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Etraßburg, 1. August. Bor einigen Tagen hat hier die Aushebung stattgefunden, in musterhafter Ordnung, wie in früheren Jahren. Die funden Leute kamen vom Lande herein, geschmückt und mit Fahnen und Musik voran. Von den zahlreichen bei den Garde Regi­mentern einarftellten Elsaß Lothringern ist ein Theil bereits zu Unter­offizieren befördert worden. Ueber daS dienstliche Verhalten und den kameradschaftlichen Geist dieser Mannschaft hört man nur Stimmen des LobeS und findet die oft ausgesprochene Behauptung, daß die Elsaß- Lothringer recht gute Soldaten seien, vollauf bestätigt.

Wien, 3 August Die Nachrichten von der angeblichen Bil­dung einer österreichischen Freiwilligen Legion in Belgrad und einer ungarischen Freiwilligen-Legion in Konstantinopel werden von derPo­litischen Korrespondenz" als unbegründet bezeichnet. Dieselbe wider­spricht ferner der Meldung, daß die rumänische Regierung beschlossen habe, der Pforte bezüglich der Erledigung ihrer Forderungen einen be­stimmten Termin zu stellen.

Der bisher unbekannt gebliebene Verfasser oder deutsche Be­arbeiter der beliebten BühnenstückeDoktor Robin",Guten Morgen, Herr Fischer",Der Weg durchs Fenster",Ein Stündchen in der Schule",Wer ißt mit?",Die Gefangenen der Zarin",Ein weißer Oth llo",Hans und Hanne",Eine Partie P^quet" (Friedrich Haase's Paraderolle),Gänschen van Buchenau" :c. wird im Buchhändler- Börsenblatt vom 1. Auoust namhaft gemacht und als berechtigter Ur­heber angemeldet. Es ist der 1804 zu Berlin geborene, zur Zeit in Neapel wohnhafte Herr Wilhelm Friedrich Riese.

Vom Kriegsschauplätze.

K on stan tinope l, 3. August. Nach hier eingegangenen Nach­richten haben die türkischen Truppen die serbischen Befestigungen bei Gurqusovatz angegriffen und die serbischen Redouten gerommen. Die Serben habe große, die türkischen Truppen geringere Verluste erlitten. General Tschernoj-ff soll in Saitchar sein.

London, 3. August. DaSReutersche Bunau" meldet aus Serbien von heute: Man schlägt sich fortgesetzt vor Pandirolo, am gestrigen Tage und heute früh fanden dort mehrere Gefechte statt, der AuSgang war unentschieden. Etwa 2000 Freiwillige von der Drina- Armee haben ihre Reihen verlassen und sich nach Bosnien begeben, um dort einen Parteigängerkrieg zu führen.

PariS, 3. August. Nach einer Meldung derAgencs Havas" aus Ragusa von heute hätten in der vergangenen Nacht die Insurgen­ten die Straße von Trebinje nach Ragusa besetzt, Moukhtar Pascha sei in Folge dessen in Trebinje eingeschlossen.

Belgrad, 3. August. Der Regierung wird vom Kriegsschauplatz gemeldet: Ein gestern von den Türken auf Klein-Zwornik unternomme­ner Angriff wurde zurückgeschlagen. Heute griffen die Türken die ser­bischen Truppen in ihren Stellungen diesseits Gramada an. Der Aus­gang deS Kampfes ist noch nicht bekannt.

Wien. 4. August. Wie diePresse" meldet, würde der baldige Uebertritt Moukhtar Paschas und seiner bedeutend reduzirten Truppen auf österreichisches Gebiet erwartet, da derselbe in Trebinje derartig ein­geschlossen ist, daß ein Durchbruch nach Norden unmöglich erscheint.

DieKöln. Ztg." erhält folgendes Telegramm aus Pest vom 3. August:Nachrichten aus Belgrad melden, Fürst Milan wünsche Frieden zu schließen. Gru'cs und Ristes seien im Hauptquartier, um ihn davon abzuhalten. Gruics ist entschieden für Fortsetzung deS Krie­ges, RisticS ist friedlicher gestimmt. Eine serbische Ministerkrisis ist in Aussicht."

