder zu Kassel. Verheiratet ist Bedingung, da die Frau die Haushaltsgeschäsie versehen muß. Anfangsgehalt Mk. 1200 und vollständig freie Station. Gesuche nimmt die Verwaltungs - Deputation der städt. Erziehungsanstalt entgegen.
Aus der Umgegend.
Hochwassernachrichten (dem „Fr. Journ." entnommen):
Offenbach, 28. Nov., Abds. Was man über die Verheerungen gehört, die die Hochfluth des Mains bisher angerichtet, will doch gegen das, was wir nun von Bürgel erfahren, nur wenig bedeuten. Aus diesem Ort hatten wir seit gestern keine genaue Kunde mehr, weil derselbe vollständig unnahbar geworden war. Heute Mittag wurde nun eine kombinirte Compagnie der hiesigen Garnison mit Nachen dahin abgesandt, um vor Allem den Platz auch mit Lebensmitteln zu versorgen. Sie brachte schreckliche Nachricht zurück. Nicht weniger als 12 Häuser sind eingestürzt, worunter einige ganz neue. Das Grünbaum'sche ist erst vor 10 Jahren gebaut worden. Ferner, soweit bis jetzt bekannt, die Häuser von Erben, Simon Haas und Petermann; außerdem sind eine große Zahl anderer Häuser gesunken, bei wieder andern ist ba^ Mauerwerk stark beschädigt, kurzum die Verwüstung ist eine schreckliche, und eine große Anzahl Familien, welche als wohlhabend gelten, sind um ihre Habe und an den Bettelstab gebracht. — Ueber den Unglücksfall der Familie Erben hören wir folgendes Nähere: Erben betreibt ein Metzgereigeschäft und hat sich aus Kleinem zu einem leidlichen Wohlstand emporgearbeitet. Die Mutter, welche sich außerhalb des Hauses befand, wollte in das Haus eindringen und stand bereits bis am Halse im Wasser — doch ließ das Dienstmädchen weiteres Vordringen ange- sichts der Gefahr nicht zu, es wollte selbst die Rettung versuchen. Kaum war der treue Dienstbote in das Haus eingedrungen, als dasselbe zu- sammenbrach, und konnten die in der Nähe befindlichen Leute noch lange das Jammern und Stöhnen des Mädchens (17 Jahre alt) und der drei Kinder von 2, 4 und 8 Jahren hören, ohne helfen zu können; ein Kind ist heute aus den Trümmern hervorgeholt worden, die andern liegen Doch unter dem Schutt begraben. Die älteren Kinder (Erben hat im ganzen 6 Kinder) waren gerade bei ihrer Großmutter zum Besuch und sind so der Katastrophe entgangen.
Nied, 29. Nov. Hier sind über Nacht zwei Häuser eingestürzt. Das eine ist Eigenthum des Bürgermeisters von Nied. Während der ganzen Nacht wurde Sturm geläutet.
Bekanntmachung.
Freitag den 1. Dezember er., Nachmittags 3 Uhr, soll in dem Gasthause „zur weißen Taube": ein neuer Ausziehtisch mit 4 Einlagen gegen gleich baare Zahlung versteigert werden. __________Linn, Gerichtsvollzieher. 10749
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Während meiner Abwesenheit wird mich Herr Dr. Eisenach vertreten. 10737
Dr. Zeh.
Mainz, 29, Nov., Mittags 1 Uhr. In Bodenheim sind 30 Häuser eingestürzt, ein ähnliches Unglück wird aus Laubenheim gemeldet.
— Würzburg, 29. Nov. Gestern morgen fiel das Holzthor in sich zusammen, da, wie man hört, die Bölzung desselben dem bedeutenden Wasserdruck nachgab. Zwei der Häuschen, welche vom Baumeister Buchner auf der sog. Sandinsel vis-a-vis des Hafens für Arbeiter erbaut waren, stürzten gestern Nachmittag in sich zusammen; ein Unglücksfall ist nicht eingetreten, da die Bewohner dieselben am Sonntag verließen. Von Haßfurt und Schweinfurt wird starkes Zurückgehen deS Wassers gemeldet. —• Mit Freuden kann constatirt werden, daß auf Veranlassung des hiesigen „Bürgervereins" sich ein Comitä gebildet hat, zum Zwecke der Hilfeleistung an die Ueberschwemmten im Mainthal.
