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Unsere Heimat

Nr. 46/47

Als Johannes Gchs am 3, Nov. 1594 Anna Rom= mel, die Tochter des verstorbenen Pfarrers Wilhelm Bommel zu Griesheim, einem in dem jetzigenDolks- staat Hessen - Darmstadt am Kleine gelegenen Orte, heiratete, war er bereits Pfarrer in Niederesbach jwohl dem heutigen oberhessischen Kirchdorfe Nieder­es chbach nordwestlich von Dübel.]

Zuletzt bekleidete er um 1600 das Pfarramt des Kirchspiels Mottgers in der oberen Grafschaft Hanau, in dessen Kirchdorf Mottgers er auch gestorben ist.

32. Kollaborator Martin Rücker aus Schtücy- lern. 1582 :1595.

Martin Nücker ist im Jahre 1561 zu Schlüchtern geboren, wo im Jahre 1571 noch, ein Bürger namens Llaß Rüget nachweisbar ist. Seine Schulausbildung wird er als Stipendiat in der Klosterschule zu Schläch­tern genossen haben. Nach bem Studium der Theolo­gie wurde er 1592 Diakon zu Schlüchtern und als solcher auch Lehrer an der Klosterschule daselbst. Nach­dem er 1595 wohl nur kurze Zeit dem Pfarrer in Windecken adjungiret szur Hilfe beigegeben war], muß er Pfarrer in Schlächtern geworden sein, als welcher er am 4. Mai 1613 im Alter von 42 Jahren gestor­ben ist. Seine Beerdigung fand 5 Tage später in Schlächtern statt. Der betr. Eintrag in das Kirchen­buch lautet:Den 4. Mai 1613 zwischen 10 und 11 Uhr ist von Gott abgefordert worden von dieser Welt in die himmlische Freude Herr Martinus Nücker ge­wesener Pfarrer der Kirchen Schlächtern, cum prae- fnisset active illi 19 annos et natus 42 annos [als er ihr 19 Jahre lang als diensttuender Pfarrer vorgestanden hatte und 42 Jahre alt] und den 5. Tag ehrlich zur Erden bestattet worden."

33. Kollaborator Martinus Feylingius aus

Schlüchtern. 1598 : 1602; 1620 : 1629 ?

Martin Fehlen wurde als Sohn des Bürgers Heinz Fehlen in Schlächtern geboren. Er erhielt seit 1584 els Klosterstipendiat seine Schulausbildung in der Schlüchterner Klosterschule, studierte dann von 1593 an aus der hohen Schule 3U Herborn Theologie und beendete dieses Studium daselbst Ende des Jahres 1596 mit einer öffentlichen Disputation. Anfang des Jahres 1597 nach Schlüchtern zurückgekehrt, wurde er im gerbst desselben Jahres zugleich mit Peter Hammann Lehrer an der dortigen Klosterschule. Um dieselbe Zeit hatte der bamalige Nektar dieser Schule, der Magister Pankratius Nullmann, Schlächtern ver­lassen und war nach Kassel übergesiedelt. Es scheint daher, daß Martinus Feylingius, wie er sich als ge­lehrter Mann nunmehr nannte, damals die Aufgabe zugefallen ist, die gelehrte Schule in Schlüchtern zu leiten und fortzufähren.

Im Jahre 1603 wurde Martinus Fehlingius in Hanau zum Pfarrer ordiniert unb zunächst als Dia­kon nach Steinau versetzt. Noch, in demselben Jahre erhielt er das Pfarramt in Gundb.äm. Nach, einer dreijährigen pfarramtlichen Tätigkeit daselbst wurde ihm das Pfarramt des Kirchspiels Llm-Kresstnbach übertragen mit dem Wohnsitz in Schlüchtern. Im Januar 1606 traf er mit seiner Familie in Schläch­tern ein und bezog das Amtb aus in der Pfarrggsse. In der schweren Zeit des dreißigjährigen Krieges war es M. Fehlingius beschieden, sich! noch einmal eine Zeit lang als Lehrer an der gelehrten Schule seiner

Vaterstadt zu betätigen. Am 3. Juli 1635 schrieb er in sein Kirchenbuch:Die Schull kompt leyder gar in abgang undt wird die liebe Jugent gar wüt auf­wachsen." Bald nachher, noch in demselben Jahr ist er an der damals in Schlüchtern herrschenden Pest gestorben.