Ragusa, 2. August. Wie derPol. Korr." gestern gemeldet wurde, machte Moukhtar Pascha gestern von Trebinje aus den Versuch, dem von den Montenegrinern bedrohten Bilek zu Hülfe zu kommen. Als er die beiden nach Bilek führenden Straßen von dem Corps des Peko Pavlovik stark besetzt fand, d. h. in Positionen, welche ihm zu forciren nicht leicht geworden wäre, ist er noch am selben Tage nach Trebinje zurückgekehrt, um so mehr, als 8000 bei Ljubowir lagernde Montenegriner Trebinje bedrohen und die Verbindung mit Bilek und Mostar bereit« abgeschnitten haben. Bilek wird von den Montenegri- nein nicht nur beschossen, sondern leidet an Lebensmitteln und Wasser­mangel, da es nach keiner Seite hin mehr eine Verbindung hat.

Die wahrscheinlich bevorstehenden entscheidenderen Ereignisse auf dem Kriegsschauplätze veranlassen diePresse" vom 3. August, folgende Darstellung der serbischen und türkischen Aufstellungen zu geben:

Der serbischen Drina-Division stehen die Türken unter Djeladin und Zekih Pascha gegenüber. Sie halten Bjelina, Zwornik und Sreb reuiza besetzt und dürften insgesammt nicht höher als 10» bis 12 000 d^nn zu veranschlagen sein. Die Kämpfe vor Bjelina gegen Alimpics, der sich gewiß in einer ungünstigen Position, mit einem Flusse im Rücken, befand, scheinen darauf hinzudeuten, daß sich die Türken an der Drina in einer entschiedenen Minderheit befinden. (s. u. St.-«»z»

Lokales von hier uud Umgegend, sowie Provinzieller.

Hana«, 4. August 1876.

Sonntag den 6. d. M. wird von AlterthumSfreunden auS Frankfurt und anderen Städten eine Exkursion nach der berühmten Römerburg bei Homburg unternommen, wozu auch an den Hanauer Geichichtsverein eine Einladung eroanaen ist. Wer von den Mitgliedern desselben sich daran betheiligen will, kann sich ohne weiteres den Herrn anschließen, die auf der Bahn Morgens 8 Uhr 10 Minuten von Frank­furt nach Homburg fahren.

Sonntag den 6. August findet durch den Kreisbrandmeister Herrn I. C. Koch hier die Besichtigung der Feuerlöschgeräthschaften zu Seckbach. Eckenheim, Preungesheim, BerkerSheim, EscherSheim, Praunheim, Ginndeim und Bockenheim statt.

Nächsten Montag wird behufs Ausräumung desselben der Stadt­graben abgelassen, außerdem findet an den folgenden Montagen des Monats, so lange es nöthig erscheint, und zwar jedesmal Vormittags eine weitere Durchströmung statt.

VersteigeruugS« und Verpachtungs-Kalender für Montag den 7. August.

Morgens 10 Uhr kommen verschiedene Grosnutzunren im Fasane- riegarten an Ort und Stelle zu öffentlicher Verpachtung. Nachm. 2 Uhr versteigert Herr Taxator W. Seiffert im Hause Kirchgasse Nr. 1, wegen Geschäftsaufgabe, ein vollständiges Schreinerhandwerkzeug, da­runter 8 Hobelbänke, 6 Zeugrahmen rc., sowie ein Stoßkarren, gegen Baarzahlung.

Für heute und morgen Sparkasse zur Karthaune : Heute Abends 7 Uhr Außerordentliche Generalversammlung Katholisches Kasino zur Eintracht: Morgen Abend 9 Uhr Generalversammlung.

