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Hanauer Anzeiacr.
Zugleich Amtlicher Organ für Kreis und Stadt Hauau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage, und Samstags mit der Berliner Provinzial- Torrespondenz.
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M 256. Freitag den 3. November.
1876.
Bekanntmachungen Königl. Landrathsamt» dahier.
Nachstehende Aufforderung bringe ich zur Kenntniß der Herren Bürgermeister behufs Nachachtung.
Der Landrath.
Bekanntmachung.
Behufs Unterweisung der neugebildeten Steiqermannschaften in den Landgemeinden, in den denselben bei Bränden und Uebungen zukommenden Obliegenheiten, und auf den Wunsch mehrerer Herrn Ortsvorstände, dieselbe hier vorzunehmen, richte ich an die Herrn Bürgermeister der« jenigen Orte deS Kreises Hanau, in welchen die Verordnung vom 23. August v. I. vollständig auSgeführt ist, daS ergebene Ersuchen:
die Herren Spritzenmeister, sowie die Steigerabtheilungen in ihren Ausrüstungen (jedoch ohne weitere Gerätbickoften) rätsle
Sonntage den 5. u. 12. Novbr , Nachmittag» 2 Uhr, hierher an bescheiden.
Versammlungsort: Beck'sche Brauerei an der Kaserne.
Hanau, den 25. Oktober 1876.
Der Kreisbrandmeister
I. C. Koch.
TKHL»sch8N.
Eine neue Wendung.
X. b. Schw. Stert.
In dem Augenblick, da die seit zwei Monaten gepflogenen Verhandlungen wegen eines Waffenstillstandes endlich Erfolg versprachen und dem Abschlüsse nahe schienen, sind auf dem Kriegsschauplatze Er- eigniffe vor sich gegangen, die Rußland zu dem Entschlüsse brachten, den Verhandlungen, so wie sie bisher gepflogen wurden, ein Ende zu machen und eine rasche Entscheidung herbeizuführen, im einen oder im andern Sinne. Die serbische Armee hat an der Morawa gründliche Niederlagen erlitten, ihre BertheidigungSlinie ist durchbrochen Horvato- dich nach Kruschevatz geworfen, Tschernajeff'S Stellung bei Alexinatz unhaltbar geworden, das ganze Morawathal dem Feinde geöffnet, der Weg zur Hauptstadt frei, kurz die Sache SerbienS ist militärisch ver- loren. In dieser Lage richtete der Fürst einen letzten Hülfeschrei an Rußland : entweder solle eS unverzüglich zu Gunsten Serbiens militärisch einschreiten, oder unverzüglich einen Waffenstillstand herbeiführen. Die Folge dieses Hülferufes ist das russische Ultimatum, daS am 30. Okt. von Livadia nach Konstantinopel erging. General Jgnatieff ist angewiesen, von der Pforte binnen 48 Stunden die Annahme des 6> wöchentlichen Waffenstillstands mit sofortiger Einstellung der Feindselig- leiten zu verlangen, im andern Falle die diplomatischen Beziehungen abzubrechen und Konstantinopel mit dem ganzen Botschaftkpersonal zu verlassen. Nun kreuzt sich dieses Ultimatum mit dem letzten Vorschlag der Pforte, einen zweimonatlichen Waffenstillstand mit zwei Verlänge- rungSfristen zu bewilligen. Die Pforte ist also scheinbar auf halbem Wege bereits entgegengekommen. Dennoch ist eS unverkennbar, daß mit den türkischen Siegen und dem russischen Ultimatum plötzlich eine ganz neue Wendung eingetreten ist. Das Angebot der Pforte war mit seinen Bedingungen und Klauseln ohne Zweifel ebenso gemeint, wie alle ihre früheren Angebote, nämlich so, daß an demselben sich auch ferner der Faden deS diplomatischen Hin- und HerhandelnS weiter spinnen lasse, während dessen die Kriegsoperationen fortdauern sollten. Allein jetzt rft der Pforte eine peremlonsche Frist gesetzt, jede Ausflucht abgeschnit- daS bisher geübte listige Ausweichen unmöglich gemacht. Und nun tritt Diese kategorische Form an die Pforte heran in einem Augenblick, da ihre siegreichen Heere im Begriff sind, die Früchte eines halbjähr- nchen FelbzugS zu pflücken, da sie eben zur letzten Demüthigung des Feindes sich anschicken und die Unterbrechung Der kriegerischen Aktion 'bdigUch dem Besiegten zu gute kommt. Ist es der Pforte zu Derben* ten, wenn sie an der Aufrichtigkeit Rußlands zweifelt, wenn sie vermuthet, daß die so verlangte Waffenruhe nur dazu bestimmt sei, das Letzte von d«m Besiegten abzuwenden und inzwischen die Vorbereitungen zu einem Feldzug in größerem Stil zu treffen? Und muß nicht gerade
in Folge der Niederlagen, von denen die russischen Waffen mitbetroffen sind, in Rußland daS Verlangen unwiderstehlich geworden sein, diese Scharten wieder auSzuwetzen? Es ist unter solchen Umständen kaum anzunebmen, daß die Pforte sich in ihrem Siegeslauf aufhalten läßt. Kann sie doch, gestützt auf ihre Erfolge, selbst einem Kriege mit Rußland mit größerer Zuversicht entaegensehen. Auf beiden Seiten also sind die Beweggründe dafür, den Streit mit den Waffen auSzutragen, verstärkt, und eS wird übermenschlicher Anstrengungen der Diplomatie bedürfen, auch nur die Waffenruhe zu Stande zu bringen, die wenigstens noch eine Möglichkeit des FriedenS offen läßt.
