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Hmmer XnMer.

Zugleich Amtliches Organ für Kreis und Stadt Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn« und Feiertage, mit belletristischer Beilage^ und Samstags mit der Berliner Provinzial-Correspondenz.

Inkertirnk-

Preis:

Die lspaltige Garmondzeile ob. deren Raum

10 Psg.

Die Lspalt. Zeile

20 Psg.

DieSspaltigeZell« SO Psg.

M 38.

Mittwoch den 14. Februar.

1877.

Amtliches.

Bekanntmachung.

Nach Uebereinkunst mit den betreff-nden Behörden werden regel­mäßig Depeschen über den Stand des Wassers bei Hochfluthen hierher abgegeben.

Diese Depeschen werden in den hiesigen öffentlichen Blättern publicirt und können außerdem jederzeit von den Interessenten auf dem Polizeibureau eingesehen werden.

Hanau am 11. Februar 1877.

Der Landratb.

Gefunden: Zwei Auszüge aus dem Steuer-Kataster der Ge« ; meinde Nüderissigheim. Eine TuÄmütze.

Hanau, am 14. Februar 1877.

Kön'al. Landrathsamt. *

Ofthetm. Nachdem Der Handelsmann Joseph Löd Reichen- i berg zu Ostheim glaubhaft dahier vorgestellt hat, daß er nicht im Stande sei, seine Gläubiger zu befriedigen, wird

Termin auf den 7. März d. I.,

Vormittags 10 Uhr Con.-Z., anberaumt, in welchem sämmtliche Gläubiger desselben zur summari- i schen Anmeldung ihrer Forderungen und zum Güteversuche behufs Abwendung des förmlichen Corcurses, sowie zur Wahl eines defini­tiven Moffe-Curators, als welcher vorläufig der BüreaugehülseSchnei­der hierselbst bestellt ist, zu erscheinen haben, bei dem Rechtsnachtheile, daß die n cht erscheinenden Chirogrophar-Gläubiger als den Beschlüs­sen der Mehrheit der erschienenen beitretend erachtet werden.

Windecken den 9. Februar 1877. (990)

Königliches Amtsgericht.

___________________________Sch min cke.____________________: Bekanntmachung. =

Ankäufe von Pulverkohlenholz finden bis auf Weiteres nicht statt. Hanau den 11. Februar 1877. (1028)

Königliche Direktion der Pulverfabrik.____________

T a g e s s ch a u. Rußlands Entschluß.

A. d. Schw. Merk.

Die Debatlen im britischen Pailament bestätigen jetzt, was nach den Kundgebungen der öffentlichen Meinung in England längst kein Zweifel sein konnte, daß das Tw ykabinet zwar eine Pol tik des Zwangs gegen die Pforte verwirft und seinerseits sich nicht daran bethettigen wird, daß aber die Pforte, falls sie die Folgen ihrer ablehnenden Hal­tung zu erfahren hat, sich vergebens auf die Hülfe ihres alten Verbün­deten Rechnung machen würde. Krieg oder Friede hängt jetzt, wie Graf Derby gesagt hat, ausschließlich von einer einzigen Macht, ja von einer einzigen Person ab. Niemand wird Rußland hindern Krieg an» zufangen, Niemand an seine Serie, Niemand aber auch an die Seite der Pforte treten. Noch scheint der letzte Entschluß an ver entscheiden- ; den Stelle nicht gefaßt zu sein. Man darf wohl annehmen, daß ent- : gegengesetzte Erwägungen noch mit einander streite». Es fehlt sicher , nicht an mächtigen Bemühungen im Sinne des Friedens, und Die per­sönliche Neigung des Kaisers wird sie begünstigen. Andererseits fällt schwer ins Gewicht, daß die russische Potttik, wenn sie auf bie Aktion verzichtet, zu einem förmlichen Rückzug sich entschließen müßte, und auch der Umstand kann nicht leicht wiegen, daß die diplomatische Lage kaum je so günstig wiederkehren wird, als sie unmittelbar nach der Konferenz ist, welche die Jsolnung der Pforte und deren Hartnäckigkeit gegenüber den einstimmigen Wünschen Europas öffentlich konstatirt hat. Die jüngsten Nachrichten machen denn auch den Eindruck, daß die Waagschale der Krieges zu sinken beginnt. Berichte aus Jassy Wollen wissen, die Russen hätten alle nöthigen Vorbereitungen getroffen, um am 25. Febr. über den Pruth gehen zu können, die LebenSmittel seien zunächst auf zwei Monate gesichert; auf der rumänischen Eisenbahn solle ein drittes Schienengeleise gelegt werden. 3<W3 ist von einem Besuchs deS^Kai-

serS bei der Armee zu Ende dieses Monats die Rede. Was diesen Gerüchten einige Wahrscheinlichkeit verleiht, ist der Umstand, daß die Fri-denkverhandlungen der Pforte mit Serbien und «Montenegro noch immer nicht recht vorwärts gehen wollen. So lange diese Wunden nicht geschlossen sind, liegt der Verdacht nahe, daß Rußland sie ab­sichtlich offen hält, bis es die Stunde des LosschlagenS gekommen glaubt.

