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Uns ere Heimat
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6a) Undt kam an die Landwehr, da eilt ein gotlos schelm in Schwarz Beürisch Kleidung, Spitz Hose, Wissem sweißems Hut aufs mich zu, Ich grüst ihn, er aber antwort mir trotzig, da Ich fort gieng Undt besorgt mich keiner gefahr, da geschah ein schnelles Zuschlagen auff mich, drüber Ich vor ihm als vor einem Mörderstreich Hin- derrücks erschrack, wand mich Undt hilt meinen Staab vor, Undt in dem Zuschlagen sprang sein Richtscheid ent- zwej. Er begehrt gelt, Undt in dem grossen schrecken Nam er mihr den Mandel wie ein Dieb, ich gung ihm weit nach, weil er den Mandel von sich worff, aber der Dib lockt mich fort ausser der Stras, weil ich mich aber besorgt einer grössere leibsgesahr, gieng ich zurück in grosser eil zur Wahlstat Undt fand das abgesprungene Richtscheidt stück, nams als ein Merkzeichen zu mihr, das es kein gemeiner Soldat, sondern ein inhei- mischer were gewesen. Uemlich nach auskundschafft ein fenstermacher von Eichenried in fuldischer Regierung. Pallium detractum nebulo iste con- victus in conscientia Coemiterio Elmensi red- didit. [Den mir entwendeten Mantel hat mir jener Halunke, von Gewissensbissen getrieben, aus dem Eimer Friedhof wieder zugestellt.j Über ich wil ihn nit annemen bis aufs weitem bescheid, Undt soll mit gerichtlichem processus ausgetragen werden, dem gantzen Land zum exempell. Perfidus nebulo, Cruce dignus processus juris implorandus. [Der schlechte Kerl gehört an den Galgen und muß gerichtlich belangt werden!]
Pfarrer Martinus Feylingius
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ie Räuberherberge. Fünf Räuber beschlossen, auf dem Fulder Pfingst!markte 1808 einen
Schuster, der viel Geld gelöst hatte, auf dem Heimweg zu berauben. Mit geschwärzten Gesichtern lauerten sie im Wald zwischen Fulda und Hainzell, Zunder oder ©berrober Tannen genannt, ihm auf. Vergeblich, er blieb aus. Um 8 Uhr kamen aber zwei Weibsleute vorbei,' die eine trug auf einer Kötze 22 Wildhäute. „Das wäre etwas für uns!" Sie sprangen auf, hielten sie an, rissen der einen die Rötze vom Rücken und banden die Häute ab. Als die zwei Uebersallenen ein lautes Geschrei erhoben, schlugen die Räuber auf sie ein. Einer rief: „Schlagt sie tot! So hat die Jagd ein Ende." Darauf verstummten die Geprügelten und liefen fort. Die am meisten Mißhandelte mußte sich in Fulda von dem Feldscherer verbinden lassen.
Die Räuber aber zogen mit ihrer Beute in der Nacht nach Reinhards in ihre Herberge, in hen- richen oder Steinmüllers Haus. Der Bauer kludreas Link, der mit seinem verheirateten Sohn Johannes und ihrem Knecht, dem Kätten-Heinrich, darin hauste, regulierte die fünf Gesellen auf dem obersten Boden mit Milch und ließ sich den Usberfall erzählen. Der junge Link lachte und sagte zu dem Er
Blick vom Schulheim habertshof
zähler: „Du bist doch ein Kerl, der alle Unglücker anfteUt!"
Nun wurde die Beute geteilt. Jeder Räuber erhielt 4 häute. Ihnen kaufte sie der Kochemer Krä= mer Niclas Storck im Dorf zum Teil ab, das Stück zu 2 Gulden. Drei tauschte der Bäcker Storck, der neben dem Krämer wohnte, gegen eine silberne Sackuhr ein. Die andern handelten die lvirtsleute in der Herberge den Räubern ab. So sah es einmal in Reinhards aus!
Sr. L. 6. von Grolman ♦
irchenräuber. In der Nacht vom 14. auf den 15. August 1809 brachen drei Mitglieder der Vogelsberger Räuberbande, der jüngste Feldschrrs- jung, der Elare-Rndres und der Singmichels Heinrich, in die alte Ulmbacher Kirche ein. Die Kir= chentüre öffneten sie mit einem Hakenschlüssel, das Schränkchen hinter dem Altare erbrachen sie mit Meißeln, seitlich davon sprengten sie einen 50 Pfund schweren Stein aus. In die Sakristei einzudringen gelang ihnen dagegen nicht. Was sie fanden, nahmen sie mit: 1 Ampel, 8 Messingleuchter, 1 zinnerne Taufschüssel, 2 Schellen, 1 Zinnkännchen, 4 A[= tar- und 2 Kommuniontücher, 1 Handtuch, einige Wachskerzen und 1 Gefäß für das heilige Gel aus Zinn. Das ganze arme Kirchlein war rein ausgeplündert. Ihren Raub schleppten sie in das Wirts- Haus nach Wüstwillenroth, wo sie ihre Niederlage hatten. Der Wirtin F... K schenkten sie die Taufschüssel, wofür sich die Hehlerin mit einem Topf Milch erkenntlich erzeigte. Ein Jude in Lichenrod kaufte dem Gesindel einige Leuchter ab, das übrige erhandelte ein kleiner Jude aus Eckardroth. Durch die Weiber der Räuber Kam das Schandstück an den Tag.
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Im Frühjahr 1809 hatten zwei Brüder, der jüngste und der älteste Feldschersjung, die Kapelle in Kiesberg ausgeraubt. Drei rot lackierte Monstranzen aus Zinn, einige Bltartücher und ein Meihwasserkessel waren ihnen zur Beute gefallen. 3m Gpferstock, den sie aufgeschlagen hatten, fanden sie nur ein paar Kreuzer. Schon diesmal war das