— Für morgen. Vormittags 11 Uhr: Kirchenchor der Marienkirche „Probe". — Spar- und Spielkasse im „Weißen Ochsen": Nachmittags 3 Uhr Theilung der Kasse
— Zum Tabakèbau für den Bedarf der Monopolverwaltung sind nach den Bestimmungen des Entwurfs zu einem Reichs Tabakèmonopol- Gefetz die nachbezeichneten Anbaubezirke zugelassen: Kreis Eschwege im Regierungsbezirk Kassel, Kreis Witzenhausen und Kreis Schmalkalden desgl.
— Wie die „Köln. Ztg." hört, steht eine kaiserliche Verordnung über die den einzelnen Provinzen zustehenden Wappen und deren Farben in Aussicht. Diese heraldische Arbeit soll mit mannigsachen Schwierigkeiten verbunden gewesen sein, welche man jetzt bewältigt haben wird.
— Dem Ober - Regierungsrath Schönian ist die Stelle des Dirigenten der Finanzabtheilung bei der Regierung in Kassel übertragen worden.
— Die ReichsbankMat heute den Diskont für Wechsel auf 4^2 und den Lombardzinsfuß auf oVa pCt. herabgesetzt.
— Kassel, 2. März. In Veranlassung eines vom Lehrer A. Hild im Kasseler Bezirks-Lehrerverein gehaltenen Vortrags über Jugendschristen wurde eine Anzahl Lehrer gewühlt, die, soweit dies möglich, die vorhandenen Jugendschristen einer genauen Prüfung unterziehen und ein Verzeichniß empfehlenswerther Schriften aufstellen sollen, das zur Weihnachtszeit Denjenigen, welche Jugendschriften kaufen wollen, als zuverlässiger Führer dienen kann. — Ein Krankheitsfall von schwarzen Blattern ist in einem Hause der Orleansstraße konstatirt worden. Die von dieser kontagiösen Krankheit befallene Person ist dem Vernehmen nach aus der Besserung begriffen, auch sind sofort Seitens der Polizei die erforderlichen sanitätspolizeilichen Schutzmaßregeln ergriffen worden, um ein weiteres Umsichgreifen dieser seuchenartigen Krankheit zu verhindern, hoffentlich mit Erfolg. (H. M.)
— Kassel, 3. März. Unter der Spielerbande, welche auf Antrag der Staatsanwaltschaft von Saarbrücken in Metz verhaftet wurde, befindet sich auch, wie der „Köln. Ztg." von dort gemeldet wird, der Chemiker Bernhard Heinemann aus Kassel. (In unserem heutigen Unter- Haltungsblatt befindet sich die betr. Notiz. Heinemann ist auch eine in Hanau nicht unbekannte Persönlichkeit. D. Red.).
— Fritzlar, 1. März. Das im April 1877 aufgelöste hiesige Ursulinerinnenkloster verband mit seinem Pensionat noch eine besondere, von jenem getrennte und zunächst nur für die Töchter hiesiger Eltern bestimmte höhere Mädchenschule, das s. g. Externat. Es hat nun, laut der „Fuld. Ztg.", die langjährige weltliche Lehrerin an der aufgehobenen höheren Töchterschule, Fräulein Josephine Gaß, von der Regierung zu Kassel die Concession zur Errichtung einer höheren katholischen Privatmädchenschule von Ostern d. J. an erhalten.
— Wittelsberg, 28. Februar. Gestern feierte Herr Pfarrer Soldan das Fest seines 60jährigen Amtsjubiläums in körperlicher Rüstigkeit und Frische.
AKZ des ÄNWUtâ
— Frankfurt a. M., 3. März. Kommenden Montag Abend findet die Schluß-Sitzung des Central-Auèschusses für das im Jahre 1881 dahier stattgehabte fünfte deutsche Turnf^t statt. Das finanzielle Ergebniß wird definitiv feftgefteUt> — Hs-e Arbeiten an der Herstellung der Nordend. Trambahnstrccke Werken mit großem Eifer gefördert. Das Geleise <uf der Eckenheimer Landstraße von der Mlage an ist bereits fertiggestellt und ist man eben daran, die Trac» in Bie Hermannstraße einzusühren und von da noch dem Adlerflychtplütz weiter zu legen. — In einem alten Geschäfte in der Töngesgaffe stehèn frohe Festtage bevor. Gestern verlobten sich nämlich dessen beide Inhaber; ebenso die beiden Commis des Geschäfts Und zum Schluß verlobte sich auch noch der Ausläufer. Die fünf Hochzeiten werden an einem Tage statthaben.
1' ". (Fr. I.)
— Heiterkeit erregte gestern Nachmittag ein angetrunkener Droschkenkutscher. Auf der linken Seilendes Wagens stieg er aiif dhb auf der anderen fiel er wieder herunter, sodaß schließlich die Fahrgäste, denen die Abfahrt zu lange dauerte, wieder ausstiegen. — Die Betheiligung an der morgen beginnenden Geflügel- und Vogel-Ausstellung ist eine sehr starke und prächtige Stämme Hühner sind vorhanden, ebenso Tauben. — Ein Wirth in Bockenherm kündigte einer Tischgesellschaft aus Frankfurt den seit langer Zeit innegehabten Mittogstisch aus dem einfachen
Grunde, weil die Frankfurter Abends ihr Bier in Frankfurt trinken uni nicht bei ihm. (G.-A.
— B iebrich, 2. März. Der Husar, welcher sich kürzlich zwi schen der Curve und Castel von einem Zuge überfahren ließ, hat dies wie jetzt festgestellt, deshalb gethan, weil ihm Strafe drohte. Er hatt nämlich ein Zehnmarkstück, das einer seiner Kameraden verloren hatte gefunden und nicht abgeliefert. Aus Furcht vor der Strafe nahm ei sich das Leben. (T.-P.
