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der Ueberführung der von demselben zu den betreffenden Stationsorten heran geführten LebenSmittel-, Munitions« und anderen Transporte zu den eigentlichen Verbrauchs« und VertheilungSorten durch Straßenloko« mobilen verwiesen, w lche Idee in Jralien bereits insofern in eine Verwirklichung eingetreten ist, als von dem italienischen Kriegsmini- sterium zu dem gedachte« Zwecke 90 derartige Straßenlokomobil^n theil- bereits beschafft, theils noch bestellt worden sind. Die Sicherstellung aller wichtigen Eisenbahnknotenpunkte durch SperrfortS und Befestig­ungsanlagen würde dem dann für Bertheidigungszwecke noch hinzutre­ten. und schließlich ist bereits auch vielfach darauf verwiesen worden, daß wenn in Deutschland der gesammte Eisenbahnbetrieb von der Re­gierung übernommen werden sollte, durch die Masssnanstellung der Militäranwärter an den Eisenbahnen auch die Unterosfizierfrage würde als gelöst angesehen werden können. «atm.»«.)

Berlin, 20. Mai. Abgeordnetenhaus. (Fortsetzung.) Im weiteren Verlaufe der gestrigen Sitzung wurden, nachdem die Abgg. Graf Bethusy Huc und v. Bonin ihre resp. Amendements befürwortet und der Geh. Regierungs-Rath Herrfurth die Stellung der Regierung zu den verschiedenen Amendements pcäz'sirt hatte, das Gesetz über die Befähigung zun höheren Verwaltungsdienst in der Fassung der Kom- Missionsbeschlüsse mit Anträgen der Abgg. v. Bonin und Windthorst (Bielefeld) sowie mit einigen leichten redaktionellen Aenderungen ange­nommen.

In der heutigen (60.) Sitzung beantragten nach einigen geschäft­lichen Mittheilungen des Präsidenten die Abgg. v. Beuda und Osterrath den Gesetzentwurf, betreffend die Deckung der für die Weiterführung und Vollendung der Bebra-Friedländer Eisenbahn erforderlichen Geld­mittel, an die Budgetkommission zu verweisen, worin ihnen das Haus beitrat Es folgte die erste Berathung des Gesetzentwurfs, betreffend die Verwaltung der den Gemeinden und öffentlichen Anstalten gehörigen Holzungen in den Provinzen Preußen, Brandenburg, Pommern, Posen und Schlesien. Der Abg. Osterrath beantragte die Verweisung der Vorlage an die Agrarkommission, der Abg. Schmidt (Stettin) die Ver­weisung derselben an eine besondere Kommission, während die Abgg. Rickcrt, v. d. Recke, Lauenstein und Graf Matuschka zwar sachlich sich auf den Standpunkt des Abg. Osterrath stellten, jedoch in Betreff der Verweisung an eine Kommission mit dem Abg. Schmidt überstimmten. Die Vorlage wurde an eine Kommission von 14 Mitgliedern verwiesen. Nächster Gegenstand der Tagesordnung war die dritte Berathung des Gesetzentwurfs, betreffend die GeschästSsprache der Beamten, Behörden und politischen Körperschaften deS Staates. Den Abgg. Wachter (Schweidnitz) und Wierzbinski, welche gegen das Gesitz sprachen, trat der Abg. v. Tempelhoff entgegen. Der Abg. Wierzbinski bekämpfte mit Leidenschaft die Vorlage. Der RegierungSkommissar Geheimer Re- gierungs-Rath Herrfurth wies diese Angriffe als unberechtigt zurück und sprach die Hoffnung auS, daß die Vorlage durch Ausgleichung der na­tionalen Differenzen dem Lande zum Segen gereichen werde. Der Abg. Dr. Aegidi schloß sich dieser Auffassung an, indem er eine Erwiderung auf die leidenschaftlichen Aeußerungen deS Abg. Wierzbinski als unter der Würde des Hauses ablehnte. Der Präsident v. Bennigsen erklärte, daß er jene Aeußerungen des Abg. Wierzbinski, die wiederholt über die Grenzen des parlamentarisch Erlaubten hinausgegangen, nur deshalb gestattet habe, weil er geglaubt, der preußische Staat sei stark genug, um auch solche Angriffe ruhig zu ertragen. Beim Schluß deS Blat­tes ging das Haus zur Spezialberathung der Vorlage über.

