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. Welche 100-Warkscheine sind eigentlich im deutschen Geldver- sehr nickt zulässig? Diese Frage hört man nicht selten, und m der That kann ^man Einzelne solcher Scheine nicht oder nur mit Verlust einwechseln. Wir können die betreffenden Papiere 6t« nennen. Es lind zunächst die als Ausländer zu betrachtenden 100 Marticheine der Oldenburger, Braunschweiger, Dessau« und Görlitzer Bank ; die in der letzteren Bank verfallen bereits am 30. Jum c. Die Leipziger 100- Mark-Scheine haben in Sachsen auch nur noch bis zum 30. Jum c. Kültiakeit und verfallen dann gleichfalls. — Die beschrankenden Bestimmungen deS §. 43 des ReichSbankgesetzeS vom 14. März 1875 sind ^nack den im RerchS- Gesetzblatte erschienenen Bekanntmachungen) bezug- lick nachstehender Privat-Notenbanken als nicht anwendbar erklärt worden und es dürfen daher die Noten dieser Banken in ganz Deutschland, duck außerhalb desjenigen Staates, welcher denselben dre Befugniß zur Notenausgabe ertheilt hat, zu Zahlungen gebraucht werden: 1. Badr- Me Bank in Mannheim, 2. Bayerische Notenbank m München, 3. Bremer Bank in Bremen, 4. BreSlauer Bank in Breslau, 5. Chem- nitzer Stadtbank in Chemnitz, 6. Kölnische Privatbank in Köln, 7. Danziger Privatbank in Danz'g, 8. Frankfurter Bank in grantfurt am Main 9. Hannover'sche Bank in Hannover, 10 Leipziger Kassen- Verein in Leipzig, 11. Lübecker Commerzbank in Lübeck, 12. Magdeburger Privatbank in Magdebu g, 13. Posen« Privatbank in Posen, 14. Sächsische Bank in Dresden, 15. Bank für Süddeutschland in Darmstadt, 16. Württemberg« Notenbank in Stuttgart.
— Dem Hessen-Kassel'schen Hauptverein der evangelischen Gustav- Adolph-Stiftung ist auf die Jahre 1876, 1877 und 1878 von dem königlichen Ober-Präsidium in Kassel gestattet worden, bei den evangelischen Glaubensgenossen des Regierungsbezirks Kassel durch Vermittlung der Zweig, resp. Lokal-Vereine und deren legitim«te Organe, un- ter Beobachtung der für die Abhaltung von Kollekten bestehenden oder noch zu erlassenden allgemeinen Anordnungen, Jahresbeiträge für die Zwecke des Vereins erheben und bezw. zu Beitritts-Erklärungen auffordern zu lassen-^ g ^. Wie wir hören, so schreibt die „Fr. Hess. Zig.", wird das Diakonissenhaus zu Treysa, dessen segensreicher Wirk- samkeit wir schon wiederholt mit pflichtschuldiger Anerkennung gedach- ten demnächst eine Station mit drei Diakonissinnen in unserer Stadt
— Marburg, 6. Juni. Nach dem nunmehr ausgegebenen Ver- zeichniffe der Studrrenden unserer Universität im Sommersemester 1876 beträgt die Zahl der Theilnehmer an den Vorlesungen überhaupt 445, immatrikulirt sind 440 (verblieben vom vorigen Semester 280, neu hinzugekommen 160, davon 138 neu immatrikulirt), der Besuch der Vorlesungen mit Genehmigung des Rektors ist gestattet 5. Es zählt die evangelisch-theologische Fakultät 52, die juristische 88, die medizinische 126, die philosophische 174 Zuhörer. Die Zuhörer der philosophischen Fakultät vertheilen sich auf die einzelnen Fächer mit 71 Philosophie, Philologie und Geschichte, 67 Mathematik und Naturwissenschaften und 36 Pharmazie und Zahnheilkunde. Immatrikulirt sind 375 Preußen, 54 Angehörige der übrigen Reichsländer und 11 Ausländer, (Frankreich, Griechenland, Großbrittanien, Rumänien, Rußland und Ungarn je 1, Amerika 5.) Im letzten Wintersemester 1875/76 waren immatrikulirt nur 401, Zunahme also 39. cM. Tag«.)
