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Samstag den 13. September.
1873.
Bekanntmachungen Königl. Landrathsamts dahier.
Die Herren Bürgermeister des Kreises werden unter Bezugnahme auf die genau zu beachtenden Bestimmungen über die Berufung zum Schöffenamte (Amtsblatt von 1867 pag. 597) hierdurch veranlaßt, für das Jahr 1874 eine entsprechende Anzahl von Personen zum Schöffenamte mittelst Einreichung von Verzeichnissen binnen 8 Tagen in Vorschlag zu bringen.
Die Herren Bürgermeister zu Bockenheim, Windecken, Bergen und Langenselbold wollen gleichzeitig auch Ersatzschöffen vorschlagen.
Hanau am 10. September 1873.
Die Herren Bürgermeister, welche noch mit der im Anzeiger Nr. 178 unterm 1. August d. J. erforderten Anzeige über die Reinigung der Gemeinde-Brunnen im Rückstände sind, werden hierdurch an die sofortige Berichterstattung erinnert.
Hanau am 10. September 1873.
Tagesschau.
— Berlin, 12. Sept. Die unter dem Vorsitz des Präsidenten des Reichs-Eisenbahn-Amts mit Delegirten des deutschen Handelstages und der deutschen Eisenbahnen gepflogenen Verhandlungen sind gestern zum Abschluß gelangt. Das Ergebniß derselben läßt die Erledigung zahlreicher, im Interesse des Publikums und des Handelsstandes insbesondere, gestellten Anträge gewärtigen. — Die Ober-Postdirektion für die Okkupations-Armee stellt heute ihre Thätigkeit ein. Ebenso tritt das Feldpostamt der Okkupationsarme heute außer Funktion und kehrt be- huss Demobilmachung nach Berlin zurück. — Die Feldpostrelais in Verdun, Etain und Constans stellen ihre Thätigkeit am 12., bez. 14. und 16. September Abends ein.
— Constanz, 12. Sept. In der gestrigen Versammlung des Altkatholikenkongresses begrüßte der Staatsanwalt Fieser als Vorstand des Localvereins die Anwesenden. Dann sprachen der amerikanische Bischof Deane aus Albany, der Oberpriester Wassilew aus Petersburg, Professor Holtzmann aus Heidelberg Namens des Protestantenvereins, Abbe Michaud aus Paris, der anglikanische Pfarrer Heidenheim aus Zürich, der Landammann Keller aus Aarau und der Bischof Reinkens. Letzterer wurde mit Beifall empfangen. Die heutige erste Delegirten- Versammlung war stark besucht. Den Vorsitz führte Professor Schulte, als seine Stellvertreter fungirten Professor Cornelius und Landammann Keller. Professor Schulte gab einen Rückblick auf die Altkatholikenbewegung des verstossenen Jahres und machte Mittheilungen über die mit der preußischen Regierung gepflogenen Verhandlungen, welche der Bischofswahl vorangegangen seien. Er versicherte, daß keine politischen Abmachungen stattgefunden hätten. Die leitenden Personen hätten die An-
Bischofs als gerechte Forderung der deutschen Altkatholiken anerkannt und sähen die Sache derselben als Angelegenheit der Cultur an. N. grants. Presse.
Kempten, 10. Sept. Gestern hat vor dem hiesigen Stadt- und Landgericht bie erste Civillrauung in hiesiger Gemeinde stattgefunden. Das Paar gehörte der freireligiösen Gemeinde an.
— München, 10. Sept. Die Nachricht von neuerdings angeordneten Recherchen über klösterliche Orden wird jetzt auch von Landshut aus bestätigt. Dort wurde, dem „Korr. v. u. f. D." zufolge, in der letzten Magistratssitzung eröffnet, daß mit Regierungsentschließung vom 1. September angeordnet wurde, die Statuten und beziehungsweise Regeln der Ursulinerinnen, Zisterzienserinnen, Franziskaner und der marianischen Kongregation einzusenden und hierbei über die Wirksamkeit der verschiedenen Orden resp, über ihre Niederlassung, sowie über die Verwandtschaft der einzelnen mit dem Orden der Jesuiten sich zu äußern. Ebenso, daß mit Regierungsentschließung vom 21. August die Namen der zur Zeit noch in Altötting, Gars, Helden- stejn, Mariadorfen, Vilsbiburg, Niederachdorf und Fahrbruck befindlichen Redemptoristen mit dem Auftrage mitgetheilt wurden, zu überwachen, daß keiner derselben im Amtsbezirke eine Ordensthätigkeit ausübe, insbesondere nicht in Kirche und Schule.
— Mü nch en, 11. Sept. Nach soeben eingetroffener Nachricht begnadigte der Czar auf Verwendung des Prinzen Leopold den nach Sibirien verbannten Dr. Pichler. — Das, katholische Schullehrer-Seminar zu Bamberg ist in eine confessionell gemischte Lehrerbildungsanstalt verwandelt. Die protestantischen Schulamtszöglinge aus Oberfranken sind dem Bamberger Seminar zugetheilt.
— Die „Civiltâ Cattolica" entwirft das Zukunftsprogramm der französischen Politik. Was das Jesuitenblatt sagt, ist interessant nicht durch seine Neuheit, sondern durch seine Unumwun- denheit. In Bezug auf die innere Politik, heißt es, steht Frankreich vor der Alternative: entweder legitime Monarchie in ihrer ganzen Ursprünglichkeit, Wahrheit und mit allen logischen Konsequenzen, oder der Abgrund, entweder Rettung durch seinen König, oder das Loos von Polen und Spanien. Die „Civiltâ," glaubt, daß mindestens zwei Drittel der Franzosen von der Unvermeidlichkeit dieser Alternative durchdrungen seien. Nach außen hin aber kann Frankreich nur dann etwas bedeuten, wenn es sich als vorsichtige, aber unversöhnliche Feindin der beiden Staaten gebahrt, die ihren Uebermuth auf Frankreichs Sturz begründet haben und die eigene Stellung nur von Frankreichs Untergang hoffen können. Frankreichs Politik wird entweder ein Ding des Spottes, oder eine beständige Vorbereitung zum Kriege gegen Preußen und das Königreich Italien sein. Wunderbare Fügung der Vorsehung! Die beiden Staaten, welche am meisten darauf ausgehen, die Existenz und Blüthe Frankreichs zu vernichten sind dieselben, welche den wüthendsten Krieg gegen die katholische Kirche führen. Das deutsche Kaiserreich hat die verrückte Idee gefaßt, den Katholicismus zu vertilgen und das Papstthum mit Hilfe Italiens abzuschaffen. Und da diese Absicht an Frankreich das größte Hinderniß findet, so lassen sie an diesem Lande die Wuth aus, die in ihrem Herzen gegen dre Kirche kocht und siedet. Je mehr also Frankreich auf den günsn- gen Moment zu warten versteht und je eifriger es die katholische Sache verficht, um so sicherer kann es sein, dereinst den deutschen Koloß zertrümmert zu seinen Füßen liegen zu sehen. Die „Cr- viltâ." deutet aus ein Bündniß mit Rußland hm und schließt den Artikel mit den Worten: Das edle Frankreich hat emstwer- len nur daran zu denken, sich moralisch, politisch und militärisch für die Ereignisse vorzubereiten, welche die Zukunft ihm vorbe-