(Fortsetzung folgt.) (R. u. sl-k.)

Der Contre Admiral Batsch, Chef des Stabes der Kaiserlichen Admiralität, hat sich nach WilhelmShaven begeben, um dort das Kom­mando über das Mittelmeer-Geschwader zu übernehmen.

S. M. S.Elisabeth" ist am 18. d. Mts. Behufs Ueoerfüh- rung nach Kiel, in Danzig in Dienst gestellt. S. M. Knbt.Comet" ist am 18. d. Mts. Nachmittags von Kiel nach dem Mittelmeer in See gegangen. S. M. Kbt. .Nautilus" ist am 19. d. Mts. früh in Port Said eingetroffen und beabsichtigte noch an demselben Tage nach Konstantinopel in See zu gehen.

In verschiedene Blätter ist die Notiz übergegangen, daß der hiesige türkische Botschafter während den Minister Besprechungen am 13. d. M. bei dem Reichskanzler und dem Staats-Sekretär des Auswärti­gen Amtes sich habe anmelveu lassen, jedoch von denselben nicht habe empfangen werden können.

Wir sind in der Lage, so schreibt der .R. u. St.-A.", diese Nach­richt als vollkommen unwahr zu bezeichnen.

Das Leichenbegäugniß der ermordeten Konsuln von Deutschland und Frankreich in Salonichi hat, wie telegraphisch von dort gemeldet werd, in feierlicher Weise am 19. d. Mts. stattgefunden. Vorher war das Ceremonial von den deutschen und französischen Delegirten mit der türkischen Behörde und den fremden Knegsschiffs-Kommandanten festge­stellt worden. Dem militärischen Ehrengeleit von deutschen und franzö- schen Offizieren und Mariaetruppen schloffen sich die türkischen Militär- und Civilbehördeu, sowie Offiziere und Mannschaften von sämmtlichen

fremden Kriegsschiffen an, die auf der Rhede von Salonichi liegen. Die Ruhe ist während der Feierlichkeit nirgends gestört worden.

In den deutschen Münzstätten sind bis zu« 18. Mai 1876 geprägt: an Goldmünzen: 1,081,049,600 Mark Doppel­kronen, 320,405,050 Mark Kronen; hiervon auf Privatrechnung: 170,077,445 Mk.; an Silbermünzen: 42,917,190 Mark b-Markstücke, 132,876,475 Mark 1-Markstücke, 23,990,343 Mark 50 Pf. 50 Pfennig, stücke, 24,059,608 Mark 80 Pf. 20-Pfennigstücke; an Nickelmünzen: 16,037,466 Mark 50 Pf. 10-Pfennigstücke, 9,400,178 Mark 70 Pf. 5-Pfennigstücke; an Kupfermünzen: 5,448,778 Mark 8 Pf. 2«Pfe«. nigstücke, 3,002,106 Mark 47 Pfennige 1-Pfennigstücke. GesammtauS- prägung: an Goldmünzen: 1,401,454,650 Mark; an Silbermünzen: 223,843,617 Mark 30 Pf.; an Nickelmünzen: 25,437,645 Mark 20 Pfennige; an Kupfermünzen: 8,450,884 Mark 55 Pf.

München, 19. Mai. S. M. der König nehmen bekanntlich an allen Vorgängen stets den lebhaftesten Antheil, so auch an der gestri­gen Wahl, über welche im allerhöchsten Auftrag Herr Polizeidirektor Freiherr v. Fcilitzsch sofort einen umfassenden Bericht erstatten mußte.

München, 20. Mai. Sicherem Vernehmen nach werden die großen Manöver der aus 24 Eskadronen und 3 reitenden Batterie» zu formirenden Kavalerie-Diviston im kommenden August bei Regens- bürg stattfinden. Die Uebungen dauern 14 Tage und werden vom Kommandeur der 2. Kavalerie-Brigade, General v. Weinrich, geleitet.

