1178
Versteigerung«- und BerpachtungS-Kalender für Montag den 2. Oktober.
Nachmittags 2 Uhr kommt im GeschättSbüreau deS evang. Waisen- Hauses eine ansehnlich Partie schönes Makulaturpapier gegen Baarzahlung zum Verkauf.
— Für heute und morgen. Katholischer Hülfsverein: Heute Abend Uhr Generalversammlung. — Katholisches Cafino zur Eintracht: Abends 9'/, Uhr Generalversammlung. — Morgen Nachm. 4 Uhr Theilung der Sparkasse bei Gastwirth Menke.
DM- I« der nächsten Mittwoch den 4 Oktober erscheinenden Nummer bei UaterhaltungsblatteS zum „Hanauer Auzeiger" findet sich ein Preisräthsel «bgedruckt. Lösungen sind in geschlossenem C 0 u- vert in unserem Redaktionszimmer abzugeben und werden dieselben Samstag den 7. Oktober, Nachmittags 5 Uhr eröffnet. Unter den drei erste« richtigen Eingängen entscheidet das L008. — Selbstverständlich können nur Abonnenten oder deren Angehörigen mitcovcurriren und können Interessenten an obengenanntem Tage das Blatt Nachm. halb zwei Uhr persönlich in Empfang nehmen.
Die Red. des „Hanauer Anzeiger".
— In Philadelphia erhielten bis jetzt folgende Aussteller aus der Provinz Hrffm-Naffau nach dem „R. u. St.-A." Preismedaillen : Bauer'sche Gießerei, Frankfurt a. M. Gebr. Gundlach, Großalmerode, Hessen Nassau.
— Kassel, 27. September. Au« guter Quelle hören wir, so schreibt das „Fuld. Kreisbl.", daß zwecks Erweiterung der nicht mehr ausreichenden Lokalitäten des hiesigen königlichen Gymnasiums beabsich- tigt wird, das nach Süden angrenzende sog. Fürstenhaus — jetzt Wohnung de: beiden hier studirenden Söhne des Kronprinzen — vom Fi- deikimmiß käuflich zu erwerben. Die Angelegenheit befindet sich allerdings noch im vorbereitenden Stadium.
— Zwischen der hessischen und preußischen Regierung schweben nach dem „Hess. Beob." gegenwärtig Vechandlungen über größere Schiffbarmachung resp. Kanalisation des Mains.
- Der „gmffmet Anzeiger" schreibt unterm 29. September au« Frankfurt am Main: Heute Morgen gegen 11 Uhr entstand plötzlich auf dem Neu»n Markt ein Wirbelwind, der in der Nähe der ehemaligen Feuerwache von einem Lagerschuppen das Dach abhob und ein Stück WegS fortriß. Leider wurden zwei Frauenzimmer, die eine nicht unbedeutend, verletzt. — Der durch Hrn. Maas zu gründende Verein „Vorsicht", dessen Statuten in den nächsten Tagen im Druck erscheinen werden, erfreut sich jetzt schon in unseren Handels- und Handwerker- kreisen einer sehr großen Aufmerksamkeit, indem aus ihnen vielfach Anfragen wege« der Modalitäten des Beitritts ergangen sind und die Mitgliedschaft zugesichert wurde. Ein anderer in der Bildung begriffene Verein, ist ein Verein, welcher dir Vermittlung weiblicher Arbeitskräfte unen^eltlich übernimmt. Derselbe macht es sich zur Aufgabe nur solchen Dienstboten Stellen bei seinen Mitgliedern nachzuweise«, welche nicht in leichtfertiger Weise von Platz zu Platz eilen, — ein Dienstbote, der mehr als drei Stellen im Jahre hat, soll keinen Anspruch auf Berücksichtigung haben; die Mitglieder des Vereins verpflichten sich, wahrheitsgetreue Zeugnisse auszuftell-n.
— Offenbach, 28. September. Wie wir hören, wird der hiesige Gabelsber^er'sch« Stenographen-Berein neben dem schon mehrere Jahre bestehenden Fortbildung« kursus auch diesen Winter wieder einen Kursus für Anfänger zur Erlernung der Stenographie abhalten. Es wird uns freuen, wenn der 83erein hierbei durch eine zahlreiche Betheiligung neues Interesse an seiner guten Sache an den Tag gelegt findet. — Sehr anerkennenSwerth ist es ohne Zweifel, daß diesem Vereine im vergangenen Winter von Seiten des Stadt- und Schulnotstandes in bereitwilliger Weise ein Lokal in der höheren Töchterschule zur Abhaltung des Kursus unentgeltlich zur Verfügung gestellt wurde — ein Faktum, welches um so höher zu schätzen ist, als gerade durch eine derartige Unterstützung und Förderung dieses Vereins das Allgemein-Jateresse für die Stenographie am wirksamsten gehoben werden dürfte. Der Verein erkennt dies dankbar an und wird nicht ermangeln, seine bildende und mehr und mehr prakiische Verwendung findknde Kunst des Schnellschrei. benS in unsers Mauern nach Kräften nutzbar zu machen. „Die Gabel« berger'sche Stenographie ist die Schreibkunst des neunzehnten Jahrhunderts!" — Mögen diese Worte aus durchaus kompetentem Munde von allen jungen Federhelden beherzigt werden! Wir wünschen dem Vereine ferneres Gedeihen und hoffen, daß eS ihm an thatkräftiger Unterstützung auch für die Folge nicht gebrechen möge.
