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fertigung wurde dieser Tage dahier einem blutjungen Bürschchen wie wir hören zählt es etwa 16 Lenze zu Theil. Dasselbe bestürmte zu wiederholten Malen unsere beliebte Soubrette schriftlich um eine ge­heime Zusammenkunft; als dieses freche Ansinnen unbeantwortet blieb, wurde das Bürschchen sehr ungehalten und drohte in einem weite­ren Schreiben sogar den Ruf der Dame zu untergraben. Scheinbar be­willigte nun unsere Soubrette die Zusammenkunft in ihrer Wohnung, sorgte aber vorher dafür, daß dieselbe doch nicht ganz ohne Zeugen statt­finden solle. Das Bürschchen kam, gehoben von dem Bewußtsein, daß die angtwandte Revolvermanier ihre gute Wirkung nicht verfehlt habe. Zu langen Liebeserklärungen kam es freilich nicht, weil mit einem Male der Sitztheil des Bürschchens mit einem hölzernen Gegenstände ganz ge­hörig bearbeitet worden sein soll und nach Beendigung dieser Prozedur es sich schneller, als ihm begreiflich war, auf der Straße befand. Hoffent­lich wird die Lection auf lange Zeit genützt haben, und hoffentlich der so Abgefertigte es sehr begreiflich finden, daß es eine ehrlose Handlung ist, den Ruf einer Dame untergraben zu wollen.

Gestern Nachmittag entstand in einem Hause der Glockengasse, wahrscheinlich hervorgerufen durch Spielerei eines im Zimmer befindlichen Kindes die Mutter war im Augenblicke nicht anwesend ein Gardi­nenbrand, der von der Straße aus vermerkt und die Mutter sofort von der Gefahr unterrichtet wurde. Entschlossen riß die Frau die Vorhänge herunter und erstickte das Feuer, trug aber bei dieser Gelegenheit eine ansehnliche Brandwunde an der Hand davon.

Für heute. Hanauer Stadttheater: Zum zweiten Male: Die Rantzau", Schaufpiel in 4 Akten von Erkmann Chatrian; Ansang '7 Uhr.

(Preußische K las se nl o tte r ie.) Die Ziehung der vier­ten Klasse der 167. preußischen Klasfenlotterie wird am 19. Januar k. I. beginnen.

Kassel, 28. Dezbr. DasHäuflein klein" der Veteranen aus den Freiheitskriegen ist durch das gestern erfolgte Hinscheiden des Herrn Lehrer a. D. Heydenreich wiederum gemindert. Der Verstorbene, Grün­der der Kasseler Liedertafel und ältestes Mitglied der Euterpe, erfreute sich einer seltenen Rüstigkeit. Er erreichte das hohe Alter von 86 Jah­ren. (H. M.)

Unter den Personen, welche auf dem Bahnhof Elberfeld-Stein­beck durch den Zusammenstoß des Deutzer Courierzuges mit dem Aachen- Berliner Courierzug verwundet worden sind, befindet sich ein Herr L. Levi aus Eschwege.

Hofgeismar, 27. Dez. Ein schönes Beispiel von Toleranz haben die hiesigen Protestanten den wenigen Katholiken gegenüber geübt. Ohne daß die geringste Verpflichtung dazu bestände, haben nämlich die Protestanten ihren katholischen Mitbürgern die Mitbenutzung einer Kirche gestattet, ja neueidings auch zugegeben, daß diese Kirche während des katholischen Gottesdienstes mit einem Altare geschmückt werden darf. (K. I.)

Aus der Umgegend.

