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Lange«diebach: 262. Peter Bach. 264. Heinrich Bär. 265. Johannes Keller. 266. Heinrich Rüger. 267. Johannes Berngss. 268. Konrad Nagelschmidt.

Rückingen: 269. Bürgermeister Dietz.

Ravolzhausen: 270. Johannes Clauß II. 271. Bürgermeister Klein. 272. Georg Kaspar .Lind. 273. Wilhelm Hmser. 274. Daniel Tag. ,

Eichen: 275. Bürgermeister Laubach. 276. Christoph Laubach. 277. Jakob Stein. 278. Johannes Laubach. 279. Heinrich Saumann. Ostheim: 280. Bürgermeister Schustert. 281. Georg Kester. 282. Ludwig Brodt II. 283. Kaipar Förter.

Marköbel: 284. Ludwig Lerch. 285. Friedrich Fischer. 286. Johannes Stroh. 287. Johannes Gärtner.

Eschersheim: 288. Joh. Friedr. Heyl. 289. Konrad Schmidt. 290. Georg Rühl.

Hanau den 23. Oktober 1876.

Die Wahlmännerliste für die Wahl zum Hause der Abgeordneten ist auf dem Lanötathramt ausgelegt.

Hanau, am 23. Oktober 1876.

Der WahlkommissariuS

Schrötter, Landrath.

Gefunden: Eine tuchene Frauenjacke. Eine Peitsche. Line neue hellblaue Kaputze mit weißer Litzeneinfassung. Eine neue gerädelte braune Kaputze.

Berlere«: Ein goldener Siegelring J K gez- Hanau, am 23. Oktober 1876.

TAgesschs«.

Berlin, 21. Oktober. Se. Majestät der Kaiser und König sind gestern Nachmittag 48/* Uhr von Baden-Baden abgereist und nach kurzem Aufenthalt in Karlsruhe über Frankfurt a. M. heute früh hier eingetroffen.

Berlin, 21. Oktober. DerNationalzeitung" zufolge prä- zisirte Deutschland seinen Standpunkt zur WaffmstillstanSSfrage den verschiedenen betheiligten Mächten gegenüber dahin, daß er weder gegen die Bestimmung einer sechsmonatlichen Frist noch gegen die sechlwöchent- liche Frist für den Waffenstillstand Einwendungen zu machen habe, da­her nicht in der Lage sei, einen Vorschlag mehr als den andern zu unterstützen; für die Verständigung unter den Mächten könne das Ein­treten Deutschlands für den eine» oder andern Vorschlag von keinem Vortheil sein. Dagegen erkenne Deutschland fortwährend das zu erstre­bende Ziel in der Herstellung eines auf Erhaltung des Friede«- ab­zweckenden Einverständnisses unter den Mächten.

