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104. Johann Rurpach, geboren etwa 1530 zu Nieder-Rlteich, studierte in Ingolstadt und Padua. Später Kanzler in München und Gesandter a. d. Reichstag zu Regensburg. Intimer Freund des £o= tichius zu padua, den er als Dichter zum Vorbild nahm; von Lotichius in den Gedichten aber nirgends erwähnt.
105. Felix platter, Schweizer. Geboren 1536 Basel, studierte 1552—1557 zu Montpellier, starb 1614 in Basel. Wurde in Montpellier mit Lotichius intim befreundet, der auf der Rückreise in die Heimat Felix Platters Vater, Thomas platter, in Basel aufsuchte. In seiner Selbstbiographie, in der er ein vorzügliches Bild des Studenten- und Gelehrtenlebens im 16. Jahrhundert gibt, wird Lotichius wiederholt erwähnt und auch mehrere Anekdoten aus dessen Leben erzählt, vergl. „U. h." 1929, S. 71.
106. Wilhelm Xylander (Holzmann). Reformiert. Stammt aus Augsburg. Wurde auf Grasts Lmpfeh- lung an Stelle Micylls 1558 als Professor für Griechisch, Ethik und Logik nad} Heidelberg berufen. War 1560 zusammen mit Lotichius Mitglied des akademischen Senats, 1561 und 1576 Bibliothekar und 1564 kurpfälzischer Sekretär aus dem (Kolloquium zu Maulbronn.
107. Adam Lonicer (siehe Nr. 13). Geboren 1528 als Sohn des. Professors für alte Sprachen Johann Lonicer zu Marburg. Wurde 1545 Magister, war dann vielleicht kurze Seit als junger Lehrer am Gymnasium zu Frankfurt als Kollege Micylls, wurde 1553 Professor der Mathematik zu Marburg; von 1554—1586 Ar^t, zuletzt Stadtphysikus zu Frankfurt, starb 10. Mai 1586 zu Frankfurt. Kommilitone des Lotichius zu Marburg und dort wohl eng mit ihm befreundet.
108. Easpar Tampanus. Italienischer Gelehrter. Geboren um 1520 zu Kola bei Neapel. War dann Straßburg, Speyer, zuletzt Heidelberg, heiratete 1552 Micylls Tochter. War 1557 als kurpfälzischer Ab= geordneter auf dem Religionsgefpräch zu Worms, wo er schwer erkrankte und September 1557 in Heidel-
„ Räubergefd]id]ten“
>tUS der fehdezeit. Um das Jahr 1537 wurde auf der Landstraße ein Frankfurter Bürger gefangen genommen und nach M arjoß geführt, wo der Schultheiß Dietz Fogeler den Frevlern Herberge gewährte. Tonz Rückenthal aus demselben Dorfe brächte Briefe nach Frankfurt, durch die wahrscheinlich Löse- geld erpreßt werden sollte. Der Gefangene wurde später nachhohenzell in das Haus Henn Günthers verschleppt. Frankfurt beschwerte sich bei der Herrschaft hanau, und diese ließ den Schultheißen, Rückenthal und Günther verhaften und nach hanau bringen.
Tver gefährliche I>rafenberg. 1603. 17. Mai
Die Nachbarn der Rlosterhöfe rügen vor dem Gericht Schlüchtern, es sei einer auf dem Drasen- b e r g beraubt und ihm ein Gaul und 8 Gulden dazu g.jimen worden.
<7^er beraubte Schmuckhändler. 1621.13. April.
Philips Leuwir übergab Supplication und Klage wider Iox AUten, Ullrich Schirmern, Hans Fleischern und Hans Schlingloffen von hinter st einau
£) e i m a t ------------------------—----------- Nr. 40/42 berg starb. Sein Leben ziemlich unklar. Mit Lotichius in Heidelberg fraglos bekannt geworden.
