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Zugleich Amtliches Orga« für KreiS und Stadt Hauam

Erscheint täglich mit Aus«kh«t der So»n- und Feiertage, mit belletristischer Beilage, end Samstags mit der Berliner Provinzial-Korrespondenz.

M 174.

Freitag den 28. Juli.

1876.

Mekanntmachsuge« Königl. LandrathsaMtS dahier.

Gefunden: Ein Messer. Ein Qrantum leinene Lappen. Ein Kinder Strohhut. Eine fast neue schwarze Knaben-Mütze mit weißen Streifen. Ein Kinderschuh von Lockeder. Ein evangelischer Katechis­mus. Ein Portemonnaie, enthaltend 1 kr. u. 1 Bleifeder.

Verloren: Von der Nußallee bti zur Wiener-Spitze ein goldener Siegelring mit dunkelgrünem Stein. Eine silberne Anker-Uhr mit goldener Kette. Ein Arbeitsbuch nebst verschiedenen andern Papieren.

Zugelaufen: Ein schwarzer Spitzhun'.

Hanau am 28. Juli 1876.

TKAeZschUA.

Berlin, 24. Juli. Der Präsident der Re'chrkanzleramtr,

Hofmann, hat in Vertretung der Reichskanzler- dem BundeSrathe mit dem Anträge auf Ertheilung seiner Genehmigung den Entwurf einer mit Belgien wegen gegenseitiger Unterstützung hülfsbedürftiger Staats- angchöriger abgeschlossenen UebereinkommenS vorgelegt. Der Entwurf ist denjenigen Bestimmungen angepaßt, welche in den ähnlichen Ver­trägen des D. Reiches mit Dänemark und der Schweiz ausgenommen find. Die Erweiterungsbauten der Festungswerke von Köln, Koblenz, Mainz, Rastatt, Ulm, Spandau, Küstrin, Pos-n, Thorn, Königsberg, Glogau und Neiffe werden in diesem Jahre eifrig fortgesetzt. In Aus­sicht für den Um- bez«. Erweiterungsbau bleiben demnach noch Danzig, Memel, Pillau, Swinemünde, die Seewerke von Sonderburg, Kolberg und Stralsund, sowie die Festung Jngolstadt, welche zu einem großen verschanzten Lager umgestaltet werden soll. (Pr. ®l>

Hinsichtlich der Pensionen von Invaliden, welche sich in Unter« suchungr- oder Strafhaft befinden, hat der Minister des Innern im Einvernehmen mit dem Justizminister neuerdings angeordnet, daß wäh­rend der Dauer einer Untersuchungshaft oder der Verbüßung einer Frei­heitsstrafe die Zahlung der den Invaliden zustehenden Pensions Compe« lenzen nicht an die inhaftirten Invaliden, sondern der Regel nach an die untersuchungführende, beziehungsweise die strafoollftreckende Behörde zu erfolgen hat. Sofern jedoch die Competenzen zum notdürftigsten Unterhalt der nächsten Familienangehörigen des Pensionärs, deren Er­nährer der letztere war und für welche ihm die Fürsorge gesetzlich ob­liegt, namentlich der Ehefrau und der Kinder, nicht entbehrt werden können, sind sie in Gemäßheit des geltenden Grundsatzes, daß durch Untersuchungs- und StrafvollstreckungS kosten die Betroffenen nicht außer NahrungSstand versetzt werden sollen, auf Antrag der Bitheiligten oder des dabei interessirten ArmenverbandeS an die Angehörigen so weit als nöthig zu zahlen.

Zur Abhaltung der zweiten (praktischen) Lehrerprüfung im« «iglichen Schullehrerseminar zu Fulda ist Termin auf den 2. October d. J. und die folgenden Tage angesetzt.

Nach §. 283 des Strafgesetzbuches wird ein Kaufmann, der seine Zahlungen einstellt, wegen einfachen BankeruttS mit Gefängniß bis zu 2 Jahren bestraft, wenn er 1) durch Aufwand, Spiel oder Dlffe« renzhandel rc. übermäßige Summen verbraucht Hqt oder schuldig ge­worden ist, 2) Handelsbücher zu führen unterlassen hat rc., oder 3) es unterlassen hat, die BermögenSbilanz in der gesetzlich vorgeschriebenen Zeit zu ziehen. Diese in Nr. 13 gedachten Handlungen stellen «ach einem Erkenntniß de§ Ober-Tribunals vom 30. Mai d. I. nur vergebene Merkmale deS daselbst mit Strafe bedrohten Vergehens dar und bilden mithin nur eine Strafthat, welche nicht mit einer Gesammt-

^on®"6 ^ § 74 des Strafgesetzbuchs, sondern nur mit der a. a. O. angedrohten einmaligen Strafe des einfachen Bänke- ruttS geahndet werden.

_. . Nach dem Abschluß der Reichs-Telegraphenkasse für den Mo« 31 ^t die Einnahme an Telegraphengebühren 1,083 550 K.lra{0e,,'J3e9en 933,195 Mark im Juni vorigen JahreS. ' ES ergibt sich sonach für den Juni 1876 ein Mehr von 150,355 Mark. MnMfVSi $aÄx 1876 ^at ber Ertrag an Telegraphengebühren Ähi5i6^ belaufen, gegen 5,207,795 Mark im ersten Halbjahr 1875, mithin mehr 433,604 Mark.