Pfarrer M. Fehlingius war dreimal verheiratet, wie er es selbst durch einen in lateinischer Sprache abgesagten, im Jahre 1631 dem Kirchenbuch einvrr- leibten Eintrag bezeugt: Dieser Eintrag lautet ins Deutsche übersetzt:Aus der zuerst geschlossenen Und 18 Jahre lang durch die Furcht vor dem Herrn aus­gezeichneten Ehe mit der geliebten Margaret» from­men ©ebenkens, deren Seele durch, Ehristus erlöst nun in die himmlische Heimat versetzt ist unb deren Leichnam ehrlich in der Pfarrkirchen nebst dem Pre­digtstuhl in der Hoffnung einer fröhlichen Auf= erstehung begraben ist, sind 4 Kinder verlassen: 1. Jacobus, 2. Elisabeth», 3. Nikolaus, 4. Susann«. Bus der zweiten Ehe mit Ursula stetigen Gedächt­nisses der von ihr geborene und nachgelassene! Sohn Johannes Martinus. Aus der dritten mit Margareta, des ehrsamen Bürgers Kaspar Hensler Tochter ge­schlossenen Ehe, die durch, Gottes ©üte erzeugten und bis jetzt noch übrig gebliebenen beiden Söhne 3aw= bus und Johannes."

34. Schuldiener Dominus Danielus Holstius aus Danzig. 1596.

Im Schlüchterner Kirchenbuch, findet sich eingetra­gen:Dominus Danielas Qalftius, des Petri hol- [tii gewesenen Pfarrherrn zu Danzig sohn, Schuldiener allhier und Helene, des ehrwürdigen Herrn L. Mi­chaelis Nudolphi Pfarrherrns Tochter von Bruch- köbel vffgebotten wo^rden den 22. August anni 1596."

Aus diesem Kirchenbucheintrag! geht hervor, daß im Jahr 1596 ein aus Danzig stammender Lehrer Daniel Holst wohl nur vorübergehend an der Schule zu Schlüchtern tätig gewesen ist. Er mag die jün­geren Schüler unterrichtet haben.

35. Konrektor bezw. Rektor Johann Werner Scheffer aus Kressenbach. 1602 bis in die Zeit vor 1624.

Johann Werner Scheffer ist in Kressenbach,, wo sein Vater Hans Scheffer als Landwirt und Bäcker lebte, um das Jahr 1560 geboren. Seine Schulaus­bildung wird er als Stipendiat in der Klosterschule zu Schlüchtern genossen haben. Gb sich für ihn daran noch ein Universitätsstudium angeschlossen hat, steht nicht fest Es wird aber wohl angenommen werden dürfen. AIs Graf Philipp Ludwig II. im Jahre 1602 dazu schritt, dem Gymnasium in Schlüchtern wieder einen Rektor zu geben, muß seine Wahl auf I. W. Scheffer gefallen sein. Den Beweis dafür liefern einige Kirchenbucheinträge. So wird in einem sol­chen vom 15. April 1604 3. W. Scheffer alsder Schule Rector" bezeichnet und berichtet ein weiterer derartiger Eintrag vom 14. Oktober 1607 den Tod einer TochterNectoris Johannis Werneri Schef- feri."

Aus diesem letzteren Eintrag geht auch, hervor, daß Rector Scheffer verheiratet gewesen ist. Seine Ehe­frau Anna war die Tochter eines Hammelburger Bür­gers namens Anbreas Deuker. Rector Scheffer scheint trotz seiner wissenschaftlichen Ausbübung als Leiter des Gymnasiums versagt zu haben. Er konnte sich, mit