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Nr. 86. Donnerstag den 13. April 1882.

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Amtliches.

Ausschreiben.

Am 4. April c. wurde im Rheine dahier eine männliche Leiche gelandet, welche ca. 14 Tagen im Wasser gelegen haben mag.

Dieselbe war im Alter von 1618 Jahren, mittelgroß, hatte rothbraunes Kopfhaar, kleine Nase, gewöhnlichen Mund, keinen Bart, vollständige Zähne und war bekleidet mit dunklem, sein röthlich melirtem Gehrock mit 2 Reihen übersponnenen Knöpfen und mit schwarzer Litze eingefaßt, desgl. Weste, dunklen Hosen (gräulich), weißen gewebten Unter­hosen, bräunlichem gewebten Unterjäckchen, weißleinenem Hemde mit brei­ten Brustfalten ohne Kragen, schwarzem, in der Mitte graubesetztem Vorhemd, weißem Vorhemd mit gestickten Blumen und angeknöpstcm weißen Kragen, schwarzer Halsbinde, braunen Strümpfen und Zugstie- feln mit herzförmigen Vorderblättern mit Dvppelsohlen (vorn abgetreten).

Im Falle die Identität des Verlebten festgestellt werden kann, bitte ich um baldgefällige Nachricht.

Mainz, den 5. April 1882.

Großh. Hessisches Polizei-Commissariat.

Wird veröffentlicht.

Hanau am 10. April 1882.

Der Landrath.

Gefunden: Ein Arbeitsbuch, auf den NamenSchuhmacher Curt Uttermüller aus Groß. Keula" ausgestellt; Empfangnahme beim Herrn Bürgermeister zu Fechenheim. Eine Serviette.

Verloren: Eine Brille. Eine Cylinder-Uhr mit Goldrand nebst Kette.

Hanau am 13. April 1882.

Aus Königl. Landrathsamt.

Tagesschau.

Berlin, 11. April. Se. Majestät der Kaiser haben heute um P/i Uhr Nachmittags im Königlichen Palais hierselbst, den zum außerordentlichen Gesandten und bevollmächtigten Minister der Republik Chile ernannten Herrn Guillermo Matta in Audienz zu empfangen und aus dessen Händen ein Schreiben des Herrn Präsidenten dieses Frei­staates entgegenzunehmen geruht, durch welches derselbe in der gedachten Eigenschaft am hiesigen Allerhöchsten Hofe beglaubigt wird. Hierauf haben Se. Majestät um P/* Uhr Nachmittags dem hiesigen Königlich serbischen außerordentlichen Gesandten und bevollmächtigten Minister Herrn Pätroniovitch eine Audienz Behufs Ueberreichung eines Notifika­tionsschreibens Sr. Majestät des Königs von Serbien zu ertheilen ge­ruht. Als Vertreter des Auswärtigen Amtes wohnte diesen Audienzen der Botschafter Graf von Hatzfeldt bei.

Nach einer neuerdings eingangenen amtlichen Mittheilung ist der Termin für Eröffnung der zu Madrid statlfindenden Ausstellung von Erzeugnissen des Bergbaues, der Hüttenindustrie, der Stein-, Thon- und Glassabrikation anderweit auf den 1. April 1883 und der Schlußtermin für die Zulassung von Ausstellungsgegenständen auf den 15. Februar deff. Js. festgesetzt worden.

S. M. S.Hertha", 19 Geschütze, Kommandant Kapitän zur See von Kall, ist am 15. Februar er. in Kobe, S. M. Kanonenboot Moewe", 5 Geschütze, Kommandant Korvettenkapitän von Kyckbusch, am 1. Februar er. in Auckland eingetroffen.

(Aus der Reich shauptstadt.) Mehmed Pascha, ein Schwager des Sultans, wird in nächster Zeit in Berlin erwartet, um die deutsche Sprache zu erlernen.

DerRH. K." schreibt: Aus guter Quelle erfahren wir, daß demnächst in Berlin eine Konferenz hervorragender Mitglieder der Alliance israelite universelle aus allen größeren europäischen Staaten mit dem Zwecke stattfinden soll, die Auswanderung der russischen Juden nach Amerika im großen Stile und mit den entsprechenden, sehr bedeu­tenden Geldmitteln zu regeln. Es soll eine Massenüberführung der Juden nach Nord- und Südamerika mit Landanweisungen und auch sonst wie in bestorganisirter Form erfolgen. Nach dem Plane, der ins Auge gefaßt ist, handelt es sich nicht um eine bloße Nothstandsmaßregel, sondern um ein Ereigniß von eminenter kulturhistorischer Bedeutung.

