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worden, es wolle diese Werke erhalten, da es die Absicht habe, später die Terrains, auf welchen sie erbaut sind, käuflich an sich zu bringen.
— Der Londoner „Daily Telegraph" erklärt nun selbst, falsch berichtet gewesen zu sein, als er die beunruhigenden Gerüchte über das Verhältniß Deutschlands zu Frankreich brächte. Unschuldig ist er deshalb nicht. Niemand wird ihm glauben, daß er fast eine Woche lang derartige Gerüchte ausgesprengt habe, ohne zu wissen, aus welcher Quelle sie stammen. Ein Blatt wie der „Daily Telegraph", der noch dazu mit Gladstone in Verbindung zu stehen behauptet, darf keine andere Nachrichten aufnehmen und „feierlich verbürgen", wie er dies gethan, wenn die Quelle nicht ganz sicher und sauber ist. Hier liegt ein wirklicher Mißbrauch der Presse vor und es wäre wichtig, zu erfahren, von wem die Allarm-Gerüchte ausgegangen sind. Hier und anderswo behaupiet man, das Haus Rothschild stehe diesen Manövern nicht fern, es wolle preußische
und französische Papiere drücken, um Abnehmer für die neue Russische Anleihe zu finden, die es „emittirt." Das wäre eine Schmach, und, wie gesagt, der augenscheinliche Nachweis solcher Sünden würde von großem Vortheil für die Gesammtheit fein. Uebrigens ist das leichtgläubige Publikum nun gewarnt und wird hoffentlich nicht wieder in eine ähnliche plumpe Falle gehen. cTrib.)
— Die „Rufs. Welt" zieht eine Parallele zwischen den Kosten der russischen und deutschen Armee nach dem KriegSstandc der
Truppen und bringt danach folgende Zahlen: in Rußland:
Das Militair-Reffort kostet 181,500,000 Rub.
Das Heer beträgt Mann 1,173,879
Demnach kommen pro Mann 154 R. 60 K.
in Deutschland: 90,375,000 Rhlr. 1,152,000
78 Thlr. oder 84 R. 80 K.
der bei
Verzeichnis
dem vereinigten evangelischen Waisenhause dahier vom
Folglich kommt der deutsche Soldat fast um die Hälfte billiger zu stehen.
1872.
A. An Gelb.
Liebesgaben.
5. Januar bis 13. April 1872 eingegangenen
Januar
5. Von Herrn Weißbinder I. Förster basier
st. kr. hlr.
5.
Februar 29.
März
16.
20.
Ihrer Hoheit der Frau Herzogin Marie von Sachsen-Meiningen und Hildburghausen, geb. Prinzessin von Hessen zu Meiningen, das gewöhnliche gnädigste Geschenk pro 1872 mit Königl. Amtsgericht, Abthl, 111., hier in der Prozeßsache in Sachen: Heilmann c. Langer....... Frau W. W. bei Vermiethung eines Logis...........
fl.
Vermiethung einer Wohnung von C.
H. L. am 4. Januar" .....—
12) in einem desgl. mit der Inschrift: „Miethvertrag H. und E. den 13.
Januar" .......... —
kr. hlr.
18 —
15--
2 3-
— 24 —
April
13.
a. in
C. Graebe in Frankfurt a. M. den
Ueberschuß von dem für 1 Inserat bezahlten Betrag mit.....1 — 2
Bei heutigerAusleerungder
Opfer stö ck e fand sich vor: den beiden Opferstöcken im Waisen-
Hause:
1) in einem Papierchen mit der Inschrift: „Bitte das 373. Lied singen zu lassen."
2) in einem desgl. mit der Inschrift: „Bitte das Lied „Eine feste Burg rc. singen zu lassen..........
3) in einem desgl. mit d«>r Bitte: Aus dem ref. Gesangbuch die 2 Lieder 389 und
- 36 —
2 30 —
13) in einem desgl. mit Inschrift: „Bei Vermiethung einer Wohnung am 1. Januar 1872" ........