Berlin, 12. Februar. Abgeordneten-Haus. (Fortsetzung.) Es folgte die erste Berathung des Gesetzentwurfs, betreffend die Ueber­nahme der Zirrsgarantie des Staats für eine Prioritätsanleibe der Berlin-Dresdener-Eisenbahn-Gesellschaft bis auf Höhe von 22,940 000 Mark. Der Abg. Dr. Röckerath wünschte, daß das Haus sogleich in die zweite Berathung eintreten möchte, damit die Vorlage sofort ver­worfen werden könnte, während die Abgg. Graf Limburg Stirum und Berger die Verweisung an die Budgetkommission befürworteten. Der HandelSmimster Dr. Achenbach wies den Vorwurf zurück, daß er die Dresdener Bahn begünstige, man habe ihm sogar Schädigung ihrer finanziellen Verhältnisse vorgeworfen, weil er ihr Tarifsystem reprobicte. Finanzielle Nachtheile würden aus dem Vertrage dem Staate nicht er­wachsen, wohl aber sein Einfluß auf ein neues Gebiet ausgedehnt. Die Vorlage entfalte außerdem die prinzipielle Frage, ob das Haus bei seinem früheren Beschlusse bezüglich des Reichs Eisenbahn Projekts stehen bleiben wolle; es handle sich zum ersten Male darum, dieses Prinzip anzrwmd u. Bei aller bundesfreundlichen Gesinnung gegen Sachsen werde die Regierung die Stetste des Staates wahren und eventuell die Entscheidung des Reiches anrufen. Der Finanz-Minister Camphausen erklärte dem Abg. Windthorst (Meppen) gegenüber, daß seine frühere Aeußerung, es sei wichtig für Preußen, eine in das Herz SachsenS führende Bahnlinie zu haben, weniger eine politische, als vielmehr eine eisenbahvpolitische gewesen sei, in welchem Sinne er sie noch heute auf­recht halte. Es sei zweckmäßig, daß der Betrieb einer so wichtigen Linie weder einem unglücklich operirenden Konzessionär noch einem Konkurrenten, sondern vielmehr dem den Jnter ssen Aller dienenden Staate überlassen werde. Die Prüfung in der Budgetkommission werde wahrscheinlich der Vorlage noch mehr Freunde erwerben. Der HandelS- Mmister Dr. Achenbach wies hierauf auS einer unter dem Ministerium deS Abg. Windthorst (Meppen) in Hannover angefertigten Denkschrift nach, daß der Minister Windthorst über Staatsbahnen eine dem Abge­ordneten Windthorst ganz entgegengesetzte Meinung gehabt habe. Der Abg. Dr. LaSker erklärte, noch heute auf seinem früheren Standpunkte zu stehen, und wies die von dem ^ Abg. Windthorst (Meppen) der Staatsregierung gemachten Vorwürfe zurück, daß mit der Annahme die­ser Vorlage eineStheilS eine bundeSfeindliche, andererseits eine sozialistische Tendenz befolgt werde. Die Borlage wurde demnächst der Budgetkom­mission überwiesen. Auf Antrag des Referenten der Geschäfts-Ord- nungSkommission Abg. Hansen (FlenSburg) wurde sodann der Antrag deS Abg. F-hr. von Heereman auf Aenderung der Geschäftsordnung deS Hauses bezüglich der Wahlprüfungen mit einigen von der Kommission vorgeschlagenen redaktionellen Abänderungen angenommen, der ebenfalls der Kommission überwiesene Unterantrag deS Abg. v. Manteuffel aber abgelehnt.

Berlin, 13. Februar. Im «weiteren Verlaufe der gestrigen Sitzung der Hauses der Abgeordneten beantragte der Abg. Lutteroth zu dem Anträge des Abg. Frhrn. von Heereman auf Aenderung der Geschäftsordnung, daß der zu wählenden Wahlprüfungskommission auch sämmtliche bisher noch nicht zur Entscheidung durch dar Abgeordneten­haus gelangte bestrittene Wahlen, also auch diejenigen, über welche von den Abtheilungen bereits schriftlicher Bericht vorliegt, zur Berichterstat­tung zu über weifen seien. Nach kurzer Debatte würbe, der Antrag Lutteroth vom Hause angenommen.

Das HauS setzte hierauf die Berathung deS Staatshaushalts-Etat- fort, und zwar zunächst mit einigen an die Budgetkommission verwiese­nen Positionen deS Etats deS Ministeriums für die landwirthschast« schaftltchen Angelegenheiten. Kap. 107 Tit. 17 der dauernden Ausga-