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yüHrlich 9 Mark. -aNj. * M. 50 P.

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Hmiauer Anreißer.

Zugleich Amtliches Organ für Kreis Nud Stadt Hanau.

Erscheint täglich mit Lusnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage,! und Samstags mit der Berliner Provinzial-Sorrespondenj.

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JK 167» Freitag Äm 20» Juli.

1877.

UWLliches«

Bekanntmachung.

Dienstag den 7. August d. I., von 10 Uhr Vormittags ab, sollen hierselbst ungefähr 100 Grstütpferde, bestehend aus Mutterstuten (meistens bedeckt), 4jährigs« Hengsten und Stuten und jüngeren Fohlen, meistbietend gegen Baarzahlung verkauft werde«.

Sämmtliche diesjährigen und ältrren Pferde sind mehr oder we­niger geritten. Die zu verkaufenden Pferde werden am 6. August, Nachmittags von 3 bis 6 Uhr, auf Wunsch an der Hand gezeigt.

Für PersoneNbeförderung zu den bezüglichen Züge« vom und zum Bahnhöfe wird am 5,, 6. und 7. August gesorgt sein.

Trakehnen, den 27. Mai 1877.

Der Landstallmeister (aez.) von Dassel.

TsgeKschau.

Seit Prinz Friedrich Wilhelm von Preußen von Anfang Februar an in das 1. Garderegiment zu Fuß eingestellt worden war, erhielt er durch vier Lehrer der Kriegsschule zu Potsdam, die Haupt­leute Diener, Meyer, Baron v. Bittinghoff, genannt Scheel, und v. Neu« man« Unterricht in den Kriegswissenschaften. Dieser Unterricht fand in den NachmittagSstunden statt, nachdem der Prinz in den Vormittags­stunden von 8 1 Uhr den praktischen Regimentsdienst gethan hatte. Mit diesem Unterricht waren praktische Uebungen verbunden; so wurden Ausflüge nach dem KunnerSdorfer Schießplätze gemacht, wo Versuche der ArtillkrieprüfungSkomWissio« mit Geschützen schwersten Kalibers ftatt- fandeN, nach dem Schießplätze bei $e el zmn Nachtschicht, zum ?ri?gs- mäßigen Schießen der Artillerie-StzieHschule, zur Besichtigung des Pio« nierübuWäplatzes in Berlin und der foriifikaiorischen Arbeiten des Gardepionierbataillons, zur Besichtigung der Fchung Magdeburg nebst einigen Forts, der Gruson'schen Panzerplatten und der Geschoßfabrik daselbst. Eben so war der Prinz zugegen, als das Magdeburgische Pionierbataillon eine Brücke über die Elbe schlug. Es folgten Uebungen in der Taktik, im Aufnehmer?, Rckognosziren und Croquiren des Ter­rains in der Umgegend von Potsdam. In allen diesen kriegswissen- schaftlichkn Fächern, wozu noch DienstkenntNisse und Waffenlehre zu rechnen sind, fand am 14 d. M. im k. Stadtschlosse zu Potsdam vor dem Kronprinzen unter Zuziehung des Präses der ObermiLttärexaNina- tionskommission, Generals der Ins. v. Holleben, des Direktors der Kriegsschule zu Potsdam, Major v. d. Gchulenburg, und dcs Majors v. Lieberm« die Prüfung statt. Dieselbe dauerte 2 Stunden und wäh­rend derselben ward dem Prinzen Gelegenheit gegeben, Rechenschaft von den in allen diesen Disziplinen erworbenen Kenntküsssn abzulegen. Der Prinz gSS auf alle Fragen schnelle, erschöpfende, sogar schlagfertige Antworte«, die einen Umriß seines gründlichen und umfangreichen Wis­sens in diesen Dingen gaben und die Beherrschung der Details bei dem große« Ueberblick im Ganzen darthaten. So war nicht etwa die hohe Geburt des jungen Prinzen der Anlaß, daß seinem Offiziersexamen die Qualifikation eines vorzüglichen ertheilt werden konnte. Nach der Prü­fung sprach der Kronprinz dem Direktor der Schule und sämmtlichtn Lehrern seine Zufriedenheit aus und überreichte ihnen sämmtlich im Austrage des Kaisers Dekorationen. Das Werk des Großen General- stabes über den deutsch-französischen Krieg soll, wenn es einst vollendet fern wird, als Anhang die RechenschaftS-Kriegsberichte aller der Ressorts erhalte«, welche von der Kriegserklärung ab bis zur Räummg deS französ. Territoriums der Militärverwaltung sich zur Disposition stell- k werden also die Leistungen der Staats- und Privateisenbahnen

Reiches, ferner die der Feldpost- und der Feldtelegraphenverwaltung M Darstellung gelangen. Weiter sind in AuSsicht genommen kritische Berichte über die Thätigkeit der Seelsorge im Kriege, über das Laza- rethwesen und über die freiwillige Krankenpflege. Damit birgt dann i^eßttch das GereralstabSwerk ein Material in sich, das über die mi- utarrschen Kreise weit hinaus ein ganz allgemeines Interesse erregt. Die Militärisch.pädagogische Bedeutung des Moltke'schen Werkes würdigt

das Ausland womöglich noch mehr, als die deutsche Kriegswissrnschaft, und vor allem hält der französische Kriegsminister darauf, daß jeder Zögling von St. Cyr das GeneralstabSwerk als sein A-B- C-Buch an- sihe. ! (Pr. Bl.)