14) in einem desgl.........
15) in einem desgl.........
16) in einem desgl- mit der Inschrift: „Von einer armen Wittwe mit der Bitte, das Lied „Nun danket alle Gott rc." singen zu lassen"..........
17) in einem Couvert mit der Aufschrift: „Bitte auf den 19. Februar das Lied „Wer nur den lieben Gott läßt walten rc." singen zu lassen" . . . .
18) in einem deSgl.........
19) in einem desgl.........
20) bloß gelegen.........
b. im Opferstock u n ter ’m Thurm der Johanneskirche: bloß gelegen.........
18 —
12 -
4 —
4 —
— 12 —
1
8
1
45 —
4 2
3 —
18 —
41 3
525 singen zu lassen......— 24 —
4) in einem desgl. mit der Aufschrift: „Verschmähtes Trinkgeld"......— 36 —
5) in einem Couvert mit der Inschrift: „Bei Vermiethung einer Wohnung von
H. Wwe. und F. den 30. Jan. 1872" — 24 —
6) in einem desgl. mit der Inschrift: „Ein Versprechen 30 kr. für die Kinder mit der Bitte, das Lied „Ich habe Gott mir ernstlich vorgenommen rc." singen zu lassen"..........
7) in einem deSgl. mit der Inschrift: „Man bittet das Lied zu singen „Wer nur den lieben Gott läßt walten" den 1. Februar 1872"........
8) in einem Papierchen mit der Inschrift: „Bei Vermiethung einer Wohnung den 10. März 1872".......
9) in einem desgl. mit der Inschrift: „Am 18. Januar bei Vermiethung einer Wohnung, Langgasse 50, für die armen Waisen"..........
10) in einem desgl. mit der Inschrift: „Für die Waisen 30 kr. mit der Bitte das
— 30 —
— 30 —
6 —
18 —
Lied „Nun danket alle Gott rc." singen zu lassen H. R.".......— 30 —
Sanitär
27. Von
27.
Febr.
März
April
einem
3.
20.
28.
22.
29.
8.
8.
Summa fl. 38 51 3 oder 22 Thlr. 6 Sgr. 3 Hlr.
» An Lebensmitteln re.
i Herrn Bäckermeister Mangelmann zu Groß- auheim 80Brödchen und 2 fl. zur Verwendung für die Kinder.
Frau Wagner hier 1 Mäntelchen, 1 Häubchen und 1 Paar Schuhe für eine Puvpe.
Frau Geibel hier 1 Dutzend Kaffeetassen.
Frau HeräuS hier 1 Arbeitsmähnchen.
Frau J. Waltz hier 1 Kaffee- und eine Milchkanne.
Herrn Bierbrauermeister Nikolah hier 43,7 Liter Bier.
verschiedenen Damen hier 159 etüd gefärbte Ostereier.
Herrn Justus Scharneck aus Genf (ehemaliger Waisenzöglinz) 7 fl. zur Verwendung für die Kinder.
Herrn Bäckermeister Georg Weidert hier 129 Stück Milchbrödchen.
Nachträglich wird noch eines unterm 17. Mai v. I. von Ungenannten dahicr eingegangenen Geschenkes von Einem
Thlr, erwähnt, welches aus Veranlassung der Niederwerfung der Ventäme-Säule in Paris für ein Waisenkind, welches sich durch i gutes Betragen ausz-ichnet, bestimmt und der Bestimmung ge-
11) in einem desgl. mit der Inschrift: „Bei s mäß verwendet worden ist.
Vorstehende Gaben der Menschenfreundlichkeit werden hiermit unter bester Danksagung öffentlich bekannt gemacht.
Hanau am 17. April 1872. Königl. Waisenhaus-Borsteheramt
S chrö t f e r. Merz. Iunghenn. Fuchs.
Döring.
vt. Reuter.
Gedruckt und verlegt in der Buchdruckers' ves vereinigten evangel. Wais-vbauses.
Hierzu die Nr. 17 der Provinzial-Correspondenz als Beilage.