— Berlin, 2 November. Reichstag. (Fortsetzung). In der heutigen (3.) Sitzung theilte der Präsident mit, daß vom Reichskanzler- Amt der Gesetzentwurf, betreffend die Untersuchung von See Unfällen, eingegangen sei. Der vorgenommene Namensaufruf ergab die Anwesenheit von 220 Mitgliedern. Das HauS war also beschlußfähig und schritt beim Schlüsse des BlaiteS zur Wahl deS ersten Präsidenten.
— Nach § 231 des Strafgesetzbuches kann in allen Fällen der i Körperverletzung auf Verlangen des Verletzten neben der Strafe auf eine I an denselben zu erlegende Buße bis zum Betrage von 6000 Mk. er» : kannt werden, für welche die zu derselben Verurtheilten als Gesammt- schuldner haften. In Beziehung auf diese Bestimmung hat das Ober« Tribural in einem Erkenntniß vom 28. Sept d. J. ausgesprochen, daß der erkennende Richter befugt ist, zur Zahlung der Buße Alle, keinen, oder auch nur Einzelne der an der Körperverletzung Betheiligten unter Freilassung der llebrigen nach billiger Erwägung der Stellung eines Jeden derselben zur Sache, zu verurtheilen. Diejenigen jedoch, welche zur Zahlung vom Richter verurtheilt werden, sind in jedem F lle, also auch dann, wenn einen Theil derselben eine geringere Mitschuld an der That trifft, solidarisch für die Buße haftbar.
— G. M. S. „Ariadne" ist am 30. Oktober er. in WilhelmS- ; Haven außer Dienst gestellt.
— In verschiedenen Blättern finden sich Andeutungen, daß von Seiten des Reichstags während der gegenwärtigen Session in der Elsen- bahngks tzfcage eine Initiative werde ergriffen werden. In so weit unsere Informationen reichen, ist in dieser Hinsicht noch durchaus kein Entschluß oder Plan gefaßt worden, ja es ist überhaupt nichts geschehen, wodurch die Fractionen auch nur von fern her mit dieser Frage beschäftigt worden wären. In einer Session, die nur auf etwa 6 Wochen berechnet und von vornherein mit Arbeiten überladen ist, würde es ! ohnehin mit den größten Schwierigkeiten verknüpft sein, neue Fragen i von so ungemeiner Tragweite auch nur oberflächlich zu berühren, crrtb.)
— Es liegt, wie man der „Trib." schreibt, in Der Absicht, bei der i künftigen Revision des Strafgesetzbuches energisch gegen die Verfälschung i von LebenSmitteln vorzugehen. Die jetzt hier stattfindenden Versamm- ; hingen des deutschen LandschaftSrathS werden dazu neuen Anlaß bieten. | Derselbe hat soeben den Antrag deS ReichStagSavgeorbneten von Rabe- ' nau angenommen, der dahin geht, die Linzelregierungen zu veranlassen, ‘ die Organe der Strafcechtspflege in ihren Staaten strengstens zu in» < struiren, daß die Bestimmungen der bestehenden Strafgesetze über Fäl- i schung und Betrug in Bezug auf LebenSmiltel, Weine, Biere, unnach-
■ sichtlich überall da zur Geltung gebracht werden, wo dies irgend mit i Aussicht auf Erfolg geschehen kann; eventuell wenn auf Grund Der be»
• stehenden Gesetzgebung ein durchschlagender Erfolg nicht erzielt werden i sollte, bei der nächsten Revision des Strafge,etz-BuchtS Rücksicht darauf
> zu nehmen, daß Fälscher und Betrüger in Beziehung auf Lebensmittel ! und Getränke, sowie deren Complicen der verdienten Strafe nicht enl- e gehen.
— Aus Berlin, 31. Oktober, schreibt man der „Köln. Ztg.*: | In Kreisen, die mit den russisch offiziellen Fühlung haoen, betrachtet Iwan die Gefahr eines russisch-türkischen Krieges abgethan. Das heißt für den bevorstehenden Winter. Der Wille des Küsters Alex nder war diesmal noch mächtig genug, um den von all-n Seiten anstürmenden ■ Verlangen und Einflüssen zu gebieten. Wird es ihm einige Monate | später noch eben so gelingen? Daran zweifelt Jedermann^ aus der