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Nr. 283. Dienstag den
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Amtliches.
Das Ausschreiben vom 16. Oktober d. Js. — Hanauer Anzeiger Nr. 244 — nach der 11 Jahre alten Mana Bensing von hier wird hiermit erneuert.
Hanau am 1. Dezember 1882.
Der Landrath.
Zugelaufen: Ein schwarzer Pudelhund. Ein schwarzer Spitzhund.
Gesunden: Ein Portemonnaie mit Geld. Ein Handschuh. Ein Kastenkarren. Ein Sack mit ca. 20 Kilogramm Mehl.
Hanau am 5. Dezember 1882.
Aus Königl. Landrathsamt.
Rundschau.
R. F. (Deutsches Reich.) Zum dritten Male in diesem Jahre ist Kronprinz Rudolf von Oesterreich der Gast Kaiser Wilhelms und zwar folgte Kronprinz Rudolf einer Einladung unseres Kaisers zu den Hofjagden, welche am vergangenen Freitag und Sonnabend bei Letzlingen stattfanden. Es können diese wiederholten Besuche des österreichischen Thronerben in Deutschland als ein markantes Zeichen der zwischen den Kaiserhösen von Berlin und Wien bestehenden herzlichen Beziehungen betrachtet werden.
Der Reichstag hatte sich bei seiner ersten, nach ziemlich sechsmonatlicher Pause am vergangenen Donnerstag wieder stattgefundenen Sitzung mit einer Frage, die bereits einmal an ihm herangetreten ist, zu beschäftigen. Es handelte sich nämlich um die dritte Lesung des in den beiden ersten Berathungen vom Reichstage angenommenen Antrages der reichsländischen Abgeordneten, den Bundeèrathâeschluß bezüglich der Einführung der deutschen Sprache und der Oeffentlichkeit bei den Sitzungen des Landes Ausschusses von Elsaß-Lothringen dahin abzuändern, daß den des Deutschen nicht mächtigen Mitgliedern des Landes Ausschusses der Gebrauch der französischen Sprache unter gewissen Bedingungen gestattet werde. Für den Antrag plaidirte außer dem Abg. Zorn von Bulach, was bei dessen Eigenschaft als Elsässer erklärlich ist, und dem Redner der Polen, V Jagdzewski, sowie dem demokratischen Abgeordneten für Frankfurt a. M, Sonnemann, sehr bezeichnender Weise auch der Sprecher des Centrums, Dr. Windthorst. Gegen den Antrag erklärten sich neben den conservativen Rednern von liberaler Seite die Abgg. v. Bennigsen, v. Treitschke und Rickert. Namens der Regierung legte Staatsminister v. Bötticher in überzeugender und klarer Weise dar, wie wenig der Antrag der reichsländischen Abgeordneten den thatsächlichen Verhältnissen entspreche; mehr als 80% der reichsländischen Bevölkerung gehörten dem deutschen und nur 11% dem rein französischen Sprachgebiete an, die Annahme des Antrages würde außerdem eine Stärkung der französischen Sympathien in Elsaß-Lothringen bedeuten und dadurch die Bestrebungen derjenigen Partei schwächen, welche ein sriedliches Gedeihen des Landes unter der deutschen Herrschaft anstrebe. In namentlicher Abstimmung wurde schließlich der Antrag mit 153 gegen 119 Stimmen deS Centrums, der Polen, Elsaß-Lothringer, Volksparteiler und Socialdemokraten abgelehnt und jeder wahrhaft deutsch fühlende Mann kann nur Genugthuung hierüber empfinden, daß die Macht der Thatsachen und des patriotischen Gefühles doch den Sieg davonge- tragen hat. — In der Sitzung vom Donnerstag gingen dem Reichstage die Etats pro 1883/84 und 1884/85 zu. — In der nächsten Sitzung vom 2. Dezember beschäftigte sich das Haus u. A. mit Erledigung von Petitionsberichten.
Das Eintreffen des Reichskanzlers Fürsten Bismarck in Berlin wird jeden Tag erwartet, ein bestimmter Zeitpunkt hierüber ist aber nicht festgestellt. Daß Fürst Bismarck gesonnen ist, an den parlamentarischen Verhandlungen, namentlich an denen des Reichstages, regen Antheil zu nehmen, wird von zuverlässiger Seite bestätigt.
Das Abgeordnetenhaus setzte in vergangener Woche die Special- btiarhung des Etats bis zum Etat der allgemeinen Finanzverwaltung fort, welcher am Freitag nach unerheblicher Diskussion genehmigt wurde. Am Sonnabend hielt das Haus keine Sitzung ab, da an diesem Tage im Reichstage eine Sitzung stattfand.
