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Unsere Heimat

Seite 324 als solcher zugleich Lehrer an der Klosterschule da­selbst.

Später wurde er Pfarrer des 6 Dörfer umfassen­den Kirchspiels Kamholz. Am 4. 9. 1583 wurde Pfarrer N. Schönbub als Toadjutor fGehilfej des Abts Siegfried Hettenus nach Schlüchtern versetzt und nach dessen am 7. (Oktober 1585 erfolgten Tode zum Abte des Klosters Schlüchtern erwählt. Als Abt wandte er der Klosterschule zu Schlächtern seine be­sondere Sorgfalt zu.

Abt Schönbub war verheiratet. (Ein Sohn von ihm war der Arzt Dr. Heinrich Schönbub (Talliopaedus), der in Schlüchtern praktizierte.

Am 20. 3u[i 1592 erkrankte Abt Nikolaus Schön­bub so heftig, daß ihm auch der an sein Kranken­lager berufene Dr. Happel aus Gelnhausen nicht mehr zu helfen vermochte.

Ueber die Krankheit und den Tod des Bbts findet sich in einem alten Schriftstück Folgendes verzeichnet: 1592 den 20. Juli ist der Abt Daniel Nikolaus Schönbubius heftig krank geworden, daß auch Dr. happel von Gelnhausen geholt worden. Am 17. Au­gust ist er gestorben in der Nacht zwischen 11 und 12 Uhr, und ist gleich am Morgen Dominus praefectus fherr Amtmann] Caspar Nudolph von Welsberg ins Kloster kommen. Am 10. August, welcher war ein Sonnabend, ist er [in der Klosterkirches begraben worden."

20. Präz plor Michael Reuschec aus Schlüchtern.

3n einer aus dem Jahre 1571 stammenden Liste der Bürger der Stadt Schlüchtern finden sich als Bürger aufgeführt: Konrad Keuscher und Hans Keu­scher. Der Sohn eines tiefer beiden Keuscher wird Michael Keuscher gewesen sein. der zur Seit des Abts Siegfried Hettenus an der Klosterschule in Schlächtern unterrichtete. (Es darf angenommen wer­den, daß er als Stipendiat in der Klosterschule seine erste Schulbildung erhalten hat. Weite.es von seinem Leben ist nicht bekannt.

21. Präzeptor Magister Wilhelm Rommel(ius) aus Kassel. 1577.

3m ältesten Schlüchterner Kirchenbuch findet sich verzeichner:1577 3uni 13 ist getauft worden Jo­hannes Landzetels (alias Frankenberger genannt) Söhnlein Wilh'lmus: Computer fuit fTaufpate ist gewesen] Magister Wilhelmus Kommelius von Tassel in Hessen, derzeit zu Schlüchtern. Wie lang Magister Kommet an der Schlüchterner gelehrten Schule gelehrt hat, läßt sich nicht feststellen.

Magister Bommel wurde später Pfarrer in Gins- Heim, einem südlich von Kostheim am Ahnn gele­genen hessischen Dorfe., 3n einem Eintrag in das Kirchenbuch von BieberespacE) vom 3. Bod. 1594 wird genannt:Anna, magistri Kommelii seligen Pfarrers zu Ginsheim Tochter."

22. Präzeptor Magister Johannes Wankel.

1578:1579.

Johannes Wankel ist im Jahre 1540 in Hammel­burg als Sohn eines Bürgers dieses fränkischen Städt­chens geboren worden. Bereits in jungen Jahren kam er derSchul halber" nach Schlüchtern unb besuchte die dortige gelehrte Schule bis zur Erlangung der Keife für das Universitätsstudium.

Auf welcher Universität Wankel dem Studium der

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Theologie und Philosophie obgelegen hat, steht nicht fest; daß er es aber mit gutem Erfolge betrieben hat, zeigt die Tatsache, daß er nach seiner Been= digung die Würde eines Magisters der freien Künste erwerben konnte.

von der Universität nach Schlächtern zurückge­kehrt, wirkte 3. Wankel zunächst eine Seit lang als Lehrer an der Klosterschule in Schlächtern, bevor ihm das Pfarramt in Mottgers um 1580 übertragen wurde.

3m Dezember 1588 war 3. Wankel bereits Stadt­pfarrer in Schlüchtern und unterschrieb als solcher den von dem neugewählten Abt Nikolaus Schönbub ausgestellten Kevers als erster- Seuge.

Am 26. August 1592 wurde Pfarrer Joh. Wan­kel zu Schlüchtern an Stelle des am 17. August ver­storbenen Abts Nikolaus Schönbub zum Abt des Klosters Schlüchtern erwählt. Etwa 17 Jahre lang bekleidete Magister Joh. Wankel das Amt des Schlüchterner Abts. Am 22. April 1609 starb er in Schlüchtern im Alter von 69 Jahren.

Magister und Pfarrer Joh. Wankel schloß 1587 die Ehe mit einer Frau, deren Vornamen Begina wir nur Reimen. Dieser Ehe entsproß ein Sohn, der den Namen Heinrich erhielt.

Heinrich Wankel studierte später Medizin, erwarb den Doktorgrad und praktizierte als Arjt fn Schlüch­tern.

Frau Begina Wankel, die Witwe des Abts Joh. Wankel, starb im Jahre 1631 zu Schlüchtern.

3m Schlüchterner Kirchenbuch findet sich darüber der folgende Eintrag:Anno 1631 den 1. Februar [starb] Begina Domini Magistri Johannis Wan- kelii, olim pastoris 34 annos et infpectoris (uEtimi abbatis) vidua nata annos 82, post quam vixisset in conjugio annos 41, vidua annos 21.

Su deutsch: 3m Jahre 1631 den 1. Februar [starb] Begina, die Witwe des Herrn Magisters Johannes Wankel, des ehemaligen Pfarrers (34 Jahre) und Inspektors (bes letzten Abts) im Alter von 82 Jahren, nachdem sie 41 Jahre im Ehe- und 21 Jahre im Witwenstande gelebt hatte.

23 Ludimoderator (Schulmeister) Nikolaus Horn aus Schlüchtern. 1565 : 1575 :1594.

Nikolaus Horn ist in Schlüchtern als Sohn des dortigen Bürgers Peter Horn geboren. der in späterer Seit die Hosmeisterstelle auf dem Klostergute Linden- berg inne hatte, also wohl Landwirt von Beruf ge­wesen ist.

Von Nikolaus Horn schreibt Abt Lotichius im Jahre 1565:Diesen hab ich von seiner Kindheit an aufgezogen, in hohen und niederen Schulen ver­legt ; ist itzund Schulmeister in unserem Kloster."

von Nikolaus Horn liegt eine Bittschrift vor, die er am 17. Juni 1575 an den Grafen Philipp Lud­wig I. von Hanau gerichtet hat. Sie lautet in der heutigen Sprache wörtlich:

Wohlgeborener Graf, gnädiger Herr!

Ew. Gnaden sei mein untertäniger und schuldiger Dienst alle Seit zuvor! Gnädiger Herr! Ew. Gnaden kann ich untertänigst nicht verhalten, daß ich viel Jahr in der Schul bei dem Kloster Schlüchtern um einen geringen Lohn für andere zugebracht habe, als der ich solcher ferner sonder meinen Schaden nicht