Hamburg, 25. Juli. Die Hamb. Nachr. berichten: Vor- j

- gestern Abend bald nach 10 Uhr brach auf der Bühne der Centralhalle : und zwar während der Vorstellung im 2. Akte der Posse Millionär und Dienstmann plötzlich Feuer auS. Dasselbe griff bei der leichten i Bauart deS HauseS und dem vielen nicht abzusperrenden Gase mit i solcher Schnelligkeit um sich, daß, man kann wohl sagen, augenblicklich, : Bühne und Zuschauerraum von oben bis unten in Flammen standen. Der rasch zur Stelle erschienenen Feuerwehr ward nun die Aufgabe, die dicht an das Etablissement grenzenden Grundstücke, das Ludwig'sche Etablissement und das Wilhelm-Theater, zu schützen. Diese Aufgabe gelang der Löschmannschaft mit Anwendung dreier Dampf- und 5 Land­spritzen im Verlauf von 21/» Stunden so vollständig, daß die zuletzt - erwähnten Baulichkeiten vom Feuer gar nicht beschädigt und dasselbe | nur auf die Centralhalle selbst mit theilweiser Erhaltung b?$ Fronten- , traktS, beschränkt wurde. Menschenleben sind nicht zu beklagen. ES i gelang, einige der mitspielende» Kinder aus Rauch und Flammen zu | rette». Einem weiteren Bericht dess. Bl. entnehmen wir: Bei Aus- . bruch des Feuers in der Centralhalle waren alle im Stücke Mitwirken- - den auf der Bühne. Ein Vorhang, welcher zu lebenden Bildern benutzt : wurde, die zur Illustration eines Couplet-Refrains dienten, kam beim Zmückziehen durch Luftzug einer Gasflamme zu nahe und gerieth in Brand. Die Flamme« erfaßten gleich den Prospekt, die Sofiiteu und verbreiteten sich von Hrer über den Schnürboden, so daß in 4 Minuten die ganze Bühne in Feuer stand, von welcher sich dasselbe dem Zu­schauerraum und dem Vordergebäude mittheilte. Beim AuSbruch det Brandes herrschte großer Schrecken unter den ziemlich zahlreich erschie­nenen Zuschauern und BühnenmitglieSern und letzteren blieb nicht so viel Zeit übrig, ihre Kostüme abzulegen; sie mußten vielmehr, die Balleleusin in ihrer leichten Kleidung, über dir Straße fliehen. Daß weder Verluste noch Verletzungen von Menschen zu beklagen, ist den vielen AuSgängen des Lokals zu danken.

Köln, 27. Juli, Vormittags. Ihre Kaiserlichen und König­lichen Hoheiten der Kronprinz und die Kronprinzessin werden am Sonn­tag auf der Reise von Scheveningen nach der Schweiz zum Besuche der kunsthisto ischen Ausstellung hier eintreffen.

St. Wendel. Drei Geistliche haben eS gewagt, am letzten Sonntag von der Kanzel öffentlich zu verkündigen, daß die ganze Mut­tergottes-Geschichte in Marpingen reiner Schwindel sei. Es sind dies die Herren Pastoren: Leonarz in Jllingen, Geisbauer in Bliesen und Eapian Dietz in St. Wendel. Es gehört bei der fanatisirten Menge in unserer Umgegend schon ein gewisser Muth dazu, gegen einen solchen Unsinn öffentlich auf der Kanzel aufzutreten.

Chemnitz. Von den am 7. d. MtS. durch eine Schlag­wetterexplosion im Schachte I. des SteinkohlenbauvereinS »Concordia" zu NieverölSnitz verunglückte« 10 Bergarbeitern sind nunmehr 8 ihren Leiden erlegen; für die anderen 2 ist Hoffnung vorhanden, daß sie ihre volle Arbeitsfähigkeit wieder erlangen.

RegenSburg, 26. Juli. Das patriotische Wahlkomite proklamirt Enthaltung von der Wahl. Die Betheiligung der Liberalen wird voraussichtlich eine rege sein.

Kissingen, 26. Juli. Der Reichskanzler Fürst BiSmarck reiste heute Mittag 1 Uhr in Begleitung seiner Familie nebst Gefolge wieder nach Berlin zurück, um sich von da nach Varzin zu begeben. Der Elfolg der Kur war ein zufriedenstellender und soll sich seine Ge­sundheit wesentlich gebessert haben. Die wehrend seines Aufenthaltes auf der oberen Saline errichtete Telegraphenstation wird heute geschlof­fen ; ebenso kehrt das Pplizeipersonal wieder auf seinen früheren Posten zurück.

Mülhaus en, 21. Juli. Die Engländer scheinen nicht an ein baldiges Ende deS türkischen Krieges zu glauben, denn sie suchen ihre Anwerbungen aus aller Herren Länder zu verstärken. Wie wir erfahren, existirt in Belfort ein englisches Werbebureau und bezahlt besonders für gediente Militär hohe Preise, es heißt bis 4000 Fr. für den Kopf. Wie leicht begreiflich, hat dieses Institut auch seine Aus­läufer nach dem Elsaß und besonders in Mülhausen, wo nebst kriegst lustigen Elsäßern auch viele Schweizer und Italiener zu bekommen sind. Sonderbarer Weife ist es in der Schweiz bester, als hier bekannt,