109. Fulvia Olympia Morata. Italienische Gelehrte, Rnhängerin der Reformation in Italien, hu- manistin, Dichterin und Philosophin. Geboren 1526 als Tochter des Professors peregrino, Morato zu Ferrara. Erzogen mit der Herzogstochter Anna d'Este, späteren Herzogin von Guise. heiratete Ende 1550 den deutschen Studenten und Arzt Anbreas Gruntler aus Schweinfurt. Mußte wegen Verfolgung der Rn= Hänger der Reformation 1551 aus Ferrara flüchten. Reifte mit ihrem Manne über Augsburg (Freundschaft mit Fugger) nach Schweinfurt, wo Gruntler praktizierte. Nach Eroberung und Zerstörung Schweinfurts durch Moritz v. Sachsen und Verlust ihres ganzen Vermögens neuerdings flüchtig. Nach langem Aufent- Halt beim Grafen zu Erbach nach Heidelberg, wo Gruntler eine Professur der Medizin erhielt. Starb 26. Dkt. 1555 an der Pest, ihr Mann und ihr kleiner Bruder 2 Monate später. Ihr Grabstein in der Pe- terskirche, wo auch Micyll und Lotichius beigesetzt wurden, noch heute erhalten. Kann mit Lotichius nicht bekannt geworden sein, gehörte aber zu dessen späterem Gelehrtenkreis.
Nachwort des Verfassers:
Die Bibliographie, welche seit 1928, Nr. 5/6 in „U. H." lief, ist damit abgeschlossen. 3u anderen Abteilungen, als Nachtrag O. zu Abteilung B. Lotichiuskreis, Nachträge zu bringen, erübrigt sich, da mir zu diesen nichts wesentlich Neues mitgeteilt worden ist. In Abt. A Lebensdaten wolle man jedoch abändern:
1. Lotichius war von 1537 bis 1543, 7 Jahre lang auf dem Frankfurter Gymnasium und in Micylls yause. wahrscheinlich nur während der Schulferien Sommer 1541 in Gelnhausen. Man vergleiche den Briefwechsel Abt. H. 1539 bis 1543. Der Brief aus Yanau ist ganz Anfang 1537 oder 1536 zu datieren. Man ändere ab, auch im Brief 1543. 13. Tal. Dez. 1 Jahr in 7 Jahre. Der nächste Brief Dom. Lxaudi aus Marburg datiert 1544.
2. Melanchthons Flucht war November 1546, nicht April 1647. Man ändere ab.
Diese Abt. A. „Lebensdaten" könnte allerdings jetzt, nachdem in den 4 Jahren vielerlei Neues erforscht worden ist,, stark vergrößert werden.
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aus unserer Heimat
beclagtt sich Räuberei und abgenötigter Ldellgestein.. AIs Böhmische Diamant 1 Dutzend 4 oder 5 — Granat 6 oder 7 Dutzend — klein Rubin 16 oder 17 Dutzend — Saphier 5 Stück — Spanische Nadell 9 Briefs — Hutschnür 25 Stück geringen Werts. Beklagte gestehen der beschuldigten Räuberei nicht. Und weil doch Sie allerdings nicht ohnschuldig, seindt sie zu haften gezogen.
Txer Pfarrer und der Straßenränder. 1624.
19. Oktober. Morgens war Ich erst im Wald Schlingloss, darnach kam ich gegen Llm, alda mihr angezeigt, es were obgedachtes Rind zu tauffen gegen 1 Uhr. Da meinten sie, wen Ich erst nach Schlüchtern gieng, so werde es zu lang, schicken demnach hin ein andern, welcher den Mandel Undt das Buch holen soll. Nun besorgt Ich mich, ber Mandel mögt neben dem Buch auffgefangen werden,, aber ich bekam ihn. Portenta [(Ein Abenteuer]. Da Ich indessen nach der Zäch, derer Ich nur ein wenig bei gewonet, mich eilents vortmacht (den die drei Rnecht des- Junker Veiten Henslers Undt Peter Horns blieben