— Marburg- 9. Juni. Da, wie wir hören, so schreibt das „Marb. Tgbl.", heute mehrere männliche und weibliche Kranke in unserer Jrrenheilanstalt Aufnahme gefunden haben, so dürfte Letztere nunmehr als eröffnet zu betrachten sein.
— Caldeu, 8. Juni. Nachdem die statistischen Feststellungen beendet sind, stellt sich der erlittene Schaden dar, als:
a) Muthmaßlicher Verlust beim Neubau . . .
b) Unterhaltung der Personen bis zum 1. Septbr. pro Kopf und Tag a 50 Pfg......
c) Verlust durch Brandschaden, abzüglich der Ent
schädigungen
118,550 Mk.
10,160 Mk.
49.350 Mk.
178,060 Mk.
Gesammtverlust
Ist der Schaden für hiesige Gemeinde gleich ein sehr großer, so ist doch die Bereitwilligkeit ihr zu helfen, für sie um so erfreuender und das verzagte Herz schauet vertrauensvoll der Zukunft entgegen,
Die eingeführte monatliche Durchströmung der Stadtgräben findet für Juni wegen der Pfingstfeiertage erst am zweiten Montag, den 12. Juni statt, was mit dem Bemerken bekannt gemacht wird, daß schon die bereits angezeigten Arbeiten ein mehrtägiges Ablassen der Gräben erfordern werden.
Hanau am 29. Mai 1876. (3426)
Der Oberbürgermeister
Cassian.
Aischergasse 15 eine kleine Wohnung an 1 U oder 2 Leute. (3677)
Jagd-Verpachtung. Mittwoch den 14. Juni 1876,
Nachmittags 4 Uhr,
soll im Gasthaus zum „Adler" hier die der Gemeinde Langenselbold zustehende Jagd, auf 11000 Casseler Acker Land, Wiesen und Waldungen, vom 1. August 1877 an auf weitere 6 Jahre an den Meistbietenden verpachtet werden.
Langenselbold den 10. Juni 1876. (3668) Der Bürgermeister
Lehr.
hoffend, daß helfende Menschenliebe ihr über daS augenblicklich hier herrschende Elend hinüber helfe. Die Herren Kaufmann Drude und Leithäuser auS Siebenstern trafen gestern mit 2 Wagen voll Lebensmitteln, bestehend aus 101 Laiben Brod, Kartoffeln, Speck, Bohnen, Erbsen, Linsen, Mehl, getrocknetem Obst und sonstigen Spezereien, Lernen und Kleidungsstücken hier ein; auch überlieferten vorbenannte Herren dem hiesigen UnterstützungSausschuß eine Baarsumme von 111 Mark 70 Pfennigen. — Heute in der Frühe führte Herr Bürgermeister Engelbrecht von Westuffeln uns 2 Wagen voll Roggen, Bohnen, Erbsen, Fourage, Leinen und Kleidungsstücke zu und überlieferte den baa* ren Betrag von 49 Mark 70 Pfennigen. Dank, tiefgefühltesten Dank cllen Denen, die so schnelle Hülfe uns geleistet haben. <sr- Wf-W)
— Der „Frankfurter Anzeiger" schreibt unterm 9. Juni auS Frankfurt am Main: Heute trug sich auf der Strafkammer ein Fall zu, wie er sich seit Eröffnung des mündlichen und öffentlichen Gerichtsverfahrens noch nie zugetragen hat. Ein am 1. Juni als Nachtwächter entlassener Schneider, welcher der Hehlerei bezüchtigt war, fragte den Gerichtspräsidenten in barschem Tone: „Was kost' eine Ohrfeig', wenn ich sie Dere da (er meinte eine Zeugin) geb' ?" Die Antwort darauf war, daß der insolente Mensch sofort auf 24 Stunden in's Gefängniß abgeführt wurde. — Gestern wurden im Sachsenhäuser Berg die ersten blühenden Trauben angetroffen. — Der Spenglergeselle, durch dessen Fahrlässigkeit das Dach der PaulLkirche in Gefahr stand abzubrennen, ist aus Angst vor Strafe (fahrlässige Brandstiftung) durchgebrannt. Bei dieser Gelegenheit sei bemerkt, daß ein ähnliches Unglück der Synagoge in der Schützenstraße gedroht hatte, wo ebenfalls bei der Renovation und Vergrößerung derselben ein Spenglergeselle einen glühenden Löthkolben auf einen Bundbalken gelegt und dies.