Thermometerstand.
29. Sept.: Höchster Stand + 14°, Abends 7 Uhr + 121/s°; 30. Sept.: Morgens 7 Uhr + 12V?, Vormittags 10 Uhr + 13W.
Verzeichnis
der bei dem vereinigt, evangel. Waisenhause dahier vom 20. Mai bis 16. September d. J. eingegangenen Liebesgaben.
A. An Geld: M. Pf.
Mai 27. Von G. M. Sch. bei Vermiethung einer Wohnung — 60 Juni 3. „ einem ungen. Freunde der Waisen aus Hochstadt, mit der Bitte, das Lied: „Jesus nimm mich an in Gnaden rc." singen zu lassen . . 3 —
„ 23. Bei heutiger Ausleerung des Opferstockes fand sich vor:
1. in einem Pcchierchen mit der Inschrift: „Bitte das Lied zu singen „Wer nur den
lieben Gott läßt walten rc." .... 2 —
2. bloß g-lege» ......... 5 1 und 8 kr. 2 hlr. südd. Münzen.
Juli 6. Von dem deutschen Konsul, Herrn Bamberger in Lima, durch Vermittelung des Herrn Alex. Schlarb^um hier..........8 50
„ 6. „ einem ungen. Freunde der Waisen, mit der Bitte, den 7. Juli früh 8 Uhr, das Lied Nr. 249: „Selig sind des Himmels Erben rc." singen zu lassen..........3 —
„ 8. „ Herrn Fritz Körner hier bei Vermiethung einer Wohnung............— 40
Aug. 1. „ C. L. in Neumünster den Ertrag einer Wette mit..... 1 —
Sept. 11. „ I. Rosenkranz hier bei Vermiethung einer Woh. nung .............— 30 „ 11. „ K. bei Vermiethung einer Wohnung ... — 20 „ 13. B,i heutiger Ausleerung der Opferstöcke u. Büchsen faib sich vor: 1. in einem Papierchen mit der Aufschrift: „4. Aug. 1876 und Inschrift: „Sechs Mark zur Verwendung für die Kinder, .
mit der Bitte, das Lied „Nun danket alle
Gott rc." singen zu lassen.....6 — 2. in einem Papierchen mit der Inschrift: „Bitte das Lied Nr. 401 suS dem luth. Gesangbuch zu singen. N. B." ... 2 — 3. in einem deSgl. mit der Inschrift: „Von I. R. bei Vermiethung einer Wohnung den 7. August 1876" ......1 60 4. in einem desgl. mit der Inschrift: „Bei'm Vermiethen einer Wohnung 50 Pf. bei einer desgl. 10 Pf........— 60
5. in einem desgl. mit der Inschrift: „Von Henriette S . . tz und Minna K . . . ch mit dem Wunsche, das Lied zu singen: „Wie schön leuchtet der Morgenstern rc." — 25 6. bloß gelegen .........8 35
„ 16. „ einer ungen. Freundin der Waisen aus Hochstadt....... 3 —
Summa Mk. 45 81
» An LebenSmittel« und Anderm:
Mai 20. Von Fräul. Karoline Seiffert hier für 4 Konfirmande« 4 Halskrausen.
„ 24. „ Frau Jda Waltz hier für 6 Konfirmanden 6 seidene Shlips.
„ 26. „ Herrn Friedrich Lerch von Marköbel gelegentlich der Konfirmation seines Enkels 2 Pfd. gebrannten Kaffee, 2 Pfd. Zucker und 102 Stück Pariser.
„ 28. „ Frau Fritz hier für die 10 Konfirmanden 10 Sträußchen.
„ 28. „ ve-schiedenen Damen 7 Stück Zuckerkuchen.
„ 28. „ einem Ungenannten 23 Ltr. Wein und 33 Pariser.
Juni 1. „ einer dankbarer Mutter 10 Mark zu Chokolade.
„ 13. „ Herrn Bierbrauermeister Nikolay hier 37,7 Ltr. Bier.
„ 14. „ Herrn Schuhmachermeister Boos aus Preungeshem 2 Mk. zur Verwendung für die Kinder.
„ 24. Herr Bijouteriefabrikant Zeuner hier speiste gelegentlich der Feier seiner silbernen Hochzeit die Kinder am Wilhelmsbad mit Kaffee, Bretzeln, Gogelhupfen, Brate«, Salat und Wein.
Juli 5. Von einem Ungenannten 191/« Pfd. Ochsenfleisch.
Vorstehende Gaben der Menschenfreundlichkeit werden hiermit unter bester Danksagung öffentlich bekannt gemacht.
Hanau den 22. September 1876.
Königl. Wais-nhaus-Vorsteheramt: Reinhard. Junghen». Weishaups.
vt. Reuter