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Unsere Heimat
Nr. 43/45
Lin weitbekannter Schlüchterner. Linr durch ihre politische Arbeit weit bekannte Persönlichkeit ist Magistrats-Gberschulrat Wilhelm Schwarzhaupt in Frankfurt a. Ist., geboren am 4. Dktober 1871 in Schlüchtern. Sein Interesse für Politik wurde besonders durch Friedrich Naumann geweckt. Später Mitglied der „Nationalliberalen Partei" ; für sie kandidierte er in der Zeit des Dreiktassen- wahlrechtes im damaligen Wahlkreis Hanau - Gelnhausen- Schlüchtern. Nach dem Krieg schloß er sich der von Strese- mann gegründeten „Deutschen Volkspartei" an, wurde 1921 für Hessen-Nassau in den preußischen Landtag gewählt, dem er bis heute angehört. Führend wurde er innerhalb der Partei und Fraktion auf dem Gebiet der Schulpolitik, die er in zahlreichen Reden im Plenum, in den Nusschüssen, Lehrervereinen, Versammlungen sowie schriftstellerisch in der politischen presse vertrat. Seine Tätigkeit' anerkannte die Fraktion im besonderen dadurch, daß sie ihn zu ihrem 2. Vorsitzenden wählte.
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Heimatpost
Zwischen alten Familienpapieren fand ich eine Urkunde vom 28. Juni 1825, worin meinem Urgroßvater Tarl Hafner in Schlüchtern die Verwaltung einer Niederlage von Niederer Eisen übertragen wurde. Die Urkunde fängt mit folgendem Vordruck an: „Des Aller» durchlauchtigsten Kurfürsten und Herrn Wilhelm des 2ten, Kurfürsten und souverainen Landgrafen von Hessen, Groß- herzogs von Fulda, Fürsten zu Hersfeld, Hanau, Fritzlar und Isenburg, Grafen zu Tatzenellenbogen, Dietz, Ziegen- hain, Nidda und Schaumburg etc. etc. unfeies allergnädigsten Kurfürsten und Herrn."
Ts folgt nun eine 6 Folioseiten lange „Dienstanweisung" von „allerhöchstdesselben Dber-Berg- und Salzwerksdirection", worin u. a. verlangt wird, daß der Bürger Tarl Hafner „Seiner Kgl. Hoheit unserem allerdurchlauchtigsten Kurfürsten treu und gehorsam seyn, allerhöchst dessen Nutzen nach allen Kräften befördern; Schaden und Nachtheil aber abzuwenden suchen" soll. „Der unterschriebenen Gber - Berg- und Salz- werkdirection hat er schuldigen Gehorsam zu beweisen und die ihm von derselben zukommenden Befehle (sie!) willig und pünktlich zu befolgen." Zum Schluß der langen Epistel heißt es : „Indem der Tarl Hafner die ihm durch gegenwärtige Instruktion auferlegten, sowie seine sonstigen darin etwa nicht erwähnten (sie!!) Pflichten als Magazinverwalter
treu zu erfüllen "versprochen und dieserhalb einen heiligen Eid zu Gott geschworen, auch einen Revers ausgestellt hat, ist von demselben zur Sicherheit der Lieberer Lisenwerkskasse hinsichtlich eines dennoch etwa durch sein verschulden entstehenden Defects bei der erwähnten Niederlage eine hypothekarische Kaution zum Betrage von Sechshundert Gulden geleistet worden."
Für die Bemühungen bei Verwaltung dieser Lisennieder- lage wurden ganze „fünf Prozent" vom Bar Umsatz bewilligt. Die Beträge der faulen Runden hatte mein Urgroßvater die Ehre aus Bein streichen zu dürfen lt. Bestimmung des § 6 der famosen Dienstanweisung, damit aller- höchstdessen Nutzen nach allen Kräften befördert wurde, wie anfangs verlangt. Das Dokument ist ein Musterbeispiel eines engstirnigen Bürokratismus, der einen ganz einfachen kaufmännischen Vorgang zu einer Haupt- und Staatsaktion machte. Apotheker K. Hafner, München
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Man hatte im März 1639 dem Laubachischen Glasmeister Michael Wentzel vorgeworfen, er sei früher schon im Nmt Schwarzenfels mit seinem Bruder Georg Glashüttenmeister gewesen und dann dort heimlich auf und davon gegangen. Um sich gegen diese Vorwürfe zu verteidigen, stellt M. W. der Laubachischen Ranzlei den Sachverhalt dar. Ueber den Standort der Hütte macht W. keine näheren Angaben, er sagt nur, er habe die Glashütte im Amt Schwarzenfels zuerst mit seinem Bruder, dann allein in der Zeit zwischen 1621 -29 betrieben. Wahrscheinlich stammten beide W's von einer bischöfl. Würzburgisch. Glashütte bei Unter-Riedenberg unweit Brückenau. Michael ging, später nach Gonterskirchen bei Laubach, Schotten und Breitenborn bei Gelnhausen, wo er schließlich starb; sein Bruder Georg scheint in Gelnhausen um 1656 verstorben zu sein.