O ffenb ach, 28. Dez. Kaum ist das durch das letzte Hoch­wasser hervorgerufene Elend einigermaßen gelindert und schon steht eine ähnliche Katastrophe bevor. In vergangener Nacht mußte bereits die Schiffbrücke wegen Hochwassers bei einem Pegelstand von Meter 3.90 abgefahren werden, und wenn das Wasser in dem Maße, wie man von auswärts meldet, fortsteigt, wenn namentlich der Himmel nicht endlich seine Schleusen schließt und trockenes Wetter sendet, dann können wir es erleben, am Tage des neuen Jahres unsere Stadt von einer neuen Wafferkalamitot bedroht und einen Theil unserer Mitbürger wiederum per Nachen die Straßen befahren zu sehen. Noch wollen wir indeß hoffen, daß der Himmel eine zweite Wassersnoth von uns fern hält. Pegelstand um l1/2 Uhr: Mir. 4.12. Weiteres Steigen zu erwarten.

Darmstadt, 28. Dez. Wie wir erfahren, wird beim Fü­silier-Bataillon des 115. Infanterie-Regiments nächstens das neue Ma­gazingewehr eingeführt werden, da die mit demselben vorgenommenen Proben zur vollsten Zufriedenheit der militärischen Sachverständigen ausgefallen sind. (H. L.)

Aus der Provinz Starkenburg. Seit etwa Anfang Dezember durchzieht ein Colporteur die Provinz, welch-rdas Gedenk- blatt für Freunde der Mission aus der lithographischen Anstalt von A. A. Felgner in Berlin" angeblich zum Besten der Missions-Anstalt in Breklum (Zchleswig) zu verschiedenen Preisen verkauft. Auf dem Blatt ist gedruckt:Ein Theil des Reinertrags ist für die Mission bestimmt". Auf geschehene Anfrage bei der Direktion in Breklum wurde geantwortet, die Anstalt habe damit nichts zu schaffen. Daraus wird Jeder entneh­men können, was er zu thun hat. (D. V.)

Gießen, 27. Dez. Heute Mittag bei der Wanderschaft der Dienstboten fiel einer Herrschaft das allzu große Gepäck ihrer Dienst- magd auf. Bei näherer Durchsicht desfelben unter dem Beisein eines Schutzmanns fand man eine Masse der betreffenden Herrschaft gestohlener

Während des Hochwassers erbitte ich 4 u s e r k ! e.

mir gest. Aufträge rc. per Post. 11632 ! Lothringerg. lbeinheizb. eins. m.Stüb.,bill.11507

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Leisenwald, 23. Dez. Gestern schlachtete Wagner Weber von hier ein Schwein, in welchem sich eine Masse Trichinen vorfanden. Der Mann hatte es nicht versichert und ist, da das Gesetz vorschreibt, daß trichinenhaltendes Fleisch vergraben werden muß, in großen Scha«

den gekommen.

Vom Main, 26 Dez. In Zeilsheim war ein junger Mann, der Sohn eines Wirthes, beim Brunnengraben thätig. Als er aus dem Brunnenschächte herauskam, wollte er sich durch einen Trunk stärken, ergriff aber leider eine Flasche mit Salzsäure und trank aus derselben.

angewandten Gegenmittel waren nutzlos und der junge Mann ist nach dem verhängnißvollen Trank seinen Leiden erlegen. (Rh. K.)

Alle bald

von

Neueste Hochwasserberichte (demFr. I." entnommen).

Mainz, 28. Dezdr., Mittags 4 Uhr. Nach einer soeben hier Bodenheim eingelaufenen Nachricht ist der Damm an der früheren

Bruchstelle heute gegen Mittag abermals gebrochen.

Mainz, 28. Dezbr., 9 Uhr 10 M. Rheinhöhe 4,61 M. Die Schifffahrt ist gänzlich eingestellt. Die Trajektverbindung findet noch statt.

Heidelberg, 28. Dez. Wasserstand Morgens 6 Uhr 6,80 M., um 12 Uhr 7,10 M. Seit 1 Uhr 30 Centimeter gefallen. Ein Drittel der Stadt steht unter Wasser.

Würzburg, 28. Dez. Der Main überfluthet die nächftgelege- neu Straßen und steigt rasch.

