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Nr. 242. Dienstag den

Amtliches.

Die Gemeindebehörden der Orte von 1750 oder mehr als 1750 Seelen werden hierdurch auf Grund des §. 11 des Wahlregle, ments vom 4. September er. veranlaßt, die sämmtlichen Urwähler der entsprechenden Urwahlbezirke zu einer bestimmten Stunde am 19. Ok­tober er. unter Angabe des Wahllokals und des Namens des Wahl­vorstehers sowie dessen Stellvertreters in ortsüblicher Weise zusammen­zuberufen.

Desgleichen wird für die Urwahlbezirke 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11, 12, 13, 14, 15, 18, 19, 20, 21, 22, 23, 24, 25, 28, 31, 34, 35, 36 und 37 der Beginn der Wahl am 19. Oktober er. auf 10 Uhr Vormittags hiermit festgesetzt. Die sämmtlichen Ortsbehörden der in vorgenannten Urwahlbezirken enthaltenen Gemeinden bezw. Gutsbezirke werden ersucht, die in ihren Verwaltungsbezirken ansässigen Urwähler zur angegebenen Stunde in obiger Weise einzuladen.

Im Uebrigen wird auf den zweiten Absatz des §. 11 des Regle­ments besonders aufmerksam gemacht und die genaueste Befolgung des Reglements bei der vorzunehmenden Wahl den Wahlvorständen noch­mals zur besonderen Pflicht gemacht.

Die Wahlprotokolle nebst Zubehör sind nach Abschluß des Wahl­verfahrens sofort dem Wahlkommissar, Königl. Landrath Herrn von Trott in Gelnhausen, zu übersenden.

Hanau am 12. Oktober 1882.

Der Landrath.

Die mit der Nachweisung über die zur Zwangsvollstreckung über, wiesenen Gemeinde- und Schulabgaben noch rückständigen Orisvorstände werden an sofortige Einreichung dieser Nachweisungen pro August mit der Verwarnung erinnert, daß die am 19. d. Mts. früh noch nicht ein- gegangenen Verzeichnisse bezw. Anzeigen durch expresse Boten auf Kosten der Säumigen abgeholt werden würden, außerdem eine Ordnungsstrafe von 10 Mark eingezogen werden wird.

Hanau am 16. Oktober 1882.

__________________________Der Landrath. __________________________

Rundschau.

. R. F. (Deutsches Reich.) Der Bundesrath hat am Mon­tag nach mehrmonatlicher Pause seine Plenarsitzungen wieder ausgenom­men, was für unsere inneren Angelegenheiten den Beginn einer arbeits­reichern Zeit, im Gegensatz zu der sommerlichen Stille, bedeutet. Dem Bundesrathe sind während seiner langen Vertagung zahlreiche Eingaben zugegangen, mit deren Erledigung er sich zunächst beschäftigen dürfte. Unter denselben sind besonders diejenigen für oder gegen die Einführung obligatorischer Arbeitsbücher sowie die Eingaben um Einführung einheit­licher Postwerthzeichen hervorzuheben. Indessen ist, wie dieNat.-Ztg." hervorhebt, in beiden Angelegenheiten für jetzt schwerlich etwas Positives zu erwarten. Bezüglich der obligatorischen Arbeitsbücher beharren meh­rere größere Regierungen, wie Preußen und Württemberg, auf ihrem ablehnenden Standpunkte, obwohl Bayern und Sachsen die Einführung obligatorischer Arbeitsbücher befürworten. Was die Eingabe voy 52 Handelskammern um Einführung einheitlicher Postwerthzeichen für das ganze Reich anbelangt, so ist auch in dieser Frage eine befriedigende Lösung noch nicht so bald zu hoffen und haben die jüngsten Verhand­lungen des Beirathes der Württembergischen Verkehrsanstalten gezeigt, daß Württemberg nicht daran denkt, seine postalische Sonderstellung auf. zugeben und von Bayern ist dasselbe vorauszusetzen.

Die schon seit langer Zeit erwartete Ernennung des bisherigen deutschen Botschafters in Konstantinopel, Grafen Hatzfeldt, zum Staats­sekretär im Auswärtigen Amte und preußischen Staatsminister ist nun­mehr erfolgt und wird derReichs, Anzeiger" dieselbe in diesen Tagen veröffentlichen. An die Ernennung Hatzfeldt's zum Staatssekretär des Aeußern knüpfen sich eine Reihe Veränderungen in der Vertretung des deutschen Reiches im Auslande. An Stelle Hatzfeldt's wird Herr von Radowitz, bisher Gesandte in Athen, zum Botschafter in Konstantinopel befördert werden; Herr v. Radowitz soll in Athen durch den preußischen Gesandten in Weimar, v. d. Brinken, ersetzt werden. Für den lange verwaisten deutschen Gesandtschaftsposten im Haag ist der preußische Ge­sandte in Darmstadt, v. Alvensleben, und für den Gesandtschaftsposten in Bern v. Bülow, preußischer Gesandte in Stuttgart, designirt.