Der heutige Markt war, besonders in Holz, gut befahren und stellten sich die Preise folgendermaßen: Butter 1,20 bis 1,30 Mk., Kose 5 Pf., Eier 2 Stück 11 Pf., Bohmn 2,50 bis 3,50 Mk, je nach Größe der Mahne, Gurken im Hundert 2 Mk, junge Tauben 7090 Pf. und junge Hahnsn 1,50 bis 2 Mk. das Pärchen, eine Ente 2,15 und eine Gans 3 50 bis 4 Mk., Holz 10,50 Mk., Heu 3 50 und Stroh ebenfalls 3,50 Mk. der Ctr., Krebse 25 Stück 1,10 bis 1,15 Mk., Backfische je nach Qualität 2040 Pf. das Pfund.

Wohin gehen wir heute und morgen?

Vergnügnngsanzeiger für Hanau und Umgegend.

Heute. Zur Starkenburg: Abends von 7 Uhr ab Abendunter­haltung (Streich-Concert einer Abtheilung der Civilkapelle, sowie humo­ristische Gesangsvorträge); von 8 Uhr ab Concerte imDeutschen Haus", sowie in d-rguten Quelle"; ebenfalls von 8 Uhr ab Abendunterhaltung mit Tanz im Garten und in den Sälen zum Kronprinzen".

Morgen. Von Vorm. 11 bis Nachm. 1 Uhr Großes Streich- Concert der hiesigen Civrikapelle im Altstädter Schloßgarten. Nach­mittags: Nachkirchweihs zu Großauheim; Tanzmusik in der Main­lust zu Dörnigheim; Waldfeste desTurn- und Fecht-Club" an der Wachenbucher Spitze,Hansa" ebenfalls an der Wachenbucher Spitze, sowie der GesellschaftWohlerqehei" im Lamboiwald. Wil­helms bad (große Wirthschaft): Bon Nachm. 3 Uhr ab Großes Militär- Concert; G. Koch's Felsenkeller: Von Val Uhr ab Großes Militär-Concert und von 4 Uhr ab Koncert in derguten Quelle", sowie Großes Militär-Concertzur Rosenau". Abends von 8 Uhr ab Großes Tanzkränzchen im Gasthauszum Kronprinzen".

BX^- Ermäßigte Eintrittspreise während deS Vormittags im zoologncyen Garten zu Frankfurt a. M. 20 Pf, im Palmengarten Erwachsene 30 und Kinder 15 Pfennige.

Vom ständischen Verwaltungsausschuß, der seine Setzungen vom 25. bis 29. v. M. hatte, wurde der Kassier n ges bei der hiesigen Leihbank definitiv angestellt.

Se. Majestät der König haben Allergnädigst geruht: der Prin­zessin Marie von Hessen-Phrlippsthal zu Barchfeld, geborene Prinzessin von Hanau, nebst ihren auS der Ehe mit dem Prinzen Wilhelm von Hessen-Philippsthal zu Barchfeld entsprossenen vier Kindern, nämlich Friedrich Wilhelm, Karl Wilhelm, Sophie Auguste Bertha Elisabeth und Caroline Louise, unter Belassung des Titels von Prinzessinnen resp. Prinzen mit dem PrädikatDurchlaucht" Den Namenvon Ardeck" zu verleihen.

Falsche Einmarkstücke sind seit länger als einem Jahre mit dem Münzzeichen D im Umlauf und seit Kurzem auch Markstücke mit dem Münzzeichen BB, CG. Diese Falschmünzen, welche aus Zink ge­gossen sein dürften, sind klanglos und haben ein unvollkommenes Ge­präge, sind jedoch zu Täuschunzen leicht geeignet.

Fulda, 4. Juli. Am Mittwoch den 2. August beging der Herr RechnungSrath Kaspar Joseph Jäckel dahier sein fünfzigjähriges Dienstjubiläum. Dem in allen Kreisen hochgeehrten und beliebten Ju­bilar, welcher der hiesigen Steuer-Jnspection bereits seit dem Jahre 1848 ununterbrochen vorsteht, sind zu dem seltenen Feste von seinen Freunden von nah und fern zahlreiche Glückwünsche zu Theil geworden. Eine Auszeichnung Seitens der Regierung soll deshalb noch nicht er-