Die ungünstigen Autsichtm für das Zustandekommen bet 3ustizgesetze werden nicht verfehle», in den weitesten Kreisen einen ver­stimmenden Eindruck tu machen. Die Thatsache ist um so bedauerlicher, als sich kaum verkennen läßt, dsß, wenn auch an anderen O'tm der gemeinsamen Gesetzgebung wenig guter Wille entgegengebracht wird, doch das gewichtigste Hinderniß Preußen ist. ES macht sich auf dieser Seite eine auffallend passive, ja ablehnende Haltung bemerkbar, während die Mittelstaaten im Allgemeinen mit Eifer für die Förderung der RechtS- einhsit eintreten zu wollen scheinen. Würde dies Verhältniß während der bevorstehenden Berathung der Gesetzentwürfe im Reichstage fort­dauern und dadurch daS Scheitern des ganzen Werkes herbriseführt werden, so ist klar, daß Preuße» dadurch im Reiche in eine ganz schiefe Stellung gedrängt werden müsse. Allerdings, die preußische Regierung kann sich darauf berufen, daß sie keineswegs die RechtSeinheit felsst be­kämpfe, sondern nur gewisse Beschlüsse der Justizkommission, welche sie von einem anderen Reichstage anders gefaßt zu sehen hoffe. Aber dabei ist zunächst die Frage, ob diese Hoffnung wirklich begründet ist, und, wenn dies der Fall, ob der daraus entspringende Vo theil Die auf der änderen Seite entstehenden Nachtheile aufwiegen würde. Wer die in unserem politischen Leben vorhandenen Strömungen unbefangen unter­sucht, wirb erkennen, daß in der zunächst absehbaren Zeit für eine gründliche Umgestaltung der Zusammensetzung bei Reichstage« keine Aussicht ist. Zudem wird man zugeben muffen, daß, was die gegen­wärtige Reichsjustizkommission betrifft, die verbündeten Regierungen schwerlich jemals im Allgemeinen eine entgegenkommendere Körperschaft finden würden. Andererseits ist aber die Recht-einheit eine so funda­mentale und unerläßliche Forderung unseres jungen nationalen Staat«- Wesens, daß sie auf längere Dauer gar nicht hinauSgefchoben werden kann. Er ist also zum mindesten sehr zweifelhaft, ob die preuß. Re­gierung durch eine dilatorische Politik später mehr Konzessionen vom Reichstage erlangen würde, als sie gegenwärtig durchsetzen zu können meint. Aber selbst ganz abgesehen von diesem Zweifel, so würde doch inzwischen Alles in der Schwebe bleiben, ein Umstand, dessen unver­meidliche Folgen schon an sich den Gewinn einiger anders gefaßter Paragraphen als viel zu hohen Einsatz erscheinen lassen müßte. Weit unheilvoller noch wäre indeß die Rückwirkung auf Preußen» Stellung

im Reiche. Der preußische Staat ist durch seine Größe wie durch die Geschichte berufen, in aller auf die Kräftigung der Einheit des Reichs gerichteten Arbeit an bet Spitze z< stehen. Eine Vernachlässigung die­se» BerufeS wäre ein Widerspruch gegen den Grundgedanken, welcher der ReichSschöpfung innewoh«t. Wir sind nicht der Meinung, daß die heutige preußische Regierung die Absicht haben könnte, einen solche» Widerspruch zu begehen. Mer auch btr Schein muß vermieden werden.

Uni dünkt, die Stellu»g Preußens im Reiche könnte gar nicht bedenk­licher geschädigt werden, als durch einen unglücklichen AuSgan; der Verhandlungen über die Justizgesetzr. tUb von allem anderen abge­sehen, müßte nicht auch in den Mittelstaaten die partikularistische £> pesition zuversichtlicher daS Haupt erheben, wenn sie sich auf den Sex« gang Preußen» berufen könnte? (»»#.«er«

Vom Rhein, 18. Oktober. Unter dem TitelLiberal und Konservativ" sind im Verlage der Rheinisch Westfälischen Post in Bar­men in Broschürenform einige Leitartikel auS diesem Blatte zum Wieder­abdruck gelaugt, in denen die heutige Stellung der politischen Parteien kurz erörtert wird. WaS der kleinen Broschüre auch für weitere Kreist Interesse verleiht, ist der darin sich offenbarende Gegensatz, der sich im konservativen Lager selbst kundgibt. Vor einem halben Jahre unseres Wissens als Organ einer erst neu zu bildenden konservativen Partei in den Rheinlauden, unter der Redaktion Ihre» schwäbischen Landsmannes Karl Trost, des früheren Leiters der Deutschen Wirte, der nachherigen Südd. ReichSpost (j^t Deutsche R-ichSpost) gegründet, konstatirt die Rheinisch-Westfälische Post jetzt die große, ihr inzwischen zum Bewußt­sein gekommene, Verschiedenheit der Interessen bit Deutschkonservativen in den östlichen Provinzen der preußischen Monarchie unb derjenigen in dem iudustriereichen Westen, bei adeligen Großgrundbesitze» und des städtischen Bürgerthum«. Bei unS im Süden sind Interessen und Nei­gungen dazu angethan, daß wir der Entwicklung bei Gegensatzes zwi­schen diesem doppelten Konservatismus mit unparteiischer N-ntralität entgegensehen können. <*<* ««w