5. Dezember 1882.
Die Nachrichten über die Wassersgefahr im Westen unseres Vaterlandes lauten p^t beruhigender, da überall ein Sinken der Gewässer gemeldet wird. Desto betrübender klingen die Berichte über die Verheerungen, welche die Wasserfluthen angerichtet haben, an manchen Orten konnte von den rasch eingerichteten Lokal-Hilfs-Comito's kaum der augenblicklichen Noth abgeholfen werden. Hoffentlich bringt ein Appell an die öffentliche Mildthätigkeit den Bedrängten die so nöthige ausgiebige Unterstützung.
(Schluß in der Beilage.)
Tagesschau.
— Berlin, 4. Dezember. Der Königliche Hof legt heute für Se. Hoheit den Herzog Bernhard von Sachsen-Meiningen die Trauer auf acht Tage an.
— Berlin, 4. Dezbr. Se. Majestät der Kaiser und König sind am Sonnabend Abend gegen 9 Uhr von Letzlingen wohlbehalten hier wieder eingetroffen.
— Berlin, 4. Dezbr. Einem heute hier eingegangenen Telegramm zufolge ist Se. Königliche Hoheit der Prinz Heinrich an Bord S. M. S. „Olga" wohlbehalten auf der Insel Barbados eingetroffen.
— Berlin, 4. Dezbr. Se. Durchlaucht der Reichskanzler und Präsident des Staatsministeriums Fürst von Bismarck ist aus Vaizin hier angekommen.
— Berlin, 4. Dez. Der Kaiserliche Botschafter am Kaiserlich russischen Hofe, General Lieutenant von Schweinitz, ist mit Ablauf seines Urlaubes nach St. Petersburg zurückgekehrt und hat die Geschäfte der dortigen Botschaft wieder übernommen.
— Berlin, 4. Dezbr. In der heutigen (13.) Sitzung des Hauses der Abgeordneten theilte der Präsident den Eingang einer Denkschrift, betr. die Bestreitung der Ausgaben für die Prüfungskommission für die Kandidaten des höheren Lehramtes, von Seiten des Kultusministers und eines Berichts über die Verwendung des Erlöses aus einer zum Abbruch bestimmten Baulichkeit für die Berliner Stadtbahn Seitens des Arbeitsministers mit. Hierauf wurde die zweite Berathung des Etats fortgesetzt.
— Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht einen Erlaß des Herrn Ministers der öffentlichen Arbeiten, welcher die freie Beförderung für freiwillige milde Gaben an Lebensmitteln und Kleidungsstücken, sowie an Brennmaterial an die bedrängte Bevölkerung der Rheinprovinz und Hessen-Nafsau's auf den Staatsbahnen und den in Staatsverwaltung stehenden Privatbahnen verfügt. Für von den Staats- und Communal- behörden, wwie Wohlthätigkeitsvereinen zu gedachtem Zwecke angekaufte Lebensmittel und Saatgut wird nur die Hälfte der tarifmäßigen Fracht berechnet.
— Minister v. Puttkamer ist vom Rhein zurjickgekehrt und hat von dem Landtag zur Steuerung der allerdringendsten Noth 500 000 M. erbeten und hinzugefügt, es würden viel größere Summen nöthig werden. Die Überschwemmung ist die größte seit 1784, die Haltung der Bevölkerung musterhaft, die Koblenzer Pioniere haben in Neuwied 2—300 Menschen das Leben gerettet.
— Dem „Schwäbischen Merkur" wird aus Karlsruhe geschrieben: Welch' gewaltige Bedeutung die Frage der Holzzölle und bezw. der Holzpreise für Baden hat, läßt sich aus der Thatsache erkennen, daß das Großherzogthum 516 716 ha, d. h. 34% der Landesfläche an Wald besitzt (Ende 1879), wovon 91 313 ha Staatseigenthum, 246 116 ha im Besitz von Gemeinden, 166 260 ha im Privatbesitz sind. Das Sinken der Holzpreise seit einer Reihe von Jahren war geradezu eine Kalamität des Budgets, und noch sür das Budget 1882/83 mußte nach dem Mittelstand der Holzpreise für 1881 der ursprüngliche Budgetsatz nachträglich um 180 000 M. gemindert werden.
t Die günstigen Nachrichten über den zunehmenden Aufschwung von Industrie und Gewerbe in Westfalen, welche von dort seit längerer Zeit eingetroffen sind, wiederholen sich auch bezüglich des verwichenen Sommers und Herbstes. Im landwirthschaftlichen Gewerbe gingen die Brennereien gut, das Vieh stand hoch im Preise, die Vieh- märkte waren besucht und der Viehhandel lebhaft. Die Kalk- und Cement-Industrie, die mechanischen Webereien und die Eisen-Industrie