17. Oktober 1882.

Kommenden Donnerstag, den 19. Oktober, finden die Wahlen der Urwähler statt, welche ihrerseits nach acht Tagen die Abgeordneten zum Landtage zu wählen haben. Mit begreiflicher Spannung sieht man dem Ausgange des Wahlkampfes entgegen, denn für die conservative Partei handelt es sich diesmal darum, nicht nur ihre den Liberalen während der letzten Landtagsmandate abgerungenen Mandate, sondern auch eine Anzahl Wahlkreise zu behaupten, welche früher vorzugsweise conservativ wählten, die aber jetzt ebenfalls von den Liberalen bedrängt werden. Die Ultramontanen kommen bei diesem Kampfe zwischen den Conserva- tiven und Liberalen weniger in Betracht, da das Centrum sowohl im Reichstage als auch im Landtage seinen festen Besitzstand hat; doch ha­ben in verschiedenen Wahlkreisen die Ultramontanen den Ausschlag zu geben, was immerhin in Betracht zu ziehen ist.

Der Congreß der Bimetallisten, also der Anhänger der Doppel­währung, welcher vergangene Woche in Köln stattfand, hat eine Reso­lution einstimmig angenommen, welche verschiedene bemerkenswerthe Forderungen enthält. So befürwortet der Congreß die Einziehung alles Goldes und Papieres in Deutschland unter dem Werthe von 10 Mark, sowie die Sistirung der weiteren Silberverkäufe in Deutschland. Weiter haben die Reichstagsabgeordneten, die am Congresse theilnahmen, be­schlossen, einen Gesetzentwurf einzubringen, daß vollwichtige Zweimark­stücke ausgeprägt und die vorhandenen Thalerstücke beibehalten werden. Letzteres ist allerdings dringend zu wünschen, denn die Thaler find für den gewöhnlichen Verkehr geradezu unentbehrlich.

Tagesschau.

Se. Majestät der Kaiser und König haben Allergnädigst ge­ruht den seitherigen Botschafter in Konstantinopel, Grafen v. Hatzseldt- Wildenburg zum Staatssekretär des Auswärtigen Amts und gleichzeitig zum Staats-Minister und Mitgliede des Staats - Ministeriums zu er­nennen.

Auf Grund des Artikels 6 der Verfassung ist von Sr. Maje­stät dem Kaiser, König von Preußen, der Staatssekretär des Reichs- Schatzamts, Wirkliche Geheime Rath Burchard zum Bevollmächtigten zum Bundesrath ernannt worden.

Berlin, 16. Oktober. Se. Königliche Hoheit der Prinz Hein­rich ist gestern an Bord der deutschen KorvetteOlga" in Plymouth eingetroffen.

Berlin, 16. Oktbr. Die zur Theilnahme an dem in der Zeit vom 25. v. Mts. bis 14. d. Mts. hierselbst abgehaltenen militärärzt- lichen Operations- und anatomischen Kursus kommandirt gewesenen Stabsärzte der Armee und Marine sind zum größten Theil gestern in ihre resp. Garnisonen wieder zurückgekehrt.

Berlin, 13. Oktober. Wiederholt ist von dem Minister der öffentlichen Arbeiten darauf hingewiesen worden, daß aus eine rechtzeitige Veröffentlichung der periodischen Sommer- und Winterfahrpläne, und zwar mindestens 14 Tage vor der Einführung derselben, besonderer Werth gelegt werden müsse, und daß es daher unerläßlich sei, die be­züglichen Vorbereitungen demgemäß nach Möglichkeit zu beschleunigen. Indem der Minister die betreffenden Vorschriften in einem Cirkularerlaß vom 5. d. Mts. erneut in Erinnerung bringt, bemerkt derselbe, daß es sich hierbei vor Allem darum handle, die für die Ausführung des Fahr- Plans erforderlichen geänderten Betriesanordnungen so zeitig zu treffen, daß die aussührenden Organe hinreichend Zeit behalten, sich damit ein« gehend vertraut zu machen und daß etwaige Unklarheiten beseitigt werden könnten. Dieser Zweck könne aber u. A. nur dadurch erreicht werden, daß der betreffende Fahrplan nach der erfolgten Genehmigung zur Ein­führung nicht ohne zwingende Gründe abermals geändert werde, da sonst zu befürchten sei, daß hierdurch die Vorbereitungen zur Einführung des neuen Fahrplans gehemmt bezw. in Betreff der bereits getroffenen Maßnahmen unheilvolle Verwirrungen hervorgerufen würden.

ES werde daher den sämmtlichen Eisenbahnverwaltungen wieder, holt zur dringenden Pflicht gemacht, sich über die für den durchgehenden sowie für den Lokalverkehr wünschenswerthen Aenderungen des Fahrplans rechtzeitig zu insormiren und den etwa beteiligten übrigen Eisenbahn­verwaltungen hiervon vor den bezüglichen allgemeinen und besonderen Fahrplankonjerenzen Kenntniß zu geben, damit in diesen Konferenzen eine Einigung über die einzelnen Fahrplanänderungen erzielt werden