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Unsere Heimat
Nr. 48
feierte er .daselbst seine Hochzeit mit Anna Regina Tisner, der nachgelassenen Tochter des Heidelberger Pfarrers Johannes Lisnerus. Die Zeit des Rektorats Lcheuermanns ist nur von kurzer Dauer gewesen, denn sie hat wahrscheinlich noch im Jahre 1635 ihr Ende gefunden.
Aus späterer Zeit findet sich! noch, über Rektor Steuermann berichtet, daß er im Jahre 1655 eine zweite Ehe geschlossen hat. Wo er damals gelebt hat und wann und wie er sein Seken beschlossen hat, hören wir nicht.
52. Rektor Heinrich Appelius. 1658:1682
Heinrich Appelius ist wohl als Sohn des Inspektors Johannes Appelius in Steinau a. d. Strafe geboren. Er hat in den Jahren 1624 bis 1628 das Gymnasium zu Schlüchtern besucht und widmete fit dann dem Studium der Theologie.
Zum Pfarrer ordiniert verwaltete Heinrich Rp= pelius vom Jahre 1653 an das Pfarramt in Gund- Helm, zu dem damals GberKalbach als Filial gehörte, bis er im Jahre 1658 vom Grafen Friedrich Kasimir von Hanau mit der Leitung des wieder zu eröffnenden Gymnasiums zu Schlüchtern betraut wurde. Als Prorektor, wie er sich selbst in seiner neuen Stellung zu nennen pflegte, leitete er diese gelehrte Schule zunächst mit Hilfe nur eines Lehrers, des Praeceptors und Kantors Johann Georg Diener.
Erst im Jahre 1675 erhielt er in dem Konrektor Tyriax Tramer, einen humanistisch gebildeten Lehrer, zur weiteren Hilfe.
Im Jahre 1682 übernahm Rektor Appelius das Pfarramt in Hintersteinau, das er bis zu feinem am 13. Juli 1685 erfolgten Tode verwaltet hat.
53. Johann Georg Diener (Dinerus,) Kantor und Kloster-Praeceptor. 1855.1682.
I. G. Diener über dessen Herkunft und Bildungsgang bis jetzt nichts sicheres bekannt ist, wurde im Jahre 1655, als das Schlüchterner Gymnasium wieder eröffnet wurde, Lehrer seiner Esuarta. Seiner Ehe mit einer Tochter des im Jahre 1647 verstorbenen Kellers Eberhard Heymel im Frankensteinischen Hofe zu Oppenheim entsprossen drei Söhne.
Bei einem dieser Söhne namens Johann Heinrich war Rektor Heinrich Appelius Taufpate. Ein anderer namens Johannes war in späterer Zeit Schankwirt. Ein dritter Sohn Johann Thristoph, den der Klosterkeller Joh. Christoph Lotichius zu Schlüchtern am 10. April 1556 aus der Taufe gehoben hatte, machte seinem Dater große Sorge. Er geriet im Jahre 1677 in den schlimmen Verdacht, eine verheiratete Frau, mit der er ein Liebesverhältnis unterhalten hatte, zu dem von ihr unternommenen Versuch! überredet zu haben, ihren Mann mit einem aus zerdrüch- ten Kreuzspinnen zubereiteten Trank aus dem Weg zu räumen. Tr wurde deshalb verhaftet und im Machthause des Untertors gefangen gesetzt, um am folgenden Tag auf Geheiß des gräflich hanauischen Zentgrafen und Klosterkellers Balthasar Schütz! zu Schlüchtern durch „Meister Hans den Scharpfrichter" aus Steinau terrirt, das heißt vermittelst der Daumenschraube oder eines andern derartigen Werkzeugs zum Geständnis seiner Tat gebracht zu werden. ; Doch in der Nacht vor diesem peinlichen Verhör gelang es ihm, trotz seiner Bewachung durchs 2 Mann, aus dem Gefängnis auszubrechen und zu entkommen.