— Worms, 2. März. Gestern Abend gegen 6 Uhr zog eil Gewitter über den Odenwald. Von Hochheim zurückkehrend, sahen wi: die Gewitterwolken, öfters vom Blitz hell erleuchtet, nach Nordosten fick abziehen, während der Donner der großen Entfernung wegen nicht hör bar war. (Gewitter im März deutet auf ein fruchtbares Jahr.)
— Dem „Rheinischen Courier" wird vom Rhein geschrieben „Aus dem im Rhein. Cour, veröffentlichten amtlichen Berichte des Ac cisenamtes zu Wiesbaden vom 7. Januar l. I. ist bei einer kurzen Ver gleichung leicht ersichtlich, daß die Preise für Naturalien und ander Lebensbedürfnisse daselbst viel niedriger stehen, als in unserem Gaue So kostet u. A. ein Centner Kartoffeln in Wiesbaden 2;M, im Rhein gaue 2 M. 25 Pf; 1 Pfund Butter in Wiesbaden 1 M. 25 Pf, in Rheingaue 1 M. 30—40 Pf.; 1 Ei in Wiesbaden 8 Pf., im Rhein gaue 9—10 Pf.; 3 Pfd. Langbrsd in Wiesbaden 45 Pf., im Rheingau 52 Pf.; 1 Pfd. Kuh- oder Rindfleisch in Wiesbaden 40 Ps., im Rhein gaue 52 Pf.; 1 Pfd. Fleischwurst in Wiesbaden 69 Pf., im Rheingau 80 Pf.; 1 Pfd. Blutwurst in Wiesbaden 48 Pf., im Rheingaue 60 Pf Auffällig ist es, daß bei manchem unserer Bäcker fast das ganze Fast hindurch der Preis des Brodes sich auf gleicher Höhe hält, währeni doch die Frucht- und Mehlpreise öfters fallen; aber noch auffällige: ist, wie verschieden die Metzger den Preis des Fleisches sestsetzen, bii doch ihr Vieh gemeinschaftlich kaufen und schlachten, während z. B. bei Metzger in der Stadt zu 48 - 50 Pf. das Pfund Fleisch verkauft, nimm der einfache Landmetzger 52 Pf. für das Pfund. Aehnliche abnorme Preisdifferenzen zwischen Stadt und Land findet man auch bei den Ku lonialwaaren."
Dazu bemerkt die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung": Mir wärer in der That begierig, zu sehen, wie irgend ein manchesterlicher Oerindu: dieses Räthsel der Natur zu lösen versuchte! Um das Material zm Erwägung der Sache zu vervollständigen, wollen wir wißbegieriger Manchesterleuten noch mittheilen, daß die Accise, welche der Stadt Wies baden die Lebensmittel in keiner Hinsicht zu vertheuern vermag, bei Stadt über 300 000 Mk. p. a. einträgt, welcher Betrag, im Falle er durch direkte Abgaben erhoben werden müßte, etwa 45 —50 Prozent der direkten Steuern ausmschen würde."
Marktbericht.
Hanau, den 4. März, 8’/» Uhr Morgens. Der heutig: Markt war ziemlich gut befahren; Viktualienpreise folgende: Butter 1,2( bis 1,30 M.; Käse 4—5 Ps. und Eier 5—6 Pf. das Stück; Bohner 50—55 Pf., Erbsen 36—45 Pf., Linsen 48—50 Pf. das Doppelliter Geflügel: junge Tauben das Pärchen 1—1,10 M.; ein Hahr 1,60-1,75 M; ein Huhn 1,50-1,60 M.; eine Ente 1,90—2 M. Meerrettig, die Stange 8—10 Pf.; Blumenkohl 30—40 Pf.; Kopf salat 18 Pf.; Kohlrabi 5 Pf.; Wirsing 6—10 Pf.; Weißkraut 25-31 Pf.; Rothkraut 30-40 Pf.; Kartoffeln 8 Pf.; Zwiebel 20—25 Pf das Doppelliter ; Schwarzwurzeln, die Portion 30—50 Pf.; Sellern 6—15 Pf.; Waizenmehl 1. Sorte 24 Pf., 2. Sorte 20 Pf., 3. SorN
17 Pf. und 4 Sorte 15 Pf. — 0,5© Kg; Fische: gewöhnliche Sorti 25 Pf., bessere 30 Pf., Hecht 1—1,20 M., Bresen 50 Ps., Barber 50—55 Pf., Barsch 60 Pf., Karpfen 1,40 M., frische holländisch: Schellfische 45 Pf, frisch gewässerter Laberdan 40 Pf, Seezungen 1,65 M. Steinbutt 1,80 M, lebende Forellen 4,50 M, Kabliau (im Auèschnittj 60 Pf, Hummern 1,70 M, Salm 2,40 M., Zander 1,10 M. = 0z u#; Aepfel 2—3 Pf. ; getrocknete Zwetschen ^2 kg 30 Pf. Citronen 10 Pf.; Apfelsinen 10—12 Pf; Gänseeier 11—12 Pf.; Strot 3,40—3,50 M. und Heu 4,70-4,80 M. - 50 kg; Holz der Meter 6,50-7 M.
Thermometer st and.
3. März. Höchster Stand + 71/a°, Abends 7 Uhr + 4°;
4. März Morgens 7 Uhr + 2* 20, Vormittags 10 Uhr + 5°.
Bekanntmach ung.
Ostheim. Das Concursverfahren über das Vermögen des Webers Philipp Hedwig in Ostheim wird wegen mangelnder Masse aufgehoben. 2199
Windecken, 24. Februar 1882.
Königliches Amtsgericht.
Kersting.
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