Ich entnahm diese Tatsachen einem Nktenstück „Minera- lia 55" [64 BL, Glashütten im 17. u. 18. Jahrh.j, das ich im Graf zu Solmsischen Rentkammer-Rrchiv Laubach feststellte. Reg.-Rat Dr. H. Rühnert, Rudolstadt i. Th.
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Sondergaben für „Unsere Heimat"
Herr Pfarrer Fink, Gstheim 3.— MK. Herr Hönig, Rotenburg a. F. 1.- Mk. Herr Major a. D. Spangenberg, Rassel 1.— Mk. Herr Lehrer walther, Geislitz 2.— Mk. Herr Lehrer Eckhardt, Rirchbracht 2.— MK. Herr Seminarstudienrat Wulfs, Lschwege 3.- Mk. Herr Dber- schulrat Schwarzhaupt, Frankfurt a. M. 3.— Mk. Herr Lehrer Lchimmelpfennig, Willingshain 1.— Mk. FrI. Lina Ludolph, Frankfurt a. M. 3.— MK. Herr Lehrer Gärtner, Veckerhagen 1.- Mk. Herr Mittelschullehrer K. Blum, Frankfurt a. M. 3.- Mk. Herr Pfarrer Ehringhaus, Rassel 1.— Mk. Herr Hauptlehrer Glock, Näherstille 1.— Mk. Herr Kreispfarrer Henß, Windecken 6.- Mk. Herr Rektor Eckhardt, Lichtenau 1.— Mk. Herr Lehrer Feik, Hanau 2.— Mk. Herr N. Gähringer, Duisburg 16.- Mk. Herr H. Hoh- mann, Essen 1.— Mk. Herr L. v. Paris, Rassel 2.— Mk. Herr Lehrer Rnöll, Bischofsheim 1. - Mk. Herr Oberbaurat Dr. K. Hübler, Heidelberg 14.— Mk. Herr Lehrer Rohle, Beuren 1.- Mk. Herr Pfarrer Pfeiffer, Steinau 1 Mk. Herr Lehrer Feik, Fechenheim 1.- Mk. Frau Oberin Pfalzgraf, Neu-Lckerode 3.- Mk. Herr Pfarrer Fritsch, Loshausen 1.— Mk. Frau K. Ruhne, Gießen 4. - Mk. Herr Pfarrer Scheig, Hanau 1.— Mk.
Herzlichen Dank! Der Vorstand
Der Iahresmindestbeitrag für die Mitglieder des „Heimatbundes Schlüchtern" beträgt 2.— Mk. und ist im voraus zu entrichten. (Postscheckkonto unten.) Die Helfer werden freundlichst gebeten, die gesammelten Ortsbeiträge an Herrn Ron- rektor Schäfer, Schlüchtern, abzuführen.
Das Grimmbild Seite 322 verdanken wir der N. ®. Elwert'schen Verlagsbuchhandlung, Marburg; es stammt aus: Behrend, Geschichte der Deutschen Philologie in Bildern. — Das Rlischee zu dem Bilde S. 330 lieh uns der Berliner Tierschutzverein. - Das Bild S. 332 entnahmen wir den „Frankfurter Nachrichten", das Wegzeichen S. 331 einem Prospekt des Verkehrsverbandes für Hessen und Waldeck.
AIs Manuskript gedruckt: H. Steinfeld Söhne, Schlüchtern. Schriftleitung: Wilhelm Praesent, Breitenbach Auflage: 1000 Stück. Verlag des Heimatbundes in Schlüchtern. Postscheck-Ronto 80311 in Frankfurt a. M.