-n dadurch ange- stcckt hatte. Glücklicherweise wurde auch hier, da der Bursche während der Arbeit eingeschlafen war, von dessen Collegen die Gefahr bemerkt und das Feuer, wie Nachbarn zugesehen, ausgehauen. Die Löthungen auf der Paulskirche müssen nun von Meister Gundlach selbst vorgenommen werden. Wie wir vernehmen, soll bei solchen gefährlichen Arbeiten, wie Löthungen auf Kirchenbüchern, Theatern rc., künftighin stets ein Mann der Feuerwehr zur Beaufsichtigung kammandirt werden.
Offenbach, 9. Juni 1876.
Heute Morgen rutschte ein Stück des eben im Bau begriffenen Straßenkanals in der Geleitstraße zusammen, wodurch drei der darin beschäftigten Arbeiter zum Theil verschüttet wurden. Glücklicherweise hat nur einer derselben eine Quetschung des linken Beins davongetra- gen, die eine alsbaldige Verbringung des Beschädigten nach seiner Hei- math — Dieburg — nothwendig machte, auch eine längere Arbeitsunfähigkeit im Gefolge haben, hoffentlich aber keinen bleibenden Nachtheil zurücklassen wird. Der Kanal, welcher erst 4—5 Fuß tief gegraben war, sollte heute früh auf beiden Seiten verschalt werden, um einem Zusammenrutsch vorzubeugen; bevor jedoch die Arbeiter damit begonnen, ereignete sich der Unfall, dessen Entstehung nach den Angaben eines Sachverständigen nur dem Umstand zugeschrieben wird, daß gestern Abend, bei Gelegenheit des Zapfenstreichs, Tausende von Menschen um die ausgegrabene Stelle ihren Weg nahmen, wodurch die Wandungen derselben erschüttert wurden und in Folge dessen heute früh, als die Arbeit wieder ausgenommen werden sollte, der Zusammenrutsch statt* fand.
Thermometerstand.
9. Juni: Höchster Stand + 20'/,°, Abends 7 Uhr + 16°/«°; 10. Juni: Morgens 7 Uhr + 14°, Vormittags 10 Uhr + 15'/,°.
— Mainwasserwärme Morgens 7 Uhr 17 Grad.
— Die seit einigen Jahren hier errichtete Annoncen-Expedition von Rud. Moffe erfreut sich einer stets lebhafteren Frcqnenz. Wir constatiren gerne, daß dieses Institut eS versteht, dem Inserenten, namentlich im Verkehr mit auswärtigen Zeitungen, so mancherlei Vortheile zu bieten, daß wohl Jedermann schließlich es für zweckmäßig halten dürste, sich vorkommenden Falls desselben zu bedienen. (3646)
Bekanntmachung.
Mittwoch den 14. d. Mts, Vormittags 9 Uhr, soll das Heugras in dem Schloßgarten zu Hanau, Donnerstag den 15. d. Mts., Vormittags 9 Uhr, das in den Anlagen zu Wilhelmsbad öffentlich meistbietend verkauft werden. (3645)
Hanau, den 10. Juni 1876.
Schröder, __________Königlicher Schloßgärtner.__________ Verloren: 1 schwarzer Glacehandschuh. (3639)