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C£nber Waisenhaus-BuÄhanblnng sind stets <3 Ab- & ZugarrflS-Anmeldungen, zum Preise von 3 Pfennige für 2 Stück vorräthig.

Französische

Pofi- Deklaratioueu, sind zu haben in der Waisenhaus Buchdrucke- rei zu Hanau.

Geld - Cour se. i vom 2. Februar.) Preußische Kassenscheine . . fl. 1. 45'4 Friedrtchsd'or . . 9. 57 '453% Pistolen ....... 9. 40-42 (Doppelte) . . . 9. 4042 Holländische fl. 10 Stücke . . fl. 9. 5355 Dukaten ....... 5.31-33 Napoleonsd'orr . . . , . 9. 18/219'4 Sovereigns...... 11. 40 - 47 Jmperiales....... 9. 4042 Gold per Pfund fein ... Dollar in Gold..... 2. 2526

Tarife.

Telegraphische Depeschen.

I. Im Jnternen-Verkehr. (Norddeutscher Bund.)

1. Zone (bis zu 18 Meilen) . . . 5 Sgr. 2. ( 52 ) / ... 10 , 3. (darüberhinaus b. z.ausl.Grenze) 15

II. Im Vercins-Äcrkehr.

(Deutsch-Oesterr. Telegraphen-Verein) bis zu 8 Tax-Quadrate 8 Sgr. über 8 16

Berlin, 29. Jan. General-Postdirector Stephan hat die Leistungen der norddeutschen Feldpost in dem Kriege von 1870 bis 1871 zum Gegenstände einer von ihm vertheilten Denkschrift gemacht. Diese Schrift, in kurze Capitel gesondert, gibt ein lebhaf­tes Bild von den außerordentlichen Leistungen der geschilderten wich­tigen Organisation. Sie vergleicht z. B. 187071, so weit Material dafür vorliegt, mit 1866 und findet so, daß die Zahl der täglich an die Armee beförderten Briefe von 2030,000 auf 200,000 Stück, die Summe der während eines vierwöchentlichen Zeitraums beförderten Privatpäckereien von 38,000 auf 610,000 gewachsen ist. Mag man hierbei den Einfluß der rauhen Jahres­zeit und in beiden Fälleu die vermehrte Truppenstärke noch so hoch anschlagen, so bleibt immer ein ganz außerordentlicher Fortschritt in den Ansprüchen wie in den Leistungen übrig. An Briefen und Correspondenzkarten hat die Feldpost bis zum 31. März 187^ die ungeheure Zahl von mehr als 90 Millionen Stück befördert, an Geld zur Armee dienstlich 43 Millionen und privatim beinahe 17 Millionen. Die Summe der an die Truppen gesandten Privatpa- ketc betrug 1,853,686 Stück. Durchschnittlich hat also jeder Mann dieses gewaltigen Heeres fast zwei Pakete und 7080 Briefe er­halten, während täglich jedem sechsten oder siebenten Mann im Durchschnitt ein Bries zugegangen ist. Aber selbst die französischen Kriegsgefangenen haben die Arbeit der Postvepwaltung sehr erheb­lich vermehrt; sind ihnen doch allein an Geld aus Frankreich in kleinen Einzelbeträgen über 5 Millionen Franken zugegangen. Die Denkschrift ist nicht ohne Nutzanwendungen aus der reichhaltigen Erfahrung dieses großen und scenenreichen Krieges. Mehrere der­selben wenden sich an die militärischen Behörden, wo sie ohne Zwei­fel einer entsprechenden Würdigung sicber sind, andere betreffen das Postwesen selbst. Zu den letzteren gehört u. A., daß den Feldposten künftig Wagen beigegeben werden sollen, in denen sich während des Fahrens arbeiten läßt, a'so nach Art der Eisenbahnpostwaggons, so wie daß Briefe über 4 Loth Gewicht zuzulassen sich wiederholt un­durchführbar erwiesen hat, weil die rücksichtslose Ausnutzung solcher Freiheit zum Zwecke der Einlegung von allerhand Nahrungs- und Genußmitteln sofort alle Schranken überschreitet und der Feldpost Unerfüllbares zumuthet.

Berlin, 31. Jan. DerReichs-Anzeiger" publicirt das Gesetz, betreffend die Einführung des das Reichskriegswesen beteffenden Artikels der Reichsverfassung, so wie die Bestimmungen

des .Reichsgesetzes über die Verpflichtung zum Kriegsdienste in Elsaß Lothringen. Dasselbe findet auf Elsaß-Lothringer, welche vor 1851 geboren sind, keine Anwendung.