London, 16. Mai. Der Strcke in den Kohlengruben von Süd Isrkshire und Nord-Derbyshlre, welcher entstanden, weil die Ar­beiter sich eine projektirte Herabsetzung ihrer Löhne um 15 pCt. nicht gefallen lassen wollen, naht sich rasch seinem Ende. Eine Deputation der Arbeiter hat dem Verbände der Kohlengrubenbesitzer in Sheffield Bedingungen gestellt, die angenommen werden dürften. Diese Beding­ungen umfassen die sofortige Wiederaufnahme der Arbeit zu einer Lohnherabsetzung von 10 pCt., während die von den Grubenbesitzern verlangten weiteren 5 pCt. einem Schiedsspruch unterbreitet werde« sollen. Ein Zustandekommen des Vergleichs wird 33,000 Grubenar­beiter zur gewöhnlichen Thätigkeit zurückführen.

London, 20. Mai. Dem gestern in Guildhall zu Ehren deS Prinzen von Wales stattgehabten Banker wohnten etwa 600 Personen bei, darunter außer den Mitgliedern der Königlichen Familie die Bot­schafter von Deutschland, Frankreich, Oesterreich, Italien und der Türkei, die Minister, sowie viele Mitglieder des Ober- und Unterhauses. Auf die ihm überreichte Adresse antwortete der Prinz von Wales mit dem Ausdrucke seiner hohen Befriedigung über den chm sowohl in Jndie» tote bei seiner Rückkehr in England gewordenen Empfang.

Paris, 18. Mai. Mehrere Journale melden, der franzö­sische Botschafter in Berlin, Vicomte de Gontaut-Biron, werde in den nächsten Tagen nach Paris kommen, um persönlich über die Berliner Konferenzen zu berichten. Heute Nachmittag waren Fürst Hoheulohe und der russische Botschafter, Fürst Orloff, in Versailles, wo dieselbe» längere Besprechungen mit dem Herzog Decazes hatten. DieLi- bertö" will wissen, Herr ThrerS habe auf das von Seiten des Ver­theidigers des Grafen Arnim an ihn gerichtete Ansuchen, als Ent­lastungszeuge nach Berlin zu kommen, ablehnend geantwortet.

Was den Aufstand betrifft, so ist nach neueren Nachrichten ganz Bulgarien unterminirt, und ist es nur Zufall, wenn nicht bereits allenthalben die gesetzliche Ordnung über den Haufen geworfen ist. Die Jnsurrection nähert sich bereits dem Centrum des Landes. Das Ter­rain bietet der regulären Armee die größten Schwierigkeiten, namentlich für die Entfaltung von Kavallerie und Artillerie. Dazu kommt, daß eine andere Eventualität von höchster Bedenklichkeit am Horizonte auf- taucht. Die türkische Armee bei Nisch kann durch die bulgarischen Jn- surrection in eine kritische Lage gerathen. Sie wird in südwestlicher wie nordwestlicher Richtung von bedeutenden Jnsurgentenhaufen flankirt, während sie im Norden gleichfalls gefährdet erscheint. Höchst traurige Erfahrungen weiden mit der Zerstörungswuth der bulgarischen Insur­genten gemacht, welche überall die Dörfer in Brand stecke». In der Nähe von Sophia find, nach türkischen Berichten, 25 Dörfer in Flam­men aufgegangen. Die Familien werden ins Gebirge abgeführt und die Männer ergreifen die Waffen. <**>

Lokales von hier und Umgegend, sowie Provinzielle».

Hana«, 22. Mai 1876.

Vorgestern wurde die erste Serie Landwehrleute, welche zu ei­ner zwölftägigen Uebung behufs Erlernens des Exercitiums mit dem Mausergewehr eingezogen waren, entlassen, und tritt die zweite Serie am 6. Juni in Dienst.

Versteigernngs- und Berpachtungs-Kalender für Dienstag den 23. Mai.

Holzversteigerungen: Vormittags 9 Uhr im Gasthaus zum Löwen" in Salmünster 5300 Raumm. Eichen-, Buchen- und Kieferu-Scheit- und Knüppelholz, 1910 Raumm. Eichen«, Buchen- und Nadelholz-Reiserknüppel sowie 5000 Stück Eichen- und Buchen-Welle»