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Unsere Heimat

Nr. 46/47

41. Präzeptor Johannes Bufius aus? 1621.

3n einer alten, die Geschichte des Gymnasiums zu Schlüchtern betreffenden Aufzeichnung, deren unbe­kannter Autor offenbar ein wissenschaftlich gebildeter Mann gewesen ist, findet sich unter Rr. 3 einer Liste der Vorsteher dieser gelehrten Schule folgender Ein­trag:

„M. Pankratius Nullmannus Niddanus 1581 d. 3. Febr. celebravit nuptias [feierte hochzeits 1633 mortuus [gestorben] in Alten-h!aßelau. Nebst diesem a) Wernerus Schaefferus, b) Johannes hopfms E)ei= delbergensis, c) Alsmannus, Busius."

Danach darf angenommen werden, daß etwa gleich- zeitig mit dem Präzeptor Jodocus Alsmann (40) auch ein solcher Namens Bus(ius) in Schlüchtern als Lehrer der jüngsten Knaben tätig gewesen sei. Dieser Präzeptor Bus könnte aus Schlüchtern gestammt ha­ben, wo bereits im Jahre 1575 ein Hutmacher Simon Bus gelebt hat und wo fi^ auch noch in späterer Zeit ein Konrab Bernhard Bus und einige andere Einwohner des Namens Bus als Natspersonen be­zeugt finden.

Im Jahre 1634 hat in Steinau ein Diakon Jo­hann Georg Bujius als Pfarrer gestanden. Db er

mit dem Präzeptor Busius zu Schlüchtern identisch [ber gleiches gewesen ist, läßt sich nicht mit Sicher­heit feststellen.

42. Präzeptor Theodorus Pharetraeus Aköcher. 1623 : 1629.

T. p. Aköcher, der Sohn des Superintendenten von Greiz (Vogtland) Gtto Aköcher, kam am 29. Januar '1623 aus der Pfalz, in die er der Religion wegen ausgewandert war, nach Schlüchtern.

Er unterrichtete im Jahre 1623 nur kurze Zeit in der untersten Klasse des Gymnasiums in Schlüchtern und starb daselbst bereits am 2. Mai 1623 unter Hinterlassung eines Söhnleins.

43. Konrektor Johann Friedrich Schlemmer.

1621 : 1628.

I. $. Schlemmer ist in Hochstadt, wo sein Vater Leonhard Schlemmer Pfarrer war, geboren.

Er war in der Zeit von 1621—1628 Konrektor und Lehrer der Sekunda des Gymnasiums zu Schlüch­tern. Außerdem gab er Unterricht im Gesang und lei­tete bei festlichen Gelegenheiten den aus den Schü­lern des Gymnasiums bestehenden Gesangschor.

Später bekleidete I. $. Schlemmer ein Pfarramt in Hanau. Als Pfarrer ist er daselbst 1656 gestorben.

(Fortsetzung folgt)

Man muß nur in die Fremde gehen, um das Gute kennenzulernen, was man zu Hause besitzt. Goethe * Und dennoch ist's das echte, das bleibende Dolh, das rechte, das auf der Lcholl erblaßt, auf der es ward geboren, das Schifflein geht verloren, des Anker diesen Grund nicht faßt. G. Keller * Nichts ist zarter als die Vergangenheit; rühre sie an wie ein glühend Lisen: denn sie wird dir sogleich beweisen, du lebst auch in heißer Zeit. Goethe * Nach der Arbeit wüßt' ich nichts Angenehmeres, als mich des vergangenen zu erinnern. Goethe *

Was

gibt ’ s Neues daheim ?

as Heimatblatt hat nicht, wie wohl mancher in der Fremde, die Absicht, bitteres Erleben und trübe Tage „denen daheim" vor allem ju schildern. Doch dürfte es nach [o langem Schweigen vom , Neuen daheim" an der Zeit sein, wenigstens einen schnellen Blick aus die in der Heimat durchlebten Sommermonate zu werfen. Wir sind es unseren vie­len Lesern in Heimatferne, die keine Briefe mehr von daheim erhalten, schuldig. Nur laßt midp schweigen vom politischen Hader, auch- von der Not, die sich Heimatgenossen selbst bereiteten, und der Aufzählung der wankenden und zusammengebrochenen Häuser. Es war von jeher guter Brauch, den Inhalt von „Unsere Heimat" so zu gestalten, daß sich alle Freunde der Heimatgemeinschaft und unseres Bergwinkels nah und fern um ihn sammeln konnten, ohne sich vom Mei­nungsstreit der Gegenwart berührt zu fühlen. Es gibt ja doch, trotz allen betrübenden Zwists in dieser Zeit, ein Gemeinsames: Das ist die Heimat selbst. Und wenn man einmal Aug' in Aug' dem „anderen" gegen­über steht und der die harte Ansichts- und Kampfs rüftung einen Augenblick ablegt, dann kommt heute wie immer der Mensch zum Vorschein, verzagt trotz aller zur Schau getragenen Streitlust oder lebens- bungrig und verlangend nad/ ein wenig Frieden und Freude trotz aller Ergebung in das dunkle Schicksal,

bas über uns schwebt, der Mensch!, gütig und freund­lich, willig und mitteilsam trotz aller abweisenden (bebärben. Auch ist es, obwohl „päffer und Salz" im Heimatblatte auch- zu Zeiten auf den Tisch kam, nie Brauch gewesen, diese Würzen in offene Wunden zu streuen. Und dabei soll es bleiben.

Ehe wir nun nach altem Brauch wie ein richtig­gehender Besuch vom Lande in einleitenden Sätzen von Befinden und Wetter, Saat und Ernte beginnen müssen, kann ich, ungehemmt durch! irgendein Beden- ken, diesmal alle Register für ein Lob- und Danklied ziehen. Es war auch daheim ein Sommer, an dem nicht nur die Dichter, sondern auch die Bauern eine helle Freude hatten. Selbst die Tage über 30 Grad im Schatten wurden angesichts ber vortrefflichen Ernte, die auf den Feldern reifte, ohne Murren er­tragen ; denn die liebe Sonne hat hierzulande bas mit -dem bekannten Zwiebelchen gemein, daß sie nichts verdirbt, wenn's sie es nicht gar zu gut meint. Und Heuer hat sie mit einer Weisheit geherrscht, daß jeder Staatsmann von ihr hätte lernen können. Das Aller« schönste aber war, daß alles, Heu und Grummet, Ge- treide und Kartoffeln in bester Beschaffenheit auch gut geborgen werden konnte. Nun sind Böden und Keller gefüllt, und über den Ausfall an Gbst trösten den Genügsamen und guten Haushalter neben