Bodenheim, 29. Nov., 6V2 Uhr Abends. Der Wasserstand ist schwankend. Die Hauseinstürze dauern fort. Große Verwüstung.
— Frankfurt a M., 29. November. Die dem Vorstande des Mitteldeutschen Kunstgewerbevereins hierselbst gestattete Verloosung von Erzeugnissen der Kunst-Industrie wird dem Vernehmen nach vom Monat Dezember d. I. in die dritte Woche des Monats Januar k. J. verlegt werden. — Auf Anregung des Herrn Adolf Hamm hat sich eine große Anzahl unserer beliebtesten Bühnenmitglieder vereinigt, um nächsten Sonntag beni-3. Dezember im großen Saale des SaalbaueS eine Wohlthätigkeits-Abendunterhaltung zum Besten unserer durch das Hochwasser in Noth gerathenen Bewohner zu veranstalten. — Von Seiten der Postbehörde wird mitgetheilt, daß die Beförderung der Poststücke nach Mainz, Alzei, Worms, Münster a. St., Hochspeier, Neunkirchen, Weißenburg, Straßburg, Basel mit den Bahnzögen über Heidelberg, die Poststücke nach Bingerbrücke, Metz, Coblenz, Köln mit den Bahnzügen über Gießen befördert werden. — Das freie deutsche Hoch- stisr hat in seiner letzten Verwaltungsrathssitzung dem Anträge: Herrn Dr. Volger wegen seiner sortgesetzten Verdächtigungen ihm nicht zusagender Genossen und Aufreizung gegen die neue Verwaltung auszu- schließen, Folge gegeben. Ein recommandirter Brief zeigte ihm heute seinen Ausschluß an, gegen den ihm die Berufung an die Genosfen zusteht. (Fr. I.)
— Auch die Oâermainbrücke zeigt auf der Frankfurter Seite einen ganz bedenklichen 2—2^2 Ctm. breiten Riß. Man traf sofort die nö higen Vorsichtsmaßregeln. Noch gestern Abend wurde der beschädigte Pfeiler von mehreren Herren"Stadtverordneten in Augenschein genommen und wurde konstatirt, daß an demselben früher schon, wenn auch nur ganz unbedeutende R.sse zu sehen waren. Durch den Anprall der Flnthen und vielleicht noch mehr durch den der Balken rc., hat sich dieser Riß ganz bedeutend erweitert. Von Zeit zu Zeit wird nachgesehen, ob sich derselbe nicht noch mehr vergrößert. — Verschiedene junge Leute von hier, darunter ein kaum verheiratheter, hier etablirter Kaufmann, welche aus triftigen Gründen glaubten annehmen zu dürfen, sie würden wegen betrügerischer Befreiung vom Militärdienste zu einer vierjährigen Dienstzeit herangezogen werden, sind nach Am rika und einer nach Frankreich ausgewandert. — Der einem Vorführer vor einigen Tagen im Strafkammer-Gebäude entsprungene Einbrecher und Räuber Gottlieb Schäfer von hier, welcher einen Eisenbahnbeamten in der Promenade beraubte und bedenklich verletzte, ist immer noch nicht wieder eingebracht. (G.-A.)
— Darmstavt, 29. Nov. Die am Montag hier zusammengetretene Commission zur Prüfung der Frage hinsichtlich der Ueberbürdung der Schüler an den höheren Lehranstalten beschloß nach mehr als dreistündiger Generaldebatte fast einstimmig, daß die Ueberbüldung im Allgemeinen zu bejahen und deshalb in die Spezialdiskussion einzutreten sei.(H. L.)
Thermometer st and
29. Novbr. Mittags 2 Uhr + S1^ Abends 1 Uhr + 2°; 30 Novbr Moraens 7 Ubr + P/g0. Vormittags 10 Uhr + 3^2 °.
Geschäfts Empfehlung.
Wie im vergangenen Jahre, so haben wir wieder für die Wintersaison zur Bequemlich, feit unserer werthen Kunven eine
Biumen-Handlung in der Stadt, und zwar wieder in der Hammergasse (neben Herrn Fra ivier), errichtet, und wird es unser eifrigstes Bestreben sein, das uns geschenkte Vertrauen bei jedem, auch dem kleinsten Auftrage zu rechtfertigen.
10739 Hochachtungsvoll ______J. F Jaeger Sühne.
Cigarren
zu 3—8 Pf. das Stück, im Hundert billiger, empfiehlt 10074
W. E. Gelhaar.