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Unsere Heimat

Nr. 43/45

Petrus tiammannus die Tochter Domini Jochen Reu= ters, des Kanzlers (Kanzleibeamten) in $ulöa.

1584 ließ Peter hammann ein Kind taufen. Pate des Kindes war der Klosterkeller zu Schlächtern, was darauf schließen läßt, daß Peter hammann in jener Seit seine Stellung an der Schlächterner Schule schon eine Weile innegehabt haben wird. 3 m Jahre 1594 am 3. August ließ Petrus Hammannus, wie das Kirchenbuch nachweist, eine Tochter taufen. Palin war Frau Apolfonia von Lauter, die Ehefrau des in Schlächtern ansässigen Junkers David von Lauter. 3m Jahre 1595 am 11. Oktober wurde in das Ge­richtsbach zu Schlächtern eingetragen:Peter Ham- mann in seinem Garten im hinhelberdorf seinem Ortsteil von Schlächtern) keinen Schaden zu thun ver- botten worden."

Am 26. Januar 1597 wird Petrus Hammannus von dem damaligen Fährer der Kirchenbuchs von Schlächtern alscollege in der Schule" bezeichnet. Am 24. August 1597 starb des Herrn Petrus Ham- mannus Hausfrau abends zwischen 7 und 8 Uhr an der damals in Schlächtern herrschenden Pest. Sie wurde" am 30. August auf dem Pfarrkirchhofe zu Schlächtern begraben.

3m September desselben Jahres (1597) erhielt Petrus hammannus als Kollegen an der Schule zu Schlächtern den Pfarramtskandidaten Martin Feq- linger aus Schlächtern. 3m Jahre 1598 heiratete Peter hammann in zweiter The Anna Hopf, die Tochter des Klosterkellers zu Schlächtern.

Am 26. Oktober 1611 hobdes Junkers Sohn zu Kömershag p, so bei dem Tonrector 2) allhier ge-

*) Es war ein Junker von der Tann.

2) Konrektor des Gymnasiums zu Schlächtern war in jener Zeit Johann Werner Scheffer.

*

Lieglerei in

von Peter D c

(T\ie Uhlersbacher Ziegelhütte gehörte einst dem Kloster Schlächtern. Beim Verkauf hatte sich dasselbe den Zehnten ausbedungen. Tr mußte im Herbst entrichtet werden und bestand in einigen hun­dert Ziegeln und Ziegelsteinen sowie mehreren Maß Kalk. 3m Kreise Schlächtern gab es ehemals meh­rere Ziegeleien. Die bekanntesten waren in Ah'ers- bach, Breunings und Siegelt,litte, Neuen gronau, Gund- Helm und Steinau. Die in Ahlersbach und Breunings verfertigten Ziegel wurden bevorzugt; denn sie waren länger und breiter, und ihre schöne dunkelrote Farbe versprach eine lange Lebensdauer. Wollte sich oer Käufer von der Güte des Ziegels überzeugen, so hielt er ihn in die Höhe und schlug mit den Fingern baran; war ein schönes Klingen zu vernehmen, so war er befriedigt. Auf dem Wohnhaus der Ahlers- bacher Ziegelhätte liegen heute nodji Ziegel aus den Jahren 1802 und 1803.

Ziegel wurden nur im Sommer verfertigt. Die kalte Jahreszeit war ungeeignet, weil der Ton mit Händen und Füßen bearbeitet werden mußte. Die Arbeit des Zieglers begann gewöhnlich Mitte April, wenn es die Witterung erlaubte. Sdfon um 3 Uhr morgens ging er an sein Tagewerk und führte es fort, bis die Nacht ihn daran hinderte. Nur kurze Unterbrechungen gab es, bite die Mahlzeiten erfor-

wesen ist,^Johann genannt, Petri hammannen Sohn aus der Taufe."

Ueber den Tod Peter hammannus3) unterrichtet uns folgender (Eintrag in ein altes Protokollbuch des Amts Steinau vom 10. Mai 1614:Nachdem Peter hammann, gewesener Spitalmeister, zu Schlächtern im vergangenen Jahr (1613) peste verstorben, auch dessen Udjunctus Peter Schwerd an den Tentgrafen- dienst gein Steinau transferiret (versetzt) j Also ist aus bevelch der Herrn Käthe selbig erledigt Spital- meisterumt wiederumb mit zwo gualisicierte Personen, als Fritz Möllers und Nikolaus Hörnen, beides Mit­bürgern aus des Kaths doselbsten bestellet."

Außer cem Amte des Spitalmeisters versah Peter hammann in der letzten Seit seines Lebens auch noch, das Amt eines Logenschließers. Sein Nachfolger in diesem Amte wurde der Kloster-Jäger Bernhard Koll- mann.

27. (Kollaborator Johannes Lotichius. 1597.

Dieser Johannes Lotichius ist der Sohn eines Jo­hannes Lotichius und der (Enkel des Steinauer Pfar­rers Nikolaus Lotichius gewesen. Nachdem er seine Schulausbildung in der Lateinschule des Klosters zu Schlächtern erhalten hatte, studierte er vom 25. 4.. 1593 an in Marburg und war später Lehrer an der Klosterschule zu,Schlächtern (1597).

Als solcher heiratete er am 9. Januar 1598 Ma­rie Wolf, die Tochter des Schlächterner Bürgers Mo­ritz Wolf.

Manches spricht dafür, daß er von 16021612 das Pfarramt in Gstheim versehen hat. Gestorben ist er am 12. 6. 1615 als Pfarrer in Mtenhaßlaus.

(Fortsetzung folgt)

s) p. H. wohnte im Oktober 1613 (wahrscheinlich der Pest wegen) in Breitenbad). V. Schrift!.

pitjlerßbnd]

r r, Nhlersbach

derten. Die schwierigste Arbeit des Zieglers war die Zubereitung des Tones. Der Ahlersbacher Siegier war in der glücklichen Lage, den Ton in unmittel­barer Nähe graben zu können. Heute sind die Löcher an der alten Straße noch sichtbar. Hatte man die Kasendecke abgehoben, so kam der Ton schon zum Vorschein. Man grub gewöhnlich einen Kastenwagen voll heraus, der für 650700 Ziegel reichte. Durch eine große Luke wurde der Ton ins Brennhaus ge­bracht. Auf den Wagenarmen stand ein hölzerner Eimer mit Wasser, damit der Ablader seine Schippe anfeuchten konnte, um den Ton besser befördern zu können. Der Mann, der denselben im Brennhaus auf eine Pritsche setzte, bediente ficfy ebenfalls des Wassers. Die Pritsche war aus 4 Bohlen hergerich- tet; jede hatte eine Länge von 5 und eine Breite von 1 Fuß.

Nun begann das Tonschneiden. In der Regel wurde zu zweit geschnitten. Auf kleinen dreibeinigen runden Stühlchen von 30 Stm. Höhe saßen die Ton­schneider vor dem Tonhaufen, der etwa 8/4 Mtr. hoch und i.V2 Mtr. breit war. In ganz dünnen Schei­ben, die die Dicke einer Messerklinge haben mußten, wurde der Ton abgeschnitten unb auf diese Weise nach kleinen Steinchen, die beigemengt waren, ab­gesucht. Die eigens hierzu benötigten Messer wurden