Die Commission von Sachverständigen, welche von Seiten des

Reichsjustizamts zur Begutachtung des Entwurfs, betreffend die Revision des Äktiengesetzes, berufen worden war, hat am letzten Sonnabend ihre Berathungen beendet. Auf Wunsch der Regierung, welche den Commis­sionsmitgliedern die Protokolle mittheilen wird, soll nach wie vor über die Details dieser Berathungen Diskretion beobachtet werden. Im All­gemeinen läßt sich, wie wir hören, konstatiren, daß in Betreff der Ziel­punkte der Reform im Ganzen Einverständniß zwischen der Regierung und den Mitgliedern der Commission herrschte und daß letztere die Em­pfindung hatten, als ob die Regierung sich in Betreff der Mittel der Reform den Vorschlägen der Sachverständigen anschließen werde. In Bezug auf die Zielpunkte dieser Reform herrschte in der Commission volles Einverständniß und was die Art und Weise der Reform betrifft, so war die Majorität der Commission der Meinung, daß man innerhalb der bisherigen rechtlichen und thatsächlichen Entwickelung Verbleiben müsse. Auch über den Fundamentalsatz der Reform, den Begriff des Gründers juristisch zu fixiren und den Gründungsakten volle Publicität zu sichern, herrschte vollkommenes Einverständniß. Bekanntlich kennt das bis­herige Gesetz den juristischen Begriff des Gründers überhaupt nicht, sondern nur den sogenanntenersten Zeichner", welcher letztere im übri­gen jedem gewöhnlichen Aktionär gleichsteht und eine besondere Verant­wortlichkeit in Bezug auf das Unternehmen an sich nicht zu tragen hat. Unter den Theilnehmern an den Conferenzen herrscht das Gefühl, daß ein gutes Gesetz zu Stande kommen werde, welches einerseits wirksame Vorsorge gegen Mißbräuche und Ausschreitungen treffen, andererseits aber dem legitimen Verkehr und dem berechtigten Unternehmungsgeist keine schädigenden Fesseln auferlegen werde. (Fr. I.)

(Das Reichseisenbahnamt und Bayern.) Ein Ar- tikel der Nordd. A. Z. kommt auf die Beschwerden zurück, welche im I. 1878 gegen die Differentialtarife für Holz erhoben wurden; die preußische Eisenbahnverwaltung, so wird ausgeführt, habe an ihrem Theil abgeholfen, aber, so heißt es weiter, für zahlreiche Handelsplätze Deutsch­lands mußten die preußischen Maßregeln ohne Erfolg bleiben. Das aus Süddeutschland, insbesondere aus Bayern und Baden kommende Holz kann nicht durch die von Preußen ergriffenen Maßregeln gegen die Konkurrenz des ungarischen Holzes auf dem holländischen, belgischen oder französ. Markte geschützt werden. Für viele süddeutsche Produkte, ins­besondere für Holz, liegen die Verhältnisse noch heute so ungünstig, wie 1878. Angesichts dieser Umstände wäre es als sehr ersprießlich zu be­grüßen, wenn Bayern, namentlich auch im Interesse seiner eigenen Forsten, sich zur Aufgabe seiner Ausnahmetarife entschlösse. Um so er­freulicher ist es zu hören, daß das Reichseisenbahnamt sich zu diesem Behufe mit der bayer. Verwaltung in's Benehmen gesetzt hat und Ver­handlungen führt.

Das Füsilierbataillon in Jena könnte man beinahe die aka­demische Legion nennen, denn es sind 52 Studenten als Einjährig- Freiwillige bei demselben eingetreten.

Karlsruhe, 11. April, Abends. Nach dem heute veröffent­lichten Bericht ist das Befinden des Großherzogs andauernd befriedigend. Die günstige Witterung ermöglicht täglich ein mehrstündiges Verweilen in freier Luft, deren wohlthätiger Einfluß auf den Großherzog unver­kennbar ist.

Lugano, 10. April. Der Monte-Cenerefestzug ist um 12 Uhr hier angelangt. Kolossales Volksfest mit Festaufzug, Kanonen­donner und Glockengeläute und unter Theilnahme aller Behörden, Par­teien und Korporationen. Lugano prangt im Festschmuck. Die Theil­nehmer am Festzuge, die Delegirten des Bundesrathes, die Regierung, die eidgenössischen kantonalen und Gemeindebehörden wurden in Lugano von einer ungeheuren Volksmenge mit Beifallsrufen empfangen. Im Saale des Munizipalgebäudes wurde der Ehrenwein gespendet. Syn­dikus Battaglini begrüßte die Gäste und trank auf das Wohl der Eid­genossenschaft, des Kantons Tessin und der Staaten, welche das Gott- hardbahnunternehmen subventionirt haben. (Bund.)

Rom, 11. April. Se. Majestät der König von Württemberg ist heute Nachmittag von Florenz hier eingetroffen und am Bahnhöfe von Sr. Majestät dem König Humbert und dem Palast - Präfekten be­grüßt worden. Se. Königliche Hoheit der Prinz Heinrich von Preußen stattete Sr. Majestät dem König heute Nachmittag einen Besuch ab

DieSttsb.-Ztg." schreibt in ihrerWeltlage" u. a.: Eine