Dresden, 15. Juli. Das amtliche Dr. Somn. veröffent­licht den Schiedsspruch nebst den sehr ausführlichen Entscheidungsgrün- Hen, welchen in der zwischen der k. preußische« und der k. sächsischen Regierung bezüglich der Berlin Dresdener Eisenbahn bestehenden Strei« tosest das ObrrappellationSgericht der Hansestädte in Folge Beschlusses des BandtSraths vom 16. März d. J. abgegeben hat. Der Schieds­spruch ist aus Lübeck vom 28. Juni datirt und totet, entsprechend dem, was bisher darüber bekannt geworden, dahin:daß die k. sächs. Regie­rung für verpflichtet zu erachten sei, zu dem von der k. preuß. Regie­rung mit der Berlin-Dresdener Eisenbühngesellschaft unter dem 15. FrSr. d. I. vereinbarten Verträge ihre Zustimmung zu ertheilen, jedoch mit der Maßgabe, daß die ihr nach dem StastsverttMe vom 6. Juli 1872 zustrhenden Rechte nicht geschmälert werden und insonderheit der §. 12 des Vertrages vom 5. FZbr. d. J. der k. sächsisch?« Regier-mg gegen- über nicht i« Wirksamkeit trete." Der §. 12 des zwischen der k. prmß- Staatsregierung und der Berlin-Dresdener Msenbahngeslllschast ebge» schlossenen Vertrages vom 5. Frbr. d. I. lautet:Der Staat ist be- rechtigt, alle für ihr aus diesem Vertrage hervorgehenden Rechte und Verpflichtung« auf das Reich zu übertragen." (Für den Fall, daß der prruß. Staat diese Uebertragunk an das Reich bewerkstelligen will, hat er also die Zustimmung der sächs. Regierung einzuholen.)

8« Auerbach hst sich" ein Comite für Errichtung einer Zuckerfabrik an der Bergstraße gebildet. Dasselbe macht das Zustande- komme« des Unternchmens w« der Zeichnnug von RübenbaL-Berpflich- tungrn über zusammen 2000 Morgen jährlichen RÜbetibatteS abhängig und stellt Jedem, der sich mit einem Morgen Gtlä^de am Rübenbau betheiligt, die Berechtigung frei, sich mit einem Kapiialanthril von 375 Mark ar« der Fabrik zu belheiligL«. Die von den Landwirthe« nicht gezeichneten Kapitalverpflichtungen ist das Comite bereit zu Lber«ehmM.

M e tz , 14. IM., Außer den vor dem französischen Thore am Fuße des St. Quentin im Bau begriffene« großen Kastruenbaracken werden auch die älteren, zum Theil baufällig geworderlen Kasernen re- staurirt. U. a. ist man daran, die Coislinkaserne, welche jetzt den Na­men König LudwigkaserNS führt, herzustellm. Letztere hat ih?m Name« von dem Bischof Heinrich, Carl du Cambout de Coislin, der sie 1726 auf eigene Kosten baue« ließ, um die Bürger vor der Willkür der da­maligen französ. Garnison zu btfreien, welche zum größten Theil in Privathäusern eirquartirt war. Der Platz, auf dem biete Kaserne steht, gehört zu de« geschichilichZ« Merkwürdigkeiten von Mrtz. Hier fanden nämlich im Mittelalter alle größerm Festlichkeiten, sowie auch ein Theil der Hinrichtungen statt. Hier war es auch, wo Karl IV. 1356 die goldene Bulle verkündigte und nachher ein öffentliches Festmahl veran- staltete. lSchw. Merk.;

Haag, 19. Juli. Die General-Bersammlung deS Vereins der deutschen Eisenbahn-Gesellschaftm wurde heute durch den Minister des Inner« eröffnet. Zum Vorsitze«den wurde Direktor Schrader von der Berlin-Anhalter Bahn Zrnanvt. Unter Anderem wurde nach der Köln. Ztss." der Antrag angenommen, die Regierungen zu ersuchen, eine Klassifikation von Eissu und Stahl einzuführe«. Die Mitglieder werden heute Rotterdam und am Samstag Amsterdam besuchen. Von der GesellschaftZeeland" sind sie zu einem Ausflugs «ach England eingeladr« worden.

Wien, 19. Juli. Telegramm deS'N. W. Tageblattes" aus Kalafat. Die hiesigen rumänischen Batterien haben das Bombardement von Widdin wieder ausgenommen. Die türkischen Batterien erwidern dasselbe lebhaft.

-- ^^ Die Räpublique Frar^aise führt heute

«mge Betrachtungen über die äußeren Beziehungen Frankreichs weiter aus, welche schon in dem Rechttgutachten der Zehn üS-r den Wahl­termin enthalte» waren. ES ist ein LieblingSgedakke des Blattes, wie des Herrn Thiers, daß Frankreich jeden Augenblick in der Lage sein