Unsere Heimat
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seinen Kollegen an der Schule nicht vertragen, verstand es nicht, bei den Schülern die nötige Disziplin aufrecht zu erhalten und verleidete nicht wenigen non ihnen das Lernen dadurch, daß es ifym an dem richtigen Augenmaß für die geistige Reife und die Leistungsfähigkeit seiner Schüler gemangelt zu haben scheint. Die Folge davon war eine starke Abnahme der Leistungen der Schüler des Gymnasiums in wissenschaftlicher Beziehung.
Dies mag den Grafen Philipp Ludwig II. von Hanau hauptsächlich veranlaßt haben, im Jahre 1611 den bewährten früheren Rehtor der Schule, den Magister pankratius Nullmann nach Schlüchtern zurück- zurufen und wieder mit ihrem Rektorat zu betrauen.
Ioh. Werner Scheffer blieb als Konrektor im Dienste der Schule. Als solcher lebte er nach eine Seit lang in Schlächtern im eignen Haus. Im August 1632 ist er dort gestorben und am 17. dieses Monats beerdigt worden.
36. Pankratius May(us) Kollaborator aus Schlüchtern. 1610:1635.
Pankratius May ist im Juli 1581 zu Schlüchtern als Sohn des dortigen Bürgers und späteren Schultheißen von Hintersteinau Albanus May und dessen Ehefrau Anna, einer geborenen Weitzel aus Schlächtern, geboren worden. Sein Taufpate war der Magister Pankratius Rullmann zu Schlüchtern, der ba= malige Rektor der Blosterschule. Die nötige Schulausbildung wird p. May als Stipendiat des Klosters in dessen Schule genossen und sodann dem theologischen Studium abgelegen fyaben. Um das Iahr 1610 kam er nach Vollendung seiner Studien als Pfarramts-Kandidat nach Schlüchtern zurücke und wurde daselbst zunächst Lehrer am Gymnasium. Tr muß sich dort bald verheiratet haben, wie der nachfolgende Eintrag in das Schlüchterner Kirchenbuch nachweist: „1611 den 27. Februar prnkratio Mayo ein Sohn getauft. Hat aus der Tauf gehoben Do- minius henricus Schoenbub. Das Kind Henricus Ab Kanus genannt."
Magister pankratius May wurde später Stadtpfarrer in Schlüchtern. AIs solcher ist er einige Tage vor dem 9. September 1635 im Alter von 54 Iah- ren an der Pest gestorben; in einer Seit, in der in Schlüchtern Krieg, Hunger und Seuche das Zepter geführt haben.
37. Praeceptor Johannes Hildsbrand. 1615:1617.
Ueber den Geburtsort, die Seit der Geburt und Sie Art der wissenschaftlichen Nusbildung des Ioh. Hildebrand fehlen Nachrichten. Hildebrand wird zum ersten Male im Iahre 1615 im Schlüchterner Kir- ch>enbuchi als Pate bei einer Taufe genannt. Am 9. Oktober 1616 ging er nach einem Kirchenbucheintrag mit Dorothea Fink, der Tochter des Klosterkellers Johann Fink zu Schlüchtern, die Ehe ein. Im Iahre 1617 wird Iohannes Hildebrand als praeceptor fcholae Solitariensis urkundlich. bezeichnet. Weiteres aus der Seit seiner Tätigkeit am Gymnasium zu Schlüchtern ist nicht bekannt. Hildebrand hat später eine Seit lang das Pfarramt zu Marjoß, danach, ein Pfarramt in Schlüchtern verwaltet und ist als Pfarrer zu Schlüchtern im Iahre 1620 verhältnis^ mäßig früh verstorben.
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38. Karl Schnabel (Snabelius) praeceptor classicus. 1614:1623.
Karl Schnabel, der Sohn des Pfarrers Konrad Schnabel zu Lich, ist in der Seit von 1614 bis 1623 als Praeceptor classicus sLehrer am Gymnasium) zu Schlüchtern urkundlich nachweisbar. Am 19. 12. A621 wurde er zum Koadjutor fGehilfenj im Minia- ferio [im Pfarramt] zu Schlüchtern ordiniert, wie Pfarrer Feylingius in seinem Kirchenbuch« mitteilt. Daß er verheiratet gewesen ist, bezeugt der nachfolgende Eintrag des zu jener Seit ebenfalls als Lehrer am Gymnasium wirkenden Pfarrers Pankratius May zu Schlüchtern: „1623 Mai 2 Spondet uxor Taroli Snabelii Tollegae mei." Zu deutsch: Ist Pate die Ehefrau meines Kollegen Carl Schnabel.
39. Johann Martin Textor, Praeceptor classicus. 1619 : 1621.
Ueber die Herkunft und die Ausbildung Johann Martin Textors fehlen Nachrichten. Nach einem Kirchenbucheintrag hat im Iahre 1621 ein Sohn von ihm namens Johann Friedrich! Textor als Pate bei einer Taufe gewirkt. Am 31. April desselben Iahrs ist ein weiterer Sohn von ^m im frühsten Kindesalter gestorben. I. M. Textor ist im Ja^re 1625 als Diakon in Steinau verschieden. Im Schläch- terner Kirchenbuch findet sich darüber folgender aus dem Lateinischen ins Deutsche übersetzter Eintrag: „Im Iahre 1625 am 11. Gctober ist in Steinau Herr Iohannes Martin Textor, Diakon daselbst, begraben worden, dessen Begräbnis in tlbwesrnh.it des Inspektors von mir [bem Pfarrer von Schlächtern) durch eine Rebe besorgt worden ist."
40. Kantor Iodocus Alsmann(us) 1606 :1635.
I. Aismann ist in Fellen bei Burgsinn, einem damals zum Amt Nie neck gehörenden Orte, geboren worden.
Sein Vater Claus Aismann bekleidete später die Stelle eines Hofmeisters auf dem Klostergute Linde n- berg bei Schlüchtern, wo er am 17. 9. 1625 als solcher gestorben ist. Nach einem Eintrag in das alte Schlüchterner Gerichtsbuch ist Iodocus Aismann am 11. März 1606 als neuer Bürger von Schlüchtern angenommen worden. Er wird daher nicht lang vorher den Dienst an der dortigen Schule angetreten haben. Um dieselbe Seit heiratete er die Witwe des im Iahre 1605 im Hochiwafser des Elmbachs ertrunkenen Diakons Iaachim Fabricius zu Schlüchtern.
Dieser Ehe entsprossen 1606 eine Tochter Marie und 1611 ein Sohn Pankratius spate Pankratius Nullmann, der als Rektor damals nach Schlüchtern zurückgekehrt war). Frau Aismann starb am 3. -April 1621. Bereits im nächsten Iahre, am 12. Juni 1622 ging Job. Aismann eine zweite Ehe mit Katharina, der Tochter des Schlüchterner Bürgers Peter Romeifer, ein. Dieser Ehe entsproß eine Tochter, die am 2. Mai 1623 auf den Namen Margarete getauft wurde.
Am 14. Mai 1635 starb Iodocus Aismann, „nachdem er 30 Iahre lang im Schulstaub geschwitzt hatte", wie es im Schlüchterner Kirchenbuch, heißt. Fast 3 Iahre später, am 31. März 1638, folgte ihm seine Witwe Katharina geb. Romeifer im Tode nach^
Iodocus Aismann ist Besitzer eines Hauses in Schlüchtern gewesen, das er bewohnt hat.