DieDeutsche Zeitung" in Wien, ein neues, Vorzugs weise den deutschen Interessen gewidmetes Blatt, läßt sich aus Kon stantinopel schreiben, daß die Allianz zwischen der Türkei und Ruß land so gut wie fertig sei. Wir sprachen schon früher einmal übei die Möglichkeit der Versöhnung dieser beiden alten Feinde. Wahr scheinlich ist sie nicht. Die Oesterreicher meinen, eine solche Allianz könne nur gegen Oesterreich gerichtet sein. Darin haben sie and | Recht. Die Türkei wäre aber ebenfalls verloren, wenn sie eine si gefährliche Allianz einginge. Deshalb hat die Sache wohl nod gute Wege. Wir kommen aber auf dieselbe zurück, wenn sie wirk lich Gestalt annimmt.

Paris, 31. Jan. Die französische Kammer ist für di Idee, durch eine allgemeine Subscription die Mlliardcn zur Be | freiung der noch besetzten Departements zusammenzubringen, nich ! sehr eingenommen. Wie der pariser Specialberichterstatter der Time» schreibt, haben die Präfeeten Weisung empfangen, keinen Antheil ai jener Bewegung zu nehmen, weil die Regierung fürchte, daß di Subscription, welche doch nur ein unbedeutendes Ergebniß Habei könne, in ihren Folgen die zur Befreiung des besetzten Gebietet nothwendigen financiellen Operationen nur erschweren würde.

In Paris spricht man wieder viel von der sogenannte) Fusion, d. h. von einer politischen Verschmelzung der Orleanistei und Legitimisten. Es wurde sogar versichert, der Graf von Parn sei nach Frohsdorf gereist, um die näheren Bedingungen des Paktes mit dem Grafen von Chambord zu besprechen. Wir halten ein solche Fusion nicht für absolut unmöglich. Bis jetzt stehen ihr abe so viele Hindernisse entgegen, daß noch immer mit Recht an ihrer Zustandekommen gezweifelt werden kann. Die Mehrzahl der Oi leaniften ist konstitutionell gesinnt, will also von dem patriarchalisch klerikalen weißen Banner des Grafen Chambord nichts wissen un fürchtet, daß die Orleanisten sich bei den Bürgern und Bauern kon promittiren könnten, wenn sie sich den Legitimisten anschließen. Käm in der Tbat ein Bündniß der älteren und der jüngeren bourbon schen Linie zu Stande, so wäre allerdings der^Sturz der Republ sicher, aber auch die Kluft zwischen Regierung und Volk und dam die Gefahr neuer Revolutionen vergrößert. cTriv.)

Aas

In Eure Händ', die fleißig-frommen, In Eure Herzen sei's genommen, Ihr lieben edlen deutschen Frauen, Am Sieges-Denkmal mitzubauen. Daß es mit hehrem Angesichte, Zum Zeugniß deutschem Heldenmuthe, Zur Weihe dem vergoss'neu Blute, Den Blick auf jenen Bergsaum richte, Der, vom Vogesenwald u.nkränzt, Das neue Reich uns alt begränzt. In Eure Hände, wie die Wunden, Die blutenden, sie lind verbunden, Au Eure Herzen, die Ihr heget Der Zukunft Saat uns, sei's geleget, Daß an dem heil'gen deutschen Strome, In seiner Wogen Silberspiegel, Aus Waldgeheg' und Rebenhügel,

Sieges-Denkrnat auf dem Niederwald.

An die deutschen Frauen.

(Aus derKölnischen Zeitung ") Im Bund mit Kölns und Straßburgs Dome, Von Deutschlands Kaiseraar umschwebt, Die dritte Warte sich erhebt.

Gott, der den Sieg uns gab, zumPreise, Ein Ehrendank dem Heldengreise Und D utschlands tapfern Rheineswächtern, Zur Mahnung künftigen Geschlechtern, Zur Warnung, daß der Feind sich hüte, Beschwornem Pacte abzusagen, Soll hoch am Niederwald sie ragen, Der deutschen Ruhmes Sonnenblüthe, Und wo die Wacht begann am Rhein, Auch unsres Sieges Malstein sein.

So helfet uns denn, deutsche Frauen, An Deutschlands Ehrentempel bauen; Streut, wie nur Ihr es könnt, die Maaten, Daß sie zum Fruchtfeld uns gerathen,

Den Segen Eurer Hand zu bringen; Dann, wallt Ihr an des Rheins Gestade In Lust und Lenz die blum'gen Pfade, Wird's dankend auf Euch niederklingen, Wie einst im heil'gen Sonnengruß Des Memnon Bild am Mutterkuß.

Und abendlicher Feenreigen,

Und Elfen, die im Tanz sich neigen, Und aus des Flusses tiefsten Gründen Ein jubelnd Singen, jauchzend Künden: Euch, deutsche Frau'n, Euch ist's gelungen Den teichsten Hort habt Ihr gehoben, Versenkt von Hagen's wilden Toben Den güldnen Schatz der Niebelungen; Der Zauber, den kein Mann bestand, Ward frei, gelöst durch Frauenhand!"

Haus Koester.

Gedruckt und verteilt in der Buchdruckerei des »ereintgten evangel. Waiierchouses.

Hierzu die Nr- 5 der ^roviuzial Correspondenz als Beilage.