Pforzheim, 20. Oktober. Dem gestern veröffentlichten, die Zwischenhandelfrage betreff»nden Artikel entnehmen wir mit großer Befriedigung, daß Erhebung«» über daS Wünschenswertste einer Aende­rung in der G'setzgebung gemacht werden sollen, ebenso wie eS mit den Wanderlagern und Massenverkäufen geschieht. DaS Publikum maß sich also bis auf Weiteres die Tyrannei gefallen [«ffen. Damit ist in­dessen die LebenSmittelfrage für den bevorstehen Winter für die ärmere Klasse noch nicht gelöst. Sie ist dringender, als man in manchen Krei­sen zu glauben scheint. Da eine Taristrung der LebenSmittel gesetzlich nicht gestattet ist, so wenden wir unS a« die städtische Verwaltung mit dem Vorschläge, Vorräthe an Kohlen, Mehl. Kartoffeln, Hülsen- flüchten u. s. W. anzukaufen, um sie im Laufe deS WiniecS in kleinen Portionen zum Selbstkostenpreis oder auch mit einem kleinen Aus­schlage von 5% an bedürftigere Konsumenten abzugeben. Die Stadt­kasse könnte ja einerseits in keinem Falle Schaden erleiden und ande­rerseits könnte unendlich viel Segen gestiftet werden. Hält die städtische Verwaltung ein solches Experiment aus irgend welchen Gründen für unthunlich, so wenden wir uni hiermit an besser fituirte Private, mit dem wiederholten Vorschläge, an die Spitze eines VereinS zur Be­schaffung billiger Lebensbedürfnisse für die ärmere Klasse zu treten. Wir weisen nochmals darauf hin, daß das aufgewandte Kapital bei den genannten Artikeln, die keinem raschen Verderb auSgesetzt sind, keinenfalls verloren geht, und durch die Wohlthat, die eS erweist, reich­liche Zinsen trägt. Wenn etwas geschehen soll, so ist jetzt, der bessern Einkaufszeit wegen, der noch günstige Augenblick. Daß ei wirklich Noth thut, für den Winter Vorkehrungen für die ärmere Klasse zu treffen, dem wird wohl Niemand widersprechen können; warum erst warten, bis die zwingende Nothwendigkeit an die Stadt Herantritt? 1 Sollte sich Niemand finden, der eine Versammlung zur Konstituirung eines solchen Vereins beruft, oder der einen besseren Vorschlag zu machen wüßte, nun, so müssen wir freilich unsere Bemühungen ein* stellen, können dieS indeß in dem Bewußtsein thun, die Pflicht der Presse, zur rechten Zeit die mahnende Stimme zu erhebrn, erfüllt zu haben. Der Aufforderung, uns über die Feldwirthschaft des Näheren auSzulaffen werden wir nächstens Nachkommen. (Ps°r,. B»».>

Wien, 20. Okvaser. DiePolitische Korrespondenz" meldet ! auS St. Petersburg, daß keinerlei Grund zu einer angeblichen zweiten Mission des General Sumarokoff nach Wien vorhanden sei, das Ein- ; vernehmen Rußlands und Ö sterreichs Hase eine derartige Grundlage gewonnen, dr-ß ein grmetrsamrs Vorgehen beider Staaten auch ohne eine neue Verständigung als gesichert zu betrachten sei. Es sei nicht unwahrscheinlich, daß der russische Botschafter, Jgnatieff, indem er der« Sulta» seine neuen Akkreditive überreiche, gleichzeitig auch eine Som- i mation überbringe, deren Folgen eine Entscheidung in die Situation | bringen fitn.

Bern, 20. Oktober. Der BundeSrath hat die Regierung von Tessin ersucht, die auf den 5. k MtS. angeordnete Neuwahl bei ! Groß n Rath«S zu fuspendiren. Basel, 20. Oktober. Die IBaseler Nachrichten" melden aui Tessin, die dort herrschende Aust