Sein Vater Kantor Diener kam in den Verdacht, ihm bei seiner Flucht behilflich gewesen zu sein. Dieser verteidigte fit aber gegen eine solche Veschul- digung „mit vielen Worten", wie es in dem betr. Protokoll heißt, und anfteinenb mit Erfolg.
Kantor Diener wird im Jahre 1682 not urkundlich erwähnt. Nicht lange nachher wird er gestorben sein.
54. Konrektor Cyriacus Gramer aus Windecken. 1675 :1682.
T. Tramer war der S<tn des hanauischen Kellers Konrad Tramer zu Windecken. Er war zunächst Praeceptor am Gymnasium zu Hanau und wurde um das Jahr 1675 als Konrektor an das Gymnasium zu Schüttern berufen.
Er scheint um das Jahr 1686 herum gestorben zu sein. 55. Rektor Johann Valentin Kersten aus Hom- berg in der Landgrafschaft Hessen. 1688:1689.
Ueber die Zeit der Geburt und ber SchulaUsbil- bung Kerstens fehlen Nach!richten. Auch! über den Grt seines Studiums der Theologie sind wir nicht unterrichtet. Er wurde um das Jahr 1688? von hom- berg, wo er wohl schon im Schuldienst gestanden haben wird, nach Schlüchtern an die Spitze des Gymnasiums berufen. Unter seiner Leitung scheint der Lehrbetrieb amGymnasiumbedenklich gelitten zuhaben.
Rektor Kersten wurde im Jahre 1689 zum Pfarrer ist Marjoß ernannt. Von dort wurde er am 22. Februar 1698 als Pfarrer nach GberKalbach! versetzt, wo er im Jahre 1705 gestorben zu sein scheint.
56. Konrektor . . . Staffelius aus? 1682.
Im Jahre 1682 wird urkundlich! ein Konrektor des Schlüchterner Gymnasiums namens Staffelius ge- Uannt. Woher dieser Konrektor Staffel gestammt hat und wie lange er in Schlüchtern in seinem Schul- amt tätig gewesen ist, erfahren wir nicht.
Es steht nur fest, daß er im Jahre 1694 nicht mehr am Leben gewesen ist, denn seine Witwe Thri- stine Staffelius ist am 19. Oktober dieses Jahres, wie dem Hintersteinauer Kirch!snbuche zu entnehmen ist, mit dem Schulteißen Max Köhler von Rein= hards eine zweite Ehe eingegangen.
57. Johann Heinrich Bürger. Paedagogiarcha (Erziehungsvorsteher). 1689:1691.
I. Q. Bürger ist in Kilianstädten bei Hanau geboren worden. Ueber die Art seiner Ausbildung zum Lehrer ist nichts bekannt. Er wurde 1689 von Mannheim, wo er die Stelle eines Rektors bekleidete, an das Gymnasium zu Schlüchtern berufen. Bereits nach zwei Jahren (1691) erhielt er den Ruf, die Leitung des Gymnasiums zu Bremen zu übernehmen, dem er Folge leistete. Weiteres von seinem Leben ist nicht bekannt.
58. Praeceptor Johann Benjaminin Schaffnicht aus Zweibrücken. 1690:1695.
I. B. Schaffnicht kam 1690 von Hintersteinau, wo er seit dem Ende des Jahres 1688 als Verweser des Pfarramts gewirkt hätte, als zweiter Pfarrer nach Schlüchtern und übernahm als solcher eine Lehrer- ftelle a m Gymnasium daselbst.
Er ist am 21. Januar 1695 im Alter von 31 Jahren in Schlüchtern gestorben.
Pfarrer Schaffnicht war seit dem 12. Febc. 1689 «mit Margarete Philippine Schütz, der Tochter des Sentgrafen und Klosterkellers Balthasar Schütz! in Schlüchtern, verheiratet. (Fortsetzung folgt)