Mannheim, 28. Dez., 7 Uhr Abends. Der Rhein ist stark steigend und bis zu den Getreidehallen vorgegangen. D.r 91;dar ist bis in den Neckarhafen und die Jungbufchstraßen gestiegen, hat somit den Stand vom Jahre 1824 erreicht. Bei Heidelberg war der Stand des Neckar Morgens 7 Meter, Mittags 6,70, fallend; des Rheins bei Kehl 5,18, steigend; bei Waldshut 5,60, steigend; bei Philippsburg 6,90, steigend. In Mannheim war Nachmittags der Stand des Rheins 8,85, steigend; der des Neckar 10,16; steigt noch etwas.

Mannheim, 28. Dez., 9 Uhr 30 Min. Abends. Der Fracht­verkehr ist sistirt, ausgenommen für Lebensmittel. Der Rhein wächst noch. Die Bahnbrücke bei Maxau wurde heute Abend abgesührt, daher verkehren nun die Paris-Wiener Züge über Bruchsal-Germersheim.

Mannheim, 28. Dezbr. Die Bahnstrecke vom Hauptbahnhof nach Käserthal ist unfahrbar; auch der Güterbahnhof ist überfluthet und die Verbindungsbahn bedroht.

Köln, 28. Dez., 71At Uhr Abends. Der Rhein ist auf 7,40 gestiegen, die Schifffahrt ist eingestellt, die Schiffbrücke abgefahren.

29.

ThermsUtterstand.

28. Dezember. Mittags 2 Uhr + 10?, Abends Dez Morgens 7 Uhr + 73, Vormittags 10 Uhr

Wasserstand am Mainpegel: am 28. Dezbr.

7 Uhr + 9°;

Nachm. 4 Uhr

4,32 m; am 29. Dezbr. Morgens 8 Uhr 4,74 m, Vorm. 11 Uhr 4,79 m oder 16 Fuß 8 Zoll (feit einer Stunde wiederholt Stillstand).

Gültige Privat-Banknoten.

Die beschränkenden Bestimmungen des § 43 des Reichsbankgesetzes vom 14. März 1875 sind (nach den im Reichsgesetzblatte erschienenen Bekanntmachungen) bez. nachstehender Privatbanknoten als nicht anwendbar erklärt worden und es dürfen daher die Noten dieser Banken in ganz Deutschland, auch außerhalb desjenigen Staates, welcher denselben die Befugniß zur Notenausgabe ertheilt hat, zur Zahlung gebraucht werden: 1) Badische Bank in Mannheim. 2) Bayerische Notenbank in Mün­chen. 3) Bremer Bank in Bremen. 4) Breslauer Bank in Bres­lau. 5) Chemnitzer Stadtbank in Chemnitz. 6) Kölnische Privatbank in Köln. 7) Danziger Privatbank in Danzig. 8) Frankfurter Bank in Frankfurt a. M. 9) Hannoversche Bank in Hannover. 10) Leipziger Kassenverein in Leipzig. 11) Lübecker Commerzbank in Lübeck. 12) Magdeburger Privatbank in Magdeburg. 13) Pose­ner Privatbank in Posen. 14) Sächsische Bank in Dresden. 15) Bank sür Süddeutschland in Darmstadt. 16) Württemberger Noten­bank in Stuttgart. Die Verwendung der Noten anderer deutschen Privat-Notenbanken oder Korporationen zur Leistung von Zahlungen außerhalb desjenigen Landesgebiets, sür welches dieselben zugelassen sind, wird mit Geldstrafe bis zu 150 Mk. bestraft. DE^ Seitens der N a- tionalbank für dasGroßherzogt hum Luxemburg sind neuer­dings auf Reichswährung lautende Banknoten in Abschnitten zu 5, 10 und 20 Mk. ausgegen worden. Die Verwendung dieser Bank­noten zu Zahlungen innerhalb des Reichsgebiets ist nach § 11 des Bankgesetzes vom 14. März 1875 verboten und wird mit Geldstrafe von 50 bis 5000 Mk., im Falle gewerbsmäßiger Verwendung daneben Gefängniß bis zu einem Jahr bestraft.

I Frisehe Anstern. 11633111644 Fischhasidlung Dechert.